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Ratgeber · Palettenregale

Palettenregal aufbauen mit Beton, Ankern, Lot und 150 mm Wandabstand

Welchen Boden, welche Anker, welchen Wandabstand und welches Lot hofe und Schulte beim Aufbau verlangen, wo sich ihre Anleitungen widersprechen und was draußen gilt.

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Fachbereich Werkstatt
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Ein Palettenregal ist kein Möbel, das man hinstellt und belädt. Es steht nicht ohne Anker, nicht auf Asphalt oder Pflaster, nicht ohne Abstand zur Wand und, in seiner üblichen Ausführung, nicht im Freien. Das steht in den Montageanleitungen der Hersteller, oft deutlicher als jeder Montageschritt.

Dieser Ratgeber folgt derselben Reihenfolge. Zuerst kommen die Grenzen: Boden, Anker, Bohrtiefe, Wandabstand, Höhe und Platz. Danach die Montage selbst, das Ausrichten, die Fachhöhen und das Zubehör, zuletzt der Unterschied zwischen innen und außen.

Die Angaben stammen aus den Unterlagen von drei Herstellern, hofe, Schulte und META, ergänzt um die Bauartgenehmigung des Deutschen Instituts für Bautechnik für das Jungheinrich-System MPB und die DGUV Information 208-061. Wo sich die Anleitungen widersprechen, steht das dabei.

Vor dem Aufbau prüfen

  • Ist der Boden Beton C20/25 mit mindestens 200 mm Platte?So verlangen es hofe und Schulte; Asphalt, Pflaster und Schotter sind ungeeignet.
  • Liegen die vorgeschriebenen Anker bereit?Zwei je Fußplatte bei Schulte, Bolzenanker M12 × 110 mit 45 Nm bei hofe.
  • Ist die Bohrtiefe geklärt?Beide Anleitungen nennen im Text 150 mm Mindestbohrlochtiefe und in der Zeichnung 90 mm. Vor dem Bohren beim Hersteller nachfragen.
  • Sind 150 mm Abstand zur Wand eingeplant?Bei Schulte 50 mm Palettenüberstand plus 100 mm Sicherheitsabstand.
  • Steht das Regal innen?Die üblichen Systeme sind nur für geschlossene Räume freigegeben; draußen braucht es feuerverzinkte Regale mit standortbezogener Statik.

Was ein Palettenregal nicht kann

Die Sicherheitshinweise in der Montageanleitung von hofe für das System GRAVIS beginnen mit Einschränkungen. Erdbeben-, Wind- und Schneelasten sowie Brandschutzvorkehrungen sind unberücksichtigt. Die Palettenregale dürfen nur in geschlossenen Räumen aufgestellt werden.

Für Erdbebengebiete steht im selben Absatz eine eigene Regel. Bei Aufstellung innerhalb einer Erdbebenzone muss herstellerseitig eine statische Dimensionierung des Regals erfolgen. Das Standardregal aus dem Katalog ist dafür nicht gerechnet.

Es folgt der Boden. Palettenregale müssen im Fußboden verankert werden, und eine Aufstellung ist nur auf Betonböden zulässig.

Weiter unten in derselben Liste steht ein Satz, der für Werkstätten und Garagen wichtig ist: Die Ständerrahmen sind werkseitig nicht zum Tragen von Bauwerkslasten geeignet. Ein Palettenregal trägt Paletten, keine Zwischendecke und kein Dach.

Schulte schreibt ähnlich deutlich, die Angaben gelten bei gleichmäßig verteilter statischer Last. Erdbebenlasten und erforderliche Brandschutzvorkehrungen sind nicht berücksichtigt, die baurechtlichen Vorschriften hat der Auftraggeber oder Betreiber zu prüfen.

Weicht der Boden von den Anforderungen ab, bittet Schulte um Rücksprache. Das ist kein Formsatz, denn alle Lastangaben der Anleitung setzen den beschriebenen Boden voraus.

META verlangt in den Sicherheitshinweisen vor dem Bau eine Prüfung des Aufstellungsortes: Brandschutz, Bodenbeschaffenheit, Statik, Wasserhaushaltsgesetz und zusätzliche Umwelteinflüsse wie Erdbeben, Wind, Regen und Schnee.

Daraus ergibt sich die erste Abgrenzung. Wer ein Regal ohne Anker auf einem beliebigen Boden aufstellen will, braucht ein anderes Regal. Welche Bauformen es dafür gibt und wo die Grenze zum Schwerlast- oder Weitspannregal liegt, ordnet die Übersicht, wann ein Palettenregal die richtige Bauform ist.

Die zweite Abgrenzung betrifft das Material. Ein Palettenregal aus Holz oder aus gestapelten Europaletten ist kein Gegenstand dieses Ratgebers. Für solche Konstruktionen gibt es keine Belastungstabelle eines Herstellers, und alles, was hier steht, setzt eine voraus.

Beton C20/25 und 200 mm Platte

200 mmMindestdicke der Bodenplatte bei hofe und Schulte

Dazu Beton der Mindestgüte C20/25 mit entsprechender Bewehrung. Schulte fügt hinzu: nicht magnesithaltig.Quelle: hofe Montageanleitung 2025, Schulte Montageanleitung 13048

Die Anforderungen an den Boden sind bei hofe und Schulte fast wortgleich. Die Bodenplatte muss nach Schulte die Druck-, Zug- und Schublasten aus den Regalen aufnehmen. hofe schreibt, der Fußboden müsse die Lasten aus Eigengewicht, Beladung und Zugkraft sicher aufnehmen können.

Die Zugkraft im zweiten Satz erklärt die Anker. Der Boden muss die Fußplatten nicht nur tragen, er muss sie auch halten.

Welche Böden ungeeignet sind, steht bei hofe in einer Aufzählung. Asphalt-, Schotterböden, Verbundsteinpflaster und Betonböden mit Fußbodenheizung sind nicht oder nur eingeschränkt geeignet.

Für magnesitgebundene Böden sind die Hersteller verschieden streng. Schulte verlangt Beton, der nicht magnesithaltig ist. hofe lässt magnesitgebundene Fußböden zu, wenn Kunststoffplatten unterlegt werden, damit die Fußplatten nicht korrodieren.

Wie viel Last an einer einzelnen Stelle ankommt, zeigt eine Angabe im hofe-Katalog. Jede Fußplatte mit 5 mm Materialstärke nimmt eine halbe Feldlast auf, beim Endrahmen ein Viertel. Bei einem GRAVIS-Feld mit 6.000 kg Feldlast sind das 3.000 kg auf einer Fußplatte im Inneren der Zeile.

Für die Ebenflächigkeit nennt Schulte zwei Maßstäbe: für Anlagen mit Regalbediengeräten die FEM 9.831, für konventionelle Regalanlagen die DIN 18202. Für eine Werkstatt oder ein kleines Lager mit Stapler gilt der zweite.

META formuliert die Anforderung über die Wirkung. Der Untergrund muss die maximal auftretenden Stützlasten, Flächenpressungen und Zuglasten aufnehmen und ableiten können, und die Bodenplatte darf sich unter Last nur so wenig verformen, dass im Regal keine relevanten Zusatzbeanspruchungen entstehen. Das mitgelieferte Befestigungsmaterial ist nur für gegossenen Beton geeignet.

Bei korrosionsaktiven Industrieböden verlangt META eine Isolierung der Stützenfußbereiche und geeignetes Befestigungsmaterial nach Angaben des Fußbodenherstellers.

Eine Unstimmigkeit steht bei hofe selbst. In der Planungscheckliste am Ende des Katalogs heißt die Standardangabe „Betonboden C25/30 >= 150 mm", in der Montageanleitung C20/25 mit 200 mm. Für die Planung gilt die strengere Kombination aus beiden, also die dickere Platte; die Betongüte klärt man mit dem Hersteller.

Ob ein vorhandener Boden diese Werte erfüllt, lässt sich am Regal nicht feststellen. Die Angaben zu Güte und Dicke stehen in den Bauunterlagen der Halle oder der Garage, und wo sie fehlen, beantwortet die Frage ein Statiker, nicht der Regalhersteller.

Was die fünf Sets im Systemvergleich zum Boden voraussetzen und welche Anker im Karton liegen, steht in der Gegenüberstellung, was die Hersteller im Vergleich zum Hallenboden vorschreiben.

Ohne Anker geht es nicht

Ob ein Palettenregal auch ohne Bodenbefestigung steht, gehört zu den Suchvorschlägen rund um den Aufbau. In den Unterlagen der Hersteller hat sie eine kurze Antwort.

Schulte schreibt, eine Bodenverdübelung ist grundsätzlich erforderlich. Für jede Fußplatte sind zwei Bodenanker vorzusehen. Die Bohrungen werden durch die Fußplatte in den Boden gebohrt, die Anker eingesetzt und angezogen, und sie müssen im Rohbeton greifen.

Der letzte Halbsatz ist für Böden mit Estrich oder Beschichtung wichtig. Was zählt, ist der tragende Beton darunter.

hofe schreibt, Palettenregale müssen im Fußboden verankert werden. Die Montageanleitung zeigt Bolzenanker M12 × 110 mm mit europäischer Zulassung ETA-99/0011, Bohrdurchmesser 12 mm und ein Anzugsmoment von 45 Nm. Bodendübel gehören bei hofe zum Lieferumfang jedes Stützrahmens.

Schulte nennt als Bodenanker M12 × 115 mm, verzinkt unter der Artikelnummer 46798 oder in Edelstahl V4A unter 16113-V4A. Für Rammschutzecken dürfen Schraubanker Ø 10 × 90 mm verwendet werden.

Zwei Regeln von Schulte gelten für jeden Anker. Grundsätzlich gelten die Verdübelungsvorschriften der jeweiligen Dübelhersteller, und Dübelmontagen dürfen nur durch geschultes Personal vorgenommen werden.

Die zweite Regel betrifft Mischungen. Ein Vermischen der Dübeltypen ist nicht zulässig, sonst erlöschen die Zulassungen und eventuelle Garantieansprüche.

Welcher Dübel in welchem Untergrund hält und wie man Beton von Estrich oder Mauerwerk unterscheidet, steht im Ratgeber, welcher Dübel in welchem Untergrund hält. Für Palettenregale gilt zusätzlich, dass der Regalhersteller den Anker vorgibt.

90 oder 150 Millimeter Bohrtiefe

An einer Stelle widersprechen sich die Anleitungen von hofe und Schulte selbst, und zwar beide auf dieselbe Weise.

Im Text verlangt Schulte eine Mindestbauteildicke der Bodenplatte von 200 mm und eine Mindestbohrlochtiefe von 150 mm, soweit nicht Lasten oder Verankerungen größere Tiefen erfordern. In der Zeichnung zur Bodenverankerung, einige Seiten weiter, steht neben dem Bodenanker M12 × 115: Bohrer Ø 12 mm, Bohrtiefe 90 mm.

hofe schreibt in der Liste der Planungshinweise ebenfalls von einer Mindestbohrlochtiefe von 150 mm. Die Montagezeichnung für den Bolzenanker M12 × 110 nennt 90 mm.

Vor dem Bohren nachfragen

Welche Tiefe gilt, lässt sich aus den Anleitungen nicht ablesen, und eine eigene Auslegung ersetzt die Antwort nicht. Die verbindliche Zahl nennt der Hersteller des Regals oder des Ankers auf Nachfrage.

Für die Planung folgt daraus eine einfache Regel. Wer ohnehin eine Bodenplatte von mindestens 200 mm hat, kann beide Tiefen bohren, ohne die Platte zu durchschlagen. Wer weniger hat, hat ein Problem, das die Bohrtiefe nicht löst.

Bei Böden mit Fußbodenheizung kommt die Frage hinzu, was in der Platte liegt. hofe hält solche Böden für nicht oder nur eingeschränkt geeignet, und in dieser Lage ist jede Bohrung eine Frage an den Heizungsplan.

150 mm zur Wand

Der Abstand zur Wand steht in keiner der Suchergebnisseiten, die für diesen Ratgeber gelesen wurden, aber in beiden Anleitungen. Bei hofe heißt es knapp: Der Mindestwandabstand der Palettenregale beträgt 150 mm.

Schulte leitet dieselbe Zahl her. Beim Wandabstand ist zusätzlich der Palettenüberstand zu berücksichtigen, etwa 50 mm Überstand und 100 mm Sicherheitsabstand, zusammen 150 mm.

In der Skizze zu den Freiräumen nennt Schulte den Abstand zwischen Lagergut und Wand, Durchschubsicherung oder sperrender Aussteifung mit mindestens 100 mm. Der Überstand der Palette über den Holm ist dort mit 50 mm, plus oder minus 10 mm, eingezeichnet.

Für feuerverzinkte Außenregale nennt Schulte im Prospekt einen anderen Grund für den Abstand. Mindestens 100 mm zwischen Außenrahmen und Wänden oder Gebäudeteilen sind für die Fußplatten zu berücksichtigen.

Eine Befestigung an der Wand anstelle des Bodens sieht keine der gelesenen Anleitungen vor.

In der Skizze von Schulte steht die Wand an derselben Stelle wie eine Durchschubsicherung oder eine sperrende Aussteifung, hinter den Ladeeinheiten und mit mindestens 100 mm Abstand zum Lagergut. Die Rückseite eines Regals, die nicht beladen wird, muss nach der 208-061 gegen Herabfallen gesichert sein.

Höhe, Gänge, Durchfahrten

Wie hoch ein Regal sein darf, hängt nicht nur an der Hallendecke. hofe verlangt, dass die äußeren Regalrahmen zur Absturzsicherung mindestens 500 mm höher sind als die oberste Lagerebene.

Schulte formuliert dieselbe Zahl über die Sicherungen gegen Herabfallen: Bei Palettenlagerung müssen sie auch an den obersten Ablagen mindestens noch 500 mm höher sein als die oberste Lagerebene.

Wer die Rahmenhöhe wählt, rechnet also von oben: oberste Traverse, Palettenhöhe mit Ladung, Freiraum darüber, und dann noch 500 mm Rahmen über der Ebene, auf der die oberste Palette steht.

Für die Gänge nennen hofe und Schulte dieselben Mindestbreiten. Verkehrswege sind mindestens 1.250 mm, Nebengänge mindestens 750 mm breit auszulegen. Schulte nennt zusätzlich einen Sicherheitsabstand zu Fördermitteln von mindestens 500 mm auf jeder Seite.

Die Gänge zwischen den Regalen müssen so breit sein, dass der Stapler eine 90-Grad-Drehung machen und ein- und auslagern kann. Die nötige Breite entnimmt man nach Schulte dem Datenblatt des eingesetzten Staplers.

Für die Länge der Regalzeile reicht die Summe der Feldbreiten nicht. hofe gibt im Katalog die Außenmaße an: Ein Grundfeld ist 200 mm breiter als seine Nennbreite, jedes Anbaufeld 100 mm. Eine Zeile aus drei Feldern zu 2.700 mm braucht damit 8.500 mm, dazu kommt der Wandabstand an den Stirnseiten, wo eine Wand steht.

Schulte rechnet für die feuerverzinkten Rahmen S665-C30-FV anders: Summe aller Feldbreiten plus Anzahl der Ständerrahmen mal 115 mm. Die Rechenregel gehört also zum System, nicht zur Feldbreite.

Auch die Rahmenhöhe ist eine Systemgröße. hofe führt GRAVIS-Rahmen von 2.100 bis 7.140 mm Höhe in Stufen von 630 mm und in den Tiefen 750, 900 und 1.100 mm. Wer die Hallen- oder Garagenhöhe kennt, wählt aus dieser Reihe und rechnet die 500 mm über der obersten Lagerebene mit ein.

Durchfahrten haben eigene Regeln. Die lichte Höhe muss nach Schulte mindestens Fahrzeughöhe plus 250 mm betragen und darf nicht kleiner als 2.000 mm sein. Durchfahrten und Überbauten sind gegen herabfallendes Lagergut zu sichern, zum Beispiel durch eine auf den Holm aufgelegte Spanplatte.

Für die Freiräume im Fach gibt Schulte eine Tabelle nach der Höhe des Holms vom Boden. Bis 3.000 mm sind seitlich 75 mm vorgesehen und nach oben 75 mm, von 3.001 bis 6.000 mm seitlich 75 und nach oben 100 mm. Bis 9.000 mm steigt der obere Freiraum auf 125 mm.

Vom Kreidestrich zum stehenden Rahmen

Die Montage beginnt nach Schulte auf dem Hallenboden. Mit Maßband und Kreide wird der genaue Standort der Regale festgelegt, und dabei sind der notwendige Sicherheitsabstand zur Wand und die DGUV Information 208-061 zu beachten.

Wer darf aufbauen? Die 208-061 legt fest, dass Regale nur unter Beachtung der vom Hersteller mitgelieferten Aufbau- und Betriebsanleitungen durch hierin besonders unterwiesene Personen aufgestellt und umgebaut werden dürfen.

Gegebenenfalls ist nach der 208-061 der Hersteller oder Inverkehrbringer hinzuzuziehen. Bei einem ersten Regal in einer Werkstatt ist die Rückfrage beim Hersteller vor dem Bohren der kürzeste Weg zu einer belastbaren Antwort.

Das Werkzeug nennt Schulte in der Anleitung: Bohrer mit 10, 12 und 14 mm und Schlüssel mit den Weiten 10, 13, 16, 17 und 19. Auf derselben Seite stehen die Regelwerke, die beim Aufbau zu beachten sind, DIN EN 15635 und 15620, DIN 18202 und die DGUV Information 208-061.

Die Rahmen werden bei hofe unmontiert geliefert und in Schraub-Steckmontage zusammengesetzt, aus Stützenprofilen, Horizontal- und Diagonalstreben und Fußplatten. Schulte weist schon vor dem ersten Rahmen auf die richtige Lage der Fensterlochung hin.

META gibt einen Hinweis zur Arbeitsweise: bei der Montage keine Gewalt und keine Hebelstangen verwenden, sondern das jeweils geeignete Werkzeug, um Beschädigungen zu vermeiden. Ein verbogenes Bauteil aus der Montage ist ein Schaden wie jeder andere.

Das Klettern auf oder in die Regale ist nach hofe verboten, auch beim Aufbau. Für Arbeiten in der Höhe braucht es eine Aufstiegshilfe, die nicht das Regal ist.

Für das Fachwerk der Rahmen empfiehlt Schulte, den ersten Diagonalknoten an der Bedienseite des Regals anzuordnen, und schreibt dazu, das sei keine statische Verpflichtung.

Danach werden die Rahmen aufgestellt, die Traversen eingehängt und mit den Sicherungsstiften gesichert. Schulte verlangt, nach Aufbau und Umbau die mitgelieferten Sicherungsstifte einzusetzen, und zwar nur die Originale.

Bei hofe gehören zu jedem Auflageträger zwei verzinkte Sicherungsstifte. Die Träger lassen sich im Raster von 70 mm schraublos verstellen.

Da die Bohrungen nach Schulte durch die Fußplatte in den Boden gehen, steht der Rahmen beim Bohren schon an seinem Platz. Wo er steht, hat der Kreidestrich vom Anfang festgelegt.

Wer ein Regal aus zweiter Hand aufbaut, folgt denselben Schritten und braucht dafür die Anleitung des ursprünglichen Herstellers. Was dabei zusätzlich zu klären ist, steht im Ratgeber, woran man das System eines gebrauchten Regals erkennt.

Lot, Unterlegbleche, Ebenheit

H/350Größte Abweichung von der Senkrechten bei Schulte

In Regallängs- und Querrichtung, bezogen auf die Regalhöhe. Bei 3.000 mm Höhe sind das gut 8,5 mm.Quelle: Schulte Montageanleitung 13048

Das Regal ist nach Schulte innerhalb der vorgeschriebenen Toleranzen lot- und senkrecht auszurichten. Die Abweichung von der Senkrechten darf in Längs- und Querrichtung H/350 der Regalhöhe nicht überschreiten.

Die DGUV Information 208-061 nennt eine weitere Grenze. Abweichungen der Regalstützen von der Lotrechten in Längs- und Tiefenrichtung dürfen bei voller Beladung nicht mehr als 1/200 der Stützenhöhe betragen.

Die beiden Werte messen nicht dasselbe. H/350 ist bei Schulte die Montagetoleranz, 1/200 bei der DGUV die Grenze im beladenen Zustand. Die Montagetoleranz von Schulte ist die strengere Zahl; die 1/200 der DGUV muss das Regal auch unter voller Last noch einhalten.

Höhenunterschiede im Boden werden mit Unterlegblechen ausgeglichen. Schulte erlaubt höchstens fünf Unterlegbleche oder 10 mm Höhe; was darüber hinausgeht, ist mit dem Hersteller abzusprechen. hofe führt Unterlegbleche in 2 und 3 mm Stärke.

Für die Ebenheit des Bodens verweist Schulte auf die DIN 18202 und gibt die Toleranzen in der Anleitung an. Auf weniger als einem Meter Messstrecke sind höchstens 4 mm erlaubt, zwischen einem und vier Metern 10 mm, bis zehn Meter 12 mm und bis fünfzehn Meter 15 mm.

Ist der Boden unebener, als fünf Bleche oder 10 mm ausgleichen können, verlangt Schulte die Rücksprache. Dann ist der Boden die Baustelle, nicht das Regal.

Beim Ausrichten zeigt sich auch, ob die Fußplatten vollflächig aufliegen. META setzt für den Beton ausreichende Steifigkeit und Ebenheit voraus, um ein vollflächiges Aufliegen der Fußplatten zu gewährleisten.

Fachhöhen und Trägerabstände

Wo die Traversen sitzen, ist Teil der Statik. hofe schreibt vor, jedes Regalfeld mit mindestens zwei Trägerpaaren übereinander auszustatten, und die Trägerabstände in einem Feld dürfen sich höchstens um den Faktor 1,2 unterscheiden.

Schulte nennt eine ähnliche Bedingung. Die Fachhöhen sollen in allen Ebenen annähernd gleich sein; die oberen Fächer dürfen vom unteren um höchstens 10 Prozent abweichen.

Besonders empfindlich ist das unterste Fach. Eine Veränderung der Höhen, insbesondere des untersten Faches, verändert nach Schulte die zulässige Belastbarkeit der Ständer, weil die Rahmenbelastbarkeit von der Knicklänge zwischen Boden und erstem Holm abhängt.

Holme werden nur im unbeladenen Zustand verstellt. Das steht bei Schulte und gilt nach der 208-061 für jeden Umbau eines Regals.

Wie stark Ebenenzahl und Fachhöhe die zulässige Last verändern, rechnet der Ratgeber vor, wie viel Last ein Fach bei mehr Ebenen noch trägt. Für den Aufbau genügt die Regel, dass die Fachhöhen dem Schild entsprechen müssen.

hofe schreibt außerdem, alle Fächer eines Regals weisen bei voller Beladung dieselbe Fachlast auf. Wer im untersten Fach schwerer lagern will als oben, braucht dafür eine Freigabe, keine Annahme.

Anfahrschutz, Abdeckung, Schilder

Zum Aufbau gehören Teile, die nicht tragen, aber schützen. Schulte schreibt zur Sicherung der Eckbereiche und Durchfahrten nach der DGUV Information 208-061 einen gelb-schwarz gekennzeichneten, mindestens 400 mm hohen Anfahrschutz vor.

hofe verlangt Anfahrschutze an Außenrahmen und Durchfahrten. Im Katalog steht dazu, äußere Ständer im Eckbereich und im Bereich von Durchfahrten seien mit Rammschutzecken gegen Anprall zu schützen.

Welche Höhe und welche Energie der Anfahrschutz aufnehmen muss und warum zwei DGUV-Informationen dafür verschiedene Werte nennen, steht im Ratgeber, welche Prüfpflichten für ein Palettenregal im Betrieb gelten.

Die Rückseite eines Regals, die nicht beladen wird, muss nach der 208-061 gegen Herabfallen von Ladeeinheiten gesichert sein. Schulte setzt das in der Anleitung um und verweist auf die Durchschubsicherungen, die bei Doppelregalen ab weniger als 100 mm Abstand zwischen den Paletten vorgeschrieben sind.

Für alles, was nachträglich ans Regal kommt, setzt META eine Grenze. Werden Zubehörteile verbaut oder ergänzt, müssen sie von META für das konkrete Regal freigegeben sein; im Zweifel ist der Hersteller zu fragen. Rammschutz, Gitterroste oder Durchschubsicherungen aus einem fremden Programm fallen darunter.

Bleiben die Schilder. hofe schreibt vor, an jeder Regalzeile die mitgelieferten Traglastschilder anzubringen. META verlangt, Regale gut sichtbar mit dem Typenschild zu kennzeichnen.

Werden Fachhöhen oder die Aufstellung geändert, müssen die vorhandenen Belastungsaufkleber nach Schulte auf ihre Gültigkeit geprüft und bei Bedarf neue mit den richtigen Lastangaben beim Hersteller bestellt werden.

Draußen gelten andere Regeln

Die üblichen Palettenregale sind für innen gebaut. hofe erlaubt GRAVIS nur in geschlossenen Räumen, META seine Regale nur im Innenraum der Umweltkategorie C1.

Die DIBt-Genehmigung für das Jungheinrich-System MPB erklärt, warum. Der übliche Einsatzbereich kann den Kategorien C1 oder C2 zugeordnet werden, und für C1 genügt die Pulverbeschichtung als Korrosionsschutz. Unter den Bedingungen von C2 ist langfristig mit Korrosionsschäden zu rechnen, die einen Austausch von Bauteilen erforderlich machen können.

Ob eine unbeheizte Garage oder ein offener Unterstand noch C1 ist, beantworten die gelesenen Unterlagen nicht. Die Freigabe von hofe für geschlossene Räume ist die engere Formulierung, und für GRAVIS gilt sie.

Für draußen gibt es feuerverzinkte Palettenregale. Schulte führt sie in einem eigenen Prospekt zur Außenaufstellung, mit Rahmen S665-C30-FV, warmgewalzten IPE-Holmen und Schraubankern mit Folienpatrone.

Die Statik dieser Regale hängt am Standort. Schulte nennt Lastansätze für Erdbebenzone 1 und 2, Windzone 1 und 2, Schneelastzone 1, 2 und 2a und die Geländekategorien 3 und 4, ohne exponierte Baulage, und alle gelten nur für Deutschland. Mit jeder Bestellung muss der genaue Aufstellort mit Postleitzahl, Straße und Hausnummer mitgeteilt werden.

Auch die Mindestanforderung ist dieselbe wie innen: drei Felder mit mindestens je zwei Holmebenen. Europaletten dürfen in diesen Regalen bis zu 2.530 mm hoch sein. Für die Montage rechnet Schulte mit erhöhtem Aufwand durch die Feuerverzinkung.

Auch der Boden wird draußen zur Baufrage. Schulte schreibt, wichtig sei eine ausreichende Dimensionierung der Streifenfundamente oder der Bodenplatte, und die Verantwortung für baurechtliche Anforderungen liege beim Bauherrn. Für die Bemessung der Fundamente nennt der Prospekt eine wechselseitige Last von 85 kN Druck und 60 kN Zug.

OHRA beschreibt den Unterschied über das Material. Die Bauteile werden für den Außenbereich im Tauchbad nach DIN EN ISO 1461 feuerverzinkt, verankert wird außen mit Ankern in Edelstahl A4. Bei Regalen mit Dach werden regionale Schnee- und Windlasten ermittelt und bei der Profilauswahl berücksichtigt.

Im Prospekt von Schulte kommt kein Dach vor, und OHRA liefert Regale mit Dach nur auf Anfrage. Das passt zu den regionalen Lastansätzen: Wind und Schnee lassen sich nicht für einen Katalog rechnen.

Vor der ersten Palette

Wenn das Regal steht, verankert und ausgerichtet ist, bleiben die Regeln für das Beladen. hofe und Schulte schreiben dasselbe: Palettenregale werden in der Reihenfolge von unten nach oben gleichmäßig beladen.

hofe ergänzt, die Last sei direkt und senkrecht in die Auflageträger einzuleiten und symmetrisch einzulagern. Seitliches Bewegen und Verschieben von Paletten auf den Trägern sowie stoßartiges Absetzen sind unzulässig.

Schulte verlangt Hubgeräte, deren Gabeln die gesamte Länge der Palette erfassen. Kürzere Gabeln sind nicht zulässig.

Zur Lage der Palette im Fach nennt Schulte eine Zahl. Die Lasten sind so einzustapeln, dass der Lastschwerpunkt in Tiefenrichtung höchstens 50 mm von der Mitte des Regals abweicht, und die Last muss einwandfrei auf den Holmen aufliegen.

Paletten dürfen nach Schulte nicht über die Holme geschoben oder stoßartig abgesetzt werden, und die Regale dürfen weder mit der Last noch mit dem Stapler angefahren werden. Ein durch unsachgemäße Bedienung sichtbar verformtes Bauteil ist umgehend auszuwechseln.

Durchschubsicherungen dürfen nach Schulte nicht als Anschlag oder zur Positionierung von Paletten verwendet werden. Und es kommen nur unbeschädigte Paletten ins Regal, weil defekte Ladehilfsmittel die Belastung unter Umständen nicht mehr aufnehmen.

Zusammengestellt ergibt sich daraus die Liste für den Aufbau: Beton C20/25 mit 200 mm Platte, zwei Anker je Fußplatte nach Vorgabe des Herstellers, geklärte Bohrtiefe, 150 mm zur Wand, Rahmen 500 mm über der obersten Lagerebene, Lot innerhalb H/350, Fachhöhen wie auf dem Schild, Anfahrschutz an Ecken und Durchfahrten, Schild an jeder Zeile.

Fehlt eine dieser Bedingungen, gilt die Last aus der Tabelle nicht mehr.

Häufige Fragen

Kann man ein Palettenregal ohne Bodenbefestigung aufstellen?
Nach den gelesenen Herstellerunterlagen nicht. Schulte schreibt, eine Bodenverdübelung sei grundsätzlich erforderlich, mit zwei Bodenankern je Fußplatte; hofe schreibt, Palettenregale müssen im Fußboden verankert werden.
Welcher Boden ist für ein Palettenregal geeignet?
Beton der Mindestgüte C20/25 mit entsprechender Bewehrung und einer Bodenplatte von mindestens 200 mm, so hofe und Schulte. Asphalt, Schotter, Verbundsteinpflaster und Betonböden mit Fußbodenheizung hält hofe für nicht oder nur eingeschränkt geeignet; META gibt sein Befestigungsmaterial nur für gegossenen Beton frei.
Wie viel Abstand muss ein Palettenregal zur Wand haben?
Mindestens 150 mm, so hofe. Schulte rechnet dieselbe Zahl aus 50 mm Palettenüberstand und 100 mm Sicherheitsabstand. Für feuerverzinkte Außenregale nennt Schulte mindestens 100 mm zwischen Außenrahmen und Wand, damit die Fußplatten Platz haben.
Wie gerade muss ein Palettenregal stehen?
Schulte erlaubt eine Abweichung von der Senkrechten von höchstens H/350 der Regalhöhe, bei 3.000 mm also gut 8,5 mm. Die DGUV Information 208-061 nennt 1/200 der Stützenhöhe bei voller Beladung. Ausgeglichen wird mit Unterlegblechen, bei Schulte höchstens fünf Bleche oder 10 mm.
Darf ein Palettenregal im Freien stehen?
Die Innensysteme nicht: hofe erlaubt GRAVIS nur in geschlossenen Räumen, META nur im Innenraum der Umweltkategorie C1. Für draußen gibt es feuerverzinkte Regale, bei Schulte mit Lastansätzen für Wind- und Schneezonen und mit Angabe des Aufstellorts bei jeder Bestellung.
Wie hoch muss der Rahmen über der obersten Palette sein?
Mindestens 500 mm. hofe verlangt das für die äußeren Regalrahmen zur Absturzsicherung, Schulte für die Sicherungen gegen herabfallende Ladeeinheiten an den obersten Ablagen.
In welcher Reihenfolge wird ein Palettenregal beladen?
Von unten nach oben und gleichmäßig, mit senkrechtem Absetzen und symmetrischer Einlagerung. So steht es bei hofe und bei Schulte; Schulte verlangt außerdem Gabeln, die die ganze Palettenlänge erfassen.

Änderungen an dieser Seite

Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung: Aufbau von Palettenregalen nach den Montageanleitungen von hofe (2025) und Schulte (13048), dem hofe-Katalog 11/24, den META-Sicherheitshinweisen 02.2024, dem Schulte-Prospekt für feuerverzinkte Regale, der DIBt-Bauartgenehmigung Z-14.8-695 und der DGUV Information 208-061. Leitbefund: Kein Hersteller sieht einen Aufbau ohne Bodenverankerung vor; verlangt werden Beton C20/25 mit 200 mm Plattendicke und 150 mm Wandabstand. Die Anleitungen von hofe und Schulte nennen im Text 150 mm Mindestbohrlochtiefe und in der Zeichnung 90 mm.

Verwendete Quellen

  1. [1]hofe: Montageanleitung Palettenregale GRAVIS RTP (2025) · abgerufen 2026-10-20
  2. [2]hofe: GRAVIS Palettenregalsystem, Katalog 11/24 · abgerufen 2026-10-20
  3. [3]Schulte: Montageanleitung Palettenregale 13048 · abgerufen 2026-10-20
  4. [4]Schulte: Feuerverzinkte Palettenregale zur Außenaufstellung (Prospekt 03.2024) · abgerufen 2026-10-20
  5. [5]META: Sicherheitshinweise Regale (02.2024) · abgerufen 2026-10-20
  6. [6]DIBt: Allgemeine Bauartgenehmigung Z-14.8-695, Palettenregalsystem MPB (Jungheinrich) · abgerufen 2026-10-20
  7. [7]OHRA: Palettenregale · abgerufen 2026-10-20
  8. [8]DGUV Information 208-061: Lagereinrichtungen und Ladungsträger (November 2023, Fassung Juli 2024) · abgerufen 2026-10-20