Ratgeber · Schwerlastregale
Ein Schwerlastregal trägt seine Last je Boden, nicht im Ganzen
Was 175 kg je Boden und 875 kg je Regal bedeuten, warum das 2er-Set addiert, was eine Punktlast halbiert und ab wann ein Regal im Betrieb ein Belastungsschild braucht.
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Bei Regalen, die von Hand be- und entladen werden und eine Fachlast von weniger als 200 kg oder eine Feldlast von weniger als 1.000 kg haben, kann auf die Angabe der Lasten am Regal verzichtet werden. So steht es in der DGUV Information 208-061, und als Beispiel nennt sie Büroregale.
Die Regel ist für Betriebe geschrieben, aber sie zieht eine Grenze, die auch für die Garage aufschlussreich ist. Ein Steckregal mit 175 kg je Boden und 875 kg im Ganzen liegt darunter. Ein Weitspannregal mit 500 kg je Boden liegt weit darüber. Beide heißen im Handel Schwerlastregal.
Dieser Ratgeber hält zwei Zahlen auseinander, die auf jedem Karton stehen und ständig verwechselt werden: die Last, die ein Boden tragen darf, und die Last, die das ganze Regal trägt. Er zeigt, wie sie entstehen, unter welchen Bedingungen sie gelten und wo die Angaben der Anbieter sich selbst widersprechen.
Tragkraft lesen in fünf Fragen
- Gilt die Zahl je Boden oder für das Regal?Bei Steckregalen meist 175 kg je Boden und 875 kg als Summe von fünf Böden.
- Gilt sie für ein Regal oder für das Set?Doppelpacks addieren zwei Regale zu 1.750 kg.
- Gilt sie für diese Breite?Breitere Böden derselben Serie tragen bei PROREGAL, HEMMDAL und META weniger.
- Liegt die Last verteilt und ruhend?Eine Punktlast in der Bodenmitte halbiert die zulässige Last; Stoß- und Schiebelasten schließen die Hersteller aus.
- Stimmt die Zahl nach dem Umbau noch?Tegometall verlangt, die Belastungswerte nach einem Umbau neu zu berechnen.
200 kg je Boden, 1.000 kg je Feld
200 kgFachlast, unter der die Lastangabe am handbeladenen Regal entbehrlich ist
Die 208-061 verlangt an ortsfesten Regalen grundsätzlich eine Kennzeichnung mit Hersteller, Typbezeichnung, Baujahr oder Kommissionsnummer und den zulässigen Fach- und Feldlasten. Die Ausnahme für handbeladene Regale mit kleiner Last soll Büroregale und ähnliche Einrichtungen davon befreien.
Tegometall schreibt dieselbe Grenze in seine Montage- und Betriebsanleitung für Schwerlastregale, aber andersherum. An ortsfesten Regalen mit einer Fachlast von mehr als 200 kg oder einer Feldlast von mehr als 1.000 kg müsse das Belastungsschild deutlich erkennbar und dauerhaft angebracht sein.
Die beiden Sätze klingen gleich und sind es nicht ganz. Bei der DGUV genügt es, dass einer der beiden Werte unter der Grenze liegt, damit die Angabe entfallen kann. Bei Tegometall genügt es, dass einer darüber liegt, damit das Schild Pflicht ist.
Für die meisten Regale führen beide zum selben Ergebnis. Ein Steckregal mit 175 kg je Boden und 875 kg im Ganzen liegt mit beiden Werten unter der Grenze, ein Weitspannregal mit 500 kg je Boden und 2.000 kg im Ganzen mit beiden darüber.
Auseinander gehen die Formulierungen bei einem Regal, das je Boden mehr als 200 kg trägt, aber wenige Böden hat. Mit 250 kg je Boden und drei Böden läge die Feldlast bei 750 kg, unter der DGUV-Grenze und über der Tegometall-Grenze für die Fachlast.
Verbindlich für den Betrieb ist die DGUV-Information. Die strengere Lesart von Tegometall kostet ein Schild und schadet nicht.
SCHULTE nimmt die Kennzeichnung in die Anleitung für Weitspannregale auf. Die Regale müssten mit Typenschildern ausgestattet sein, mit Hersteller, Typ, Baujahr oder Kommissioniernummer und den zulässigen Lasten. Eine Schwelle nennt SCHULTE dort nicht; bei 500 kg je Boden wäre sie ohnehin überschritten.
Für die private Garage gilt keine dieser Pflichten. Sie richten sich an Unternehmer und den Schutz von Beschäftigten.
Nützlich ist das Schild trotzdem. Wer ein Regal Jahre später umräumt, verkauft oder einem anderen überlässt, findet die zulässige Last am Regal und nicht in einem verlorenen Karton.
Last je Boden und Last des Regals
Die DGUV definiert die beiden Größen in einem Satz. Die Fachlast ist die Last, die in ein Fach eingebracht werden kann; die Feldlast ist die Summe der Fachlasten in einem Feld, wobei in der Regel eine gleichmäßig verteilte Last zugrunde gelegt wird.
Tegometall definiert genauer. Die Fachlast sei die Last, die von einer Regalseite aus in ein Regalfach eingebracht werden kann, bei gleichmäßig verteilter Last. Die Feldlast sei die Summe der Fachlasten, jedoch ohne die Ladeeinheiten, die auf dem Fußboden des Feldes stehen.
Der Zusatz klärt eine Frage, die bei jedem Regal auftaucht. Was unter dem untersten Boden auf dem Estrich steht, gehört nicht zur Feldlast, weil es das Gestell nicht belastet.
Bei einem Steckregal ist das Fach ein Boden und das Feld das ganze Regal, weil es nur ein Feld hat. Fachlast und Bodenlast sind dann dasselbe, Feldlast und Gesamtlast auch.
Zwei Zahlen auf demselben Karton
Last je Boden
Last des Regals
Wie Fach- und Feldlast in Regalen und Schränken allgemein zusammenhängen und wie Trägerlastbeiwerte und Durchbiegung die Zahl verändern, erklärt der Ratgeber zum Werkstattschrank, wie Fach- und Feldlast im Werkstattschrank zusammenhängen. Hier geht es um die Zahlen auf dem Karton eines Schwerlastregals.
Im Handel stehen die beiden Größen oft ohne Bezeichnung nebeneinander, oder es steht nur eine davon. „875 kg Tragkraft" im Titel ist die Last des Regals, „175 kg pro Ebene" in der Aufzählung die Last je Boden.
Welche Steckregale welche der beiden Zahlen nennen und wo sie voneinander abweichen, zeigt der Vergleich, welches Steckregal je Boden wie viel trägt.
Fünf mal 175 ist keine Regellast
Bei den Steckregalen im Standardmaß 180 × 90 × 40 cm entsteht die Gesamtlast durch Multiplikation. Fünf Böden zu 175 kg ergeben 875 kg, und genau diese Zahl steht in den Titeln.
Arebos schreibt beides in die Anleitung, „Tragkraft gesamt 875 kg" und „Tragkraft pro Regal 175 kg". Das Wort „pro Regal" steht dort für den Regalboden, eine Zeile, die man leicht falsch liest.
Ob das Gestell mehr tragen könnte als die Summe der Böden, sagt keiner der Anbieter. Die Gesamtlast ist bei diesen Regalen eine Rechnung über die Böden, keine eigene Prüfung des Gestells.
EASYmaxx nennt in der Anleitung zum Schwerlastregal Art. 11768 nur die Last je Ebene, 175 kg, und keine Gesamtlast. Die 875 kg je Regal stehen nur im Amazon-Text.
Für die Beladung heißt das: Die Gesamtlast lässt sich nicht beliebig verteilen. Wer drei Böden leer lässt, darf auf die anderen zwei trotzdem nicht mehr als 175 kg je Boden stellen.
Umgekehrt ist es bei den Weitspannregalen. PROREGAL nennt für den Rhino 500 kg Fachlast und 2.000 kg Gesamtlast bei vier Ebenen, also ebenfalls die Summe. SCHULTE führt für den WS 3000 500 kg Fachlast und 2.500 kg Feldlast bei fünf Ebenen.
Der Unterschied liegt im Weg zur Zahl. In der SCHULTE-Anleitung steht neben den Fachlasten der Satz „Feldlast siehe Tabellen". Die Feldlast ist dort ein eigener Wert aus einer Tabelle, der beim WS 3000 zufällig mit der Summe übereinstimmt.
Wo Tabelle und Summe auseinandergehen, gilt die Tabelle. Sie ist für das Gestell gerechnet, die Summe nur für die Böden. Für ein einfaches Steckregal gibt es eine solche Tabelle nicht, dort bleibt die Summe auf dem Karton die einzige Angabe zur Gesamtlast, und mehr als sie sollte nie im Regal stehen.
Das Doppelpack addiert zwei Regale
Viele Steckregale werden im Doppelpack verkauft, und manche Anbieter addieren dann ein zweites Mal. EASYmaxx schreibt „1750 kg Traglast, 175 kg pro Ebene" in den Titel des Doppelpacks, VOUNOT ebenfalls 1.750 kg.
1.750 kg sind zwei Regale zu 875 kg, die nebeneinanderstehen. Kein einzelnes Teil des Sets trägt diese Last.
Panorama24 macht es umgekehrt. Der Titel des Doppelpacks lautet „2 Stück … belastbar bis 875kg", und die Zahl gilt für jedes der beiden Regale. Bei Eck-Sets aus drei Regalen erscheint auf dieselbe Weise eine Gesamtzahl von 2.625 kg, die Summe dreier Regale zu 875 kg.
Die Faustregel daraus ist einfach. Eine Zahl über 1.000 kg im Titel eines Steckregal-Sets ist fast immer eine Summe über mehrere Regale.
Für die Planung zählt die kleinste Einheit. Das ist der Boden, dann das einzelne Regal. Was das Set zusammen trägt, interessiert erst, wenn man wissen will, was der Fußboden darunter aufnehmen muss.
Was der Fußboden unter dem Regal aufnimmt
Die Last des Regals endet nicht am Gestell. Sie geht über vier Stützen oder über die Fußplatten der Rahmen in den Fußboden, und dort sammelt sie sich auf wenigen Quadratzentimetern.
SCHULTE nennt dafür einen Wert. Der Fußboden müsse mindestens eine Flächenpressung von 50 kg je Quadratzentimeter aufnehmen, die zulässigen Unebenheiten richteten sich nach DIN 18202, bis 1 m Abstand 4 mm.
Dazu kommt ein Hinweis zum Material. Handelt es sich um einen korrosionsaktiven Boden, etwa einen Magnesitboden, müsse das Regal mit speziellen Unterlegplatten entkoppelt werden, ohne direkten Kontakt zwischen Boden und Regal.
Unebenheiten gleicht SCHULTE ebenfalls mit Unterlegplatten aus. Die Abweichung von der Lotrechten darf nach der Anleitung nicht mehr als 1/200 der Regalhöhe betragen, die Abweichung der Waagerechten nicht mehr als 1/200 der Feldweite.
Bei einem 200 cm hohen Regal ist das ein Zentimeter. Ein Garagenboden mit Gefälle zum Tor gehört deshalb vor dem Aufstellen unter die Wasserwaage.
Für die Steckregale fehlt eine solche Angabe. Arebos schreibt zum Boden nur, das Regal auf einem sauberen und ebenen Untergrund zusammenzusetzen, etwa auf einem Teppich, um Schäden zu vermeiden. Das betrifft den Aufbau, nicht den Stand.
Wer wissen will, ob der Boden trägt, rechnet mit der Last des Regals und nicht mit der Last je Boden. Bei einem Steckregal sind das 875 kg plus das Eigengewicht, verteilt auf vier Füße.
Gleichmäßig heißt über den ganzen Boden
Jede Lastangabe in diesem Ratgeber gilt unter einer Bedingung, die selten auf dem Karton steht: Die Last liegt gleichmäßig auf dem Boden. Die DGUV-Definition der Feldlast nennt sie, die Anleitungen ebenso.
Was passiert, wenn sie nicht erfüllt ist, beschreibt die DGUV Information 208-043. Wird statt einer Streckenlast eine Punktlast in der Mitte des Fachs eingelagert, verdoppelt sich die Biegespannung in der Trägermitte, und nur noch die halbe Fachlast dürfte eingelagert werden.
Bei einem Boden mit 175 kg wären das 87,5 kg in der Mitte. Ein voller Getränkekasten in der Bodenmitte, darauf ein zweiter, und die Grenze ist erreicht, obwohl der Boden nach dem Karton noch weit unter seiner Last liegt.
Arebos bringt beide Begriffe in einem Dokument zusammen. „Maximale Punktbelastung liegt bei 175 kg pro Regalboden", heißt es in der Anleitung, und eine Zeile weiter, das Gewicht müsse gleichmäßig auf das Regal verteilt werden.
Darunter folgt ein dritter Satz: „Überschreiten Sie die maximale punktuelle Last pro Regal oder Einheit nicht." Dasselbe Dokument nennt die 175 kg also einmal Punktbelastung je Boden, einmal punktuelle Last je Regal.
Beides zugleich geht nicht. Nach der DGUV ist eine Punktlast die ungünstigere Belastung, und die 175 kg passen nur als verteilte Last zu den übrigen Angaben.
Ondis24 schreibt es eindeutiger: Die 160 kg je Boden beziehen sich auf gleichmäßig verteilte Last, Regalböden seien nie einseitig zu belasten. Tegometall verlangt in seiner Anleitung eine gleichmäßig verteilte Last über die gesamte Länge des Trägerpaars.
Ondis24 ergänzt eine Regel für das Gestell: Auf gleichmäßige Position und Verteilung der Böden sei zu achten. Wer alle Böden nach oben schiebt, um unten Platz zu schaffen, verlagert den Schwerpunkt nach oben.
Wer schwere Einzelstücke einlagert, stellt sie deshalb nach unten, auf den Boden über dem Fußboden oder direkt darunter, und an die Seiten, wo die Stützen tragen.
Abstellen, nicht fallen lassen
Die zweite Bedingung betrifft die Bewegung. Lastangaben gelten für ruhende Last.
SCHULTE schreibt in die Anleitung für Weitspannregale, die Angaben gälten bei gleichmäßig verteilter statischer Last, und die Regale seien nicht zur Aufnahme dynamischer Lasten geeignet, also weder für Schiebe- noch für Stoßlasten. PROREGAL schließt für den Rhino punktuelle Stoßlasten und dynamische Lasten aus.
Tegometall erklärt den Grund. Das Verschieben von Paletten über die Traversen oder ein stoßartiges Absetzen führe zu einer kurzzeitigen Überschreitung der Belastungsgrenzen. Geschrieben ist das für Palettenregale, die Physik ist bei der Kiste im Steckregal dieselbe.
Eine Kiste, die beim Einräumen auf den Boden fällt, belastet ihn für einen Augenblick stärker als ihr Gewicht. Eine Kiste, die über den Boden geschoben wird, zieht an den Steckverbindungen.
SCHULTE fügt eine Regel hinzu, die sich von selbst zu verstehen scheint und trotzdem in der Anleitung steht: Die Regale dürfen nicht betreten werden. Ein Boden als Tritt zum obersten Fach ist eine Last, für die keine der genannten Zahlen gilt.
Mehr Breite, weniger Last
Ein breiterer Boden trägt nicht mehr. Bei drei Herstellern trägt er weniger.
PROREGAL nennt für den Rhino mit 200 cm Breite und 60 cm Tiefe 500 kg Fachlast. Die Variante mit 240 cm Breite und 70 cm Tiefe trägt laut Hersteller 450 kg, obwohl der Boden ebenfalls aus 8 mm Spanplatte besteht und die Serie dieselbe ist.
Jungheinrich PROFISHOP führt das HEMMDAL-Weitspannregal auf einer Seite in zwei Breiten. Mit 1.600 mm stehen 600 kg Fachlast und 2.400 kg Feldlast dort, mit 2.000 mm 500 kg und 2.000 kg.
Der Grund ist die Durchbiegung. Ein längerer Träger biegt sich unter derselben Last stärker, und die Hersteller begrenzen sie; Tegometall nennt als Höchstwert 1/200 der Traversenlänge.
Für die Auswahl heißt das, die Last gehört zur Breite und nie zur Serie. Wer eine Variante mit anderen Maßen bestellt, sucht die Fachlast genau dieser Variante.
Welche Weitspannregale bei welcher Breite welche Last nennen und wie sich die beiden Bauarten unterscheiden, vergleicht die Übersicht, welches Weitspannregal bei welcher Breite wie viel trägt.
Wessen Zahl gilt: Boden oder Gestell?
Bei einem Steckregal tragen zwei Teile die Last, der Boden und das Gestell darunter. Die Zahl je Boden gilt für beide zusammen, so wie der Hersteller sie zusammengebaut hat.
Daraus folgt eine Grenze, die selten genannt wird. Ein Ersatzboden aus einem anderen Material oder mit anderer Stärke verändert die Last, und für diese Kombination gibt es keine Zahl.
Bei den Steckregalen sind die Böden meist aus MDF oder Spanplatte. Wie dick sie sind, nennen nur wenige Hersteller: EASYmaxx 3,2 mm, Ondis24 etwa 5 mm, PROREGAL bei den Weitspannregalen 6,5 und 8 mm.
Ondis24 zeigt, wie empfindlich die Zahl ist. Das beiliegende Blatt nennt 160 kg je Boden, Shop und Titel 175 kg. Wer mit der höheren Zahl plant, plant mit 15 kg mehr je Boden, als das Herstellerdokument erlaubt.
Bei KARAT hängt die Zahl an der Variante. Das Angebot nennt 250 kg je Boden für die Größen 220 × 120 × 60 und 220 × 120 × 45 cm und 175 kg für alle anderen, darunter Regale mit gleicher Breite und kleinerer Höhe.
Die Regel daraus: Die Zahl gilt für das Regal, wie es geliefert wird, mit seinen Böden, in seiner Größe. Jede Abweichung braucht eine neue Zahl vom Hersteller.
Zwei Zahlen auf derselben Seite
Wie unzuverlässig die Angaben im Handel sein können, zeigen Widersprüche innerhalb desselben Angebots. Sie betreffen keine Nebensache, sie betreffen die Tragkraft.
Beim Rhino in 180 × 200 × 60 cm nennt die Amazon-Attributliste als maximale Nutzlast 2.000 kg, bei der Variante 200 × 200 × 60 cm 500 kg. Einmal ist das Regal gemeint, einmal der Boden, und das Feld heißt beide Male gleich.
Beim Dino wirbt die Herstellerseite mit Fachlasten bis 600 kg und Breiten bis 240 cm. Das Merkmal für das 200 cm breite Modell lautet 500 kg. Die Serienzahl ist keine Zahl für eine Größe.
Das KARAT-Regal mit 220 × 120 × 45 cm trägt im Titel „Traglast bis 1250 kg", passend zu fünf Böden zu 250 kg. Das Handelsattribut derselben Seite nennt 1.500 kg.
Beim PROREGAL Taurus XL nennt die Herstellerseite 1.250 kg Gesamtlast bei vier Ebenen zu 250 kg, der Amazon-Titel 1.000 kg. Vier mal 250 sind 1.000.
Die Erfahrung daraus ist eine Reihenfolge. Zuerst gilt die Anleitung oder das Datenblatt des Herstellers, dann der Herstellershop, zuletzt die Attribute eines Marktplatzes. Wo die Anleitung eine niedrigere Zahl nennt, plant man mit ihr.
Lasten für vier Felder
Bei Systemregalen kommt eine Bedingung hinzu, die bei einfachen Steckregalen fehlt: die Zahl der Felder nebeneinander.
META schreibt für das Weitspannregal MINI-RACK, die Fach- und Feldlasten gälten für Regalzeilen mit vier und mehr Feldern. Ein einzelnes Grundregal ist damit nicht der Fall, für den die 600 kg je Boden gerechnet sind.
Bei Palettenregalen ist diese Bedingung die Regel, und die Hersteller mindern ihre Lasten, wenn weniger Felder nebeneinanderstehen. Wie stark, rechnet der Palettenregal-Ratgeber an den Tabellen von hofe und Schulte vor, wie die Felderzahl die Last eines Palettenregals mindert.
Was ein Feld ist, schreibt Tegometall in die Begriffsbestimmung. Zwei miteinander verbundene Regalständer bilden ein Regalfeld, ein Regal kann aus einem oder mehreren Feldern bestehen, und in einem Feld müssen mindestens zwei Regalfächer eingebracht sein.
Die letzte Bedingung ist leicht zu übersehen. Ein Feld mit nur einem Traversenpaar ist nach dieser Definition kein Regalfeld im Sinne der Anleitung. Wer ein Regal bis auf einen Boden leer räumt und umbaut, verlässt den Aufbau, den der Hersteller beschreibt.
Für Steckregale aus dem Baumarkt und von Amazon nennt keiner der Anbieter eine solche Bedingung. Jedes Regal steht für sich, mit eigenen vier Stützen.
Für ein Systemregal, das einzeln stehen soll, gehört die Frage an den Hersteller zur Bestellung: Welche Last gilt für ein Feld allein?
Nach dem Umbau neu rechnen
Steckregale werden gern umgebaut. Arebos, KARAT und EASYmaxx bewerben, dass sich das Regal als zwei halbhohe Regale oder als Werkbank aufbauen lässt.
Tegometall schreibt für seine Schwerlastregale vor, dass Regale nur unter Beachtung der Montage- und Betriebsanleitung und durch unterwiesene Personen umgebaut werden, nur im unbeladenen Zustand, und dass die Belastungswerte nach dem Umbau neu zu berechnen sind.
SCHULTE verlangt für Weitspannregale, die Fachböden in gleichmäßigen Abständen über die Regalhöhe zu verteilen, höchstens 600 mm auseinander, den untersten nicht höher als 600 mm über dem Fußboden. Wer Böden weglässt, um Platz für Hohes zu schaffen, verändert das Regal, für das die Last gilt.
Auch SCHULTE verbietet den Umbau unter Last. Der Auf- oder Umbau der Regale dürfe nur im unbeladenen Zustand erfolgen, heißt es dort wortgleich mit dem Grundsatz bei Tegometall.
Für ein einfaches Steckregal gibt es meist keine Tabelle für andere Aufbauten. Die Last je Boden bleibt dann die maßgebliche Zahl, und sie gilt nur, solange das Regal so steht, wie die Anleitung es beschreibt.
Im Betrieb kommt die Kennzeichnung dazu. Nach einem Umbau müssen die korrekt ausgefüllten Belastungsschilder angebracht werden, schreibt Tegometall, und die Lastangabe muss zum neuen Aufbau passen.
Was ein Prüfzeichen über die Last sagt
Einige Anbieter werben mit TÜV oder GS. Die Frage für diesen Ratgeber ist, ob das Zeichen etwas über die Tragkraft sagt.
Arebos druckt den Hinweis in die Anleitung. Das Produkt sei vom TÜV Süd getestet und zertifiziert worden, das Symbol GS stehe für geprüfte Sicherheit nach dem Produktsicherheitsgesetz. Die Konformitätserklärung nennt als Prüfgrundlagen PPP 51028B:2014 und AfPS GS 2014:01 PAK, unterschrieben in Würzburg am 16.07.2019.
Welche Last bei der Prüfung aufgebracht wurde, steht nicht in der Anleitung. Die Zahl je Boden bleibt die des Herstellers, 175 kg, mit dem Widerspruch zwischen Punktbelastung und verteilter Last.
PROREGAL bewirbt den Taurus XL als „TÜV/GS zertifiziertes Regal". Prüfstelle und Zertifikatsnummer nennt die Herstellerseite nicht, und die Anleitung enthält kein GS. Das ist eine Behauptung, für die der Beleg fehlt.
Für das HEMMDAL-Regal in der Outdoor-Ausführung schreibt Jungheinrich PROFISHOP, es sei TÜV Rheinland-geprüft mit bis zu 400 kg Tragkraft je Boden. Die Prüfstelle ist genannt, eine Zertifikatsnummer nicht.
SONGMICS nennt weder eine Norm noch ein GS-Zeichen, weder im Shop noch in der Anleitung. Die Lastangabe steht dort ohne Prüfnachweis.
Ein Prüfzeichen sagt, dass ein Dritter das Produkt gesehen hat. Welche Zahl er bestätigt hat, sagt es nur, wenn das Zertifikat sie nennt, und das muss man dann bei der Prüfstelle nachsehen.
Zurück zur Schwelle von 200 kg
Am Anfang stand eine Regel aus der DGUV Information 208-061: Unter 200 kg Fachlast oder 1.000 kg Feldlast kann ein handbeladenes Regal ohne Lastangabe auskommen.
Nach den Abschnitten dieses Ratgebers lässt sich sagen, wo die beiden Regalklassen liegen. Ein Steckregal mit 175 kg je Boden und 875 kg im Ganzen liegt mit beiden Zahlen darunter. Ein Weitspannregal mit 500 kg je Boden und 2.000 kg im Ganzen liegt mit beiden darüber, und im Betrieb braucht es ein Schild.
Für beide gilt dieselbe Lesart der Zahlen. Die Last je Boden entscheidet, was auf einen Boden darf, die Last des Regals entscheidet über Gestell und Fußboden. Beide gelten nur verteilt, nur ruhend und nur für das Regal, wie es geliefert wurde.
Wer die beiden Zahlen auseinanderhält, liest jeden Karton in derselben Reihenfolge: erst je Boden, dann je Regal, dann je Set, und immer für die Breite, die tatsächlich bestellt wird. Wo zwei Quellen verschiedene Zahlen nennen, gilt die niedrigere aus dem Herstellerdokument.
Ob ein Regal im Betrieb auch geprüft werden muss, ist eine dritte Frage. Für Regale, die von Hand beladen werden, ist sie meist schnell beantwortet, wie der Ratgeber zeigt, wann ein Regal im Betrieb regelmäßig geprüft werden muss.
Welche Regale es in beiden Klassen gibt und für welchen Raum sie gebaut sind, ordnet die Übersicht, welche Klasse von Schwerlastregal zu welchem Raum passt.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Tragkraft eines Schwerlastregals?
Darf ich 875 kg auf einen Boden stellen, wenn das Regal 875 kg trägt?
Was ist eine Punktlast beim Regal?
Braucht ein Schwerlastregal ein Belastungsschild?
Trägt ein breiteres Regal mehr?
Was gilt nach einem Umbau des Regals?
Was bedeutet „statische" Belastbarkeit?
Änderungen an dieser Seite
Zuletzt redaktionell geprüft am .
- Ersterstellung: Last je Boden und Last des Regals nebeneinander, belegt an den DGUV-Informationen 208-061 und 208-043, der Tegometall-Anleitung für Schwerlastregale, der SCHULTE-Anleitung für Weitspannregale und den Unterlagen von Arebos, Ondis24, PROREGAL und HEMMDAL. Leitbefund: Die Zahl auf dem Karton ist die Summe der Böden, beim Doppelpack die Summe zweier Regale; sie gilt nur bei verteilter, ruhender Last. Die Kennzeichnungsschwelle für handbeladene Regale formulieren DGUV und Tegometall mit verschiedenem Bindewort.
Verwendete Quellen
- [1]DGUV Information 208-061: Lagereinrichtungen und Ladungsträger (Fassung Juli 2024) · abgerufen 2026-10-21
- [2]DGUV Information 208-043: Sicherheit von Regalen (Juni 2020) · abgerufen 2026-10-21
- [3]Tegometall: Montage- und Betriebsanleitung für Schwerlastregale (2024) · abgerufen 2026-10-21
- [4]SCHULTE: Montageanleitung Weitspannregale (06/2024) · abgerufen 2026-10-21
- [5]Arebos: Original-Bedienungsanleitung Schwerlastregal 875 kg · abgerufen 2026-10-21
- [6]Ondis24: Sicherheits- und Garantieblatt Metallregal · abgerufen 2026-10-21
- [7]PROREGAL: Profi-Schwerlastregal RHINO 180 × 200 × 60, RT16-02 · abgerufen 2026-10-21
- [8]Jungheinrich PROFISHOP: HEMMDAL Weitspannregal Typ XXL, 224417 · abgerufen 2026-10-21