Ratgeber · Lastenräder
Die Zuladung am Lastenfahrrad nach Abzug von Rad und Fahrer
Wie viel bleibt im Lastenfahrrad für Kinder und Ladung? Zulässiges Gesamtgewicht minus Rad minus Fahrer, an elf Rädern nachgerechnet: 45,36 bis 77 Kilogramm Rest.
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Wie viel passt noch ins Lastenrad, wenn der Fahrer schon draufsitzt? Die Antwort findet sich in kaum einem Datenblatt. Dort stehen andere Zahlen: ein zulässiges Gesamtgewicht, ein Eigengewicht, eine Grenze für den Fahrer und Lasten für Box, Sitzbank oder Gepäckträger.
Cube setzt diese Zahlen in der Anleitung zum Longtail Hybrid einmal zusammen. Rad, schwerster zugelassener Fahrer und alle Träger voll beladen ergeben 230 Kilogramm. Zugelassen ist das Rad für 200.
Dieser Ratgeber rechnet denselben Weg für elf Lastenräder nach, jeweils mit den Werten ihres Herstellers: zulässiges Gesamtgewicht minus Rad minus Fahrer, danach die Teillasten. Wo ein Eingangswert zwei Lesarten erlaubt, bleibt das Ergebnis offen, und der Grund steht daneben.
Vier Zahlen, die die Rechnung braucht
- Zulässiges GesamtgewichtRad, Fahrer und alles, was mitfährt, zusammen. Es steht in der Anleitung oder auf dem Aufkleber am Rahmen; Cube nennt zusätzlich den Produktionsbericht im Vorspann der Originalbetriebsanleitung.
- Eigengewicht mit BezugMit welchem Akku, welchem Träger und welcher Rahmengröße gewogen wurde, verrät oft nur eine Fußnote. Nachgerüstetes Zubehör kommt dazu, auch ein leerer Frontträger.
- Fahrergewicht samt KleidungDas eigene Gewicht mit Kleidung, Helm und Rucksack. Die Fahrergrenze des Herstellers ist eine Obergrenze und gilt unabhängig davon, wie viel Ladung noch Platz hätte.
- TeillastenBox, Sitzbank, Gepäckträger und Frontträger haben eigene Grenzen. Jede gilt für sich, und zusammen dürfen sie den Rest aus Gesamtgewicht, Rad und Fahrer nicht übersteigen.
Zulässiges Gesamtgewicht gegen Zuladung
Zwei Begriffe, die im Handel ständig durcheinandergehen. Das zulässige Gesamtgewicht umfasst alles, was auf der Straße rollt: Rad, Fahrer, Kinder, Einkauf. Zuladung ist der Teil davon, der nicht Rad ist. Manche Hersteller meinen damit auch den Teil, der weder Rad noch Fahrer ist.
In Händlertabellen landen beide Größen mitunter in derselben Spalte, mal mit dem Zusatz „inkl. Fahrer", mal ohne. Wer dort zwei Räder vergleicht, vergleicht im ungünstigen Fall eine Zuladung mit einem Gesamtgewicht.
Wie weit die Wörter auseinanderliegen, zeigt Decathlon auf einer Produktseite. Beim Longtail E Three 500 nennt die Spezifikation 170 Kilogramm als zulässiges Gesamtgewicht, die Beschreibung 209 Kilogramm als maximales Gesamtgewicht, die Eigenschaftsliste 170 Kilogramm als maximale Zuladung. Das Rad wiegt 39 Kilogramm. 39 plus 170 ergibt 209. Das Feld mit der Überschrift „zulässiges Gesamtgewicht" führt also die Zuladung.
Gazelle macht den Bezug eindeutig. Das Makki Load ist laut Handbuch für 250 Kilogramm „einschließlich Fahrradgewicht" ausgelegt, die technischen Daten nennen 52 Kilogramm Leergewicht und 198 Kilogramm Ladekapazität. Die 198 schließen den Fahrer ein.
Tern wirbt für das GSD P10 mit „Klassenbeste Ladekapazität: 210 kg zulässiges Gesamtgewicht". Ladekapazität und Gesamtgewicht stehen dort in einer Zeile, für dieselbe Zahl. Yuba wiederum nennt für das Spicy Curry 250 Kilogramm „Max. Zuladung" und erklärt sie im Datenblatt als Fahrer bis 120 Kilogramm plus Ladung. Ein zulässiges Gesamtgewicht nennt Yuba nicht.
Riese & Müller schreibt die Formel in den Kopf der Gewichtstabelle seiner Betriebsanleitung: Zulässiges Gesamtgewicht ist E-Bike plus Fahrer plus Zuladung plus Anhänger. Das ist die vollständigste Definition im Feld, und sie taugt als Ausgangspunkt für jedes andere Rad.
Für die Rechnung zählt deshalb nur eine Größe als Anfang: das Gewicht, das Rad und Fahrer einschließt. Wer zuerst klären will, welche Bauart die Last wo trägt, findet die Einordnung im Überblick des Clusters; hier geht es um das Gewicht, nicht um die Form.
Die Rechnung in drei Zeilen
Der Rechenweg passt auf einen Zettel. Vom zulässigen Gesamtgewicht wird das Eigengewicht abgezogen, danach das Gewicht des Fahrers mit Kleidung. Was bleibt, ist der Rest für Kinder, Einkauf, Hund und Gepäck.
- Zulässiges Gesamtgewicht minus Eigengewicht ergibt die Zuladung einschließlich Fahrer.
- Diese Zuladung minus Fahrergewicht ergibt den Rest für Mitfahrer und Ladung.
- Den Rest gegen jede Teillast halten: Box, Sitzbank, Gepäckträger, Frontträger. Die kleinere Zahl gilt.
Der dritte Schritt fehlt in fast jeder Kaufberatung. Eine Box, die 100 Kilogramm tragen darf, hilft wenig, wenn nach Rad und Fahrer nur 60 übrig sind. Umgekehrt bremst die Teillast auch dann, wenn der Rest größer ist: Ein leichter Fahrer darf dem Gepäckträger trotzdem nicht mehr aufladen, als dessen Freigabe erlaubt.
Cube beschreibt dasselbe Vorgehen in der Anleitung zum Longtail Hybrid als Summe. Addiert werden Eigengewicht, Körpergewicht des Fahrers mit Kleidung, Ladung auf dem Gepäckträger, zusätzliches Gepäck wie Rucksack oder Tasche und zusätzliche Anbauteile wie ein Frontgepäckträger. Das Ergebnis muss kleiner oder gleich dem zulässigen Gesamtgewicht sein. Beide Wege führen zur selben Zahl.
Der Rucksack auf dem Rücken zählt mit. Cube führt ihn als eigene Zeile.
Teillasten sind Grenzen eines Bauteils. Sie sagen, was ein Träger oder eine Box aushält, und nichts darüber, was das Rad insgesamt tragen darf. Mehrere Teillasten lassen sich deshalb nicht zu einer Zuladung des Rads aufsummieren. Die Summe beschreibt nur, wie viel Platz die Bauteile böten, wenn das Gesamtgewicht keine Rolle spielte.
Gerechnet wird in Kilogramm, nicht in Plätzen. Ein Kindersitz mehr ändert die Rechnung erst, wenn Sitz und Kind gewogen sind.
Elf Lastenräder, nachgerechnet
Die Tabelle setzt die Herstellerwerte von elf Rädern in die Rechnung ein: fünf Longtails, vier Long Johns, zwei Dreiräder. Gerechnet ist der Rest beim schwersten Fahrer, den der Hersteller zulässt. Das ist der ungünstigste erlaubte Fall, und an ihm zeigt sich, ob die Teillasten überhaupt erreichbar sind.
| Rad (Bauart) | Zul. Gesamtgewicht | Eigengewicht | Fahrer max. | Rest nach Rad und Fahrer | Teillasten laut Hersteller |
|---|---|---|---|---|---|
| Tern GSD P10, Gen 3 (Longtail) | 210 kg | 34,64 kg, womöglich ohne Gepäckträger und Schutzbleche | 130 kg | höchstens 45,36 kg | Gepäckträger 100 kg |
| Riese & Müller Multitinker2 vario (Longtail) | 200 kg | 35,8 kg inkl. Akku, ohne Pedale und Schlosskette | 110 kg | höchstens 54,2 kg | Gepäckträger 70 kg, mit Safety Bar 50 kg; Cargo-Frontgepäckträger 8 kg; Sideloader je 20 kg |
| Cube Longtail Hybrid 800, Modelljahr 2026 (Longtail) | 200 kg | 34,3 kg (Infoportal); Anleitung 33 bis 36 kg | 110 kg (Rechenbeispiel der Anleitung) | 55,7 kg | Heck 60 kg (von oben 40, seitlich je 15); Front 20 kg; Unterrohr 5 kg |
| Decathlon BTWIN E Three 500 (Longtail) | 209 kg | 39 kg | nicht angegeben | keine Zahl; 170 kg für Fahrer und Ladung zusammen | Gepäckträger 80 kg; vorn 10 kg |
| Yuba Spicy Curry, V4 (Longtail) | nicht angegeben | 32 kg | 120 kg | keine Zahl | „Max. Zuladung" 250 kg einschließlich Fahrer; Gepäckträger ohne Kilogrammangabe |
| Urban Arrow FamilyNext (Long John) | 250 kg | 48 kg (Handbuch für Family und FamilyNext, Akku nicht genannt) | 125 kg | 77 kg, mit Vorbehalt | Sitzbank 100 kg; Gurtsystem bis 36 kg |
| Riese & Müller Load5 75 vario, Modelljahr 2026 (Long John) | 200 kg | 39,2 kg inkl. Akku, ohne Pedale und Schlosskette | 110 kg | höchstens 50,8 kg | Ladefläche 70 kg; Gepäckträger 15 kg |
| Gazelle Makki Load (Long John) | 250 kg einschließlich Rad und Fahrer | 52 kg (Handbuch); 54,5 kg ohne Akku (Website) | nicht angegeben | keine Zahl; 198 kg Ladekapazität einschließlich Fahrer | bis drei Kinder in der Box, je höchstens 22 kg |
| Cube Cargo Hybrid, Modelljahr 2025 (Long John) | 220 kg | 48,1 kg | 100 kg (Gewichtsliste 2025) | 71,9 kg | Box 60 kg; Gepäckträger 20 kg |
| Chike E-Kids (Dreirad) | 200 kg | 38 kg | 100 kg | 62 kg | Kabine 60 kg; zwei Euroboxen je 12 kg; Gepäckträger 25 kg |
| Babboe Curve M (Dreirad) | nur auf dem Typenschild | 75 kg | Sattel 100 kg | keine Zahl | Box 100 kg; Gepäckträger 20 kg (Garantiebedingungen: 25 kg) |
„Höchstens" steht, wo das Eigengewicht ohne Teile gewogen ist, die am fahrbereiten Rad hängen. Tern schließt Gepäckträger und Schutzbleche womöglich aus, Riese & Müller Pedale und Schlosskette. Das echte Rad ist schwerer, der echte Rest kleiner.
Jede Zeile rechnet nur mit Werten eines Herstellers und eines Modelljahrs. Bei widersprüchlichen Unterlagen gilt das Dokument zum Modelljahr im Handel; die Gegenzahl folgt weiter unten.
Die errechneten Reste reichen von 45,36 Kilogramm beim Tern GSD P10 bis 77 Kilogramm beim Urban Arrow FamilyNext. Beide gelten für den schwersten zugelassenen Fahrer. Wer 20 Kilogramm leichter ist, hat 20 Kilogramm mehr Rest, solange keine Teillast dazwischen liegt.
Bei keinem der sieben gerechneten Räder reicht der Rest für alle Teillasten zugleich.
Die Tabelle ist keine Rangliste. Sie zeigt, wie viel Spielraum die Zahlen der Hersteller lassen, und wo sie nicht zusammenpassen. Wer auf dieser Grundlage auswählen will, braucht die übrigen Kennwerte, etwa die Antwort auf die Frage, welches Long John zu Box und Kinderzahl passt.
230 Kilogramm für ein Rad mit 200
Cube schreibt in die Anleitung, was die meisten Hersteller offenlassen. Die Rechnung „mit theoretisch zulässigen Einzel-Belastbarkeiten" für das Longtail Hybrid lautet: Eigengewicht 35 Kilogramm, Fahrer 110, Heckgepäckträger 60, Frontgepäckträger 20, Unterrohrgepäckträger 5.
230 kgSumme der Einzelfreigaben am Cube Longtail Hybrid, zugelassen für 200 kg
Danach folgen drei Rechenbeispiele, die jeweils genau 200 Kilogramm ergeben. Im ersten fährt eine Person mit 105 Kilogramm, der Heckgepäckträger trägt seine vollen 60, sonst nichts. Auch auf dem Unterrohrträger darf dann nichts mehr liegen.
Im zweiten wiegt der Fahrer 99 Kilogramm. Hinten liegen 45, vorn 20 auf einem Frontträger, der selbst rund ein Kilogramm wiegt. Im dritten sind es 81 Kilogramm Fahrer, 58 hinten, 5 am Unterrohr, 20 vorn und wieder das Kilogramm des Trägers.
Ein Kilogramm Träger ist wenig. Cube lässt es trotzdem in keiner Rechnung weg.
Drei Fahrer, drei Beladungen, eine Summe. Was der Fahrer weniger wiegt, darf auf einen Träger.
Zwei Details aus diesen Beispielen fehlen in den meisten Rechnungen. Das Eigengewicht nachgerüsteter Anbauteile zählt mit. Montiertes Zubehör auf dem Heckgepäckträger, etwa Toprail-Aufsatz, Sitzbank oder Trittbrett, vermindert dessen zulässige Zuladung um sein eigenes Gewicht. Wer einen Kindersitz montiert, hat den ersten Teil der Last schon aufgeladen, bevor das Kind sitzt.
Eine Zahl nennt die Anleitung nicht genau: das Gewicht des Rads, das vor der Tür steht. Sie spricht von 33 bis 36 Kilogramm, beim Family von 41 bis 43, und rechnet mit 35. Das Cube-Infoportal führt für den Artikel 122210 des Modelljahrs 2026 34,3 Kilogramm. Dieser Wert steht in der Tabelle oben; zu Cubes Rechenbeispiel fehlen 0,7 Kilogramm.
Das Family trägt sein Kinderzubehör ab Werk und ist ebenfalls bis 200 Kilogramm nutzbar. Die Untergrenzen der beiden Spannen liegen acht, die Obergrenzen sieben Kilogramm auseinander. Um diesen Betrag ist der Rest beim Family kleiner, bevor ein Kind aufsteigt.
Wenn das Eigengewicht ohne Gepäckträger gemeint ist
Tern gibt für das GSD P10 der dritten Generation vier Zahlen an: 210 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht, 34,64 Kilogramm Gewicht, 130 Kilogramm Fahrergewicht und 100 Kilogramm auf dem hinteren Gepäckträger. Zusammen sind das 264,64 Kilogramm, 54,64 mehr als zugelassen.
Nach Abzug von Rad und Fahrer bleiben 45,36 Kilogramm. Diese Zahl ist eine Obergrenze. Unter dem Datenblatt steht eine Anmerkung, nach der sich Gewicht und Faltmaße auf das Rad ohne Gepäckträger und Schutzbleche beziehen können. Ob das beim GSD P10 so ist, schreibt Tern nicht. Zum Akku sagt die Anmerkung nichts.
Ein Gepäckträger für 100 Kilogramm wiegt etwas. Um dieses Gewicht ist der Rest kleiner.
Umgekehrt gerechnet: Damit der Gepäckträger seine 100 Kilogramm tragen darf, dürfen Rad und Fahrer zusammen höchstens 110 Kilogramm wiegen. Bei 34,64 Kilogramm Rad bleiben für den Fahrer 75,36 Kilogramm, und auch das nur, wenn die Gewichtsangabe Träger und Schutzbleche einschließt. Die 100 Kilogramm sind eine Grenze des Trägers. Ausschöpfen können sie nur leichte Fahrer.
Der Suchvorschlag „tern.gsd gewicht ohne akku" zeigt, dass Käufer an dieser Stelle stolpern. Sie fragen nach dem Bezug der Gewichtsangabe, nicht nach der Zahl selbst. Die Frage ist berechtigt: Jedes Teil, das beim Wiegen fehlte, fehlt später im Rest.
Beim Riese & Müller Multitinker2 vario geht dieselbe Rechnung enger auf. 200 Kilogramm Gesamtgewicht, 35,8 Kilogramm Rad inklusive Akku, 110 Kilogramm Fahrer: höchstens 54,2 Kilogramm Rest. Der Gepäckträger ist für 70 Kilogramm freigegeben, mit Safety Bar laut Kindertransport-Broschüre für 50. Die 50 passen auch beim schwersten Fahrer, die 70 nur bei einem Fahrer bis 94,2 Kilogramm.
Wie viele Kinder diese Träger aufnehmen dürfen, regeln die Hersteller je Modell und je Zubehör. Der Vergleich zeigt, welches Longtail wie viele Kinder hinten freigibt, und mit welchem Zubehör.
Welches Eigengewicht in die Rechnung gehört
Das Eigengewicht wirkt wie die sicherste Zahl im Datenblatt und wird am häufigsten ohne Bezug genannt. Mit oder ohne Akku, mit welchem Gepäckträger, in welcher Rahmengröße: Davon hängt ab, wie viel vom Gesamtgewicht übrig bleibt.
Riese & Müller legt den Bezug in einer Fußnote offen. Die Gewichte gelten für die kleinste Rahmengröße, inklusive Akku, ohne Pedale und Schlosskette, mit Packtaschenhalter statt Gepäckträger, sofern es einen gibt. In der Gewichtstabelle der Betriebsanleitung steht über der Spalte zudem ein „ab".
Wie viel die Ausführung ausmacht, zeigt die aktuelle Seite des Load5 75. Bei gleichem Gesamtgewicht von 200 Kilogramm nennt sie je Ausführung zwischen 36 Kilogramm (touring) und 41,3 Kilogramm (pinion HS). Wer die schwerste Variante wählt, hat 5,3 Kilogramm weniger Rest, ohne ein Teil nachgerüstet zu haben.
Für das Multitinker2 nennt die Anleitung 35,0 Kilogramm „ab", die Seite der Ausführung vario 35,8.
Gazelle nennt für das Makki Load zwei Gewichte in zwei Dokumenten. Die Website führt 54,5 Kilogramm ohne Akku, das Handbuch 52 Kilogramm Leergewicht. Dessen technische Daten beschreiben allerdings noch eine ältere Antriebsgeneration. Mit den 52 Kilogramm geht Gazelles eigene Rechnung auf, 250 minus 52 ergibt die 198 Kilogramm Ladekapazität.
Mit dem Website-Gewicht wären es höchstens 195,5 Kilogramm, und davon ginge noch der Akku ab. Sein Gewicht nennt die Website nicht.
Urban Arrow nennt 48 Kilogramm Leergewicht in einem Handbuch, das für Family und FamilyNext gemeinsam gilt, ohne Angabe zum Akku. Der Händler führt 51 Kilogramm. Der Rest von 77 Kilogramm steht in der Tabelle deshalb mit Vorbehalt; mit dem Händlerwert wird nicht gerechnet, weil er keine Herstellerangabe ist.
Beim Cube Cargo Hybrid liegen Infoportal und Gewichtsliste 2025 bei 48,1 Kilogramm, die Anleitung von 2023 bei 48 in Grundausstattung. Zwei Dokumente, ein Zehntel Unterschied. So eng liegen die Angaben selten beieinander.
Kurz gefasst
Dazu kommt, was der Käufer selbst anbaut. Verdeck, Kindersitz, Frontträger und Packtaschen sind in keinem Herstellergewicht enthalten, und Cube verlangt ausdrücklich, das Eigengewicht nachgerüsteter Anbauteile in die Summe zu nehmen. Die verlässlichste Zahl liefert eine Waage unter dem leeren, fertig ausgerüsteten Rad.
Die Fahrergrenze verschiebt den Rest
Jedes Kilogramm Fahrer fehlt der Ladung. Das macht die Fahrergrenze zur einflussreichsten Zahl der Rechnung, und ausgerechnet sie weicht zwischen Dokumenten desselben Herstellers am häufigsten ab.
Riese & Müller nennt für das Load5 75 auf der Produktseite 110 Kilogramm. Die Betriebsanleitung für das Modelljahr 2027 führt für Load5 60 und 75 dagegen 125 Kilogramm, dazu 80 Kilogramm am Frontträger statt 70 in der Anleitung des Vorjahrs. Für das Modelljahr 2026, das der Handel derzeit führt, stimmen die archivierte Produktseite und die Anleitung bei 110 Kilogramm überein.
Mit 39,2 Kilogramm Rad bleiben dort höchstens 50,8 Kilogramm. Die Ladefläche vorn darf 70 tragen. Voll beladen werden kann sie nur bei einem Fahrer bis 90,8 Kilogramm.
Cube nennt für das Cargo Hybrid in der Gewichtsliste 2025 einen Fahrer bis 100 Kilogramm, in der Anleitung von 2023 bis 115. Mit der Liste von 2025 und ihren 48,1 Kilogramm Rad bleiben 71,9 Kilogramm. Box und Gepäckträger sind dort mit 60 und 20 Kilogramm freigegeben, zusammen 80. Beide voll geht beim schwersten Fahrer also nicht, die Box allein schon.
Nach der älteren Anleitung, 48 Kilogramm Rad und 115 Kilogramm Fahrer, blieben 57 Kilogramm. Das wäre weniger, als die Box allein tragen darf.
Beim Multitinker2 wiederholt sich das Muster des Load5: Produktseite 110 Kilogramm, Betriebsanleitung 2027 125 Kilogramm.
Die Fahrergrenzen der Tabelle reichen von 100 Kilogramm beim Cube Cargo Hybrid und beim Chike bis 130 Kilogramm beim Tern. Der Abstand von 30 Kilogramm ist größer als das, was Cube einem Kind auf dem Gepäckträger des Longtail Hybrid zugesteht. Wer selbst schwer ist, findet in der Fahrergrenze deshalb oft das erste Ausschlusskriterium, noch vor Box und Motor.
Decathlon nennt beim E Three 500 keine Fahrergrenze. Die Anleitung gibt 170 Kilogramm maximale Tragelast an, ohne den Fahrer herauszurechnen. Rückwärts gerechnet: Gepäckträger voll mit 80 Kilogramm, Frontträger mit 10, dann bleiben für den Fahrer genau 80 Kilogramm.
Wer schwerer ist, belädt weniger. Das ist eine Formel, keine Schätzung.
Die Suchvorschläge „lastenfahrrad für 2 erwachsene" und „cargobike erwachsene" fragen nach dem Fall, in dem der Fahrgast selbst erwachsen ist. Cube lässt am Longtail Hybrid hinten eine Person bis 40 Kilogramm zu. Decathlon gibt beim E Three 500 zwei Kinder oder einen Erwachsenen frei, mit den 80 Kilogramm des Gepäckträgers als Grenze. Für einen erwachsenen Mitfahrer gilt dieselbe Rechnung wie für Ladung: Sein Gewicht geht vom Rest ab, und die Teillast des Trägers bleibt die Obergrenze.
Kinder, Sitzbank und Box: Teillasten neben dem Rest
Kinder sind die Ladung, für die Lastenräder am häufigsten gekauft werden, und für sie nennen Hersteller die meisten Einzelgrenzen. Diese Grenzen gelten zusätzlich zum Rest aus der Rechnung, nie an seiner Stelle.
Gazelle lässt im Makki höchstens drei Kinder in der Box zu, jedes bis 1,16 Meter und 22 Kilogramm, im Alter von neun Monaten bis einschließlich sieben Jahren.
66 kgdrei Kinder an der Gewichtsgrenze im Gazelle Makki Load
Urban Arrow gibt die Sitzbank des FamilyNext mit 100 Kilogramm an, das Gurtsystem nach Auskunft des Service-Centers bis 36 Kilogramm. Der Aufkleber mit 36 Kilogramm meint also die Gurte, nicht die Bank. Nach Rad und schwerstem Fahrer bleiben rechnerisch 77 Kilogramm. Die volle Bank passt nur bei einem Fahrer bis 102 Kilogramm.
Am Longtail Hybrid rechnet Cube mit ein bis zwei Kindern bis je 20 Kilogramm, je nach Alter mit Kindersitz oder Sitzbank, oder mit einer Person bis 40 Kilogramm. Decathlon verlangt beim E Three 500 für Kinder unter 27 Kilogramm einen Kindersitz und schließt Neugeborene bis neun Monate aus.
Kinder werden schwerer. Ein Rest, der heute für zwei reicht, ist in ein paar Jahren knapp.
Bei Riese & Müller liegen zwei Dokumente nebeneinander. Die Betriebsanleitung 2026 für Multicharger und Multitinker begrenzt bei zwei Kindersitzen das hintere Kind auf 10 Kilogramm. Die Kindertransport-Broschüre nennt diese Grenze nur beim Multicharger.
Chike begrenzt die Kabine des E-Kids auf 60 Kilogramm. Dazu kommen zwei Euroboxen mit je 12 und ein Gepäckträger mit 25 Kilogramm, zusammen 109. Chike rechnet selbst vor, dass neben den 38 Kilogramm des Rads 162 Kilogramm für Fahrer und Zuladung bleiben. Nach dem schwersten Fahrer sind es 62: Kabine voll und zwei Kilogramm daneben.
Wer wen mitnehmen darf, in welchem Alter und mit welcher Sicherung, ist keine Frage des Gewichts. Der Ratgeber dazu klärt, ab welchem Alter und mit welchem Gurt Kinder mitfahren dürfen.
Wo die Rechnung keine Zahl liefert
Vier Räder der Tabelle bleiben ohne Rest. Bei allen fehlt ein Eingangswert, oder einer lässt zwei Lesarten zu.
Yuba nennt 250 Kilogramm „Max. Zuladung" und erklärt sie im Datenblatt als Fahrer bis 120 Kilogramm plus Ladung. Ob das Rad mit seinen 32 Kilogramm in den 250 steckt, sagt das Datenblatt nicht. Steckt es nicht darin, läge das Gesamtgewicht bei 282 Kilogramm. Steckt es darin, wäre der Rest um 32 Kilogramm kleiner.
Ein Händler führt für dasselbe Rad 200 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht. Eine Herstellerangabe ist das nicht, und deshalb steht sie in keiner Rechnung. Die Frage, ob die 250 Kilogramm das Rad enthalten, gehört vor dem Kauf an Händler oder Hersteller.
Babboe nennt für das Curve M online gar kein Gesamtgewicht. Für den Höchstwert schickt die Anleitung den Leser zum Schild am Rahmen. Veröffentlicht sind 75 Kilogramm Eigengewicht, 100 Kilogramm für die Box, 100 für den Sattel und 20 für den Gepäckträger; in den Garantiebedingungen sind es beim Träger 25.
Der Handel füllt die Lücke mit eigenen Zahlen. Für die Dreiräder der Marke stehen bei einem Händler Gesamtgewichte zwischen 180 und 292 Kilogramm, je nach Modell, ohne Beleg des Herstellers. Der Suchvorschlag „babboe lastenrad wie viel kg" bekommt damit keine belastbare Antwort, außer vom Typenschild.
Bei Decathlon fehlt nur die Fahrergrenze. Die 170 Kilogramm Zuladung sind klar; wie sie sich auf Fahrer und Ladung verteilen, entscheidet das Gewicht des Fahrers. Gazelle fehlt dasselbe: 198 Kilogramm Ladekapazität einschließlich Fahrer, aber keine Grenze für den Fahrer selbst.
Kurz gefasst
Die beiden Dreiräder der Tabelle zeigen, dass die Bauart allein über die Zuladung wenig sagt: 200 Kilogramm Gesamtgewicht beim Chike, kein veröffentlichter Wert beim Babboe. Wer abwägt, ob ein Dreirad oder ein Zweirad zur geplanten Last passt, braucht die Zahl vom Typenschild, bevor er die Bauart entscheidet.
Die StVZO kennt keine Gewichtsgrenze für Fahrräder
Woher kommt das zulässige Gesamtgewicht eines Lastenrads? Aus dem Verkehrsrecht nicht. Was ein Fahrrad ist, legt § 63a StVZO fest: ein Fahrzeug „mit mindestens zwei Rädern, das ausschließlich durch die Muskelkraft auf ihm befindlicher Personen" angetrieben wird, über Pedale oder Handkurbeln.
Absatz 2 stellt Räder mit elektrischer Trethilfe gleich, bis 0,25 Kilowatt Nenndauerleistung und mit einer Unterstützung, die bei 25 Kilometern pro Stunde endet. Eine Gewichtsangabe enthält keiner der beiden Absätze, weder für das Rad noch für die Ladung. Gewicht ist kein Merkmal der Definition.
Absatz 3 lässt Fahrräder im öffentlichen Straßenverkehr nur zu, wenn sie den Vorschriften der Verordnung und dem „Stand der Technik zum Zeitpunkt der Herstellung" genügen. Was daraus für ein bestimmtes Rad folgt, beantwortet der Paragraf nicht. Dieser Ratgeber wendet ihn auch nicht auf einzelne Räder an.
Die Zahl selbst setzt der Hersteller. In Cubes Anleitung heißt es, das zulässige Gesamtgewicht sei ein „fester, unveränderlicher Wert, der nicht überschritten werden darf".
Auf welche Prüfung sie sich stützt, steht bei manchen in der Konformitätserklärung. Cube führt für das Longtail Hybrid des Modelljahrs 2026 die DIN 79010:2020-02 auf, Tern nennt Rahmen und Gabel des GSD nach der deutschen Lastenrad-Norm DIN 79010 zertifiziert. Den Inhalt der Norm gibt dieser Ratgeber nicht wieder; die 210 Kilogramm des GSD sind Terns Angabe.
Für Pedelecs ohne Lastaufbau gilt dieselbe Lage. Ausführlich beantwortet das der Ratgeber zur Frage, ob das Recht einem Pedelec überhaupt eine Gewichtsgrenze setzt, samt dem, was die Hersteller stattdessen angeben.
Ein Anhänger verschiebt die Rechnung. Riese & Müller zählt ihn zum zulässigen Gesamtgewicht, Decathlon empfiehlt für das E Three 500 gar keinen.
So rechnen Sie Ihr eigenes Rad
Die Rechnung braucht kein Werkzeug, nur die richtigen Unterlagen und eine ehrliche Waage. Sechs Schritte, in dieser Reihenfolge:
- Das zulässige Gesamtgewicht suchen. Erste Stelle ist die Anleitung, zweite der Aufkleber oder das Typenschild am Rahmen. Cube nennt zusätzlich den Produktionsbericht im Vorspann der Originalbetriebsanleitung. Eine Zahl aus der Händlerliste ersetzt keine davon. Beim Gebrauchtkauf fehlt die Anleitung oft; dann bleibt das Schild am Rad.
- Das Eigengewicht mit Bezug lesen. Steht der Akku drin, fehlen Pedale, Träger oder Schutzbleche? Alles, was fehlt, kommt dazu, ebenso nachgerüstetes Zubehör wie Verdeck, Kindersitz oder Frontträger.
- Das eigene Gewicht mit Kleidung nehmen. Helm, Jacke und Rucksack gehören dazu. Cube führt den Rucksack in der Beispielrechnung als eigene Zeile.
- Den Rest ausrechnen. Zulässiges Gesamtgewicht minus Rad minus Fahrer. Das Ergebnis ist die Obergrenze für alles, was mitfährt.
- Jede Teillast daneben legen. Box, Sitzbank, Gepäckträger und Frontträger einzeln prüfen; die kleinere Zahl gilt. Zubehör auf einem Träger mindert dessen Freigabe um sein Gewicht.
- Die Fahrergrenze prüfen. Wer schwerer ist als die Grenze des Herstellers, überschreitet eine Herstellerangabe, auch wenn im Gesamtgewicht noch Luft wäre.
Wer die Zahlen einmal notiert, muss sie nicht wieder suchen. Neu gerechnet wird, sobald sich Fahrer, Zubehör oder Ladung ändern. Wer ein Rad gebraucht kauft, fragt besser vorher, welche Unterlagen zu einem gebrauchten Lastenrad gehören; ohne Anleitung bleibt nur das Schild am Rahmen.
Ein Beispiel mit dem Decathlon E Three 500 und einem angenommenen Fahrer von 85 Kilogramm samt Kleidung: 209 minus 39 minus 85 ergibt 85 Kilogramm Rest. Der Gepäckträger darf 80 tragen, also etwa zwei Kinder in Sitzen, solange Kinder, Sitze und Polster zusammen unter dieser Grenze bleiben. Für den Frontträger mit seinen 10 Kilogramm bleiben dann noch 5.
Wiegt derselbe Fahrer 110 Kilogramm, bleiben 60. Der Gepäckträger könnte 80 tragen, darf es bei diesem Fahrer aber nicht mehr.
Umgekehrt beim Chike E-Kids mit einer angenommenen Fahrerin von 65 Kilogramm: 200 minus 38 minus 65 ergibt 97 Kilogramm. Die Kabine darf voll mit 60 Kilogramm beladen werden, beide Euroboxen mit je 12, und für den Gepäckträger bleiben noch 13 seiner 25 Kilogramm. Dieselbe Kabine, die beim schwersten Fahrer fast den ganzen Rest belegt, lässt bei einer leichten Fahrerin Platz für den Einkauf.
Dieselbe Rechnung lohnt sich vor dem Wocheneinkauf und vor der Fahrt mit Hund und Kind, wie sie die Suchvorschläge „e lastenrad zum einkaufen" und „e lastenrad hund und kind" beschreiben. Getränkekisten, ein Hund und ein Kind ergeben schnell eine Summe, die der Rest nicht mehr deckt, selbst wenn jede Teillast für sich eingehalten ist.
Die Rechnung ändert sich mit jedem Einkauf, jedem Kindersitz und jedem Kilogramm am Fahrer. Sie gehört deshalb vor den Kauf, nicht auf den Parkplatz danach.
Häufige Fragen
Wie viel Gewicht darf ein Lastenfahrrad tragen?
Zählt der Fahrer zur Zuladung?
Ist die Zuladung dasselbe wie das zulässige Gesamtgewicht?
Darf ich den Gepäckträger voll beladen, wenn ich schwer bin?
Wo finde ich das zulässige Gesamtgewicht meines Lastenrads?
Gibt es eine gesetzliche Gewichtsgrenze für Lastenräder?
Wie viel wiegt ein Lastenfahrrad?
Änderungen an dieser Seite
Zuletzt redaktionell geprüft am .
- Ersterstellung. Leitbefund: Kein Hersteller nennt den Rest, der nach Rad und Fahrer für Kinder und Ladung bleibt; Cube rechnet in der Anleitung zum Longtail Hybrid selbst vor, dass die Einzelfreigaben zusammen 230 kg ergeben, bei 200 kg zulässigem Gesamtgewicht. Nachgerechnet an elf Rädern: beim schwersten zugelassenen Fahrer 45,36 kg (Tern GSD P10, Obergrenze) bis 77 kg (Urban Arrow FamilyNext, mit Vorbehalt); bei keinem gerechneten Rad reicht der Rest für alle Teillasten zugleich. Yuba, Babboe, Decathlon und Gazelle ohne Restzahl (Gesamtgewicht oder Fahrergrenze fehlt bzw. mehrdeutig). § 63a StVZO ohne Gewichtsgrenze.
Verwendete Quellen
- [1]Cube: Betriebsanleitung Longtail Hybrid 2025-26 (Kapitel 2 und 3, Rechenbeispiele zum zulässigen Gesamtgewicht) · abgerufen 2026-10-14
- [2]Decathlon: Gebrauchsanleitung Longtail E Three 500 (Gewicht, Tragelast, Gepäckträger) · abgerufen 2026-10-14
- [3]Tern: GSD P10 (zulässiges Gesamtgewicht, Fahrergewicht, Gepäckträger, Anmerkung zum Gewicht) · abgerufen 2026-10-14
- [4]Riese & Müller: Multitinker2 vario (Daten & Freigaben) · abgerufen 2026-10-14
- [5]Riese & Müller: Load5 75 (Daten & Freigaben je Ausführung) · abgerufen 2026-10-14
- [6]Gazelle: Makki Load (Spezifikationen) · abgerufen 2026-10-14
- [7]Yuba: Datenblatt Spicy Curry V4.2 (Weight Specs) · abgerufen 2026-10-14
- [8]§ 63a StVZO — Fahrräder und Fahrradanhänger · abgerufen 2026-10-14