Ratgeber · Schwerlastregale
Der Aufbau eines Schwerlastregals und die Stellen, an denen er scheitert
Warum ein Steckregal nach dem Aufbau wackelt, welche Lasche nicht sitzt, welcher Boden zu schief ist und was die Anleitungen zu Wand, Werkzeug und Eckregal sagen.
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Ein Steckregal steht fest, wenn drei Dinge stimmen: Jede Lasche sitzt vollständig im Schlitz, der Fußboden darunter ist eben, und das Regal ist an der Wand befestigt. Wackelt es nach dem Aufbau, sind das die ersten drei Stellen zum Suchen.
Das ist keine Faustregel aus Foren. Es steht, verteilt über mehrere Seiten, in den Anleitungen der Hersteller, und dieser Ratgeber hält jede dieser Aussagen gegen eine zweite Anleitung.
Gelesen wurden die Unterlagen von SONGMICS, Arebos, Ondis24, EASYmaxx und PROREGAL für Steckregale, die Weitspann-Anleitung von SCHULTE und die Montageanleitung von Tegometall für Schwerlastregale mit Traversen. Am Ende steht eine Tabelle, die vom Symptom zurück zum Montageschritt führt.
Aufbau in fünf Prüfpunkten
- Sitzt jede Lasche bis zum Anschlag im Schlitz?EASYmaxx verlangt, alle Laschen korrekt und vollständig durch die Schlitze zu führen; PROREGAL, die Zunge bündig mit der Nut zu stecken.
- Hängen die Traversen jeder Ebene auf derselben Höhe?Sonst liegt der Boden schief und trägt nur an zwei Ecken.
- Sind die Abstände zwischen den Böden gleich?PROREGAL verlangt gleiche Abstände, SCHULTE höchstens 600 mm.
- Steht das Regal lotrecht?SCHULTE erlaubt 1/200 der Regalhöhe, bei 200 cm einen Zentimeter; ausgleichen mit Unterlegplatten.
- Ist das Regal befestigt?Ondis24 schreibt, das Regal muss an der Wand befestigt werden; das Material liegt nicht bei.
Drei Bedingungen für ein Regal, das steht
Die erste Bedingung betrifft die Stecktechnik. EASYmaxx schreibt in die Montageanleitung des Schwerlastregals Art. 11768, bei der Montage sei stets darauf zu achten, dass alle Laschen korrekt und vollständig durch die jeweiligen Schlitze geführt werden.
PROREGAL sagt dasselbe für das Eckregal Ragnar mit anderen Worten. Bei allen Steckelementen müsse die Zunge mit der Nut bündig stecken.
Die zweite Bedingung betrifft den Untergrund. Arebos schreibt, das Regal sei auf einem ebenen Boden zu platzieren, andernfalls würden Sicherheit oder maximales Belastungsgewicht beeinträchtigt. Ondis24 verlangt, der Boden unter dem Regal müsse eben und ausreichend belastbar sein.
Die dritte Bedingung ist die Befestigung. Ondis24: Das Regal muss an der Wand befestigt werden. Arebos: Sichern Sie das Regal mit einer passenden Wandhalterung.
Ondis24 verbindet die Montage mit der Last. Bei fehlerhafter oder unvollständiger Montage bestehe die Gefahr, dass das Regal nicht die angegebenen Lasten trägt. Die 160 kg je Boden auf dem Blatt gelten also nur für ein vollständig montiertes Regal.
Auch die Haftung hängt am Aufbau. Arebos schließt jede Haftung, auch für Folgeschäden, aus, wenn der Mangel durch falsche oder nicht bestimmungsgemäße Montage verursacht wurde. SCHULTE schreibt, Gewährleistung und Garantieansprüche bestünden nur bei fachgerechter Montage gemäß Montageanleitung.
Was „angegebene Lasten" bei einem Steckregal heißt und warum die Zahl auf dem Karton eine Summe ist, erklärt der Ratgeber, was 175 kg je Boden und 875 kg je Regal bedeuten.
Teile auslegen, zu zweit, mit Handschuhen
Vor dem ersten Steckschritt verlangen die Anleitungen fast wortgleich dasselbe. Der Lieferumfang wird geprüft, die Teile werden ausgelegt, der Fußboden wird geschützt.
Arebos schreibt, Verpackung entfernen, Einzelteile auf Vollständigkeit und Transportschäden prüfen und das Regal auf einem sauberen und ebenen Boden zusammensetzen, etwa auf einem Teppich. PROREGAL verlangt, die Teile nebeneinander auf eine freie, weiche und ebene Fläche zu legen und den Lieferumfang auf Vollständigkeit und Unversehrtheit zu prüfen.
EASYmaxx empfiehlt eine Unterlage, um Produkt oder empfindliche Böden vor Kratzern zu schützen. PROREGAL lässt beim Eckregal als Erstes die Fußkappen auf die Profilenden stecken, damit der Boden beim Aufbau nicht zerkratzt.
Bei der Zahl der Monteure sind sich die Anleitungen einig. Zu zweit aufbauen empfehlen SONGMICS, Ondis24, EASYmaxx und PROREGAL; SCHULTE schreibt für Weitspannregale „idealerweise mindestens 2 Personen".
Handschuhe verlangen SONGMICS, Arebos, Ondis24 und PROREGAL. PROREGAL nennt den Grund: Beim Aufbau könne es zu Schnittverletzungen an Händen und Armen kommen.
Der Platz wird vor dem Aufbau gewählt, nicht danach. PROREGAL nennt vier Voraussetzungen für den Aufstellort: trocken und regelmäßig zu lüften, nicht permanenter Sonne und starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, mit ebenem und rutschfestem Untergrund.
Dazu kommt ein Abstand zu Wärme. PROREGAL schreibt, das Regal nicht in die Nähe von Hitze- oder Zündquellen zu stellen, SONGMICS, das Produkt von Feuer fernzuhalten.
SCHULTE zieht eine Grenze, die für Carport und Gartenhaus wichtig ist. Alle Angaben der Anleitung beziehen sich nur auf Regale für die Innenaufstellung, und Einflüsse aus Wind und Schnee seien nicht berücksichtigt. Für andere Aufstellorte bittet SCHULTE um Rücksprache.
PROREGAL schreibt einen weiteren Satz zum Inhalt des Regals in die Montageanleitung: Bei der Lagerung von Gefahrstoffen seien die jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften zu beachten. In der Garage betrifft das Kanister, Lacke und Gasflaschen.
EASYmaxx lässt das Regal liegend oder auf einer Unterlage zusammenbauen und erst nach der Montage auf einen waagerechten, stabilen und ebenen Untergrund stellen. Wer so arbeitet, braucht den Platz zweimal: zum Bauen und zum Aufstellen.
Wer allein aufbaut, merkt den Grund für die zweite Person beim ersten Rahmen. Zwei Stützen und zwei Traversen halten erst, wenn alle vier Steckpunkte sitzen, und bis dahin muss jemand die Stützen senkrecht halten. PROREGAL schreibt für das Eckregal, eine zweite Person, die die Profile in Position hält, sei sehr hilfreich.
Welche Regale die Anleitungen beilegen und welche nur eine Bildseite, zeigt der Vergleich, welche Steckregale eine lesbare Anleitung mitliefern.
Gummihammer, Holzklotz und kein Akkuschrauber
EASYmaxx schreibt, die Montage gehe dank des Stecksystems leicht von der Hand. Ein Werkzeug nennen die Anleitungen trotzdem, und es ist bei allen dasselbe Stück.
Einen Gummihammer verlangen Arebos, EASYmaxx, SONGMICS, Ondis24 und PROREGAL. EASYmaxx und SONGMICS schreiben dazu, dass er nicht im Lieferumfang enthalten ist.
Bei den übrigen Werkzeugen gehen die Listen auseinander. SONGMICS nennt Handschuhe, Gummihammer und einen Flachschraubenzieher. Ondis24 nennt Gummihammer, Holzklotz, Schraubenzieher und Bohrmaschine; die Bohrmaschine gehört zur Wandbefestigung, die Ondis24 vorschreibt.
PROREGAL erklärt, wozu das Holz dient. Man solle die Streben mit dem Gummihammer verbinden und dabei ein Kantholz auf die Schlagfläche legen, um die Streben nicht zu beschädigen.
Der Schraubenzieher hat bei PROREGAL einen zweiten Zweck. Mit ihm lasse sich die Zunge bündig in die Nut drücken, und wer sie verbiegt, könne sie mit dem Schraubenzieher wieder begradigen.
Beim Akkuschrauber widersprechen sich zwei Hersteller, weil sie verschiedene Regale meinen. PROREGAL zeigt in der Anleitung ein Symbol, wonach die Benutzung elektrischer Schrauber verboten ist, und wiederholt es für die Demontage.
Tegometall verschraubt die Rahmen seiner Schwerlastregale und nennt ein Anzugsmoment von 10 Nm für alle Verschraubungen. Wird mit einem Schrauber gearbeitet, pneumatisch oder elektrisch, sei immer einer mit Drehmomentbegrenzung zu verwenden.
Für ein Steckregal gilt das Verbot von PROREGAL. Was dort festsitzen muss, sind Laschen und Zungen, und die bringt der Gummihammer in den Schlitz, kein Schrauber.
SCHULTE verlangt für Weitspannregale „entsprechendes Werkzeug" und fügt hinzu, beim Zusammenfügen der Bauteile dürfe keine rohe Gewalt angewendet werden. EASYmaxx schreibt: Beim Zusammenbau keine Gewalt anwenden.
Die Lasche, die nicht ganz im Schlitz sitzt
Bei einem Steckregal hängt alles an Laschen oder Zungen, die in Schlitze oder Nuten der Stützen greifen. Eine Lasche, die nur halb eingreift, hält das leere Regal oft noch zusammen. Für die Last ist sie nicht gerechnet.
Halb eingeschlagen ist nicht montiert
PROREGAL macht die Prüfung zum Teil jedes Schritts. Alle Anbauteile seien nach jedem Schritt auf einen richtigen und festen Sitz zu überprüfen.
Beim Eckregal Ragnar kommt eine Fehlerquelle hinzu, die in den Anleitungen der geraden Regale nicht steht: die Richtung der Profile. PROREGAL schreibt, man solle bei den Profilen auf oben und unten achten. Oben sei der Teil mit dem kleineren Abstand der Nut zum Ende.
Die Anordnung sei wichtig, um die Verbindungsstücke und die Fußkappen anbringen zu können. Wer ein Profil umgekehrt einbaut, merkt es erst, wenn das Verbindungsstück zur nächsten Etage nicht passt.
Tegometall beschreibt denselben Fehler für verschraubte Rahmen. Die Ständerprofile werden zum Zusammenbau auf Unterstellböcke gelegt, und das Lochbild der beiden Ständerprofile müsse gleich ausgerichtet werden. Ein verdrehtes Profil passt nicht zu seinem Gegenstück.
Die Gegenprobe ist bei beiden Bauarten dieselbe. Vor dem ersten Hammerschlag liegen die Stützen nebeneinander, und die Löcher oder Nuten müssen auf einer Linie liegen.
Bei Steckregalen, deren Stützen aus zwei Teilen bestehen, ist der Verbinder die zweite Steckstelle. Arebos lässt jeweils zwei Eckträger mit den mitgelieferten Verbindungsstücken aufeinanderstecken, EASYmaxx auf die montierten Winkelprofile einen Verbinder und ein weiteres Winkelprofil setzen.
Eine Stütze, die am Verbinder nicht bis zum Anschlag sitzt, macht das ganze Regal ein paar Millimeter kürzer an einer Ecke. Das Regal steht dann auf drei Füßen, und das Wackeln sieht aus wie ein unebener Fußboden.
Traversen auf einer Höhe, Streben in jeder Ebene
Die Böden liegen auf vier Traversen, zwei langen vorn und hinten und zwei kurzen an den Seiten. Hängen sie nicht auf einer Höhe, liegt der Boden auf zwei Kanten auf statt auf vier.
EASYmaxx schreibt es zweimal in die Anleitung. Beim Verbinden der Winkelprofile mit den 400-mm-Traversen seien die Traversen auf der gleichen Höhe zu platzieren, ebenso beim Verbinden der Seitenteile mit den 900-mm-Traversen.
Dazu kommt die Querstrebe unter dem Boden. EASYmaxx verbindet die gegenüberliegenden 900-mm-Traversen mit einer Querstrebe und schreibt dazu: Den Schritt in allen Ebenen durchführen.
Arebos nennt dasselbe Teil Regalbodenverstärkung. Sie werde mittig zwischen den Trägern befestigt, dann werde die Steckzunge leicht umgebogen, damit die Verstärkung nicht herausrutschen kann.
Wer die Strebe in einer Ebene vergisst, hat einen Boden, der in der Mitte nur auf der Platte selbst ruht. Bei 3,2 mm MDF, wie EASYmaxx ihn liefert, trägt dann die dünne Platte allein.
Bei Systemregalen mit eingehängten Traversen heißt das Gegenstück Aushebesicherung. Tegometall schreibt, die eingehängten Traversen seien gegen unabsichtliches Aushängen zu sichern, und die Aushebesicherungen müssten ordnungsgemäß und vollständig eingebaut werden.
Bei Weitspannregalen mit Stufenholmen gilt dasselbe Prinzip. Welche Bauarten dort üblich sind und wie die Böden aufliegen, vergleicht die Übersicht, wie die Holme eines Weitspannregals den Boden tragen.
Gleiche Abstände zwischen den Böden
Viele Steckregale lassen die Höhe der Böden frei wählen. Im Amazon-Text von EASYmaxx heißt es, die Abstände der einzelnen Ebenen seien frei wählbar. Die Anleitungen setzen der Freiheit Grenzen.
PROREGAL schreibt als Hinweis zur Montage: Alle Ebenen müssen einen gleichen Abstand zueinander haben, um eine ausreichende Stabilität zu gewährleisten. Ondis24 verlangt, auf gleichmäßige Position und Verteilung der Böden zu achten.
SCHULTE nennt für Weitspannregale Zahlen. Die Fachböden seien in gleichmäßigen Abständen auf die Regalhöhe verteilt einzubauen, der maximale Abstand betrage 600 mm, und der unterste Fachboden dürfe höchstens 600 mm vom Boden entfernt montiert werden.
Den Grund nennt SCHULTE auf der ersten Seite. Die angegebene Rahmenbelastbarkeit sei für die angegebene Knicklänge gültig. Die Knicklänge ist der Abstand zwischen zwei Holmen, über den die Stütze frei steht.
Bei einer Veränderung der Einhängehöhen gelten nach SCHULTE die Tabellen der Anleitung, nicht die Zahl auf dem Schild. Ein Regal, bei dem alle Böden oben hängen und unten ein Meter frei bleibt, ist nicht das Regal, für das die Last angegeben ist.
PROREGAL gibt beim Eckregal einen Hinweis für den umgekehrten Fall. Bei sehr geringen Abständen zwischen den Ebenen könne es sinnvoll sein, den Fachboden einzulegen, bevor die nächste Ebene montiert wird, weil er sich nachträglich schwer einsetzen lässt.
Ein Zentimeter auf zwei Meter Höhe
Ein Regal, das auf einem unebenen Boden steht, steht schief. Wie schief es sein darf, sagen nur die Hersteller von Systemregalen.
SCHULTE schreibt, die Abweichung von der Lotrechten in Längs- und Tiefenrichtung dürfe nicht mehr als 1/200 der Regalhöhe betragen, die Abweichung der Waagerechten nicht mehr als 1/200 der Feldweite. Abweichungen seien durch Unterlegplatten zu korrigieren.
Bei einem 200 cm hohen Regal ist das ein Zentimeter oben gegenüber unten. Eine Wasserwaage an der Stütze zeigt es.
Tegometall ist für seine Traversenregale strenger. Die Regalständer dürften nicht mehr als 1/350 ihrer Höhe von der Lotrechten abweichen, die Höhenabweichung zwischen linker und rechter Ständerlochung nicht mehr als 1/500 des lichten Abstands. Die Werte gelten nach Tegometall für die Regalklasse 400 nach DIN EN 15620, der Norm über Grenzabweichungen, Verformungen und Freiräume verstellbarer Palettenregale.
Für die Steckregale fehlt ein Zahlenwert. PROREGAL schreibt, das Regal sei auf einen ebenen und festen Untergrund zu stellen, lotrecht auszurichten und Abweichungen seien durch Unterlegbleche auszugleichen.
In der Teileliste von EASYmaxx stehen keine Unterlegbleche. SCHULTE und Tegometall führen Unterlegplatten bzw. Blechunterlagen als Zubehör.
Für den Fußboden selbst nennt SCHULTE eine Mindestanforderung: Er müsse eine Flächenpressung von 50 kg je Quadratzentimeter aufnehmen. Tegometall verlangt für seine Regale Beton mindestens der Güte C 20/25, nicht magnesithaltig.
Ein Garagenboden mit Gefälle zum Tor oder ein Kellerestrich mit Senke am Abfluss sind Stellen, an denen man vor dem Aufstellen nachmisst. Ausgeglichen wird unter dem Fuß, nicht an der Wand.
Wand oder Fußboden: zwei Antworten
Bei der Befestigung gehen die Anleitungen am weitesten auseinander, und nicht nur im Ton.
Ondis24 schreibt: Das Regal muss an der Wand befestigt werden, Befestigungsmittel nicht im Lieferumfang. Arebos: Sichern Sie das Regal mit einer passenden Wandhalterung; Dübel, Schrauben und Werkzeuge für Wandmontagen werden separat verkauft.
SONGMICS legt Schrauben und Dübel bei. Wegen der Vielzahl der Wandkonstruktionen könne es aber nötig sein, andere Schrauben im Fachhandel zu kaufen, die zur eigenen Wand passen.
Ondis24 fordert, das für die eigene Wand geeignete Befestigungsmaterial zu verwenden, Arebos, nur passende Dübel und Schrauben für die vorhandene Wandart und das Gewicht des Regals. Arebos fügt einen Satz hinzu, den die anderen nicht haben: Man solle sicherstellen, dass man dabei nicht in Wasserrohre oder Stromkabel bohrt.
PROREGAL verlangt, das Regal mit der Rückseite an eine Wand zu stellen, ausgenommen freistehende Regale. Eine Befestigung schreibt die Anleitung nicht vor. EASYmaxx erwähnt die Wand im deutschen Teil der Anleitung nicht.
Tegometall schreibt das Gegenteil für seine Regale mit Traversen. Die Regale seien selbsttragend, das heißt, es dürfe keine Lastableitung in Gebäudewände oder -decken erfolgen. Stattdessen seien die Regale am Boden zu befestigen, mit Verbindungselementen mit bauaufsichtlicher Zulassung.
Tegometall nennt eine Reihenfolge. Vor der Verankerung der Regalstützen am Boden müsse die Rechtwinkligkeit der Regalfelder gegeben sein. Wer zuerst dübelt und dann ausrichtet, verankert ein schiefes Regal.
Für die Wahl des Ankers macht Tegometall keine allgemeine Angabe. Es obliege dem Planer der Regalanlage, das geeignete Verbindungselement zu wählen.
Beide Aussagen passen zusammen, wenn man unterscheidet, was die Befestigung leisten soll. Am Steckregal soll der Wandanker das Kippen verhindern, er trägt keine Last. Am Traversenregal trägt die Wand nichts, und gegen Kippen und Verschieben sichert der Boden.
SCHULTE nennt für Weitspannregale drei Wege zur Kippsicherung, Bodenverdübelung, Wandverdübelung oder Querverbände. Dübel und Schraubanker gehören nicht zum Standardlieferumfang.
Welcher Dübel in welche Wand gehört und ab welchem Verhältnis von Höhe zu Tiefe ein Möbel ohne Befestigung kippt, rechnet der Ratgeber zum Werkstattschrank vor, welcher Dübel einen Schrank an welcher Wand hält. Für ein Steckregal gilt dieselbe Rechnung.
Wie die Bodenverankerung bei großen Traversenregalen aussieht, mit Beton, Ankern und Wandabstand, beschreibt der Palettenregal-Ratgeber, wie ein Palettenregal im Boden verankert wird.
Halbhoch, Werkbank, Eckregal
Mehrere Steckregale lassen sich anders aufbauen als hoch und schmal. EASYmaxx beschreibt in der Anleitung zwei Varianten: ein Regal mit etwa 180 cm Höhe oder zwei Regale mit etwa 90 cm, die sich als Werkbank nutzen lassen.
Die Anleitung führt beide Wege getrennt. Bei der hohen Variante werden die Verbinder gebraucht und ein Teil der Schutzkappen nicht, bei der halbhohen kommen alle Kappen auf die Profilenden und die Verbinder bleiben übrig.
Was die Anleitung von EASYmaxx nicht nennt, ist eine eigene Last für die Werkbank. Die 175 kg je Ebene stehen in den Produktdaten für beide Varianten.
Andere Anleitungen ziehen die Grenze enger. Ondis24 schreibt, der Artikel dürfe nicht modifiziert oder technisch verändert werden, Arebos, ein ohne Einverständnis modifiziertes Produkt verliere jeden Gewährleistungsanspruch. PROREGAL verlangt, das Produkt nur mit den gelieferten Originalteilen und im Originalzustand zu verwenden.
Das Eckregal ist die anspruchsvollste Variante. PROREGAL schreibt selbst, das Eckregal Ragnar sei etwas herausfordernder aufzubauen als ein normales Schwerlastregal.
Grundfläche und Fachboden sind fünfeckig. Drei Ecken haben einen Winkel von 90 Grad und bilden die hintere Ecke, die vorderen beiden einen Winkel von 130 Grad. Entsprechend gibt es Seitenprofile mit 90 und mit 130 Grad und drei Traversenlängen, 40, 43 und 70 cm.
PROREGAL rät, die Teile der ersten Ebene nach der Zeichnung auf dem Boden auszulegen und mit dieser Ebene zu beginnen. Erst wenn die Grundfläche stabil steht, kommen die weiteren Ebenen.
Geteilte Stützen zwischen Eckregal und Nachbarregal beschreibt keine der gelesenen Anleitungen. Das Eckregal steht bei PROREGAL auf fünf eigenen Stützen, und die geraden Regale daneben stehen für sich.
Bevor die erste Kiste ins Regal kommt
Zwischen dem letzten Montageschritt und der ersten Last liegt eine Prüfung, die zwei Anleitungen verlangen.
Ondis24 schreibt: Vor dem Befüllen des Regals Stabilität und Standsicherheit prüfen. Tegometall verlangt, die Beladung der Regaleinrichtungen erst nach Abschluss aller Montagearbeiten vorzunehmen.
PROREGAL gibt der Prüfung einen Plan. Die Anleitung führt einen Wartungsplan für Zuladung, Anbauteile und den Zustand der Bodenplatten, mit den Frequenzen monatlich und vor jeder Be- und Entladung.
Die Bodenplatten dürften keine Beschädigungen aufweisen oder durchhängen, die Anbauteile und Schrauben seien regelmäßig auf festen Sitz zu prüfen. Defekte oder beschädigte Teile seien umgehend vom geschulten Fachpersonal und in Rücksprache mit dem Hersteller auszutauschen.
Für die Beladung selbst nennt PROREGAL drei Regeln: die Ladung gleichmäßig auf die Lagerfläche verteilen, schwere Gegenstände auf der untersten Ebene lagern und niemals auf das Produkt klettern. SONGMICS warnt, nicht zu hoch auf der obersten Ablage zu stapeln.
SONGMICS verbietet, Kinder auf das Regal klettern oder damit spielen zu lassen, um Verletzungen durch Umkippen zu vermeiden. Das ist der Fall, gegen den die Wandbefestigung schützt.
Ein frei im Raum stehendes Regal hat eine zweite offene Seite. SCHULTE schreibt, die nicht für das Be- und Entladen vorgesehenen Seiten müssten gegen Herabfallen von Ladeeinheiten gesichert sein. An der Wand übernimmt das die Wand, mitten im Raum braucht es eine Rückwand oder eine andere Sicherung.
SCHULTE bestimmt seine Weitspannregale ausschließlich für das Be- und Entladen von Hand, die Bedienung mit Flurförderfahrzeugen sei nicht gestattet. PROREGAL schreibt für den Rhino dasselbe: Be- und Entladen ausschließlich per Hand.
Bei Weitspannregalen gehört ein letzter Schritt zum Aufbau. SCHULTE schreibt, der Betreiber sei verpflichtet, die mitgelieferten Typen- und Belastungsschilder sowie die Anleitung an gut sichtbarer Stelle anzubringen. Die zulässige Belastung lasse sich an der Bodenprägung erkennen oder den Begleitpapieren entnehmen.
Auch der Transport hat eine Regel. PROREGAL schreibt, das Regal nur unbeladen zu transportieren und nicht über den Untergrund zu schieben, sondern mit einer zweiten Person anzuheben.
Für den Abbau gelten bei PROREGAL drei Regeln: das Produkt vollständig und sicher abbauen, in umgekehrter Reihenfolge der Montage und ohne elektrische Schrauber. Gelagert wird es montiert und aufrecht oder demontiert und abgedeckt, an einem dunklen, kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort.
Wer das Regal später an anderer Stelle neu aufbaut, beginnt wieder bei der ersten Bedingung. Jede Lasche wird erneut geprüft, und für beschädigte Teile verlangt PROREGAL den Austausch in Rücksprache mit dem Hersteller.
Fehlersuche: vom Symptom zum Montageschritt
Die folgende Tabelle ordnet die häufigen Fehlerbilder nach dem Aufbau dem Schritt zu, an dem sie entstehen. Jede Abhilfe stammt aus einer der gelesenen Anleitungen.
| Symptom | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Regal wackelt in Längsrichtung | Laschen nicht vollständig im Schlitz, Traverse lässt sich von Hand verschieben | Laschen mit Gummihammer und Holzklotz nachschlagen, bis sie bündig sitzen (EASYmaxx, PROREGAL) |
| Regal kippelt auf drei Füßen | Verbinder einer Stütze nicht bis zum Anschlag gesteckt oder Fußboden uneben | Verbinder prüfen; Unebenheit mit Unterlegblechen unter dem Fuß ausgleichen (PROREGAL, SCHULTE) |
| Regal steht schief, oben weiter von der Wand als unten | Fußboden mit Gefälle; mehr als 1/200 der Höhe aus dem Lot | Lot mit der Wasserwaage prüfen, mit Unterlegplatten korrigieren (SCHULTE) |
| Boden liegt schief oder kippelt | Traversen einer Ebene nicht auf gleicher Höhe | Traversen umstecken, bis alle vier auf einer Höhe hängen (EASYmaxx) |
| Boden hängt in der Mitte durch | Querstrebe oder Bodenverstärkung in dieser Ebene vergessen | Strebe mittig einsetzen und Steckzunge umbiegen (Arebos, EASYmaxx) |
| Verbindungsstück passt nicht auf das Profil | Profil umgekehrt eingebaut | Profilrichtung prüfen: oben ist der kleinere Abstand der Nut zum Ende (PROREGAL Ragnar) |
| Zunge verbogen, steckt nicht mehr | Zu harter Schlag ohne Holzunterlage | Zunge mit dem Schraubenzieher begradigen, künftig Kantholz auf die Schlagfläche (PROREGAL) |
| Regal schwingt oben, obwohl alle Laschen sitzen | Keine Wandbefestigung; Böden ungleich verteilt | An der Wand befestigen (Ondis24, Arebos, SONGMICS); Böden in gleichen Abständen setzen (PROREGAL) |
| Letzter Boden lässt sich nicht einlegen | Ebenenabstand zu gering, nächste Ebene schon montiert | Boden einlegen, bevor die nächste Ebene montiert wird (PROREGAL Ragnar) |
Die Zeilen folgen der Reihenfolge des Aufbaus, von der Lasche über die Traverse und den Fußboden bis zur Wand. Wer ein wackelndes Regal prüft, geht sie in derselben Reihenfolge durch, weil ein Fehler weiter oben die Prüfung weiter unten verfälscht: Ein Regal mit halb gesteckter Stütze lässt sich nicht lotrecht ausrichten.
Zeigt sich an einem Teil eine Beschädigung, gilt bei SCHULTE ein kurzer Satz: Beschädigte Regalteile sind sofort auszutauschen. Ondis24 verlangt, den Artikel vor jedem Gebrauch auf Beschädigungen zu überprüfen.
Welche Regalklasse für welchen Raum gebaut ist und wo die Grenze zwischen Steckregal, Weitspannregal und Palettenregal liegt, ordnet die Übersicht, wo zwischen Steckregal und Palettenregal die Grenzen liegen.
Häufige Fragen
Warum wackelt mein Schwerlastregal nach dem Aufbau?
Welches Werkzeug brauche ich für ein Steckregal?
Muss ein Schwerlastregal an die Wand?
Wie viel Abstand gehört zwischen die Böden?
Darf ich einen Akkuschrauber benutzen?
Was ist beim Eckregal anders?
Wie gleiche ich einen unebenen Boden aus?
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Zuletzt redaktionell geprüft am .
- Ersterstellung: Aufbau von Steck- und Weitspannregalen nach den Anleitungen von SONGMICS, Arebos, Ondis24, EASYmaxx, PROREGAL (RT16 und Eckregal RD2), SCHULTE (Weitspannregale 06/2024) und Tegometall (Schwerlastregale 2024), jede Aussage gegen eine zweite Anleitung gehalten. Leitbefund: Die Steckregal-Anleitungen verlangen die Wand, Tegometall verbietet für seine Traversenregale jede Lastableitung in Wände und verlangt die Bodenverankerung; Werkzeug, Dübel und Befestigungsmaterial liegen meist nicht bei.
Verwendete Quellen
- [1]SONGMICS: Aufbauanleitung Regal GLR042/GLR040 · abgerufen 2026-10-21
- [2]Arebos: Original-Bedienungsanleitung Schwerlastregal 875 kg (AR-HE-SLR02) · abgerufen 2026-10-21
- [3]Ondis24: Sicherheits- und Garantieblatt Metallregal · abgerufen 2026-10-21
- [4]EASYmaxx (DS Produkte): Montageanleitung 2 in 1 Schwerlastregal & Werkbank, Art. 11768 · abgerufen 2026-10-21
- [5]PROREGAL: Bedienungs- und Aufbauanleitung Schwerlastregal RT16 (Rhino) · abgerufen 2026-10-21
- [6]PROREGAL: Aufbauanleitung Eckregal RAGNAR (RD2) · abgerufen 2026-10-21
- [7]SCHULTE: Montageanleitung Weitspannregale (06/2024) · abgerufen 2026-10-21
- [8]Tegometall: Montage- und Betriebsanleitung für Schwerlastregale (2024) · abgerufen 2026-10-21