Zum Inhalt springen

Themenübersicht · Kompressoren

Kompressoren: Bauformen, Liefermenge und Schallpegel im Überblick

Kessel, Druck und ein Dezibelwert stehen bei allen. Eine Liefermenge bei Betriebsdruck nennen zwei von fünfzehn, eine Einschaltdauer keiner. Was das für die Auswahl bedeutet.

Verantwortlich
Fachbereich Werkstatt
Erstellt am
Erstellt am

Auf jedem Kompressor stehen drei Zahlen: Kesselvolumen, Maximaldruck und ein Dezibelwert. Über die fünfzehn Geräte, die für die drei Vergleiche dieses Bereichs einzeln gegen die Unterlagen ihrer Hersteller geprüft wurden, sind alle drei vollständig vorhanden — fünfzehn von fünfzehn.

Die Zahlen, die tatsächlich über die Eignung entscheiden, fehlen fast durchgängig. Eine Liefermenge bei Betriebsdruck nennen zwei von fünfzehn. Einen Schallpegel mit benannter Bezugsgröße nennen drei. Ein Gewicht nennt einer. Eine zulässige Einschaltdauer nennt keiner.

Diese Übersicht ordnet die Bauformen ein und erklärt die drei Kennwerte, an denen dieser Markt seine Datenlücken hat. Sie ersetzt keine Prüfung der einzelnen Geräte — die steht in den drei Vergleichen. Sie sagt, worauf man dort schaut. Stand aller Angaben ist der 30. August 2026.

Woran die Entscheidung hängt

  • 01

    Liefermenge bei Betriebsdruck

  • 02

    Kesselvolumen

  • 03

    Schallpegel

  • 04

    Einschaltdauer

Drei Bauformen, drei Kaufgründe

Kolbenkompressoren für Werkstatt und Hobby lassen sich nicht sinnvoll nach Leistung sortieren, weil die dafür nötige Angabe fehlt. Sie lassen sich nach dem Grund sortieren, aus dem jemand sie kauft — und dieser Grund fällt im Feld mit der Bauform zusammen.

Kompakte Kompressoren werden gekauft, weil sie tragbar sind. Sechs bis zehn Liter Kessel, ölfrei, direkt gekuppelt, Gewicht im Bereich einer gefüllten Getränkekiste. Sie sind für kurze Arbeitsschritte gemacht: Reifen, Ausblasen, gelegentliches Tackern. Auffällig ist, dass vier der fünf Kandidaten dieselbe Konfiguration haben — sechs Liter bei acht bar. Die fünf Geräte stehen im Vergleich der kompakten Geräte.

Flüsterkompressoren werden gekauft, weil sie leise sind. Sie erreichen das über niedrig drehende Aggregate und, je nach Bauart, über eine Kapselung. Ihr Kennwert ist derselbe, der in diesem Feld am unsaubersten angegeben wird: der Schallpegel. Wie die Anbieter mit ihm umgehen und welche drei Geräte ihre Bezugsgröße überhaupt benennen, zeigt der Vergleich der gekapselten und leisen Bauformen.

Werkstattkompressoren werden gekauft, weil sie durchhalten sollen. Große Kessel, überwiegend Riemenantrieb, teils ölgeschmiert, stationär aufgestellt. Genau bei dieser Klasse wäre die Angabe zur Einschaltdauer am wichtigsten — und genau hier fehlt sie ebenso wie überall sonst. Die fünf Geräte und ihre Datenlage führt der Vergleich der Geräte für die Werkstatt.

Die Bauform beantwortet die Frage, wofür ein Gerät gebaut ist. Sie beantwortet nicht die Frage, wie viel Luft es liefert — dafür fehlt im ganzen Feld die Angabe.

Zwei Merkmale hängen an der Bauform mit dran, ohne dass die Produktnamen es sagen. Die Schmierungsart: Die kompakten Geräte sind durchweg ölfrei, die großen überwiegend ölgeschmiert. Ölfrei bedeutet wartungsarm und sofort einsatzbereit, ölgeschmiert bedeutet langsamer laufend, langlebiger und für längere Laufzeiten geeignet. Zehn von fünfzehn Geräten nennen die Schmierungsart überhaupt.

Und die Kraftübertragung: direkt gekuppelt oder über einen Riemen. Direkt gekuppelte Aggregate drehen mit Motordrehzahl, sind kompakter und lauter. Riemengetriebene laufen langsamer, bauen größer und halten thermisch mehr aus. Auch das ist kein Kennwert, sondern eine Bauentscheidung — aber eine, die sich auf dem Produktbild erkennen lässt und mehr über die Dauerlauffähigkeit sagt als jede Wattzahl.

Der Wert im Datenblatt ist nicht der Wert am Werkzeug

Die auffälligste Angabe auf jeder Produktseite ist eine Literzahl je Minute. In aller Regel ist es die Ansaugleistung — das theoretische Hubvolumen des Verdichters, gemessen am Eingang, gegen keinen Druck.

Was am Werkzeug ankommt, ist die Liefermenge: die Menge, die der Verdichter tatsächlich gegen den Betriebsdruck fördert. Sie liegt erheblich niedriger, und der Abstand wächst mit dem Druck.

230 auf 50Liter je Minute, dasselbe Gerät bei 0 und bei 6 bar

Ein einziges Gerät des gesamten Marktausschnitts veröffentlicht eine Kennlinie über mehrere Druckstufen. Von 230 Litern je Minute Ansaugleistung bleiben bei einem bar 100, bei drei bar 76, bei sechs bar 50 und bei sieben bar 40. Am üblichen Arbeitsdruck vieler Werkzeuge sind es damit rund zwanzig Prozent des beworbenen Werts.

Diese Kennlinie ist die einzige belastbare Grundlage im Feld. Von den übrigen vierzehn Geräten nennt genau eines eine Liefermenge — und zwar ausdrücklich bei null bar, was den Wert für die Auslegung wertlos macht. Warum die Angabe fehlt, welche Norm die Messung regelt und wie man ohne sie zu einer Auslegung kommt, behandelt der Ratgeber zur Messung der Liefermenge.

Zwei Zahlen mit derselben Einheit, ein Faktor von bis zu fünf

Ansaugleistung und Liefermenge werden beide in Litern je Minute angegeben. Wer den Luftbedarf eines Werkzeugs gegen die Ansaugleistung rechnet, rechnet gegen eine Zahl, die im Betrieb nie erreicht wird. Die Reserve, die daraus entsteht, ist keine Vorsicht — sie gleicht nur aus, dass die passende Zahl nicht veröffentlicht wird.

Warum die Angabe fehlt, lässt sich nur vermuten; belegen lässt sich, dass es eine Norm für ihre Ermittlung gibt. Die Abnahmeprüfung für Verdrängerkompressoren regelt, unter welchen Bedingungen eine Liefermenge zu messen ist. Kein Hersteller des Marktausschnitts beruft sich darauf. Die Zahl, die stattdessen beworben wird, entsteht rechnerisch aus Hubraum und Drehzahl — sie muss nicht gemessen werden und fällt entsprechend hoch aus.

Praktisch brauchbar bleibt eine Beobachtung, die keine Herstellerangabe verlangt: die Füllzeit. Wie lange ein Gerät braucht, um seinen Kessel von null auf Abschaltdruck zu bringen, enthält bereits alles, was der Verdichter unter realer Gegendruckbelastung leistet. Sie lässt sich mit einer Stoppuhr messen und sagt bei gleichem Kesselvolumen mehr als jede beworbene Literzahl.

Ein Wort, zwei physikalische Größen

Der Dezibelwert steht bei allen fünfzehn Geräten. Wonach er gemessen wurde, steht bei drei. Das ist die zweite große Lücke dieses Bereichs, und sie ist heimtückischer als die erste, weil die Zahlen vergleichbar aussehen.

Der Schalldruckpegel beschreibt, was in einem definierten Abstand am Ohr ankommt. Der Schallleistungspegel beschreibt, was das Gerät insgesamt abstrahlt, unabhängig vom Abstand. Beide werden in Dezibel angegeben, und der zweite ist systematisch höher.

Drei Geräte des Felds, die beide Werte nennen — der Abstand ist bemerkenswert konstant.

Schalldruckpegel

  • Gerät A: 66 dB
  • Gerät B: 49 dB
  • Gerät C: 57 dB
  • am Ohr, in definiertem Abstand

Schallleistungspegel

  • Gerät A: 85 dB
  • Gerät B: 69 dB
  • Gerät C: nicht angegeben
  • abgestrahlt, abstandsunabhängig

Der Abstand liegt bei den Geräten, die beides nennen, konstant bei neunzehn bis zwanzig Dezibel. Ein Gerät mit „69 dB" kann damit dasselbe sein wie eines mit „49 dB" — je nachdem, welche Größe gemeint ist. Ein Anbieter des Felds nennt beide Zahlen auf derselben Produktseite: 69 im Titel, 82 in der technischen Tabelle. Ein Kaufinteressent, der zwei Titelzahlen vergleicht, vergleicht möglicherweise nichts.

Für die Vergleiche dieses Bereichs hat das eine Konsequenz, die dort offengelegt ist: Wo die Bezugsgröße fehlt, wird die Zahl nicht stillschweigend in eine Rangfolge einsortiert. Zwei Dezibelwerte ohne Angabe, was gemessen wurde, sind keine zwei vergleichbaren Werte, sondern zwei Angaben unbekannter Art. Das ist unbefriedigend, aber ehrlicher als eine Reihenfolge, die aus zwei verschiedenen Messgrößen entsteht.

Wie sich die Größen unterscheiden, welche Verordnung welche meint und warum 85 Dezibel ein Tageswert und kein Gerätewert ist, klärt der Ratgeber zu den beiden Schallgrößen.

Der Kessel ist ein Vorrat, kein Leistungsmerkmal

Das Kesselvolumen ist die einzige Angabe dieses Bereichs, die vollständig, einheitlich und unmissverständlich ist. Das macht sie nicht zur wichtigsten — es macht sie zu der, auf die man sich verlassen kann.

Der Kessel entscheidet nicht darüber, wie viel Luft ein Kompressor liefert, sondern darüber, wie lange es dauert, bis die Liefermenge zur begrenzenden Größe wird. Überschlägig gibt ein Sechslitergerät zwischen acht und sechs bar rund zwölf Liter Luft bei Umgebungsdruck ab — bei einem Werkzeug mit 150 Litern Bedarf je Minute reicht das für etwa fünf Sekunden.

Daraus folgt die eigentliche Kaufentscheidung, und sie hat mit der Literzahl wenig zu tun: Wird in Stößen mit Pausen entnommen oder kontinuierlich über Minuten? Im ersten Fall trägt der Kessel fast die ganze Arbeit, im zweiten ist er nach Sekunden leer. Die Rechnung dazu, die Füllzeiten und die Frage der Einschaltdauer behandelt der Ratgeber zum Kessel als Vorrat. Wie sich derselbe Unterschied auf der Werkzeugseite auswirkt — Nagler puffern, Schrauber ziehen kontinuierlich —, zeigt der Ratgeber zur Auslegung für Druckluftwerkzeuge.

Was fünfzehn Geräte über ihre Datenlage verraten

Die Bilanz über den gesamten Marktausschnitt ist eindeutig genug, um sie als Zahlenreihe zu führen. Geprüft wurden Produktseiten, technische Datenblätter, Betriebsanleitungen und Herstellershops.

0 von 15Geräte mit angegebener Einschaltdauer

Kessel, Maximaldruck und ein Dezibelwert: 15 von 15. Eine Luftmengenangabe irgendeiner Art: 11. Die Schmierungsart: 10. Die Leistungsaufnahme: 9. Ein Schallpegel mit benannter Bezugsgröße: 3. Eine Liefermenge bei Betriebsdruck: 2. Ein Gewicht: 1. Eine zulässige Einschaltdauer oder Betriebsart: keiner.

Die Reihenfolge ist aufschlussreich. Vollständig angegeben wird, was sich gut darstellen lässt und was der Kunde erwartet. Unvollständig wird, was eine Messbedingung voraussetzt. Gar nicht angegeben wird, was eine Grenze des Geräts beschreibt.

Bemerkenswert ist, dass die Lücke nicht an einzelnen Anbietern hängt. Sie zieht sich über alle drei Bauformen und über Hersteller mit sehr unterschiedlichem Anspruch. Bei einem Kennwert, den ein einzelner verschweigt, liegt der Verdacht auf einem ungünstigen Wert nahe. Bei einem, den fünfzehn von fünfzehn verschweigen, liegt näher, dass er im Segment gar nicht erhoben wird.

Dazu kommen Widersprüche innerhalb einzelner Unterlagen: ein Anbieter mit zwei verschiedenen Dezibelwerten auf derselben Seite, eine Liefermenge, die ausdrücklich bei null bar gilt, ein Datenblattfeld mit dem Begriff „Leistungsaufnahme in Betriebsart 1", das die Betriebsart selbst nicht nennt. Für die Vergleiche dieses Bereichs bedeutet das: Wo ein Wert fehlt, steht das dort — und daneben, was stattdessen bekannt ist.

Eine Beobachtung zur Konfiguration gehört dazu, weil sie über den Zufall hinausgeht: Vier der fünf kompakten Geräte haben sechs Liter bei acht bar. Das ergibt ein Druckinhaltsprodukt von 48 — zwei Einheiten unter der Schwelle, ab der die Betriebssicherheitsverordnung im gewerblichen Einsatz von einer überwachungsbedürftigen Anlage ausgeht. Ob das Absicht ist, sagt kein Hersteller. Als Beobachtung ist es festzuhalten, als Erklärung nicht.

Kurz gefasst

Das ist kein Vorwurf an einzelne Hersteller, sondern die Folge einer Marktlage, in der drei gut darstellbare Zahlen für den Verkauf ausreichen. Wer das weiß, liest Datenblätter anders — und erwartet von ihnen nicht mehr, als sie leisten.

Zwei Verordnungen, die häufig falsch zitiert werden

Rund um Kompressoren kursieren zwei rechtliche Angaben, die in der geprüften Form beide nicht zutreffen. Beide lassen sich am Verordnungstext klären.

Die erste betrifft die Geräuschkennzeichnung. Die einschlägige Verordnung führt in ihrem Anhang tatsächlich eine Position „Kompressor" — was oft als Kennzeichnungspflicht für Werkstattkompressoren gelesen wird. Ihr Anwendungsbereich ist jedoch in den ersten Paragrafen auf Geräte und Maschinen zur Verwendung im Freien begrenzt. Ein Kompressor, der in einer Werkstatt steht, fällt nicht darunter. Das erklärt, warum die Angabe eines Schallleistungspegels im Feld die Ausnahme ist.

Die zweite betrifft den Lärmschutz am Arbeitsplatz. Die dort genannten oberen Auslösewerte von 85 Dezibel(A) beziehen sich auf einen Tages-Lärmexpositionspegel über acht Stunden, nicht auf den Wert eines einzelnen Geräts. Ein Kompressor mit einem Datenblattwert von 85 verletzt keinen Grenzwert; er trägt zu einer Exposition bei, die erst über die Einwirkzeit entsteht.

Warum hier keine Prüffristen stehen

Ein Kompressorkessel ist ein Druckgerät. Die Betriebssicherheitsverordnung nimmt einfache Druckbehälter bis zu einem Druckinhaltsprodukt von 50 bar mal Liter von den überwachungsbedürftigen Anlagen aus — sechs Liter bei acht bar ergeben 48 und bleiben knapp darunter. Welche Prüfungen in welchem Abstand fällig werden, hängt nach der Verordnung von der Gefährdungsbeurteilung ab; ein pauschaler Kalender lässt sich daraus nicht ableiten und wird hier deshalb nicht genannt. Für den rein privaten Gebrauch gilt die Verordnung ohnehin nicht — sie gilt für die Verwendung von Arbeitsmitteln.

Was zur Anschaffung gehört und nicht mitgeliefert wird

Ein Kompressor allein ist keine Druckluftanlage. Drei Dinge gehören dazu, die in Vergleichslisten selten auftauchen.

Die Aufbereitung. Beim Verdichten wird Luft heiß, beim Abkühlen fällt Wasser aus. Ein Teil bleibt im Kessel und muss über die Ablassschraube am Boden entfernt werden — die wirksamste Einzelmaßnahme für die Lebensdauer und die am häufigsten unterlassene. Der Rest gelangt in die Leitung und gehört von einem Abscheider aufgefangen, sinnvollerweise als Teil einer Wartungseinheit aus Filter und Druckminderer.

Der Druckminderer. Nahezu alle Druckluftwerkzeuge nennen ihre Kennwerte bei rund 6,2 bar. Ein Kompressor liefert acht bis zehn. Wer ohne Minderer anschließt, verlässt sämtliche Herstellerangaben des Werkzeugs gleichzeitig — Drehmoment, Luftverbrauch und Vibration. Der Minderer ist damit nicht das Zubehör, das man später nachrüstet, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Zahlen im Werkzeugdatenblatt überhaupt gelten.

Der Aufstellort. Ein Kompressor braucht Abstand ringsum, weil er sich im Betrieb erwärmt und die Kühlung über die Umgebungsluft läuft. Bei gekapselten Silent-Geräten gilt das verschärft: Was den Schall zurückhält, hält auch die Wärme zurück. Der Aufstellort ist zugleich die einzige Stellschraube, die der Nutzer an der thermischen Belastung überhaupt hat — und damit ein Ersatz für die Einschaltdauer, die kein Hersteller nennt.

Und der Anschluss. Kupplungen sind nicht einheitlich; verbreitet sind mehrere zueinander inkompatible Systeme, und Adapter sind eine häufige Leckagequelle. Wer bereits Werkzeuge besitzt, prüft vor dem Kauf, welches Kupplungssystem sie tragen. Ein Kompressor, der nachts anspringt, weil eine Kupplung zischt, hat selten ein Problem mit dem Verdichter.

Die Reihenfolge, in der man entscheidet

Zum Schluss die praktische Ordnung. Sie beginnt bewusst nicht bei der Literzahl, weil die zwar vollständig angegeben, aber am wenigsten aussagekräftig ist.

Erstens die Entnahmeart. Kurze Stöße mit Pausen oder gleichmäßige Entnahme über Minuten? Diese Frage lässt sich vor dem Kauf beantworten, die nach dem exakten Luftbedarf künftiger Werkzeuge meist nicht. Sie entscheidet, ob der Kessel oder der Verdichter die Arbeit trägt.

Zweitens der Aufstellort. Tragbar, rollbar oder stationär — und wie empfindlich ist die Umgebung gegen Lärm? Beides zusammen führt fast automatisch zu einer der drei Bauformen.

Drittens die Luftmenge, mit Reserve. Weil die Liefermenge fehlt, wird gegen die Ansaugleistung gerechnet und großzügig abgeschlagen. Das ist keine Vorsicht, sondern der Ausgleich für eine fehlende Angabe.

Viertens der Schallpegel, aber nur mit Bezugsgröße. Eine Dezibelzahl ohne Angabe, welche Größe gemeint ist, taugt nicht zum Vergleich. Bei den drei Geräten des Felds, die beides nennen, liegt der Abstand konstant um zwanzig Dezibel.

Fünftens der Kessel. Zuletzt, und als Konsequenz aus dem Ersten. Die Literzahl ist die verlässlichste Angabe dieses Markts — und die, die am wenigsten darüber sagt, wie viel Luft ein Gerät liefern kann.

Was in dieser Reihenfolge bewusst fehlt, ist die Wattzahl. Sie steht bei neun von fünfzehn Geräten und beschreibt die elektrische Leistungsaufnahme — also das, was das Gerät der Steckdose entnimmt, nicht das, was es an Luft abgibt. Zwischen beidem liegt der Wirkungsgrad des Aggregats, und der wird nirgends angegeben. Als Vergleichsmerkmal zwischen zwei Geräten unterschiedlicher Bauart taugt die Wattzahl deshalb nicht; sie sagt lediglich etwas über die Absicherung des Stromkreises.

Ebenfalls nicht in der Reihenfolge: die Marke. Über die drei Vergleiche verteilen sich fünfzehn Geräte auf deutlich weniger unabhängige Herstellerstrukturen, als die Namen vermuten lassen, und die Datenqualität hängt im geprüften Feld erkennbar nicht am Bekanntheitsgrad. Das einzige Gerät mit veröffentlichter Kennlinie stammt nicht vom größten Anbieter des Felds.

Entnahmeart, Aufstellort, Luftmenge, Schallpegel, Kessel. In dieser Reihenfolge — und nicht in der umgekehrten, die die Produktbilder nahelegen.

Häufige Fragen

Welche Kompressor-Bauformen gibt es für Werkstatt und Hobby?
Drei, und sie unterscheiden sich nach dem Grund, aus dem jemand sie kauft. Kompakte Kompressoren mit sechs bis zehn Litern sind tragbar und für kurze Arbeitsschritte gemacht. Flüsterkompressoren erreichen über niedrig drehende Aggregate und teils eine Kapselung einen niedrigen Geräuschpegel. Werkstattkompressoren haben große Kessel, überwiegend Riemenantrieb und stehen stationär. Eine Sortierung nach Leistung ist nicht möglich, weil die dafür nötige Angabe im Feld fehlt.
Was ist der Unterschied zwischen Ansaugleistung und Liefermenge?
Die Ansaugleistung ist das theoretische Hubvolumen des Verdichters, gemessen am Eingang gegen keinen Druck. Die Liefermenge ist das, was tatsächlich gegen den Betriebsdruck gefördert wird und am Werkzeug ankommt. Der Abstand wächst mit dem Druck: Beim einzigen Gerät des Marktausschnitts mit veröffentlichter Kennlinie bleiben von 230 Litern je Minute Ansaugleistung bei sechs bar noch 50 — rund zwanzig Prozent. Beworben wird fast immer die Ansaugleistung.
Warum stehen bei Kompressoren so unterschiedliche Dezibelwerte?
Weil zwei verschiedene physikalische Größen mit derselben Einheit angegeben werden. Der Schalldruckpegel beschreibt, was in definiertem Abstand am Ohr ankommt; der Schallleistungspegel, was das Gerät insgesamt abstrahlt. Bei den drei Geräten des Felds, die beide Werte nennen, liegt der Abstand konstant bei 19 bis 20 Dezibel. Ein Anbieter nennt 69 im Produkttitel und 82 in der technischen Tabelle derselben Seite. Nur drei von fünfzehn Geräten benennen ihre Bezugsgröße überhaupt.
Wie groß muss der Kessel sein?
Das hängt an der Entnahmeart, nicht am Werkzeug. Bei kurzen Stößen mit Pausen — Reifen, Tacker, Ausblaspistole — trägt der Kessel fast die ganze Arbeit, und sechs bis vierundzwanzig Liter reichen. Bei gleichmäßiger Entnahme über Minuten — Schleifer, Lackierpistole — ist der Vorrat nach Sekunden aufgebraucht und allein die Liefermenge bestimmt das Tempo. Überschlägig gibt ein Sechslitergerät zwischen acht und sechs bar rund zwölf Liter Luft bei Umgebungsdruck ab.
Wie lange darf ein Kompressor am Stück laufen?
Das sagt die Betriebsart, und über die fünfzehn geprüften Geräte nennt sie kein einziger Hersteller. Sie ist damit der einzige Kennwert dieses Marktausschnitts, der bei null Nennungen steht — zum Vergleich: Ein Gewicht nennt einer, eine Liefermenge bei Betriebsdruck zwei, einen Schallpegel mit Bezugsgröße drei. Wer lange Arbeitsgänge hat, kann sich nur an Merkmalen orientieren, die mit der Dauerlauffähigkeit zusammenhängen: Schmierungsart, Motorbauart, Kesselgröße und Aufstellort.
Muss ein Kompressor geprüft werden?
Im gewerblichen Einsatz hängt das am Druckinhaltsprodukt aus Druck und Volumen. Die Betriebssicherheitsverordnung nimmt einfache Druckbehälter bis 50 bar mal Liter von den überwachungsbedürftigen Anlagen aus; sechs Liter bei acht bar ergeben 48 und bleiben knapp darunter. Welche Prüfungen in welchem Abstand fällig werden, hängt nach der Verordnung von der Gefährdungsbeurteilung ab und lässt sich nicht pauschal angeben. Für den rein privaten Gebrauch gilt die Verordnung nicht.
Was gehört außer dem Kompressor noch zur Anlage?
Drei Dinge, die selten mitgeliefert werden. Eine Aufbereitung aus Wasserabscheider und Filter, weil beim Abkühlen der verdichteten Luft Wasser ausfällt. Ein Druckminderer, weil nahezu alle Druckluftwerkzeuge ihre Kennwerte bei rund 6,2 bar nennen, ein Kompressor aber acht bis zehn bar liefert. Und ein Aufstellort mit Abstand ringsum, weil die Kühlung über die Umgebungsluft läuft — bei gekapselten Silent-Geräten besonders wichtig.
Muss ein Werkstattkompressor einen Schallleistungspegel angeben?
Nein. Die Geräuschschutzverordnung führt in ihrem Anhang zwar eine Position „Kompressor", ihr Anwendungsbereich ist in den ersten Paragrafen aber auf Geräte und Maschinen zur Verwendung im Freien begrenzt. Ein Kompressor, der in einer Werkstatt steht, fällt nicht darunter. Das erklärt, warum die Angabe eines Schallleistungspegels im geprüften Feld die Ausnahme ist.

Änderungen an dieser Seite

Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung. Grundlage sind die Marktprüfung zu diesem Cluster und die Herstellerangaben der fünfzehn Geräte aus den drei Vergleichen, jeweils an der Quelle geprüft. Zur 32. BImSchV: Der Anhang führt eine Position „Kompressor", der Anwendungsbereich der Verordnung ist jedoch auf Geräte zur Verwendung im Freien begrenzt — eine Kennzeichnungspflicht für Werkstattkompressoren wird deshalb nicht behauptet. Der Wert von 85 dB(A) aus der LärmVibrationsArbSchV ist als Tages-Expositionswert und nicht als Gerätewert geführt. Für kein Gerät wird eine Betriebsart genannt, weil kein Hersteller des Marktausschnitts eine veröffentlicht.

Verwendete Quellen

  1. [1]ISO 1217:2009-07 — Verdrängerkompressoren, Abnahmetests · abgerufen 2026-08-30
  2. [2]Zweiunddreißigste Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz, amtliche Fassung · abgerufen 2026-08-30
  3. [3]Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung, amtliche Fassung · abgerufen 2026-08-30
  4. [4]Betriebssicherheitsverordnung, amtliche Fassung · abgerufen 2026-08-30
  5. [5]Scheppach Herstellershop, Kompressor HC26Si — Luftleistungskurve über sieben Druckstufen · abgerufen 2026-08-30