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Ratgeber · Montagebühnen

Arbeitshöhe am Fahrgerüst richtig berechnen

Arbeitshöhe ist nicht Plattformhöhe: die amtliche Definition, die abweichende Faustformel der Hersteller und worauf sich die Grenzen 12 und 8 Meter beziehen.

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Fachbereich Werkstatt
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Fahrgerüste werden über eine einzige Zahl verkauft: die Arbeitshöhe. Sie steht im Produktnamen, sie ist der Filter im Shop, und sie ist die Zahl, die im Kopf bleibt. Gemessen ist sie nicht. Sie entsteht, indem auf die Höhe der Plattform ein Zuschlag addiert wird – und über die Höhe dieses Zuschlags sind sich die Beteiligten nicht einig. Die einzige Definition, die ein Unfallversicherungsträger überhaupt beziffert, nennt 1,50 Meter. Vier von fünf Herstellern im Markt rechnen mit 2,00 Metern. Zwischen beiden Lesarten liegen 50 Zentimeter, und wer die Zahl vom Etikett gegen die eigene Deckenhöhe hält, merkt den Unterschied erst auf der Plattform.

Dieser Ratgeber macht aus dem Etikett eine Rechengröße. Er trennt die gemessenen Höhenangaben von den gerechneten, führt beide Zuschlagsvarianten an konkreten Modellreihen vor, ordnet die viel zitierten Grenzen von 12 und 8 Metern der richtigen Bezugsgröße zu und rechnet die Flächenlast einer Lastklasse in eine reale Beladung um. Alle Zahlen stammen aus DGUV-Informationen, aus dem Baustein der BG BAU und aus Aufbau- und Verwendungsanleitungen der Hersteller. Wo eine Norm nur benannt und nicht mit Zahlen zitiert wird, steht das ausdrücklich dabei. Und wo sich eine gesuchte Angabe schlicht nicht belegen ließ, steht das ebenfalls dabei, statt durch eine plausible Zahl ersetzt zu werden.

In dieser Reihenfolge auslegen

  • Die erforderliche Höhe messen, nicht schätzenMaßgeblich ist die Höhe, die die Hand erreichen muss: Unterkante der Leuchte, Oberkante des Kabelkanals, Mitte des Fensterrahmens. MUNK schreibt denselben Ablauf auf die eigene Produktseite: zuerst die Höhe messen, die erreicht werden muss, dann das Arbeitsmittel wählen.
  • Den Zuschlag festlegen und dazuschreibenEntweder 1,50 m nach der DGUV-Definition oder 2,00 m nach der Herstellerkonvention. Beides ist begründbar, aber nur eine der beiden Zahlen darf in der Rechnung stehen. Wer den Zuschlag nicht notiert, kann das Ergebnis später nicht mehr prüfen.
  • Standhöhe bilden und auf die nächste Aufbaustufe aufrundenErforderliche Höhe minus Zuschlag ergibt die nötige Standhöhe. Gerüste gibt es nur in Stufen: der ZARGES Teletower in fünf Rasten von 1,00 bis 2,00 m, die KRAUSE-ProTec-XS-Reihe in zehn Aufbaustufen von 0,90 bis 9,80 m Standhöhe. Aufgerundet wird immer nach oben.
  • Einsatzort gegen die Betriebsgrenze haltenIn Gebäuden maximal 12,00 m, außerhalb maximal 8,00 m Belaghöhe. Diese Grenze bezieht sich auf die Plattform, nicht auf die Arbeitshöhe – umgerechnet sind das im Freien rund 10 m der beworbenen Zahl.
  • Belagfläche mal Flächenlast rechnenLänge mal Breite der Belagbühne ergibt die Fläche, multipliziert mit der Flächenlast der Lastklasse die zulässige Belastung. Jede Person zählt dabei mit 1 kN, also 100 kg, unabhängig vom tatsächlichen Körpergewicht.
  • Ballastbedarf für genau diese Aufstellart ablesenDer Bedarf hängt von Modell, Aufbauhöhe und davon ab, ob innen oder außen, mittig oder an der Wand aufgebaut wird. Es gibt keine Formel, nur eine Tabelle je Modell. Bei KRAUSE ist der Ballast ausdrücklich Zubehör und liegt der Lieferung nicht bei.
  • Gerüsthöhe gegen die lichte Raumhöhe haltenNicht die Standhöhe passt in den Raum, sondern die Gerüsthöhe einschließlich Seitenschutz. Die Hersteller veröffentlichen sie als eigene Zeile im Datenblatt; sie liegt zwischen 0,90 und 1,27 m über der Standhöhe.

Was neben der Höhenzahl über die Auswahl entscheidet

Vier Größen, die im Shop-Filter nicht vorkommen und die Auslegung trotzdem kippen können. Alle vier stehen in Herstellerdokumenten, drei davon nur dort.

Ballastbedarf je Aufstellart
0 bis 380 kg im geprüften Feld
Bei gleicher Aufstellart im Freien verlangt Altrex für 5,20 m Plattformhöhe zwei Gewichte zu je 5 kg, MUNK für 7,74 m Plattformhöhe 380 kg. HYMER kommt bei 3,60 m Standhöhe mittig mit null Kilogramm aus und verlangt an der Wand 20 kg innen und 40 kg außen.
Personen für den Aufbau
Eine oder mindestens zwei
Der ZARGES Teletower wird laut Datenblatt in rund sieben Minuten von einer Person aufgebaut. KRAUSE, Altrex und MUNK verlangen mindestens zwei Personen; KRAUSE zusätzlich ab 6 m Standhöhe für je 2 m Höhe eine weitere Person.
Windgrenze im Betrieb
27 bis rund 45 km/h
KRAUSE nennt Windstärke 6, rund 45 km/h, und als Erkennungsmerkmal eine spürbare Hemmung beim Gehen. Altrex nennt 12,7 m/s bei maximal 6 Beaufort. Der ZARGES Teletower ist mit 27 km/h deutlich strenger begrenzt.
Lichte Raumhöhe
Gerüsthöhe, nicht Standhöhe
Über der Standfläche steht noch der dreiteilige Seitenschutz. Die veröffentlichten Gerüsthöhen liegen 0,90 bis 1,27 m über der Standhöhe; ein Gerüst mit 3,60 m Standhöhe braucht damit 4,82 m lichte Höhe.

Alle Werte stammen aus Herstellerdokumenten, DGUV-Informationen und dem Baustein B 112 der BG BAU. Die Fundstellen stehen im Quellenverzeichnis am Seitenende.

Vier Höhenangaben, zwei davon gemessen

Ein Fahrgerüst trägt im Datenblatt bis zu vier verschiedene Höhenangaben, und sie beschreiben nicht dasselbe Bauteil. Zwei davon sind Maße am Gerät: die Standhöhe, also die Höhe der Belagfläche über dem Boden, und die Gerüsthöhe, also die Gesamthöhe der Konstruktion einschließlich Geländer. Beide lassen sich mit einem Zollstock nachprüfen. Die anderen beiden sind Rechenergebnisse: Arbeitshöhe und Reichhöhe entstehen, indem auf die Standhöhe ein Zuschlag addiert wird, der den aufgerichteten Menschen abbilden soll.

Der Unterschied ist kein Sprachspiel, sondern der Grund für fast jede Fehlauslegung. Wer zwei Geräte über die Arbeitshöhe vergleicht, vergleicht zwei Rechenergebnisse – und die Rechnung dahinter ist bei den Herstellern nicht dieselbe. Wer sie dagegen über die Standhöhe vergleicht, vergleicht zwei gemessene Maße. Genau deshalb steht in jeder Herstellertabelle die Standhöhe oder die Plattformhöhe, während die Zeile „Arbeitshöhe" bei einem der fünf untersuchten Hersteller vollständig fehlt.

Gemessen oder gerechnet: die Trennlinie durch jedes Datenblatt

Gemessene Größen

Standhöhe beziehungsweise Plattformhöhe – die Oberkante der Belagbühne über dem Aufstellboden. Gerüsthöhe – die Oberkante der Konstruktion einschließlich Seitenschutz. Beide Werte sind am aufgebauten Gerät nachmessbar und in jeder geprüften Herstellertabelle vorhanden.

Gerechnete Größen

Arbeitshöhe und Reichhöhe – Standhöhe plus einen Zuschlag für den stehenden Menschen. Nichts daran ist am Gerät messbar. Welcher Zuschlag gilt, hängt davon ab, wessen Definition angelegt wird: 1,50 m nach der DGUV, 2,00 m nach der Konvention der Hersteller.
Die vier Höhenangaben und was sie tatsächlich beschreiben
AngabeWas sie beschreibtWer sie im geprüften Feld veröffentlichtArt der Angabe
Standhöhe oder PlattformhöheHöhe der Belagfläche über dem Aufstellboden, also die Fläche, auf der man stehtAlle fünf Hersteller – KRAUSE und HYMER als Standhöhe, ZARGES, Altrex und MUNK als PlattformhöheGemessen
GerüsthöheGesamthöhe der aufgebauten Konstruktion einschließlich Geländer und KnieleisteKRAUSE, ZARGES, HYMER und MUNKGemessen
ArbeitshöheStandhöhe plus Zuschlag – die Höhe, in der die Hand arbeiten sollKRAUSE, ZARGES, Altrex und MUNK. HYMER veröffentlicht sie nichtGerechnet
ReichhöheStandhöhe plus 2,00 m – die Höhe, die der ausgestreckte Arm noch erreichtHYMER als einziger Hersteller; die DGUV verwendet den Begriff ebensoGerechnet

Aus dieser Tabelle folgt die einzige Regel, die den ganzen Rest trägt: Vergleiche laufen über die Standhöhe, Rechnungen über den ausdrücklich genannten Zuschlag. Wer beides vermischt, addiert einen Zuschlag auf eine Zahl, die ihn bereits enthält. Wie sich das auswirkt, zeigt sich am deutlichsten dort, wo drei verschiedene Anbieter dasselbe Gerät mit drei verschiedenen Zahlen auszeichnen – dazu weiter unten.

Die amtliche Definition: Standhöhe plus 1,50 Meter

Es gibt genau eine Fundstelle eines Unfallversicherungsträgers, die Arbeitshöhe und Reichhöhe überhaupt beziffert. Sie steht in der DGUV Information 208-016 „Die Verwendung von Leitern und Tritten" in der Ausgabe von August 2022, auf Seite 29, in den Bildunterschriften zweier nebeneinanderstehender Abbildungen. Die eine ist mit „Arbeitshöhe" überschrieben und trägt die Formel Standhöhe plus 1,50 Meter. Die andere ist mit „Reichhöhe" überschrieben und trägt die Formel Standhöhe plus 2,00 Meter.

Dass diese Unterscheidung kein Nebensatz ist, macht dieselbe Schrift im laufenden Text deutlich. In Abschnitt 3.1.2, der die Frage nach der richtigen Größe behandelt, steht als eigener Spiegelstrich: Bei der Auswahl ist der Unterschied zwischen Arbeitshöhe und Reichhöhe zu berücksichtigen. Und als Auswahlkriterium formuliert die Schrift, dass die Größe so zu wählen ist, dass die nutzende Person die maximal erforderliche Arbeitshöhe ohne sich zu recken von der Plattform aus erreichen kann.

1,50 mZuschlag auf die Standhöhe nach der DGUV-Definition

Der Zuschlag von 2,00 m, mit dem die Hersteller rechnen, trägt in derselben Quelle einen anderen Namen: Reichhöhe. Er beschreibt den ausgestreckten Arm, nicht die entspannte Arbeitshaltung – und genau das ist der Unterschied zwischen einer Tätigkeit von einer halben Minute und einer von zwei Stunden.Quelle: DGUV Information 208-016 (August 2022), Seite 29, Abbildungen 53 und 54

Ein Geltungsvorbehalt gehört an dieser Stelle dazu, sonst wird die Quelle überdehnt. Die DGUV Information 208-016 handelt von Leitern und Tritten. Sie ist nicht auf Fahrgerüste gemünzt, und sie behauptet das auch nicht. Sie ist aber die einzige Stelle im deutschen Arbeitsschutz, an der beide Begriffe mit einer Zahl hinterlegt sind – und für einen Teilbereich der Steigtechnik gilt sie unmittelbar.

Unmittelbar erfasst sind nämlich Podestleitern: Die Schrift nennt sie in ihrem Auswahlkriterium ausdrücklich neben Stehleitern mit Plattform. Wer also nach dieser Definition rechnet, rechnet für diese Bauform nicht analog, sondern direkt nach der einschlägigen Quelle. Welche Modelle dabei überhaupt zur Auswahl stehen und woran sie sich sonst unterscheiden, ordnet der Vergleich der fahrbaren Podestleitern ein.

Für das Fahrgerüst bleibt die Definition damit ein Maßstab und keine Vorschrift. Das ist weniger, als es zunächst klingt, und mehr, als der Markt bietet: Es gibt keine zweite bezifferte Definition, gegen die man sie halten könnte. Wer die konservativere Zahl anlegt, steht am Ende höher und nicht tiefer als geplant – und das ist der Fehler, der sich auf der Plattform noch beheben lässt.

Die Herstellerkonvention: Standhöhe plus 2,00 Meter

Die Hersteller rechnen anders, und einer von ihnen schreibt es wörtlich auf. Auf der Produktseite seines Rollgerüsts erklärt MUNK die Zeile „Arbeitshöhe" mit einem eigenen Textblock, und dort steht als Faustformel Standhöhe plus 2 Meter, ungefähr gleich Arbeitshöhe. Derselbe Text löst auch gleich die Begriffsfrage auf, allerdings in die andere Richtung als die DGUV: Manche Hersteller verwendeten den Begriff Reichhöhe statt Arbeitshöhe, gemeint sei dieselbe Kenngröße, nämlich leicht angehobener Arm und entspannte Haltung.

Damit stehen zwei Sätze aus zwei Quellen direkt gegeneinander. Die DGUV sagt, die beiden Begriffe unterscheiden sich, und beziffert den Unterschied. Der Hersteller sagt, es sei dieselbe Größe. Beides ist zitierfähig, beides ist an belegter Stelle veröffentlicht, und beides kann nicht gleichzeitig zutreffen. Für die Auslegung heißt das nicht, dass eine Seite recht hat – es heißt, dass die Zahl „Arbeitshöhe" ohne Angabe des Zuschlags keine vergleichbare Größe ist.

50 cmDifferenz zwischen amtlicher Definition und Herstellerfaustformel

Bei einem Gerät, das ausschließlich über diese eine Zahl verkauft wird, ist ein halber Meter kein Detail: Er entscheidet darüber, ob eine Aufbaustufe reicht oder die nächste nötig wird – und die nächste Stufe kostet Bauteile, Gewicht und oft auch Ballast.Quelle: DGUV Information 208-016, Seite 29, gegen MUNK Group, Erklärtext zur Arbeitshöhe auf der Rollgerüst-Produktseite

Die Recherche im Produktfeld zeigt, wie einheitlich die Herstellerseite hier tatsächlich ist. Vier der fünf untersuchten Hersteller rechnen mit dem Zuschlag von 2,00 Metern: KRAUSE bildet die Arbeitshöhe aus der Standhöhe, ZARGES, Altrex und MUNK aus der Plattformhöhe, in allen vier Fällen mit demselben Abstand. Der fünfte, HYMER, veröffentlicht für seine Fahrgerüstreihe 8171 überhaupt keine Zeile „Arbeitshöhe", sondern Standhöhe, Reichhöhe und Gerüsthöhe – und seine Reichhöhe ist die Standhöhe plus 2,00 Meter. HYMER verwendet die Begriffe damit exakt so, wie die DGUV sie definiert.

Genau dort entsteht der Fall, an dem sich das ganze Problem ablesen lässt. Für die HYMER-Bestellnummer 817104 mit einer Standhöhe von 2,60 Metern führt ein Fachhändler in seiner Attributtabelle die Zeile „Arbeitshöhe max. ca. 4,1 m" – ein Wert, den HYMER nirgends druckt, und der rechnerisch genau der Standhöhe plus 1,50 Meter entspricht, also der DGUV-Definition, ohne dass sie genannt würde. Ein zweiter Händler verkauft dieselben Bestellnummern unter Optionsnamen von „bis 4.6 m Arbeitshöhe" bis „bis 13.6 m Arbeitshöhe" und etikettiert damit HYMERs Reichhöhe als Arbeitshöhe.

Für ein und dieselbe Maschine kursieren also drei Zahlen: 2,6 Meter beim Hersteller als Standhöhe, 4,1 Meter als Handelsattribut und 4,6 Meter als Reichhöhe beziehungsweise Arbeitshöhe des zweiten Händlers. Welche der fünf Baureihen sich sonst noch in Höhenbenennung, Lastklasse und Dokumentenlage unterscheiden, steht im Vergleich der fahrbaren Alu-Arbeitsgerüste.

Rückwärts rechnen: von der Decke zur Standhöhe

Praktisch beginnt die Auslegung nicht beim Gerüst, sondern an der Stelle, an der gearbeitet werden soll. MUNK schreibt diesen Ablauf in seinem eigenen Erklärtext hin: zuerst die Höhe messen, die erreicht werden muss, dann das Arbeitsmittel wählen. Gemessen wird bis zu dem Punkt, an dem die Hand ansetzt – Unterkante der Leuchte, Oberkante des Kabelkanals, Mitte des Fensterrahmens. Von diesem Maß wird der Zuschlag abgezogen, und das Ergebnis ist die nötige Standhöhe.

Erstes Beispiel, eine Deckenleuchte in 3,20 Metern Höhe. Nach der DGUV-Definition bleiben 3,20 minus 1,50 gleich 1,70 Meter Standhöhe. Nach der Herstellerkonvention sind es 3,20 minus 2,00 gleich 1,20 Meter. Am ZARGES Teletower, der fünf feste Plattformhöhen von 1,00, 1,25, 1,50, 1,75 und 2,00 Metern anbietet, führt die erste Rechnung auf die Raste 1,75 m, die zweite auf 1,25 m. Zwei Rasten Unterschied an einem Gerät, das man wegen dieser einen Zahl kauft.

Zweites Beispiel, eine erforderliche Höhe von 4,50 Metern. Nach der DGUV-Definition sind 3,00 Meter Standhöhe nötig, nach der Herstellerkonvention 2,50 Meter. Die KRAUSE-ProTec-XS-Reihe bietet Standhöhen von 0,90, 1,80, 2,80, 3,80 und weiter in Metersprüngen. Die erste Rechnung landet damit auf der Stufe mit 3,80 m Standhöhe, im Katalog etikettiert mit 5,80 m Arbeitshöhe und 127,0 kg Gewicht. Die zweite Rechnung landet auf der Stufe mit 2,80 m Standhöhe, etikettiert mit 4,80 m Arbeitshöhe und 111,0 kg.

Gemessen wird die Höhe, die die Hand erreichen muss – gewählt wird über die Standhöhe. Die Arbeitshöhe ist das Etikett dazwischen, und ihr Zuschlag gehört in die Rechnung geschrieben.

Der Unterschied zwischen beiden Ergebnissen ist eine vollständige Aufbaustufe: 16 Kilogramm mehr Gerüst, ein zusätzliches Rahmenteil und ein anderer Platzbedarf beim Verstauen. Er ist nicht dramatisch, aber er ist auch nicht beliebig – und er entsteht allein daraus, welchen Zuschlag man ansetzt. Wer beide Rechnungen nebeneinander notiert, sieht sofort, ob die Entscheidung überhaupt von der Zuschlagsfrage abhängt: Liegt das Ergebnis in beiden Fällen auf derselben Stufe, ist die Frage für diesen Kauf irrelevant.

Eine Einschränkung, die in der Praxis mehr Wirkung hat als die 50 Zentimeter: Beide Zuschläge unterstellen einen Menschen von durchschnittlicher Größe, der aufrecht steht und über Kopf arbeitet. Für eine Tätigkeit auf Brusthöhe, für die Arbeit mit einem schweren Werkzeug oder für eine Person deutlich unter oder über der Durchschnittsgröße stimmt keiner der beiden Werte. Der Zuschlag ist eine Konvention für den Katalog, kein Maß am Menschen – und deshalb bleibt das gemessene Zielmaß der belastbare Teil der Rechnung.

12 Meter innen, 8 Meter außen – und der Wind

Zwei Zahlen begegnen jedem, der sich mit Fahrgerüsten befasst: 12 Meter in geschlossenen Räumen, 8 Meter im Freien. Sie stehen in drei unabhängigen Quellen, sie stimmen in allen dreien überein – und in keiner einzigen davon heißen sie Arbeitshöhe. Die BG BAU formuliert im Baustein B 112, die Belaghöhe richte sich nach der Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers und dürfe in Gebäuden maximal 12,00 Meter und außerhalb von Gebäuden maximal 8,00 Meter betragen.

Die Aufbau- und Verwendungsanleitung von KRAUSE zur Reihe ProTec XS sagt dasselbe mit einem anderen Wort: Die maximale Standhöhe betrage 12,00 Meter in allseits geschlossenen Räumen und 8,00 Meter im Freien. Altrex schreibt in seinem Handbuch zur RS-TOWER-4-Familie maximale Plattformhöhe im Freien 8 Meter und in geschlossenen Räumen 12 Meter. Drei Dokumente, drei Wörter für dieselbe Fläche – Belaghöhe, Standhöhe, Plattformhöhe – und dieselben beiden Zahlen.

Keine Quelle nennt diese Grenze als Arbeitshöhe

Wer die beworbene Arbeitshöhe direkt gegen die 8 Meter hält, vergleicht zwei verschiedene Größen. Umgerechnet liegt die Außengrenze bei rund 10 Metern Arbeitshöhe nach der Herstellerkonvention und bei 9,50 Metern nach der DGUV-Definition. MUNK zeigt die Grenze am eigenen Programm: Die Stufe mit 7,74 m Plattformhöhe, im Katalog als 9,74 m Arbeitshöhe geführt, ist die letzte, die im Freien zulässig ist. Die nächste Stufe mit 8,58 m Plattformhöhe trägt in der Tabelle für den Außenbereich den Eintrag „nicht zulässig".

Weil die beiden Zuschläge unterschiedlich sind, ergibt die Umrechnung derselben Grenze zwei verschiedene Zahlen. Das ist der zweite Grund, warum sie in keinem Regelwerk als Arbeitshöhe steht: Eine Grenze, die je nach Konvention 9,50 oder 10,00 Meter lautet, wäre als Vorschrift unbrauchbar. Wie unübersichtlich das im Handel wird, zeigt Altrex, der auf der Produktseite dieselben Grenzen selbst in Arbeitshöhen umrechnet und dort 10,20 Meter im Außenbereich und 14,2 Meter im Innenbereich nennt. Beide Zahlenpaare beschreiben dasselbe Gerät und dieselbe Grenze.

Die zweite Betriebsgrenze ist der Wind, und sie ist die einzige, die sich während der Arbeit ändert. KRAUSE begrenzt den Einsatz auf Windstärke 6, rund 45 Kilometer pro Stunde, und nennt in der Anleitung ein Erkennungsmerkmal ohne Messgerät: eine spürbare Hemmung beim Gehen. Vor Überschreiten dieser Grenze ist das Gerüst abzubauen oder in einen windgeschützten Bereich zu verfahren und dort gegen Kippen zu sichern. Altrex nennt für seine Reihe 12,7 Meter pro Sekunde bei maximal 6 Beaufort, der ZARGES Teletower ist in seiner Gebrauchsanweisung auf 27 Kilometer pro Stunde begrenzt.

Zwei Zusätze aus derselben KRAUSE-Anleitung gehören in jede Außenplanung. Erstens: Das Anbringen von Planen oder Netzen am Fahrgerüst ist verboten – jede Fläche, die den Wind auffängt, erhöht die Kippkraft. Zweitens: Zu den zu beachtenden Gefahren zählen erhöhte Windlasten durch einen Tunneleffekt bei offenen Gebäuden oder an Gebäudeecken. Der Baustein B 112 ergänzt die Regel für die Zeit ohne Aufsicht: Bei aufkommendem Sturm und nach Beendigung der Arbeiten sind fahrbare Arbeitsbühnen gegen Umsturz zu sichern.

Die Lastklasse in Kilogramm umrechnen

Neben der Höhe steht im Datenblatt eine Lastklasse, meist als nackte Ziffer. Was sie bedeutet, steht dort selten. Die DGUV Information 201-011 gibt die Einteilung in Abschnitt 6.1 wieder und weist sie als Wiedergabe der Tabellen 1 bis 3 der DIN EN 12811-1 aus. Die Norm selbst steht hinter einer Bezahlschranke und wird hier nur benannt; die Zahlen sind über die DGUV-Information frei belegbar.

Verkehrslasten auf Gerüstlagen nach Lastklasse, wiedergegeben in DGUV Information 201-011, Abschnitt 6.1
LastklasseGleichmäßig verteilte LastEntspricht rundWofür die Klasse gedacht ist
10,75 kN/m²75 kg/m²Niedrigste Klasse der Tabelle; im geprüften Fahrgerüstfeld nicht vertreten
21,5 kN/m²150 kg/m²Arbeiten, die kein Lagern von Baustoffen und Bauteilen erfordern
32,0 kN/m²200 kg/m²Arbeiten, bei denen Personen und Material zusammen unter 2,0 kN/m² bleiben
43,0 kN/m², Teilfläche 5,0 kN/m²300 kg/m²Ab hier dürfen Baustoffe und Bauteile auf dem Belag abgesetzt oder gelagert werden
54,5 kN/m², Teilfläche 7,5 kN/m²450 kg/m²Zusätzlich mit Teilflächenlast belegt; im geprüften Fahrgerüstfeld nicht vertreten
66,0 kN/m², Teilfläche 10,0 kN/m²600 kg/m²Höchste Klasse der Tabelle; im geprüften Fahrgerüstfeld nicht vertreten

Ein Geltungshinweis vorweg, damit die Tabelle nicht überdehnt wird: Die DGUV Information 201-011 gilt für Arbeitsgerüste und nimmt fahrbare Arbeitsbühnen aus. Die Klassen sind trotzdem übertragbar, und zwar nicht per Analogie, sondern weil die Hersteller ihre Fahrgerüste selbst so einordnen. KRAUSE weist die Reihe ProTec XS in der eigenen Anleitung als Lastklasse 3 mit 200 kg pro Quadratmeter Belagbühnenfläche aus, MUNK sein Rollgerüst als Lastklasse 3 nach DIN EN 1004-1 mit 2,0 kN/m². Das sind dieselben Werte.

1 kNLast, die je Person auf der Bühne anzusetzen ist

Das entspricht 100 Kilogramm, unabhängig davon, was die Person tatsächlich wiegt. Zwei Personen sind damit 2,0 kN, bevor auch nur ein Werkzeug auf der Bühne liegt – und genau das ist der Grund, warum die Flächenlast bei kleinen Belagbühnen so schnell aufgebraucht ist.Quelle: DGUV Information 201-011 (Januar 2023), Abschnitt 6.1.2

Die DGUV rechnet den Weg in Abschnitt 6.1.2 selbst vor. Ihr Beispiel: Ständerabstand 2,50 Meter, Belagbreite 0,60 Meter, daraus eine Belagfläche von 1,50 Quadratmetern. Multipliziert mit 2,00 kN/m² ergibt das eine zulässige Belastung von 3,00 kN. Dagegen gestellt wird die vorgesehene Belastung: eine Person mit 1,00 kN, ein Mörtelkübel mit 80 Litern Inhalt mit 1,17 kN und Werkzeug mit 0,10 kN, zusammen 2,27 kN. Die Kontrolle lautet 3,00 kN größer als 2,27 kN, also zulässig.

Dasselbe Verfahren auf zwei Fahrgerüste des Vergleichsfeldes angewandt. Das KRAUSE-Faltgerüst mit einer Belagbühne von 2,00 × 0,60 Metern hat 1,20 Quadratmeter Fläche; bei 2,0 kN/m² sind das 2,40 kN, also rund 240 Kilogramm. Zwei Personen mit zusammen 2,00 kN und Werkzeug mit 0,10 kN ergeben 2,10 kN und bleiben darunter. Kommt derselbe Mörtelkübel aus dem DGUV-Beispiel dazu, sind es 3,27 kN – deutlich über der zulässigen Belastung. Das MUNK-Rollgerüst mit 2,45 × 0,75 Metern hat 1,84 Quadratmeter und damit 3,68 kN zur Verfügung; dieselbe Beladung aus zwei Personen, Kübel und Werkzeug bleibt dort zulässig.

Zwei Nebenbedingungen aus derselben Quelle runden die Rechnung ab. Für die Belastung durch Personen ist der Nachweis der Teilflächenlast nicht erforderlich – das vereinfacht den häufigsten Fall erheblich. Werden Lasten dagegen mit Hebezeugen auf das Gerüst abgesetzt, sind sie mit dem Faktor 1,2 zu multiplizieren; für fahrbare Arbeitsbühnen ist das Anbringen von Hebezeugen nach dem Baustein B 112 ohnehin verboten, solange die Aufbau- und Verwendungsanleitung es nicht ausdrücklich zulässt.

Eine Gegenprobe zeigt die Grenze des Verfahrens. Der ZARGES Teletower trägt im Datenblatt die Gerüstklasse 2, seine Plattform misst 1,40 × 0,60 Meter, also 0,84 Quadratmeter. Über die Tabelle gerechnet wären das 1,26 kN, rund 126 Kilogramm. Die Gebrauchsanweisung des Herstellers nennt dagegen eine maximale Tragfähigkeit von 150 Kilogramm. Beide Zahlen stehen in Herstellerdokumenten, und die verbindliche ist die aus der Anleitung. Die DGUV formuliert genau das als Zuständigkeitsregel: Die zulässigen Belastungen der jeweiligen Gerüstsysteme regeln die Aufbau- und Verwendungsanleitungen der Hersteller.

Ballast: der Posten, der mit der Höhe wächst

Standsicherheit entsteht bei einem freistehenden Gerüst über die Aufstandsfläche und über Gewicht. Der Baustein B 112 nennt beide Wege in einem Satz und in dieser Reihenfolge: Ausleger zur Verbreiterung der Standfläche beziehungsweise Ballastierung entsprechend Standhöhe nach Aufbau- und Verwendungsanleitung montieren. Zwei Dinge stecken darin. Ausleger und Ballast sind Alternativen, keine Ergänzungen. Und die Bemessungsgröße ist die Standhöhe – wieder nicht die Arbeitshöhe.

Wer nach einer Formel sucht, findet keine. Die Aufbau- und Verwendungsanleitung von KRAUSE legt auf zwei Seiten grafische Matrizen vor: Zeilen sind Standhöhen von 3,80 bis 11,80 Meter, Spalten sind vier Eckpositionen je Aufbauvariante, und die Zellen enthalten Stückzahlen von Ballastgewichten. Ein einzelnes Gewicht wiegt laut Teileliste 10,0 Kilogramm. Einen Rechenweg gibt es in dieser Anleitung nicht, nur die Tabelle – und wer stattdessen eine allgemeine Regel aufstellt, stellt eine Standsicherheitsberechnung auf.

38-fachSpreizung des Ballastbedarfs bei gleicher Aufstellart im Freien

Altrex kommt bei 5,20 m Plattformhöhe, im Katalog 7,20 m Arbeitshöhe, mit zwei Gewichten zu je 5 Kilogramm aus. MUNK verlangt bei 7,74 m Plattformhöhe, im Katalog 9,74 m Arbeitshöhe, 380 Kilogramm. Kein Händlerfilter zeigt diese Zahl, und in keinem der beiden Fälle ist der Ballast Teil des beworbenen Höhenwerts.Quelle: Altrex, Aufbau- und Verwendungsanleitung RS TOWER 4, Anhang T10 · MUNK, Produktseite und Aufbauanleitung zu Artikel 155744

Die vollständigen Herstellerangaben machen die Spannweite noch deutlicher. HYMER veröffentlicht für seine Bestellnummer mit 3,60 Metern Standhöhe vier Werte: innen mittig 0 Kilogramm, innen an der Wand 20 Kilogramm, außen mittig 0 Kilogramm, außen an der Wand 40 Kilogramm – und dazu die Fußnote, dass bei Verwendung von zwei Halterohren zur Druckabstützung keine Ballastierung erforderlich ist. Altrex nennt für 5,20 Meter Plattformhöhe innen 0 Kilogramm und außen zweimal 5 Kilogramm. MUNK nennt für seine Stufe innen mittig und innen seitlich jeweils 0 Kilogramm, außen mittig 380 und außen seitlich 100 Kilogramm.

Für die Anschaffung ist das der Posten, der am häufigsten übersehen wird. Bei KRAUSE steht im Datenblatt ausdrücklich, dass je nach Aufbauvariante Ballastgewichte verwendet werden müssen und dass sie Zubehör sind – sie liegen der Lieferung also nicht bei. 380 Kilogramm entsprechen 38 Gewichten zu je 10 Kilogramm, die zum Aufstellort gebracht, symmetrisch verteilt und bei jedem Standortwechsel neu angeordnet werden müssen. MUNK schreibt die Anordnung in der Anleitung vor: symmetrisch, am Ausleger, an den Horizontalstreben oder an den Riffelrohren.

Beim Material ist die Vorgabe eindeutig und schließt die beiden naheliegenden Behelfe aus. Der Baustein B 112 verlangt feste Baustoffe, zum Beispiel Stahl oder Beton, jedoch keine flüssigen oder körnigen Baustoffe. Der Wasserkanister und der Sandsack fallen damit heraus. Warum, erklärt die DGUV Information 201-011 an anderer Stelle: Wo ein Standsicherheitsnachweis eine Ballastierung mit flüssigen oder körnigen Baustoffen vorsieht, sind Angaben zur Position und zum Verhindern von Auslaufen, Schwappen und ungewollter Lastverschiebung zu machen.

Der Ballast ist außerdem der Punkt, an dem sich Auslegung und laufender Betrieb berühren. Der Baustein B 112 verlangt vor Arbeitsaufnahme eine Inaugenscheinnahme durch eine fachkundige Person, und zwar ausdrücklich mit Blick auf Seitenschutz und Ballastierung. Wer also beim Kauf am Ballast spart, spart an einem Punkt, der bei jeder Kontrolle auffällt. Welche Prüfungen für ein Fahrgerüst tatsächlich vorgeschrieben sind und wer sie durchführen darf, klärt der Ratgeber zu den Prüfpflichten am Fahrgerüst.

Raumhöhe über der Plattform: die Angabe, die es nicht gibt

Eine Frage stellt sich bei jeder Innenraumplanung, und sie hat keine belegbare Antwort: Wie viel lichte Höhe muss über der obersten Plattform frei bleiben? Geprüft wurden dafür die Verlagsseiten zu den beiden Teilen der EN 1004, die vollständigen Aufbau- und Verwendungsanleitungen von KRAUSE und MUNK, der Baustein B 112 der BG BAU, die DGUV Information 201-011 und die Normseite von ZARGES. Keines dieser Dokumente nennt eine erforderliche Raumhöhe, lichte Höhe, Deckenhöhe oder Kopffreiheit über der obersten Plattform einer fahrbaren Arbeitsbühne. Die Volltextsuche nach diesen Begriffen in beiden Herstelleranleitungen liefert null Treffer.

Es gibt einen Wert, der in der Nähe liegt und trotzdem nicht passt. Die DGUV Information 201-011 nennt für Arbeitsgerüste eine lichte Höhe zwischen zwei Gerüstlagen von mindestens 1,90 Metern. Das ist der Abstand zwischen zwei Ebenen des Gerüsts und nicht der Abstand zur Raumdecke – und dieselbe Schrift gilt für fahrbare Arbeitsbühnen ausdrücklich nicht. Wer diese Zahl als Deckenabstand zitiert, zitiert eine Angabe über ein anderes Bauteil aus einem Regelwerk, das für den fraglichen Gegenstand nicht einschlägig ist.

Die praktisch brauchbare Antwort steht dagegen in jedem Datenblatt und heißt Gerüsthöhe. Sie ist ein gemessenes Maß, sie umfasst den Seitenschutz, und sie ist die Zahl, die in den Raum passen muss. Vier der fünf untersuchten Hersteller veröffentlichen sie als eigene Zeile neben der Standhöhe.

Gerüsthöhe gegen Standhöhe: der Zuschlag, den die Konstruktion über der Standfläche braucht
ModellStand- oder PlattformhöheGerüsthöheZuschlag über der Standfläche
KRAUSE MONTO ProTec XS, Artikel 9421040,90 m1,80 m0,90 m
ZARGES Teletower, Bestell-Nr. 403872,00 m3,00 m1,00 m
HYMER 8171, Bestell-Nr. 8171053,60 m4,82 m1,22 m
MUNK Rollgerüst SG, Artikel 1557447,74 m9,01 m1,27 m

Der niedrigste Wert der Tabelle fällt aus der Reihe, und das ist nachvollziehbar: Die Standhöhe von 0,90 Metern liegt unter der Absturzhöhe von 1,0 Meter, ab der nach dem Baustein B 112 eine Gefährdung durch Absturz vorliegt. Bei den drei höheren Geräten liegt der Zuschlag zwischen 1,00 und 1,27 Metern und damit in demselben Bereich, in den auch die Herleitung über die Mindesthöhe der Umwehrung führt. Für die Planung heißt das: Gerüsthöhe aus dem Datenblatt gegen die lichte Raumhöhe halten, gemessen bis zur Unterkante von Trägern, Leuchten und Torschienen.

Zwei weitere Maße gehören in dieselbe Prüfung, weil sie im Filter ebenfalls fehlen. Das Transportmaß entscheidet, ob das Gerät überhaupt an den Einsatzort kommt: Der ZARGES Teletower misst zusammengelegt 830 × 410 × 1.200 Millimeter und ist im Datenblatt als türengängig ausgewiesen, das MUNK-Rollgerüst kommt auf ein Transportmaß von 2.850 × 800 × 1.250 Millimeter. Und die Aufstellfläche entscheidet, ob es dort stehen kann: Das KRAUSE-Faltgerüst braucht 0,85 × 2,15 Meter Grundfläche, das MUNK-Rollgerüst mit Fahrbalken 2,61 × 2,81 Meter, und Altrex weist für sein Gerät eine benötigte Bodenfläche von 3,97 × 4,81 Metern aus.

Belagabstand, unterste Bühne und der Zugang

Zwischen der Standfläche und dem Boden liegt bei jedem höheren Gerüst mehr als Luft. Die Aufbau- und Verwendungsanleitung von KRAUSE führt im Piktogrammteil einen maximalen Abstand von 2,25 Metern zwischen den Belagflächen auf. Derselbe Wert steht im Fachbeitrag des Herstellers zur überarbeiteten Produktnorm, dort mit dem Zusatz, dass KRAUSE ihn im eigenen System auf 2,00 Meter reduziert. Zwei unabhängige Dokumente desselben Herstellers, derselbe Grenzwert.

Ein zweiter Wert stammt nur aus diesem Fachbeitrag und wird deshalb ausdrücklich als Herstellerangabe geführt, nicht als Normzitat: Die unterste Belagbühne darf in einer maximalen Höhe von 3,40 Metern montiert werden. Beide Zahlen wirken auf die Auslegung indirekt, aber spürbar – sie bestimmen, wie viele Zwischenebenen ein Aufbau braucht, und damit Bauteilzahl, Gewicht und Aufbauzeit, ohne dass sich die beworbene Arbeitshöhe ändert.

Die Produktnorm DIN EN 1004-1 in der Ausgabe von Februar 2021 wird hier nur benannt: Sie trägt den Titel „Fahrbare Arbeitsbühnen aus vorgefertigten Bauteilen", umfasst 43 Seiten und ersetzt die Fassung von 2005. Ihre Änderungsliste steht frei auf der Verlagsseite, und aus ihr geht hervor, dass die maximalen Abstände zwischen Belagflächen neu festgelegt wurden und dass für fahrbare Arbeitsbühnen mit einer Arbeitsplattform von weniger als 2,0 Metern Höhe eigene Anforderungen an die Zugänge aufgenommen wurden. Die konkreten Zahlen stehen im kostenpflichtigen Normtext und werden hier nicht aus ihm zitiert.

Wie man nach oben kommt, regelt dagegen der frei zugängliche Baustein B 112 sehr deutlich. Es müssen konstruktiv festgelegte Innenaufstiege vorhanden sein, und diese sollten vorzugsweise als Treppen ausgebildet werden; Treppen sind gegenüber Leitern zu bevorzugen. Dazu kommen zwei harte Verbote aus demselben Dokument: Der Aufenthalt von Personen auf fahrbaren Arbeitsbühnen während des Verfahrens ist nicht zulässig, und es dürfen nur Bauteile eines Herstellers verwendet werden.

Für die Auslegung ergibt sich daraus ein Punkt, der in keiner Höhenzahl auftaucht: Ein Aufbau, der die Standhöhe über mehrere Ebenen erreicht, ist nicht dasselbe Gerät wie einer, der sie in einem Zug erreicht. Er braucht mehr Bauteile, mehr Aufbauzeit und mehr Personen – KRAUSE verlangt ab 6 Metern Standhöhe für je 2 Meter zusätzlicher Höhe eine weitere Person beim Aufbau. Diese Angaben stehen in der Aufbau- und Verwendungsanleitung, nicht im Shop-Filter.

Warum auch das niedrige Gerüst unter die Norm fällt

Bis 2021 begann die Produktnorm für fahrbare Arbeitsbühnen erst bei 2,50 Metern. Alles darunter war normfrei. Das hat sich mit der Neufassung geändert, und die Änderung steht frei zugänglich in der Änderungsliste auf der Verlagsseite: In den Anwendungsbereich wurden fahrbare Arbeitsbühnen der Höhe 0 bis 2,5 Meter aufgenommen. Derselbe Punkt der Liste nennt außerdem eine Änderung der Spezifikationen für den Ballast und einen neuen informativen Anhang zur Abminderung der Windkraft auf hintereinanderliegende gleiche Baukörper.

Zwei Hersteller bestätigen die Ausweitung mit eigenen Worten. ZARGES schreibt auf seiner Informationsseite zur Norm, sie betreffe jetzt auch Fahrgerüste ab einer Plattformhöhe von null Meter Standhöhe, nicht mehr wie früher ab 2,5 Meter, und selbst wenn eine fahrbare Arbeitsbühne mit Plattform in Bodenhöhe benutzt werde, müssten alle Vorschriften der Norm berücksichtigt werden. KRAUSE formuliert dasselbe in seinem Fachbeitrag: Was bisher erst ab einer Standhöhe von 2,50 Metern galt, gelte jetzt für alle Produkte dieser Kategorie.

Die praktische Folge spricht nur ZARGES aus, und sie betrifft genau den Bereich, in dem die meisten Werkstattkäufe stattfinden: Die erhöhten Anforderungen an die Statik gelten auch für die kleineren Gerüste unter 2 Metern Plattformhöhe, so dass diese bereits früher mit Auslegern beziehungsweise mit einer höheren Ballastierung ausgestattet werden müssen als bisher. Ein niedriges Gerüst ist seither also nicht automatisch das einfachere.

Am Produktfeld lässt sich das ablesen. Das kleinste Gerät des Vergleichs, ein KRAUSE-Faltgerüst mit 0,90 Metern Standhöhe, trägt eine Aufbau- und Verwendungsanleitung nach DIN EN 1004-1 und DIN EN 1004-2 sowie die Kennzeichnung nach EN 1298. Es ist damit normseitig dasselbe Arbeitsmittel wie ein zehn Meter hoher Aufbau, nur in der niedrigsten Stufe derselben Reihe – und es unterliegt denselben Regeln für Ballast, Seitenschutz und Zugang.

Kurz gefasst

Die Höhe entscheidet nicht darüber, ob die Regeln gelten, sondern nur darüber, wie viel Ballast und wie viele Bauteile sie kosten. Wer ein niedriges Fahrgerüst kauft, weil es „nur" zwei Meter hoch ist, kauft dasselbe Regelwerk in kleinerer Ausführung.

Die Auslegung in sieben Schritten

Aus allen bisherigen Abschnitten lässt sich eine Reihenfolge bilden, die ohne Rückgriff auf die beworbene Arbeitshöhe auskommt. Sie braucht einen Zollstock, das Datenblatt des Geräts und die Aufbau- und Verwendungsanleitung – letztere stellen KRAUSE, MUNK, Altrex und ZARGES ohne Login als PDF bereit.

  1. Zielhöhe messen: bis zu dem Punkt, an dem die Hand arbeitet. Nicht bis zur Decke, nicht bis zur Oberkante des Bauteils, sondern bis zur Ansatzstelle der Tätigkeit.
  2. Zuschlag festlegen und notieren: 1,50 Meter nach der DGUV-Definition oder 2,00 Meter nach der Herstellerkonvention. Wer über Kopf und über längere Zeit arbeitet, fährt mit dem kleineren Zuschlag besser, weil er auf eine größere Standhöhe führt.
  3. Standhöhe bilden und aufrunden: Zielhöhe minus Zuschlag, dann auf die nächste angebotene Aufbaustufe nach oben. Zwischenwerte gibt es nicht, und keiner der geprüften Hersteller bietet eine stufenlose Verstellung über den ganzen Bereich an.
  4. Einsatzort prüfen: in Gebäuden bis 12,00 Meter, im Freien bis 8,00 Meter Belaghöhe. Bei Außeneinsatz zusätzlich die Windgrenze des Herstellers notieren und die Tabelle daraufhin lesen, ob die gewählte Stufe außen überhaupt zulässig ist.
  5. Belastung rechnen: Belagfläche in Quadratmetern mal Flächenlast der Lastklasse. Jede Person mit 1 kN ansetzen, Werkzeug und Material dazuzählen, Ergebnis gegen die zulässige Belastung halten. Wo der Hersteller eine Gesamtlast in Kilogramm nennt, gilt sie vorrangig.
  6. Ballastbedarf ablesen: in der Tabelle des Herstellers, für genau diese Aufbauhöhe und genau diese Aufstellart. Prüfen, ob die Gewichte im Lieferumfang enthalten sind – bei mindestens einem Hersteller sind sie ausdrücklich Zubehör.
  7. Platz prüfen: Gerüsthöhe gegen die lichte Raumhöhe, Aufstellfläche gegen den freien Boden, Transportmaß gegen Tür und Treppenhaus. Erst wenn alle drei passen, ist das Gerät das richtige.

Der erste dieser Schritte setzt allerdings eine Entscheidung voraus, die vor der Auslegung liegt: ob für die Tätigkeit überhaupt ein Fahrgerüst das richtige Arbeitsmittel ist. Höhe, Dauer der Tätigkeit und körperliche Belastung entscheiden gemeinsam darüber, ob eine Leiter noch zulässig ist oder eine Standfläche mit Seitenschutz nötig wird. Diese Vorentscheidung behandelt der Ratgeber Leiter, Podest oder Gerüst.

Was im Datenblatt stehen muss

Die Recherche über fünf Hersteller hat nebenbei gezeigt, welche Angaben zuverlässig vorhanden sind und welche fehlen. Vorhanden sind bei allen fünf die Stand- oder Plattformhöhe, das Belagmaß, das Gewicht und die Lastklasse. Bei vier von fünf steht auch die Gerüsthöhe da. Das ist die Grundlage, mit der sich rechnen lässt.

Die auffälligste Lücke betrifft die zulässige Gesamtlast des Gerüsts: Drei der fünf Hersteller veröffentlichen sie nicht – und zwei davon verlangen in ihrer eigenen Anleitung ausdrücklich, dass genau dieser Wert auf dem Gerüstschild steht. Nur ZARGES mit 150 Kilogramm und Altrex mit 250 Kilogramm je Plattform und 750 Kilogramm für das gesamte Gerüst beziffern sie. Wer diese Zahl braucht, muss sie über die Flächenlast rechnen und weiß dann, dass das Ergebnis eine Näherung ist.

Zwei weitere Lücken sind systematisch. Die Aluminiumlegierung und den Profilquerschnitt nennt kein einziger der fünf Hersteller; MUNK gibt immerhin die Profilform als Rundrohr an. Und eine Aufbauzeit in Minuten veröffentlicht nur ZARGES mit rund sieben Minuten für eine Person – KRAUSE nennt stattdessen eine relative Angabe, die ohne Bezugswert nichts aussagt.

Am wichtigsten für die Kaufentscheidung ist aber eine Unterscheidung, die man im Shop nicht sieht: Händlerattribute sind keine Herstellerangaben. Der Fall mit den drei Höhenzahlen für dieselbe HYMER-Bestellnummer ist dafür das Musterbeispiel – die Zahl 4,1 Meter existiert in keinem Herstellerdokument. Wer eine Angabe prüfen will, geht deshalb über die Artikel- oder Bestellnummer auf die Herstellertabelle und vergleicht dort.

Welche Bauformen für welche Arbeit überhaupt infrage kommen, welche Norm für welche gilt und woran die Auswahl außerdem hängt, führt der Überblick zu Montagebühnen zusammen. Er ordnet Fahrgerüst, Podestleiter und Arbeitspodest nebeneinander ein – auch das ist eine Entscheidung, die der Höhenrechnung vorausgeht.

Symptome, Ursachen, Lösungen

Die meisten Beanstandungen an einem frisch aufgebauten Fahrgerüst beschreiben keinen Mangel am Gerät, sondern eine Auslegung, die mit der falschen Bezugsgröße gerechnet hat. Die folgende Zuordnung führt die typischen Beobachtungen auf die Ursachen zurück, die sich aus den ausgewerteten Regelwerken und Herstellerdokumenten ableiten lassen.

Typische Beobachtungen bei der Höhenauslegung und ihre Ursachen
SymptomWahrscheinliche UrsacheLösung
Das Gerüst steht, aber die Arbeitsstelle ist nur mit gestrecktem Arm erreichbarMit dem Zuschlag von 2,00 m gerechnet, gearbeitet wird aber in der Haltung, die die DGUV mit 1,50 m ansetztStandhöhe neu bilden mit Zielhöhe minus 1,50 m und auf die nächste Aufbaustufe aufrunden
Drei Anbieter nennen für dieselbe Bestellnummer drei verschiedene HöhenStandhöhe, Handelsattribut und Reichhöhe stehen nebeneinander, alle drei mit dem Etikett Arbeitshöhe versehenÜber die Bestellnummer auf die Herstellertabelle gehen und ausschließlich Stand- oder Plattformhöhe vergleichen
Der gewählte Aufbau ist im Freien laut Herstellertabelle nicht zulässigDie Grenze von 8,00 m als Arbeitshöhe gelesen; sie bezieht sich auf die Belag- beziehungsweise StandhöheBeworbene Höhe um den Zuschlag verringern und die verbleibende Belaghöhe gegen 8,00 m halten
Das Gerüst passt rechnerisch in den Raum, stößt beim Aufbau aber an die DeckeMit der Standhöhe geplant statt mit der Gerüsthöhe; der Seitenschutz steht 0,90 bis 1,27 m darüberGerüsthöhe aus dem Datenblatt gegen die lichte Höhe bis zur Unterkante von Trägern und Leuchten halten
Die Bühne ist mit zwei Personen und Material rechnerisch überlastetJede Person zählt mit 1 kN, also 100 kg; bei kleiner Belagfläche ist die Flächenlast damit fast aufgebrauchtMaterial portionsweise nachreichen oder ein Gerät mit größerer Belagfläche wählen; Herstellerangabe zur Gesamtlast geht vor
Die Ballastgewichte fehlen bei der LieferungBallast ist bei mindestens einem Hersteller ausdrücklich Zubehör und nicht Teil des LieferumfangsBedarf vor der Bestellung aus der Ballasttabelle für die geplante Aufstellart ablesen und mitbestellen
Wasserkanister oder Sandsäcke sollen als Ballast dienenFlüssige und körnige Baustoffe sind als Ballast für fahrbare Arbeitsbühnen ausgeschlossenFeste Baustoffe verwenden, zum Beispiel Stahl oder Beton, und symmetrisch nach Herstellervorgabe anordnen
Das Gerüst wird im Freien bei zunehmendem Wind unruhigWindgrenze erreicht; je nach Hersteller liegt sie zwischen 27 und rund 45 km/hAbbauen oder in einen windgeschützten Bereich verfahren und gegen Kippen sichern; keine Planen oder Netze anbringen

Auffällig ist, wie oft dieselbe Ursache auftaucht: Eine gerechnete Zahl wurde gegen eine gemessene gehalten. Das gilt für die Zielhöhe, für die Betriebsgrenze und für die Raumhöhe gleichermaßen. Wer sich angewöhnt, in der eigenen Rechnung ausschließlich mit Standhöhe, Gerüsthöhe und Belagfläche zu arbeiten und die Arbeitshöhe nur noch als Suchbegriff im Shop zu verwenden, macht diesen Fehler nicht mehr – und erkennt zugleich, welche der drei Zahlen auf einer Händlerseite überhaupt vom Hersteller stammt.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Arbeitshöhe eines Fahrgerüsts?
Zur Standhöhe wird ein Zuschlag addiert – und der ist nicht einheitlich. Die DGUV Information 208-016 definiert Arbeitshöhe als Standhöhe plus 1,50 m und nennt Standhöhe plus 2,00 m ausdrücklich Reichhöhe. Vier der fünf untersuchten Hersteller rechnen dagegen mit 2,00 m. Wer rückwärts rechnet, zieht den gewählten Zuschlag von der benötigten Höhe ab und rundet auf die nächste Aufbaustufe auf.
Ist die Arbeitshöhe dasselbe wie die Plattformhöhe?
Nein. Plattform- oder Standhöhe ist die gemessene Höhe der Belagfläche über dem Boden, auf der man steht. Die Arbeitshöhe ist ein Rechenergebnis aus dieser Höhe plus einem Zuschlag für den stehenden Menschen. Vergleichen lassen sich zwei Geräte deshalb nur über die Stand- oder Plattformhöhe.
Gilt die Grenze von 12 Metern innen für die Arbeitshöhe?
Nein. Der Baustein B 112 der BG BAU bezieht die 12,00 m in Gebäuden und 8,00 m außerhalb auf die Belaghöhe, die KRAUSE-Aufbauanleitung auf die Standhöhe und das Altrex-Handbuch auf die Plattformhöhe. Keine Quelle nennt sie als Arbeitshöhe. Umgerechnet entspricht die Außengrenze rund 10,00 m Arbeitshöhe nach der Herstellerkonvention.
Was bedeutet Lastklasse 3 in Kilogramm?
Lastklasse 3 steht für eine gleichmäßig verteilte Verkehrslast von 2,0 kN/m², also rund 200 kg je Quadratmeter Belagfläche. Multipliziert mit der Belagfläche ergibt das die zulässige Belastung: bei einer Bühne von 2,00 × 0,60 m sind es 1,20 m² und damit 2,40 kN. Jede Person ist dabei nach DGUV Information 201-011 mit 1 kN, also 100 kg, anzusetzen.
Wie viel Ballast braucht ein Fahrgerüst?
Das steht ausschließlich in der Tabelle des Herstellers, getrennt nach Aufbauhöhe, Innen- oder Außeneinsatz und mittigem oder wandnahem Aufbau. Eine allgemeine Formel gibt es nicht. Die Spannweite ist erheblich: Im geprüften Feld reichen bei Außenaufstellung zweimal 5 kg, an anderer Stelle werden 380 kg verlangt. Zulässig sind nur feste Baustoffe wie Stahl oder Beton.
Welche Raumhöhe braucht ein Fahrgerüst im Innenbereich?
Eine Vorgabe dafür existiert in den geprüften Regelwerken und Herstelleranleitungen nicht. Maßgeblich ist stattdessen die Gerüsthöhe aus dem Datenblatt, denn sie enthält den Seitenschutz über der Standfläche. Bei den Herstellern, die beide Werte veröffentlichen, liegt sie 0,90 bis 1,27 m über der Standhöhe.
Warum nennen Händler für dasselbe Gerüst verschiedene Arbeitshöhen?
Weil die Zahl gerechnet und nicht gemessen ist. Für eine HYMER-Bestellnummer mit 2,60 m Standhöhe führt ein Händler eine Arbeitshöhe von 4,1 m, ein zweiter verkauft dieselbe Nummer als 4,6 m Arbeitshöhe – das ist HYMERs Reichhöhe. HYMER selbst veröffentlicht für diese Reihe überhaupt keine Arbeitshöhe. Belastbar ist nur der Abgleich über die Bestellnummer in der Herstellertabelle.

Änderungen an dieser Seite

Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung des Ratgebers: Arbeitshöhe gegen Stand-, Gerüst- und Reichhöhe abgegrenzt, DGUV-Definition (Standhöhe + 1,50 m) gegen die Herstellerfaustformel (+ 2,00 m) gestellt, Betriebsgrenzen 12,00 m und 8,00 m als Belaghöhe belegt, Lastklassen in Kilogramm umgerechnet. Eine Vorgabe zur erforderlichen Raumhöhe über der obersten Plattform war nicht auffindbar – geprüft wurden die Verlagsseiten zu DIN EN 1004-1 und DIN EN 1004-2, die Aufbau- und Verwendungsanleitungen von KRAUSE und MUNK, BG BAU Baustein B 112, DGUV Information 201-011 und die ZARGES-Normseite.

Verwendete Quellen

  1. [1]DGUV Information 208-016 „Die Verwendung von Leitern und Tritten“ (August 2022), Abschnitt 3.1.2 mit Abb. 53 und 54 – Arbeitshöhe = Standhöhe + 1,50 m, Reichhöhe = Standhöhe + 2,00 m · abgerufen 2026-07-28
  2. [2]DGUV Information 201-011 (Januar 2023), Abschnitt 6.1 und 6.1.2 – Lastklassentabelle nach DIN EN 12811-1, Ansatz von 1 kN je Person und Beispielrechnung zur Umrechnung der Flächenlast · abgerufen 2026-07-28
  3. [3]BG BAU, Baustein B 112 „Fahrbare Arbeitsbühnen“ (07/2021) – Belaghöhe maximal 12,00 m in Gebäuden und 8,00 m außerhalb, Ballast nur aus festen Baustoffen, Sicherung bei aufkommendem Sturm · abgerufen 2026-07-28
  4. [4]KRAUSE-Werk, Aufbau- und Verwendungsanleitung ProTec XS – maximale Standhöhe 12,00 m in geschlossenen Räumen und 8,00 m im Freien, Lastklasse 3 mit 200 kg/m², Belagabstand 2,25 m, Windstärke 6 · abgerufen 2026-07-28
  5. [5]MUNK Group, Erklärtext „Arbeitshöhe verstehen: Kenngrößen, Normen, sichere Auswahl“ auf der Rollgerüst-Produktseite – Faustformel Standhöhe + 2 m und Gleichsetzung von Arbeitshöhe und Reichhöhe · abgerufen 2026-07-28
  6. [6]ZARGES GmbH, Informationsseite „EN 1004“ – erweiterter Gültigkeitsbereich ab null Meter Standhöhe und Folge für Ausleger und Ballastierung kleiner Gerüste · abgerufen 2026-07-28