Ratgeber · Palettenregale
Im Palettenregal gilt die Fachlast für das Fach, nicht die Palette
Was 3.000 kg Fachlast bedeuten, warum sie bei sechs Ebenen auf 2.200 kg fallen, was unter drei oder vier Feldern gilt und wie man die Last am eigenen Regal nachrechnet.
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3.000 kg Fachlast steht in den Datenblättern von hofe, Schulte, Jungheinrich und BITO, jeweils für ein Regal mit 2.700 mm Feldbreite. Die Zahl klingt nach einer Palette, die drei Tonnen wiegen darf. Sie meint das Fach, also das Traversenpaar, auf dem bei dieser Breite drei Europaletten nebeneinander stehen.
Je Palette bleiben damit 1.000 kg, und genau diese Zahl nennen Schulte, Jungheinrich und BITO als Palettengewicht. META führt dieselbe Größenordnung unter einem anderen Namen: Im Titel eines Grundregals steht „Fachlast 980 kg", in der Merkmalsliste derselben Seite „max. Fachlast 2930 kg".
Dieser Ratgeber rechnet nach, woran die Fachlast hängt: an der Länge und dem Profil der Traverse, an der Zahl der Ebenen, an der Fachhöhe, an der Zahl der Felder und an der Art, wie die Palette aufliegt. Die Zahlen stammen aus den Belastungstabellen und Montageanleitungen der Hersteller und aus zwei Informationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
Fachlast prüfen in fünf Fragen
- Wie viele Paletten stehen auf einem Traversenpaar?Bei 2.700 mm Feldbreite drei Europaletten längs, bei 1.825 mm zwei.
- Welches Traversenprofil ist verbaut?Bei Schulte trägt dieselbe Länge von 2.700 mm je nach Holmtyp 1.545 bis 3.750 kg je Paar.
- Wie viele Ebenen und welche Fachhöhe?Die Feldlast der Tabelle muss zur Zahl der Ebenen und zur Fachhöhe passen, nicht nur die Fachlast.
- Wie viele Felder stehen nebeneinander?Unter drei (Schulte) oder vier Feldern (hofe) mindern die Hersteller die Lasten.
- Liegt die Last gleichmäßig auf?Die Tabellen gelten für verteilte Last; eine Punktlast in der Fachmitte halbiert die zulässige Fachlast.
3.000 kg für drei Paletten
Ein verstellbares Palettenregal besteht aus Rahmen, die senkrecht stehen, und Traversen, die zwischen zwei Rahmen eingehängt werden. Zwei Traversen auf gleicher Höhe, eine vorne und eine hinten, bilden ein Fach. Die Palette liegt mit ihren Kufen auf beiden auf.
Die Fachlast ist die Last, die auf dieses Traversenpaar gebracht werden darf. Bei Schulte heißt sie in der Holmlasttabelle „Tragkraft kg / Paar", und das trifft es genauer als der Begriff im Shop.
Wie viele Paletten auf dem Paar stehen, hängt an der Feldbreite. Bei 2.700 mm sind es drei Europaletten, die mit der schmalen Seite nach vorn eingelagert werden. Die 3.000 kg verteilen sich dann auf drei Ladeeinheiten zu je höchstens 1.000 kg.
BITO schreibt das auf der Produktseite in einem Satz aus: In der Ausführung mit 1.000 kg pro Palette trägt ein Fach bis zu 3.000 kg. Dieselbe Seite bietet auch Varianten mit 800 kg je Palette an.
Das Missverständnis entsteht, wenn beide Zahlen unter demselben Wort stehen. Wer bei META „Fachlast 980 kg" liest, könnte meinen, das Regal trage weniger als ein Drittel dessen, was die anderen anbieten. Gemeint ist der Stellplatz, und die Merkmalsliste nennt 2.930 kg je Fach und 5.860 kg je Feld.
Welche Bauformen es für Paletten überhaupt gibt und welche davon für eine Werkstatt oder ein kleines Lager in Frage kommen, ordnet die Übersicht, welches Regal für welche Paletten taugt. Hier geht es um die Last auf dem einzelnen Fach.
Die Frage, wie schwer eine Palette sein darf, hat also zwei Antworten. Die Fachlast geteilt durch die Zahl der Stellplätze ist die eine. Die Last der Ladeeinheit, die der Hersteller angibt, ist die andere, und es gilt die kleinere.
Drei Zahlen auf einem Schild
Die DGUV Information 208-061 legt fest, was an einem Regal angegeben sein muss, darunter die zulässigen Fach- und Feldlasten und die maximale Last der Ladeeinheit. Drei Zahlen also, die nicht dasselbe messen.
Die Fachlast ist nach der 208-061 diejenige Last, die in ein Fach eingebracht werden kann. Die Feldlast ist die Summe der Fachlasten in einem Feld, wobei in der Regel eine gleichmäßig verteilte Last zugrunde gelegt wird. Ein Feld ist der Raum zwischen zwei Rahmen, vom Boden bis zur obersten Ebene.
Wie die beiden Begriffe allgemein zusammenhängen und ab welchen Werten ein Schild Pflicht ist, steht im Ratgeber zum Werkstattschrank, was Fach- und Feldlast auf einem Belastungsschild unterscheidet. Beim Palettenregal kommt eine dritte Zahl dazu, die Last der Ladeeinheit.
Die 208-061 lässt sogar zu, die Fachlast wegzulassen. Ihre Angabe ist nicht erforderlich, wenn stattdessen die maximale Anzahl der Ladeeinheiten pro Fach und die maximale Last der Ladeeinheit angegeben sind. Genau so ist der Titel bei META aufgebaut: drei Ebenen, neun Paletten, 980 kg.
Für den Käufer heißt das, dass er auf dem Schild und im Datenblatt nach allen drei Werten sucht. Fehlt einer, lässt er sich aus den anderen nicht sicher ableiten.
Schulte zeigt in der Montageanleitung, wie das Schild aussieht: „Max. Fachlast: … kg" und „Max. Feldlast: … kg", auszufüllen für das aufgebaute Regal. Der Hersteller liefert die Schilder mit, eingetragen werden die Werte, die zum Aufbau passen.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Fehler entstehen. Die Zahl im Shop gilt für die Konfiguration im Karton. Wer eine Ebene ergänzt oder die Fachhöhe ändert, braucht die Zahl aus der Tabelle, nicht die aus dem Shop.
Wie viele Paletten auf eine Traverse passen
Die Feldbreite ist die Länge der Traverse, gemessen zwischen den Rahmen. Wie viele Paletten auf ihr stehen, folgt aus der Palettenbreite und den Abständen.
Für die Abstände gibt die DGUV Information 208-043 eine Untergrenze vor. Bis zu einer Höhe von 9 Metern müssen die seitlichen Abstände zwischen Stützen und Ladeeinheit und zwischen den Ladeeinheiten selbst mindestens 75 Millimeter betragen.
Daraus ergibt sich die Rechnung, die hofe im Katalog als Skizze zeigt. Drei Europaletten zu 800 mm sind 2.400 mm, vier Abstände zu 75 mm sind 300 mm, zusammen 2.700 mm.
Die übliche Feldbreite ist also keine runde Zahl, sie ist drei Paletten plus Luft.
Dieselbe Rechnung für zwei Paletten ergibt 1.600 mm plus drei Abstände, also 1.825 mm, und auch diese Breite führen hofe und Schulte. Für vier Paletten wären es 3.200 plus 375 mm, knapp unter den 3.600 mm, die hofe als größte Feldbreite tabelliert.
Mit der Breite ändert sich die Last je Palette. hofe gibt für 1.825 mm Feldbreite bei zwei Ebenen 3.000 kg Fachlast an, für 2.700 mm ebenfalls 3.000 kg und für 3.600 mm 3.400 kg.
Auf die Paletten umgerechnet sind das 1.500 kg bei zwei Stellplätzen, 1.000 kg bei drei und 850 kg bei vier. Die breiteste Traverse trägt am meisten und je Palette am wenigsten.
Ob die Ladeeinheit 1.500 kg wiegen darf, nur weil das Fach es hergibt, beantwortet die Belastungstabelle nicht. Dafür gilt die Last der Ladeeinheit, die der Hersteller angibt, und die Tragfähigkeit der Palette selbst.
Die 75 mm sind eine Untergrenze für die Einlagerung, keine Empfehlung. Die 208-043 verweist für die Freiräume je nach Flurförderzeug und Einlagerhöhe auf den Normentwurf DIN EN 15620 von 2020. Wer mit einem Stapler einlagert, der nicht millimetergenau absetzt, ist mit mehr Luft besser bedient, und die passt bei 2.700 mm nur mit weniger Paletten.
Gleiche Länge, doppelte Last
Dass 2.700 mm Feldbreite 3.000 kg tragen, ist keine Eigenschaft der Breite. Es ist eine Eigenschaft des Profils, das der Hersteller für diese Breite auswählt.
Die Holmlasttabelle in der Montageanleitung von Schulte zeigt das an einer einzigen Länge. Für 2.700 mm Nennfeldweite führt sie vier Holmtypen. Der LNS-DUO 100 × 50 × 1,5 trägt 1.545 kg je Paar, der LNS-DUO 110 × 50 × 1,5 trägt 2.463 kg, der EGN-DUO 120 × 50 × 1,5 trägt 3.072 kg und der EGN-DUO 150 × 50 × 1,5 trägt 3.750 kg.
Zwischen dem leichtesten und dem schwersten Paar liegt mehr als das Doppelte. Auf drei Paletten umgerechnet sind das 515 kg je Palette im einen und 1.250 kg im anderen Fall.
Das Set 46836-N, das im Systemvergleich empfohlen wird, hat laut Merkmalsliste 120 mm hohe Holme. Das passt zum EGN-DUO 120 × 50 × 1,5, und die 3.000 kg Fachlast im Shop passen zu dessen 3.072 kg in der Tabelle.
Bei hofe trägt die Traverse für 2.700 mm die Bezeichnung RTP-110, für 1.825 mm RTP-080 und für 3.600 mm RTP-160. Jede Belastungstabelle gilt für genau ein Profil, und der Typ steht im Kopf der Tabelle.
Wer Traversen nachkauft, sucht deshalb nach dem Profil, nicht nach der Länge. Bei Schulte trägt ein Paar LNS-DUO 100 auf 2.700 mm etwa die Hälfte eines Paars EGN-DUO 120 derselben Länge.
Welche der fünf Sets im Vergleich ihre Holm- und Feldlasttabellen frei abrufbar machen und welche nur eine Zahl im Shop nennen, zeigt die Gegenüberstellung, welche Palettenregal-Systeme ihre Lasttabellen offenlegen. BITO etwa nennt im Shop 3.000 kg, aber keinen Traversentyp.
Die fünfte Ebene kostet 300 kg je Fach
Die Traverse ist nur die halbe Rechnung. Was in allen Fächern eines Feldes zusammen liegt, tragen die beiden Rahmen, und deren Tragfähigkeit ist begrenzt.
Die Belastungstabelle von hofe für 2.700 mm Feldbreite und das Traversenprofil RTP-110 zeigt, was daraus folgt. Bei 770 mm Fachhöhe und 1.100 mm Rahmentiefe stehen dort für zwei bis sechs Traversenpaare diese Werte:
- zwei Ebenen: 3.000 kg Fachlast, 6.000 kg Feldlast
- drei Ebenen: 3.000 kg Fachlast, 9.000 kg Feldlast
- vier Ebenen: 3.000 kg Fachlast, 12.000 kg Feldlast
- fünf Ebenen: 2.700 kg Fachlast, 13.500 kg Feldlast
- sechs Ebenen: 2.200 kg Fachlast, 13.200 kg Feldlast
Bis zur vierten Ebene bleibt die Fachlast bei den 3.000 kg, für die hofe die Traverse auslegt, und die Feldlast wächst mit jeder Ebene um 3.000 kg. Ab der fünften Ebene steigt die Feldlast kaum noch, und die Fachlast sinkt, damit die Summe passt.
Die Rechnung geht genau auf. 13.500 kg geteilt durch fünf sind 2.700 kg, 13.200 kg geteilt durch sechs sind 2.200 kg.
Wer sein Regal mit vier Ebenen kauft und später eine fünfte einhängt, darf danach in kein Fach mehr 3.000 kg legen.
Bei drei Europaletten je Fach heißt das 900 kg statt 1.000 kg je Palette, bei sechs Ebenen gut 730 kg.
Kurz gefasst
Bei Schulte sieht dieselbe Logik anders aus, weil die Anleitung nur Feldlasten nach Rahmentyp tabelliert. Für den Rahmen S625-A18 bei 1.000 mm Fachhöhe stehen dort 6.930 kg bei zwei Holmebenen, 8.695 kg bei drei und 10.135 kg bei sechs.
Teilt man diese Werte durch die Zahl der Ebenen, ergibt sich, was ein Fach höchstens bekommen darf, wenn alle Fächer gleich beladen sind: rund 3.465 kg bei zwei, knapp 2.900 kg bei drei und knapp 1.690 kg bei sechs Ebenen. Die kleinere Zahl aus Holmlast und diesem Anteil ist die Grenze.
Die Bodenebene zählt bei dieser Rechnung nicht mit, solange die Paletten auf dem Hallenboden stehen und nicht auf Traversen. Das Set 46836-N hat zwei Holmebenen je Feld, die dritte Ebene ist der Boden; die Feldlasttabelle von Schulte zählt nach Holmebenen.
Höhere Fächer, kleinere Lasten
Die Fachhöhe ist der Abstand von der Oberkante des Hallenbodens oder einer Traverse bis zur Oberkante der nächsten. Schulte nennt sie auch Knickhöhe und schreibt dazu, sie habe direkten Einfluss auf die Feldlasten.
Der Grund steht im Begriff. Die Rahmenbelastbarkeit ist nach Schulte abhängig von der Knicklänge, und je größer der Abstand zwischen zwei Traversen, desto länger ist das Stück Stütze, das unter Last ausknicken kann.
In der Tabelle von hofe für 2.700 mm Feldbreite bleibt die Fachlast bei zwei und drei Ebenen über alle Fachhöhen bei 3.000 kg. Bei vier Ebenen fällt sie ab 1.330 mm Fachhöhe auf 2.900 kg, bei 1.540 mm auf 2.700 kg. Bei fünf Ebenen sind es 2.600 kg bei 1.120 mm und 2.400 kg bei 1.330 mm.
Manche Kombinationen gibt es gar nicht. Für vier Ebenen endet die Tabelle bei 1.540 mm Fachhöhe, für drei bei 1.890 mm, für zwei bei 2.310 mm. Ein Strich in der Tabelle heißt, dass hofe für diese Kombination keinen Wert angibt.
Bei BITO lässt sich derselbe Zusammenhang an der Feldlast ablesen. Die Anleitung des PRO-Regals nennt für die Traverse PT 120M bei 1.000 mm Fachabstand 8.630 kg, bei 1.500 mm 8.350 kg und bei 1.750 mm nur noch 6.030 kg.
Zwischen 1.500 und 1.750 mm Fachabstand verliert das Feld damit mehr als 2.300 kg. Wer die Fächer für hohe Ladung weiter auseinandersetzt, verschenkt Tragfähigkeit, auch wenn die Traversen dieselben bleiben.
Schulte stellt für alle Ebenen eine Bedingung: Die Fachhöhen sollen annähernd gleich groß sein, die oberen Fächer dürfen höchstens 10 Prozent vom unteren abweichen. Sonst ergeben sich nach der Anleitung geringere Belastungswerte.
Für den Kauf eines Sets heißt das, die Fachhöhe ist Teil der Lastangabe. Beim Schulte-Set 46836-N stehen 1.250 mm im Shop, in der Feldlasttabelle gibt es Zeilen für 1.000 und 1.300 mm. Werte dazwischen kommen vom Hersteller.
Selbst mitteln hilft nicht, denn beim Rahmen S625-A18 mit zwei Holmebenen steigt die Feldlast von 1.000 auf 1.300 mm sogar, von 6.930 auf 7.045 kg.
Unter drei oder vier Feldern wird gemindert
Alle Tabellen bisher gelten für eine Regalzeile mit mehreren Feldern nebeneinander. Steht nur ein Feld da, fehlen dem Rahmen die Nachbarn, die ihn in Längsrichtung mit aussteifen.
Die DGUV Information 208-043 nennt dafür eine Größenordnung. Je nach Bauart muss bei Regalen, die nicht mit Verbänden ausgesteift sind, die Tragfähigkeit bei weniger als vier Feldern um bis zu 30 Prozent reduziert werden.
Die Hersteller geben genauere Faktoren an, und sie unterscheiden sich. hofe mindert die Rahmenlast unter vier Feldern: ein Feld 80 Prozent, zwei Felder 85 Prozent, drei Felder 90 Prozent.
Schulte mindert die Feldlast erst unter drei Feldern. Drei Felder und mehr mit mindestens zwei Holmpaaren gelten als 100 Prozent, zwei Felder als 90 Prozent, ein Feld als 80 Prozent.
Zwei Hersteller, zwei Schwellen für dieselbe Minderung
hofe GRAVIS
Schulte
Das Beispiel von hofe stammt aus der Rahmenlasttabelle für 2.700 mm Feldbreite. Bei 1.540 mm Fachhöhe und drei Traversenpaaren trägt ein Rahmen dort 9.600 kg. Stehen nur zwei Felder nebeneinander, bleiben 8.160 kg.
BITO und META verlangen die Mindestzahl als Bedingung. Die Anleitung des PRO-Regals setzt mindestens vier Felder voraus, META gibt die Lasten des MULTIPAL ab vier Feldern an. Jungheinrich schreibt im Shop, aus statischen Gründen sei die Installation von mindestens drei Regalfeldern erforderlich.
Verkauft werden trotzdem Sets mit einem oder zwei Feldern. Das META-Grundregal ist ein einzelnes Feld, das BITO-Komplettregal hat zwei.
Wer so ein Set allein aufstellt, rechnet mit der geminderten Last und fragt beim Hersteller nach, welche Zahl auf das Schild gehört. Welche Sets im Vergleich die geforderte Felderzahl schon im Karton haben, steht in der Übersicht, welche Sets drei oder vier Felder mitbringen.
Die 208-043 verlangt bei der Prüfung genau diesen Abgleich: Die Belastungsangaben müssen den vorhandenen Feldweiten, den Fachhöhen und gegebenenfalls der Anzahl der Felder entsprechen. Veränderungen daran können die Tragfähigkeit erheblich beeinflussen.
Nachrechnen in fünf Schritten
Aus den Abschnitten bisher ergibt sich eine Reihenfolge, mit der sich die Last für ein konkretes Regal bestimmen lässt. Sie braucht die Belastungstabelle des Herstellers und ein Maßband.
Erster Schritt: Feldbreite und Traversenprofil feststellen. Die Feldbreite ist die Traversenlänge, das Profil steht auf dem Etikett oder in der Stückliste. Daraus folgt die Holmlast je Paar, bei Schulte etwa 3.072 kg für den EGN-DUO 120 auf 2.700 mm.
Zweiter Schritt: Ebenen zählen und die größte Fachhöhe messen. Gezählt werden die Traversenpaare, nicht der Boden. Gemessen wird von Oberkante zu Oberkante, und maßgeblich ist das höchste Fach.
Dritter Schritt: In der Tabelle die Zeile mit dieser Fachhöhe suchen und die Spalte mit der Zahl der Ebenen; fehlt die Zeile, nennt der Hersteller den Wert. Dort stehen Fachlast und Feldlast, bei hofe für 2.700 mm, vier Ebenen und 1.330 mm Fachhöhe etwa 2.900 kg und 11.600 kg.
Vierter Schritt: Felder zählen und den Faktor des Herstellers anwenden. Bei hofe mindert man unter vier Feldern die Rahmenlast, bei Schulte unter drei die Feldlast.
Fünfter Schritt: Die Fachlast durch die Zahl der Paletten je Fach teilen und mit der Last der Ladeeinheit vergleichen. Die kleinere Zahl ist das, was eine Palette wiegen darf.
Ein Beispiel mit den Werten von hofe. Ein Regal mit 2.700 mm Feldbreite, Traverse RTP-110, vier Ebenen, 1.330 mm Fachhöhe und fünf Feldern nebeneinander. Die Tabelle nennt 2.900 kg Fachlast und 11.600 kg Feldlast, eine Minderung entfällt bei fünf Feldern. Je Europalette bleiben gut 960 kg.
Dasselbe Regal mit fünf Ebenen bei 1.330 mm Fachhöhe: 2.400 kg je Fach, 12.000 kg je Feld, also 800 kg je Palette. Die zusätzliche Ebene bringt drei Stellplätze je Feld und kostet jede Palette im Regal gut 160 kg.
Kurz gefasst
Fehlt eine Tabelle, wie beim Jungheinrich-Set, für das der Shop nur Fach- und Feldlast der Lieferkonfiguration nennt, bleibt beim Umbau nur die Rückfrage beim Hersteller. Selbst gerechnete Werte ersetzen keine Herstellerangabe.
Längs, quer und auf Gitterrost
Alle Fachlasten bisher setzen voraus, dass die Palette längs eingelagert wird, also mit der 800 mm breiten Seite zur Gasse. hofe nennt das im Katalog die wirtschaftlichste Lösung für Europaletten.
Der Grund liegt in der Palette. Bei Längseinlagerung werden ihre drei Holzunterzüge von den Traversen unterstützt, sie liegen quer über beiden. Tiefenstege sind dafür nicht notwendig, die Standardrahmentiefe beträgt 1.100 mm.
Bei Quereinlagerung, mit der 1.200 mm langen Seite zur Gasse, verlaufen die Unterzüge parallel zu den Traversen. Die Paletten tragen sich dann nach hofe nicht selbst.
Es sind mindestens zwei Tiefenstege je Palette notwendig, und die Rahmentiefe sinkt auf 750 mm, wahlweise 900 mm.
Schulte ist in der Montageanleitung noch knapper: Eine Quereinstapelung ohne Tiefenauflagen ist nicht zulässig. Als Ausnahme nennt die Anleitung programmiertes Einstapeln.
Auf 2.700 mm passen quer zwei Europaletten statt drei: 2 × 1.200 mm plus drei Abstände zu 75 mm ergeben 2.625 mm. Tiefenstege empfiehlt hofe auch bei Längseinlagerung, wenn die Paletten sich stark durchbiegen.
Wer statt Paletten lose Ware lagert, legt Gitterroste in das Fach. Dann gilt eine eigene Tabelle. Schulte nennt für 2.700 mm Holmlänge und 1.100 mm Rahmentiefe 3.000 kg Fachlast mit drei Gitterrosten, bei 800 mm Rahmentiefe nur 2.160 kg.
Die Fachlast mit Rost entspricht also nicht von selbst der Holmlast. Warum die flachere Tiefe weniger trägt, sagt die Tabelle nicht; maßgeblich ist der Wert für die eigene Rahmentiefe.
Bleibt die Rückseite. Bei Doppelregalen sind nach der Schulte-Anleitung Durchschubsicherungen vorgeschrieben, wenn der Sicherheitsabstand von mindestens 100 mm zwischen den Paletten nicht eingehalten wird. Sie müssen bis zu einer Höhe von mindestens 150 mm wirksam sein.
hofe bietet seine Durchschubsicherungen für einen Palettenüberstand von höchstens 50 mm an und schreibt dazu, sie seien nicht als Anschlag beim Einlagern zu verwenden. Dasselbe steht bei Schulte: Durchschubsicherungen dürfen nicht vorsätzlich zur Positionierung verwendet werden.
Wenn die Last nicht verteilt ist
Jede Zahl in den Tabellen setzt eine gleichmäßig verteilte, ruhende Last voraus. Schulte schreibt es in die Anleitung: Die Angaben gelten bei gleichmäßig verteilter statischer Last.
Was passiert, wenn das nicht stimmt, beschreibt die DGUV Information 208-043. Wird anstatt einer Streckenlast eine reine Punktlast in der Mitte des Regalfachs eingelagert, verdoppelt sich die Biegespannung in der Trägermitte. Unter diesen Umständen dürfte nur noch die halbe Fachlast eingelagert werden.
Gleichmäßig beladene Paletten gelten nach der DGUV näherungsweise als Streckenlast. Die Frage ist also, wann eine Palette diese Annahme verlässt.
Dieselben 3.000 kg, zwei Arten sie abzulegen
Verteilte Last
Punktlast in Fachmitte
Schulte zeigt im Abschnitt „Sicherheit & Bedienung" fünf solche Fälle. Im ersten stehen auf 2.700 mm langen Holmen wegen Ladungsüberstand nur zwei statt drei Paletten. Die gesamte Fachlast verteilt sich auf zwei Paletten, und damit befindet sich die Hälfte der Fachlast mittig auf den Holmen.
Der zweite Fall ist Lagergut auf zwei untergelegten Holzbalken. Die gesamte Fachlast wird auf zwei Punkte abgegeben, auch dann, wenn das Gut auf Paletten steht.
Im dritten liegen Rollen oder Fässer auf der Palette. Die Last geht nur über den mittleren Unterzug der Europalette ins Regal. Schulte schlägt Zentrierhilfen aus Holz vor, die Punktlasten als Flächenlasten ableiten.
Der vierte Fall ist eine einseitig beladene Palette. Rund 80 bis 90 Prozent der Fachlast trägt dann ein einzelner Holm, und Schulte schreibt dazu in Großbuchstaben, das sei nicht zulässig.
Im fünften stehen stark unterschiedlich schwere Paletten in einem Fach. Schulte rät, möglichst gleich schwere Paletten einzulagern und schwerere nicht in die Mitte des Fachs zu stellen.
Für alle Fälle mit Punktlast nennt Schulte dieselbe Abhilfe: nach Rücksprache stärker dimensionierte Holme. Die Fachlast auf dem Schild gilt für diese Fälle nicht.
Auch eine gleichmäßig beladene Palette kann das Regal ungleich belasten, wenn sie falsch steht. Die 208-043 rechnet es vor: Bei einem Trägerabstand von einem Meter ergibt ein Versatz von 6 Zentimetern bei einer Europalette eine um 12 Prozent höhere Beanspruchung der Träger und Stützen.
Zu tief eingelagerte Paletten überlasten nach der DGUV die inneren Stützen und Träger. Ist die Ladung auf mehreren gleichartigen Paletten unsymmetrisch verteilt und wird zugleich die volle Tragfähigkeit genutzt, sind Träger und Stützen überlastet. Dann muss entweder die Tragfähigkeit des Regals verringert oder die Last auf der Palette gleichmäßig verteilt werden.
Ob die Paletten richtig stehen, gehört deshalb zu jeder Regalkontrolle. Was eine befähigte Person dabei sonst noch prüft und wie oft, steht im Ratgeber, wer ein Palettenregal prüfen muss und in welchen Abständen.
Zurück zu den 3.000 kg
Am Anfang stand eine Zahl, die nach einer schweren Palette klang. Nach dem Nachrechnen bleibt von ihr eine Obergrenze für ein Fach, die nur unter Bedingungen gilt.
Die 3.000 kg gelten für drei Europaletten zu je höchstens 1.000 kg, längs eingelagert und gleichmäßig beladen. Sie gelten für das Traversenprofil, das der Hersteller für diese Breite vorsieht, bei Schulte 120 mm hoch, bei hofe RTP-110.
Sie gelten bei hofe für bis zu vier Ebenen, solange die Fachhöhe passt, und die volle Rahmenlast erst ab vier Feldern. Ab der fünften Ebene sind es 2.700 kg, ab der sechsten 2.200 kg.
Eine Palette darf damit nicht schwerer sein als die Last der Ladeeinheit auf dem Schild und nicht schwerer als die Fachlast geteilt durch die Zahl der Stellplätze. Bei 2.700 mm Feldbreite sind beide Werte bei Schulte, Jungheinrich und BITO 1.000 kg, solange niemand umbaut.
Wer umbaut, liest die Tabelle neu und trägt den neuen Wert ein.
Häufige Fragen
Was bedeutet Fachlast beim Palettenregal?
Wie viel Gewicht darf eine Palette im Palettenregal haben?
Wie viele Europaletten passen auf eine Traverse von 2.700 mm?
Warum ist die Fachlast bei mehr Ebenen kleiner?
Gilt die Fachlast auch für ein einzelnes Feld?
Was passiert, wenn eine Palette ungleichmäßig beladen ist?
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Zuletzt redaktionell geprüft am .
- Ersterstellung: Fachlast, Feldlast und Ladeeinheit beim Palettenregal, hergeleitet aus der GRAVIS-Belastungstabelle von hofe (2024), der Schulte-Montageanleitung, den Angaben von META und BITO sowie den DGUV-Informationen 208-043 und 208-061. Leitbefund: Die Fachlast hängt an der Zahl der Ebenen, an der Fachhöhe und an der Zahl der Felder; bei hofe sinkt sie bei 2.700 mm Feldbreite von 3.000 kg auf 2.200 kg, wenn sechs statt zwei Ebenen eingehängt werden.
Verwendete Quellen
- [1]hofe: Palettenregale GRAVIS, Belastungstabellen 2024 · abgerufen 2026-10-20
- [2]hofe: GRAVIS Palettenregalsystem, Katalog 11/24 · abgerufen 2026-10-20
- [3]Schulte: Montageanleitung Palettenregale 13048 · abgerufen 2026-10-20
- [4]Schulte: Palettenregal 3 Felder à 2.700 mm, 46836-N · abgerufen 2026-10-20
- [5]BITO: Palettenregale 1000 kg Palettengewicht, Feldbreite 2700 mm · abgerufen 2026-10-20
- [6]META: MULTIPAL Palettenregal Grundregal 3300 × 2700 × 1100 mm · abgerufen 2026-10-20
- [7]DGUV Information 208-043: Sicherheit von Regalen (Juni 2020) · abgerufen 2026-10-20
- [8]DGUV Information 208-061: Lagereinrichtungen und Ladungsträger (November 2023, Fassung Juli 2024) · abgerufen 2026-10-20