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Ratgeber · Lastenanhänger

Die Anhängerkupplung am Fahrrad und die Hinterachse

Schnellspanner, Mutterachse oder Steckachse: welche Kupplung an welches Rad passt, was bei 1,0, 1,5 und 1,75 mm Gewindesteigung gilt und wann nur die Sattelstütze bleibt.

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Der Anhänger ist ausgepackt, die Deichsel steckt, im Karton liegt ein Stahlteil mit einem Loch. Es soll zwischen Rahmen und Achsmutter. Am Hinterrad sitzt aber weder eine Mutter noch ein Schnellspannhebel, sondern ein dicker, hohler Bolzen, der in den Rahmen geschraubt ist.

Die Kupplung passt nicht. Und das Problem ist nicht der Anhänger.

Welche Kupplung an ein Fahrrad passt, entscheidet zuerst die Hinterachse, dann das Ausfallende des Rahmens, zuletzt die Frage, ob der Fahrradhersteller überhaupt einen Anhänger zulässt. Dieser Ratgeber geht die Fragen in dieser Reihenfolge durch, mit den Angaben von Burley, Croozer, Weber, Hamax und hebie, und endet mit einer Tabelle, die den Weg zusammenfasst.

Zuerst die Achse

Bei zweirädrigen Anhängern sitzt die Kupplung meist an der Hinterachse, links, zwischen Rahmen und Achse. Der ADFC beschreibt das als üblichen Weg: eine Kupplung am linken Ausfallende, die in fast allen Fällen mit Schnellspann- und mit Vollachsen funktioniere.

Burley schreibt, jeder seiner Anhänger komme mit einem grundlegenden Kupplungssystem, das für die meisten Fahrräder funktioniere; in einigen Fällen brauche es einen Adapter oder eine Steckachse. Welcher Fall vorliegt, klärt der Hersteller in vier Schritten.

Burley beginnt seinen Kupplungsratgeber deshalb mit der Frage nach dem Achstyp, Croozer seinen Kupplungsfinder ebenso: Wie ist das Hinterrad befestigt? Drei Antworten sind üblich.

  • Schnellspannachse: ein Hebel auf der einen Seite, eine Hutmutter auf der anderen. Burley nennt sie den häufigsten Achstyp.
  • Achse mit Mutter, auch Vollachse oder aufgeschraubte Achse: auf beiden Seiten eine Sechskantmutter.
  • Steckachse: dick und hohl, auf einer Seite direkt in den Rahmen geschraubt, auf der anderen mit Hebel oder Innensechskant.

Wer unsicher ist, soll laut Burley beim Hersteller des Fahrrads nachfragen. Manche Achsen sehen anders aus als diese drei Grundformen.

Wie verschieden die Lösungen je Achstyp ausfallen, zeigt das Kupplungssortiment von Croozer. Der Hersteller führt in seiner Kupplungsrubrik 30 Varianten für Steckachsen, 12 für Vollachsen, 3 für Schnellspanner und 2 Universalkupplungen, und schreibt in seinen Antworten auf häufige Fragen von über 80 Kupplungslösungen.

Die meisten Varianten braucht es also für die Steckachse. Croozer begründet das Sortiment selbst: Die Fahrradhersteller ließen sich ständig neue Ausfallenden einfallen, und man bemühe sich, auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Die Achse entscheidet nur über die Kupplung, nicht darüber, ob das Rad ziehen darf. Was ein Rad an Anhängelast verträgt, steht beim Fahrradhersteller; der Ratgeber zur Anhängelast am Fahrrad und der Zuladung des Anhängers trennt die beiden Zahlen.

Schnellspanner

Für die Schnellspannachse sind die meisten Standardkupplungen gebaut. Burley liefert eine Stahlkupplung mit, die bei Schnellspanner am Standard-Ausfallende ohne weiteres Teil passt. Croozer schreibt über seine Universalkupplung, sie passe an fast jedes Fahrrad.

Die Kupplung wird dabei zwischen Rahmen und Schnellspanner geklemmt. TRIXIE beschreibt das für seinen Hundeanhänger so: Bei Rädern mit Schnellspannern wird die Gewindestange ganz herausgezogen, damit die Kupplung aufgesetzt werden kann.

Was die Klemmung verändert, ist die Breite. Die Kupplung liegt zusätzlich im Ausfallende, und der Schnellspanner muss diese Breite überbrücken. Weber schreibt bei seinen Adaptereinsätzen für Schnellspannachsen, oft werde ein längerer Schnellspanner benötigt.

Weber arbeitet mit sogenannten Polygonen, Einsätzen, die die Kupplung an die Achse anpassen. Zur Kupplung Typ E gehören ein Schnellspannerpolygon von 5,5 Millimetern und ein Vollachspolygon. Häufig seien dickere Sonderpolygone für Schnellspannachsen nötig, schreibt der Hersteller. Welches, lässt sich nur an der eigenen Achse feststellen. Für die Variante CE braucht es nach Weber zwei Polygone statt einem.

Bei schwerer Last stößt der Schnellspanner an eine eigene Grenze. Weber bietet mit dem Typ ES eine Schwerlastvariante seiner Kupplung für Lastenanhänger mit bis zu 100 Kilogramm Zuglast an, schreibt aber dazu: Bei Befestigung an einer Schnellspannachse sei das Gesamtgewicht auf 80 Kilogramm begrenzt.

Croozer bietet für den Fall, dass die Universalkupplung nicht passt, Schnellspann-Achskupplungen nach Klemmweite an, für 148 bis 158 und für 158 bis 168 Millimeter. Weber führt eine Verdrehsicherung für Schnellspannachsen als Zubehör. Burley nennt seinen Adapter für Schnellspannachsen den am häufigsten verwendeten seiner Adapter.

Wer einen Anhänger mit Schnellspanner-Kupplung kauft, hat meist die einfachste Lage. Die drei Varianten für Schnellspanner im Croozer-Sortiment, gegen dreißig für Steckachsen, zeigen das auf ihre Weise. Er sollte trotzdem wissen, ob der Schnellspanner nach dem Einsetzen noch genug Gewinde fasst.

Achse mit Mutter: Nabenmotor und Nabenschaltung

Die Achse mit Mutter ist laut Burley üblich bei E-Bikes mit Hinterradnabenmotor, bei Fixie- und Singlespeed-Rädern und bei Naben mit Innengetriebe, also Nabenschaltungen. Für die Kupplung bedeutet das: Die Mutter wird gelöst, die Kupplung aufgesetzt, die Mutter wieder angezogen.

Bei diesem Achstyp braucht es zwei Angaben, schreibt Burley in der englischen Fassung des Ratgebers: Durchmesser und Gewindesteigung der Achse. Croozer führt für Mutterachsen Kupplungen mit eigenem Gewinde, etwa für 3/8 Zoll × 26 Gänge und für M10 × 1, mit einem 13 Millimeter hohen Sockel.

Burley wird an dieser Stelle konkret. Für Achsen mit Mutter gibt es drei Adaptermodelle, benannt nach Durchmesser und Gewindesteigung, zum Beispiel M10 × 1,0. Die Angaben dafür solle man direkt beim Hersteller des Fahrrads, der Achse oder der Nabe erfragen.

Ein Adapter kann auch nötig werden, weil die zusätzliche Kupplung die Achse so weit verkürzt, dass die Mutter nicht mehr sicher greift; dann verlängert der Adapter die Achse.

TRIXIE beschreibt für den Hundeanhänger denselben Weg: Mutter der Hinterradnabe lösen, Kupplung aufsetzen. Die Anleitung rät, den Lochdurchmesser und die Materialstärke der Kupplung mit der eigenen Achse abzugleichen, bevor montiert wird.

Bei Nabenschaltungen kommt ein zweites Problem dazu. Weber schreibt, häufig seien Sonderpolygone für Nabenschaltungen nötig. Welche Lösung passt, nennt der Kupplungshersteller je Nabe.

Für Räder mit verschiebbaren Ausfallenden, wie sie an Rädern mit Rohloff-Naben vorkommen, hat Weber eine eigene Kupplungsvariante. Cube schließt Räder mit verstellbaren Ausfallenden für Nabenschaltung oder Riemenantrieb vom Anhängerbetrieb ganz aus. Zwei Hersteller, zwei Antworten auf dieselbe Bauform. Für ein Rad mit Rohloff-Nabe von Cube gilt die strengere, weil die Freigabe des Fahrradherstellers vorgeht.

Steckachse: drei Maße, ein Ersatzteil

Bei Steckachsen funktioniert das Prinzip der eingeklemmten Kupplung nicht ohne Weiteres. Burley schreibt für diesen Achstyp knapp, zur Montage der Kupplung sei eine angepasste Steckachse nötig. Die Lösung aller Hersteller ist dieselbe: Die Originalachse wird durch eine Achse ersetzt, an der die Kupplung schon sitzt.

Croozer verkauft solche Steckachsen mit integrierter Kupplung. Weber schreibt bei der Kupplung Typ E, die originale Steckachse werde gegen eine Weber-Steckachse getauscht. Burley verlangt für Steckachsen eine angepasste Burley-Achse, sonst lässt sich die mitgelieferte Stahlkupplung nicht montieren. Hamax bietet eine Universal-Steckachse mit vier Unterlegscheiben und drei Gewindebolzen.

Damit die Ersatzachse passt, braucht es drei Maße. Croozer nennt sie so: Durchmesser, Gewindesteigung und Achslänge. Die Kupplungshersteller bieten ihre Steckachsen mit 12 Millimetern Durchmesser an. Bei Länge und Steigung unterscheiden sich die Räder.

Ohne diese drei Zahlen lässt sich keine Ersatzachse bestellen, bei keinem der Hersteller.

Bei der Länge arbeiten die Hersteller mit Paaren. Croozer bietet Steckachsen für 174 oder 180 Millimeter Achslänge an, mit einem Abstandsstück für die kürzere Fassung. Hamax deckt mit einer Achse Rahmen für 142 und 148 Millimeter Einbaubreite ab, jeweils in allen drei Steigungen. Croozer führt weitere Paare, darunter 161 oder 167 und 175 oder 181 Millimeter.

Neben Länge und Steigung unterscheidet Croozer zwei Achsköpfe. Die Ausführung N hat einen 10 Millimeter hohen Sockel für flache, gut erreichbare Ausfallenden, etwa bei Nabenbreiten von 142 oder 148 Millimetern. Die Ausführung XL hat 20 Millimeter für Aufnahmen, die durch Anbauten wie einen Gepäckträger schwer erreichbar sind.

Einige Anhängerhersteller schließen Steckachsen einfach aus. Doggyhut empfiehlt die mitgelieferte Universalkupplung seines Hundeanhängers nicht für Räder mit Steckachse. Der Vergleich der Hundeanhänger und ihrer Achsangaben zeigt, dass zwei der vier Hersteller dort gar nichts zur Achse schreiben.

1,0, 1,5 oder 1,75 Millimeter

Die Gewindesteigung ist der Abstand zwischen zwei Gewindegängen. Bei 12-Millimeter- Steckachsen gibt es drei verbreitete Werte, und sie hängen am Hersteller der Achse, nicht am Fahrradhersteller.

Hamax ordnet sie in seiner Montageanleitung zu: 1,0 Millimeter nach dem Syntace-Standard, 1,5 Millimeter bei Shimano, 1,75 Millimeter bei SRAM. Burley bietet seine Steckachse in denselben drei Steigungen an, Croozer ebenfalls.

Drei Steigungen also, ein Durchmesser, und die Länge kommt noch dazu.

Mit der falschen Steigung passt eine Achse nicht ins Gewinde des Rahmens. Deshalb verlangen die Hersteller, Steigung und Länge vorher zu bestimmen. Burley verweist für dieselbe Frage auf eine Passführung für Adapter und Achsen im letzten Schritt seines Ratgebers.

Croozer bietet dafür einen Steckachsfinder, mit dem sich die Maße selbst abmessen lassen. Hamax schreibt, vor der Montage seien Marke, Durchmesser, Länge und Steigung der vorhandenen Achse festzustellen.

Wo die Maße weder in den Unterlagen des Rads stehen noch sich sicher abmessen lassen, kennt sie der Fahrradhändler.

Hamax nennt für die Gewindebolzen seiner Universalachse ein Anzugsmoment von 6 bis 7 Newtonmetern. Gewindebolzen und Unterlegscheibe werden passend zu Rahmen und Achse gewählt, und die Beschriftung im Inneren des Gewindebolzens soll nach dem Aufschrauben sichtbar bleiben, also nicht zur Achse zeigen. An solchen Details entscheidet sich, ob die Ersatzachse richtig sitzt.

Das Ausfallende: flach, mit Haube oder offen nach hinten

Die zweite Frage gilt dem Teil des Rahmens, in dem die Achse sitzt, dem Ausfallende. Burley unterscheidet drei Grundformen, und sie entscheiden, ob die Kupplung flach anliegen kann.

Das Standard-Ausfallende haben nach Burley die meisten Räder. Entscheidend sei ein flacher Bereich um und unter der Achse, an dem die Stahlkupplung bündig anliegt. Dafür reicht die mitgelieferte Kupplung, bei Steckachse zusammen mit der Burley-Achse.

Ausfallenden mit einer Haube haben eine vorstehende Metallkappe über dem Ausfallende, üblich bei handgefertigten Rahmen. Sie können verhindern, dass die Kupplung anliegt. Burley löst das mit einem Adapter, der als Abstandshalter wirkt: Er bietet eine flache Fläche abseits des Ausfallendes, auf der die Kupplung bündig sitzt. Bei Steckachsen kommt an dieser Stelle die Burley-Achse dazu.

Offene, nach hinten zeigende Ausfallenden, wie bei Singlespeed- und Bahnrädern, schließt Burley aus. Die Zugkraft könne die Achse im Ausfallende verschieben, mit Folgen für Kette, Ausrichtung und Stabilität des Anhängers. Weber schreibt dasselbe ohne Begründung: nicht verwendbar bei horizontal nach hinten geöffneten Ausfallenden, etwa an Gazelle-Rädern.

Croozer kennt noch einen vierten Fall, die schwer erreichbare Hinterradaufnahme. Für Ausfallenden, die durch seitliche Anbauten wie einen Gepäckträger verbaut sind, gibt es Steckachsen mit einem 20 Millimeter hohen Sockel statt der üblichen 10 Millimeter.

Am Rahmen statt an der Achse

Zwischen Achse und Sattelstütze gibt es einen dritten Ort: den Rahmen selbst. Weber bietet mit den Typen B und BO Kupplungen für die Rahmenmontage an, befestigt mit Spannbändern an Rohren von 12 bis 25 Millimetern Durchmesser, für Räder mit 26 und 28 Zoll. Der Typ B hat einen höhenverstellbaren Ständerfuß eingebaut, der BO nicht.

Für den Anhänger nennt Weber bei beiden bis zu 80 Kilogramm Gesamtgewicht. Für die Montage gelten zwei Einschränkungen: nicht möglich bei verbautem Rahmendreieck, etwa durch eine Verbindungsstrebe oder eine Bremssattelaufnahme, und nicht möglich bei Rädern aus Carbon. Beim Typ B mit Ständer nennt Weber zusätzlich ein zulässiges Abstellgewicht des Fahrrads von 25 Kilogramm.

Die Bremssattelaufnahme nennt Weber damit als Hindernis. Wer hinten eine Scheibenbremse hat, sieht sich vor dem Kauf einer Rahmenkupplung deshalb den Hinterbau genau an.

Für ein Sonderproblem hat Weber eine eigene Kupplung: verschiebbare Ausfallenden an Rädern mit Rohloff-Nabe. Die Variante ER ist für Ausfallenden mit etwa 30 bis 38 Millimetern Schraubenabstand gebaut. Für kurze, senkrechte Ausfallenden nennt Weber mögliche Kompatibilitätsprobleme, für Dreiräder und Spezialräder verweist er an den jeweiligen Hersteller.

Die Sattelstütze als Ausweg

Wer keine passende Achskupplung findet, landet bei der Sattelstütze. Dort ist die Achse egal. Mehrere Lastenanhänger kuppeln so: Juskys mit einer Drehkupplung am Sattelrohr, Tiggo mit einer höhenverstellbaren Kupplung an der Sattelstütze. Burley bietet für seinen Travoy eine Kupplung für Sattelstützen von 25 bis 35 Millimetern Durchmesser an, werkzeugfrei mit einem Schalter umzulegen; für Räder, deren Sattelstütze nicht passt, nennt Burley eine Befestigung am Gepäckträger als Alternative.

Der Zubehörhersteller hebie befestigt seine Kugelkupplung F1 am Sattelklemmbolzen, der mindestens 45 Millimeter lang sein muss, mit einem Stützbock am Rahmen. Die Kupplung ist für 40 Kilogramm Anhängelast und 4 Kilogramm Stützlast ausgelegt. Einrädrige Anhänger und Personentransport schließt hebie für alle seine Kupplungen aus.

Ist der Sattelklemmbolzen zu kurz, bietet hebie einen Adapter, der direkt an der Sattelstütze sitzt, für Stützen von 26 bis 31 Millimetern Durchmesser.

Für die Sattelstütze spricht, dass die Achse dafür keine Rolle spielt. Dagegen sprechen zwei Quellen.

Die Achse ist damit aus dem Spiel. Die Frage nach der Freigabe des Rads ist es nicht. Der ADFC hält Kupplungen an der Sattelstütze wegen des Fahrverhaltens nicht für empfehlenswert. Cube erlaubt im Anhängerbetrieb überhaupt keine Klemmung an Rahmenrohren oder Komponenten und nennt die Sattelstütze dabei beim Namen.

Wer ein Cube-Rad fährt, hat damit nur noch die Achse, und zwar mit dem Originalsystem des Anhängerherstellers. Wer ein Rad eines anderen Herstellers fährt, sucht in dessen Unterlagen nach einer Aussage zur Sattelstütze, bevor er dort kuppelt. Der Vergleich der Lastenanhänger mit Sattelstützen- und Achskupplung zeigt, welche Modelle wie kuppeln.

Einspurige Anhänger: zwei Seiten statt einer

Alles bisher Gesagte gilt für zweirädrige Anhänger, die an einer Seite des Rads hängen. Einspurige Anhänger mit einem Rad werden anders befestigt. Der ADFC beschreibt es so: Sie werden an beiden Seiten des Hinterbaus befestigt, und manche Modelle sind nur mit Schnellspannachsen kompatibel.

Für einen Einspuranhänger zählt die Achse damit doppelt, links und rechts. Burley weist für seinen Einspuranhänger Coho XC auf ein eigenes Kupplungssystem hin, für das eine gesonderte Anleitung gilt; sie steckt auch im Fragebogen des Herstellers. hebie schließt einrädrige Anhänger für alle seine Kupplungen aus.

Auch die Fahrradhersteller unterscheiden. Riese & Müller gibt vollgefederte Räder nur für zweirädrige Anhänger frei, Räder ohne Hinterradfederung auch für Einspuranhänger, dann mit höchstens 30 Kilogramm.

Wer einen Einspuranhänger an ein vollgefedertes Rad hängen will, braucht also zuerst die Zusage des Fahrradherstellers, bevor sich die Kupplungsfrage überhaupt stellt.

Auf dieser Seite gibt es keinen eigenen Vergleich für Einspuranhänger: Auf Amazon erreichte bei der Marktprüfung nur ein einspuriges Modell eine belastbare Zahl an Bewertungen.

Carbon, S-Pedelec, Rennrad

Einige Räder schließen die Hersteller vom Anhängerbetrieb aus, unabhängig von der Kupplung. Die Liste ist bei den Kupplungsherstellern fast so lang wie bei den Fahrradherstellern.

Weber schreibt bei der Kupplung Typ E: nicht verwendbar bei Rädern aus Carbon, nicht für S-Pedelecs und E-Bikes ab 25 km/h geeignet. Croozer verlangt für Carbonräder eine Freigabe des Fahrradherstellers und schreibt, S-Pedelecs und E-Bikes, die schneller als 25 km/h fahren können, dürften nicht als Zugfahrrad eines Fahrradanhängers genutzt werden.

Cube schließt aus Sicht des Fahrradherstellers dieselben Fälle aus und noch einige mehr: Carbon an Gabel oder Hinterbau, sportliche Rennrad-, Gravel- und Querfeldein-Modelle, Räder für Kinder und Jugendliche, Modelljahre bis 2018 und S-Pedelecs. Außerdem verlangt Cube, nur Steckachse oder Schnellspanner samt Kupplung aus dem System des Anhängerherstellers einzusetzen.

Croozer dehnt das Verbot noch aus: Es gelte auch für alle anderen motorisierten Fahrzeuge wie Mofas oder Mopeds. Bei Rennrädern erinnert der Hersteller außerdem an die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h, die er für das Ziehen seiner Anhänger vorsieht.

Für das S-Pedelec gilt dabei mehr als eine Herstellergrenze. Wie die Straßenverkehrs- Zulassungs-Ordnung Anhänger hinter Fahrrädern mit Hilfsmotor behandelt, steht im Ratgeber zu den Vorschriften für Fahrradanhänger in diesem Bereich.

Pedelecs mit besonderen Naben

Pedelecs sind für die Kupplung kein eigener Achstyp. Sie haben Schnellspanner, Mutterachsen oder Steckachsen wie andere Räder auch. Bei Pedelecs mit Hinterradmotor sitzt der Motor allerdings in der Nabe, und mit ihm die Frage, was an der Achse noch Platz hat.

Croozer schreibt dazu in seinen Antworten auf häufige Fragen: Pedelecs hätten oft besondere Hinterradnaben, das solle sich ein Fachmann anschauen, und der Fachhandel solle die Kupplung anbringen. Im selben Absatz bittet der Hersteller, trotz Motor nicht zu schnell zu fahren. Burley nennt Räder mit Hinterradnabenmotor ausdrücklich als typische Träger von Mutterachsen.

Wie unterschiedlich die Lösungen ausfallen, zeigt eine Kompatibilitätsliste von Riese & Müller. Für jedes Modell und Modelljahr ist dort eine eigene Kupplung genannt, von Weber, Thule, Croozer oder Burley, teils mit eigener Teilenummer und mit Fußnoten zu einzelnen Ausstattungen.

Im Hilfe-Center von Riese & Müller führt ein Verweis zu dieser Liste, und bei offenen Fragen an den Händler.

Die Kupplungsfrage ist bei Pedelecs also eine Frage nach dem genauen Modell, nicht nach der Marke. Wer die Liste seines Herstellers nicht findet, nimmt das Rad zum Händler mit. Wie fein die Unterscheidung dort ausfällt, zeigt eine Fußnote der Liste von Riese & Müller: Eine Steckachs-Lösung gibt es danach nur für bestimmte Ausstattungen eines Modells.

Ein Anhänger, zwei Räder

Viele Haushalte haben mehr als ein Rad. Die Kupplung bleibt dann am Rad, und die Deichsel wechselt. Der ADFC empfiehlt, zusätzliche Kupplungen als Zubehör zu kaufen, wenn ein Anhänger an verschiedenen Rädern genutzt werden soll.

Die Anhängerhersteller bieten dafür Einzelteile an. TRIXIE führt die Kupplung für seinen Hundeanhänger unter eigener Artikelnummer, mit technischer Zeichnung. Doggyhut verkauft eine Universalkupplung, die für mehrere eigene Modelle freigegeben ist, Tiggo eine Ersatzkupplung für seinen Lastenanhänger.

Wichtig dabei: Kupplungen sind an das System des Anhängerherstellers gebunden. Die Croozer-Steckachsen tragen eine integrierte Kupplung für Croozer-Anhänger mit der hauseigenen abschließbaren Deichsel, die Weber-Kupplung ist für den Weber-Bajonettverschluss gebaut, Burley liefert eine Stahlkupplung zur eigenen Deichsel. Eine zweite Kupplung desselben Herstellers passt zum vorhandenen Anhänger; ob eine fremde passt, schreibt keiner der Hersteller. Cube verlangt im Anhängerbetrieb sogar ausdrücklich das Originalsystem des Anhängerherstellers.

Weber geht einen anderen Weg. Passt eine bestehende Kupplung nach einem Fahrradwechsel nicht mehr, lässt sich das Gelenkstück auf eine neue Grundplatte ummontieren. Die Grundplatte ist das Teil, das an die Achse des neuen Rads angepasst wird. Auch das Schwerlastgelenkstück lässt sich nach Weber mit anderen Kupplungsplatten kombinieren.

Vor dem Kauf einer zweiten Kupplung gilt dieselbe Reihenfolge wie beim ersten Rad: Achse, Ausfallende, Freigabe. Zwei Räder derselben Marke können verschiedene Achsen haben.

Fanggurt, Splint, Sicherungsseil

Eine Kupplung hält, solange sie richtig montiert ist. Für den Fall, dass sie es nicht tut, verlangen oder empfehlen mehrere Hersteller eine zweite Verbindung.

Hamax schreibt für seine Steckachse eine Kontrolle vor, die für jeden Achswechsel gilt: Lässt sich der Hebel nicht vollständig schließen, ist die Achse nicht sicher, und der Hebel darf den Rahmen nicht berühren.

Weber schreibt bei der Kupplung Typ E: Ein Fanggurt mit Metallschließe sei bei der Nutzung Pflicht, er werde an der Deichsel montiert und sei separat erhältlich.

Zur hebie-Kupplung gehört ein Sicherungssplint. Der ADAC empfiehlt in seiner Kaufberatung zu Hundeanhängern, an der Kupplung immer ein Sicherungsseil zu montieren.

In den Unterlagen der Lasten- und Hundeanhänger, die auf dieser Seite verglichen werden, taucht ein solches Seil nicht auf. Wer eine Kupplung ohne zweite Sicherung kauft, sollte beim Hersteller nachfragen, ob eine vorgesehen ist.

Dazu gehört die regelmäßige Kontrolle. Burley schreibt in den Anleitungen seiner Lastenanhänger, das flexible Gelenk an der Deichsel alle drei bis fünf Jahre warten zu lassen. Croozer empfiehlt, einen am Pedelec gezogenen Anhänger mehrmals im Jahr beim Händler warten zu lassen, weil der Verschleiß schneller gehen könne.

Weber weist für seine Schwerlastkupplung auf einen weiteren Punkt hin. Das Basisblech könne nur durch Überlastung oder Gewalt beschädigt werden; ist es verformt, müsse es ausgetauscht werden, sonst erlösche die Garantie. Eine verbogene Kupplungsplatte ist damit kein Schönheitsfehler.

Der Weg durch die Fragen

Zusammengefasst nach den Angaben von Burley, Croozer, Weber und Hamax ergibt sich ein Entscheidungsweg mit wenigen Abzweigungen. Die Tabelle beschreibt, was die Hersteller für welche Kombination aus Achse und Ausfallende vorsehen.

Achse und Ausfallende: was die Kupplungshersteller vorsehen
AchseStandard-AusfallendeAusfallende mit Haube oder verbautoffen nach hinten
Schnellspannermitgelieferte Kupplung; Weber teils mit dickerem Polygon, oft längerer SpannerBurley: AdapterBurley und Weber: nicht empfohlen bzw. nicht verwendbar
Mutterachse (Nabenmotor, Nabenschaltung)mitgelieferte Kupplung oder Kupplung mit passendem Gewinde; Durchmesser und Steigung bestimmenBurley: Adapter; Weber: Sonderpolygone für NabenschaltungBurley und Weber: nicht empfohlen bzw. nicht verwendbar
Steckachse 12 mmErsatzachse mit Kupplung: Durchmesser, Steigung (1,0 / 1,5 / 1,75) und Länge bestimmenCroozer: Achse mit 20-mm-Sockel; Burley: Adapterkommt bei Steckachsen nicht vor
keine passende LösungSattelstützenkupplung, wenn der Fahrradhersteller sie nicht ausschließtebensoebenso

Die Tabelle fasst die Angaben der Hersteller zusammen und ersetzt nicht deren eigene Auswahlhilfen. Burley bietet einen Fragebogen, Croozer einen Kupplungs- und einen Steckachsfinder, Weber Auswahlseiten für Polygone und Grundplatten. Wer dort sein Rad eingibt, bekommt eine Teilenummer, keine allgemeine Regel.

Was die Tabelle nicht zeigt, sind die Gewichte. Auch die Kupplung hat eine Grenze: Weber nennt für die Kupplung Typ E 80 Kilogramm Zuglast, für die Schwerlastvariante 100, an Schnellspannern aber höchstens 80; hebie nennt für seine Sattelstützenkupplung 40 Kilogramm. Diese Zahlen stehen neben der Zuladung des Anhängers und der Anhängelast des Fahrrads, und die kleinste der drei gilt.

Vor dieser Tabelle steht eine Frage, die keine Kupplung beantwortet: Ist das Rad für einen Anhänger freigegeben? Und nach ihr eine zweite: Wie viel darf es ziehen? Beides steht in den Unterlagen des Fahrrads, wenn es dort steht.

Beim Händler helfen fünf Angaben weiter: der Achstyp, bei Steckachse Länge und Gewindesteigung, bei Mutterachse Durchmesser und Steigung, die Form des Ausfallendes und Modell und Modelljahr des Rads. Mit ihnen lässt sich in den Findern der Kupplungshersteller eine Teilenummer bestimmen, und die Freigabe des Fahrradherstellers lässt sich prüfen.

Der ADFC rät, das Fahrrad zum Kauf des Anhängers mitzunehmen, weil nicht an jedem Rad jede Kupplung ohne Weiteres passt. Bei Steckachsen und Nabenmotoren ist das der kürzeste Weg zu einer Antwort. Welche Anhänger es überhaupt gibt, ordnet der Überblick über Lasten- und Hundeanhänger fürs Fahrrad.

Häufige Fragen

Was ist eine Steckachse mit integrierter Kupplung?
Eine Ersatzachse, die die Originalsteckachse des Fahrrads ersetzt und an der die Kupplung schon sitzt. Croozer, Weber, Burley und Hamax lösen die Steckachse auf diesem Weg, weil sich dort kein Kupplungsblech einklemmen lässt.
Wie viel Gewicht hält eine Fahrrad-Anhängerkupplung?
Das nennt der Kupplungshersteller. Weber gibt für die Kupplung Typ E 80 kg Zuglast an, für die Schwerlastvariante ES bis 100 kg, an einer Schnellspannachse aber höchstens 80 kg Gesamtgewicht.
Kann ich einen Einspuranhänger an jedes Fahrrad hängen?
Nein. Einspurige Anhänger werden an beiden Seiten des Hinterbaus befestigt, manche nur an Schnellspannachsen, so der ADFC. Riese & Müller gibt vollgefederte Räder nur für zweirädrige Anhänger frei.
Welche Anhängerkupplung passt an mein Fahrrad?
Das hängt zuerst an der Hinterachse: Schnellspanner, Achse mit Mutter oder Steckachse. Für Schnellspanner passt meist die mitgelieferte Kupplung, für Steckachsen braucht es eine Ersatzachse mit integrierter Kupplung.
Wie finde ich die richtige Steckachse für die Anhängerkupplung?
Mit drei Maßen: Durchmesser, Gewindesteigung und Achslänge, so nennt es Croozer. Die Steigung hängt am Achsstandard: 1,0 mm bei Syntace, 1,5 mm bei Shimano, 1,75 mm bei SRAM, laut Hamax.
Kann ich einen Fahrradanhänger an der Sattelstütze befestigen?
Technisch ja, es gibt solche Kupplungen, etwa von hebie mit 40 kg Anhängelast. Cube verbietet die Klemmung an der Sattelstütze im Anhängerbetrieb aber, und der ADFC hält sie wegen des Fahrverhaltens nicht für empfehlenswert.
Passt eine Anhängerkupplung an ein E-Bike mit Nabenmotor?
Räder mit Hinterradnabenmotor haben laut Burley meist eine Achse mit Mutter; dafür braucht es Durchmesser und Gewindesteigung der Achse. Croozer empfiehlt bei Pedelecs, die Kupplung vom Fachhandel montieren zu lassen.
Warum passt die Kupplung nicht an mein Singlespeed-Rad?
Wenn das Ausfallende offen nach hinten zeigt: Burley empfiehlt dafür keine Achskupplung, weil sich die Achse unter Zug verschieben kann, Weber nennt seine Kupplung dort nicht verwendbar.
Darf ich an ein Carbon-Fahrrad einen Anhänger hängen?
Weber schließt Carbonräder für seine Kupplung aus, Croozer verlangt eine Freigabe des Fahrradherstellers, Cube schließt Räder mit Carbongabel oder Carbon-Hinterbau vom Anhängerbetrieb aus.

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Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung. Leitbefund: Ob ein Anhänger passt, entscheidet zuerst die Hinterachse, dann das Ausfallende. Bei Steckachsen ersetzt eine Achse mit Kupplung die Originalachse; nötig sind Durchmesser, Gewindesteigung und Länge, die Steigung hängt am Achsstandard (Hamax: Syntace 1,0, Shimano 1,5, SRAM 1,75). Burley und Weber schließen offene, nach hinten zeigende Ausfallenden aus. Sattelstützenkupplung als Ausweg — Cube verbietet sie im Anhängerbetrieb, der ADFC rät ab.

Verwendete Quellen

  1. [1]Burley: Bike Trailer Hitch Guide · abgerufen 2026-10-12
  2. [2]Croozer: Steckachs-Kupplung M12 1.75 mit Kupplungs-Finder · abgerufen 2026-10-12
  3. [3]Croozer: Fahrradanhänger-FAQ · abgerufen 2026-10-12
  4. [4]Weber: Fahrradkupplung Typ E · abgerufen 2026-10-12
  5. [5]Hamax: Installation Guide 12 mm Universal Thru Axle · abgerufen 2026-10-12
  6. [6]Weber: Fahrradkupplungen (Typen ES, B, BO, ER) · abgerufen 2026-10-12
  7. [7]CUBE Hilfe & FAQ: Anhängerbetrieb · abgerufen 2026-10-12
  8. [8]ADFC: Anhänger für Lasten · abgerufen 2026-10-12