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Themenübersicht · Motorradkoffer

Erst Motorrad und Träger prüfen, dann den Motorradkoffer wählen

Was einen Motorradkoffer begrenzt, steht selten am Koffer: Zuladung an der Platte, Passform am Träger, Betriebserlaubnis am Papier. Topcase, Seitenkoffer, Träger sortiert.

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Ein Motorradkoffer wird zuletzt ausgewählt. Vorher stehen das Motorrad, der Träger und die Plattenform fest, und jede dieser drei Entscheidungen begrenzt die nächste.

Das ist die kürzeste Fassung dieses Clusters, und sie steht hier am Anfang, weil der Handel es umgekehrt nahelegt. Gesucht und verkauft wird der Koffer: nach Litern, nach Helmzahl, nach Farbe. Was ihn begrenzt, steht fast nie am Koffer selbst. Die Zuladung hängt bei GIVI an der Platte, der Träger am Motorrad, die Betriebserlaubnis an einem Papier und einer Einbauanweisung.

Dieser Überblick sortiert, was im Handel alles Motorradkoffer heißt, legt die vier Grenzen nebeneinander und führt zu zwei Vergleichen und drei Ratgebern. Getestet wurde dafür nichts. Ausgewertet wurden Herstellerseiten, Bedienungshandbücher, Kompatibilitätslisten, Gesetzestexte und Marktdaten.

Woran die Entscheidung hängt

  • 01

    Befestigungssystem

  • 02

    Trägerkompatibilität

  • 03

    Zuladung

  • 04

    Volumen und Helmkapazität

In dieser Reihenfolge planen

  • Das Motorrad: Zuladung und Achslast aus dem FahrzeugscheinFeld F.1 minus Feld G ergibt die Zuladung, Feld 7.2 die Grenze der Hinterachse. Fahrer und Sozius gehen zuerst davon ab, das Gepäck bekommt den Rest.
  • Der Träger: fahrzeugspezifisch oder vorhandener GepäckträgerBeim Trägerhersteller nach Modell und Baujahr suchen. Die Liste des Trägers sagt, welche Koffer passen, und manche Träger nehmen ausdrücklich kein Topcase auf.
  • Die Plattenform: Monolock, Monokey, SHAD oder eigene BügelplatteSie bestimmt die Zuladung des Koffers stärker als dessen Volumen. Bei GIVI sind es 3 Kilogramm pro Monolock-Koffer und 10 pro Monokey-Koffer.
  • Die Papiere: Genehmigung, Einbauanweisung, TempoangabeHat der Träger eine Betriebserlaubnis, ist sie mitzuführen und ihre Auflagen sind einzuhalten. Die Tempoangabe des Herstellers gilt für sein System.
  • Zuletzt der Koffer: Volumen, Helme, Wasser, EigengewichtLiterangaben am Außenmaß nachrechnen, Helmangaben nach ECE 22.06 prüfen, das Eigengewicht in die Fahrzeugrechnung aufnehmen.

Was neben dem Koffer dazugehört

Teile und Angaben, die beim Kauf eines Koffers oft erst nachträglich auffallen. Keine davon ist ein Kostenpunkt in diesem Text; es geht darum, dass sie existieren.

Platte
nicht immer im Karton
Monolock-Koffer bringen laut GIVI-Handbuch eine Universalplatte mit; beim Kappa KGR52 und bei manchen GIVI-Kürzeln fehlt sie.
Träger
fahrzeugspezifisch
SHAD schreibt beim SH40, die meisten Motorräder bräuchten zusätzlich ein Top-Master-Kit; Seitenträger bauen GIVI und SHAD je Motorradmodell.
Schlüssel
je System eigene Sätze
GIVI führt in beiden Handbüchern Schlüsselsätze mit Modellzuordnung, darunter einen namens Security Lock.
Verschleißteile der Platte
Gummielemente
Das Monolock-Handbuch nennt eine eigene Ersatzteilnummer für die Gummielemente der Platte und empfiehlt, sie zu prüfen.
Baubreite
mit Seitenkoffern deutlich breiter
GIVI weist darauf hin, dass sich die Baubreite des Hecks durch Seitenkoffer erheblich erhöht. Für Garage und Rangieren ist das eine eigene Größe.

Der Koffer kommt zuletzt

Zwischen Gepäck und Straße liegen vier Glieder: der Koffer, die Platte, auf die er rastet, der Träger, an dem die Platte sitzt, und das Motorrad. Jedes Glied hat eine eigene Grenze, und jede stammt von einem anderen Absender.

Gekauft wird meist von vorne nach hinten.

Also mit dem Koffer zuerst. Entschieden werden muss von hinten nach vorne. Das Motorrad legt fest, welcher Träger in Frage kommt. Der Träger legt fest, welche Plattenform passt. Und die Plattenform legt fest, welche Koffer überhaupt in die engere Wahl kommen und wie viel sie tragen dürfen.

Dass diese Reihenfolge keine Theorie ist, zeigt die Bestsellerliste der Trägersysteme bei Amazon. Auf den ersten dreißig Plätzen stehen Montagekits und Platten einzelner Kofferhersteller und fahrzeugspezifische Träger. Ein universeller Kofferträger, der an jedes Motorrad passt, kommt dort nicht vor.

Die Kette hat eine Folge für die Kennwerte. Was einen Koffer im Alltag begrenzt, ist häufig gar keine Eigenschaft des Koffers. Die Zuladung hängt an der Platte, die Passform am Träger, die Betriebserlaubnis an einem Papier. Am Koffer selbst bleiben Volumen, Helmkapazität, Wasserschutz und Eigengewicht.

Die vier Entscheidungsfaktoren oben auf dieser Seite folgen genau dieser Kette: Befestigungssystem, Trägerkompatibilität, Zuladung, Volumen und Helmkapazität. Die Abschnitte darunter gehen sie in dieser Reihenfolge durch.

Bis Oktober 2026 standen dort andere Wörter. „Verschlusssystem" ist zu „Befestigungssystem" geworden, weil das Wort im Handel zwei Dinge meint, das Schloss am Deckel und die Verriegelung auf der Platte, und nur das zweite über Last und Passform entscheidet. Aus „Volumen" ist „Volumen und Helmkapazität" geworden, seit SHAD die Helmangaben für Helme nach der neuen Regelung eigens neu gefasst hat.

Was im Handel Motorradkoffer heißt

Amazon führt eine Warengruppe mit dem Namen „Motorradkoffer & Gepäck". Unter ihr hängen Unterknoten für Beinbeutel, Gepäckrollen, Helmtaschen, Tankrucksäcke, Top-Cases, Trägersysteme und weitere. Einen Knoten für Seitenkoffer gibt es nicht.

Die Bestsellerliste der Warengruppe wurde für dieses Cluster Platz für Platz nach Art sortiert. Hartschalen-Topcases stehen auf sieben der ersten dreißig Plätze. Genauso viele Plätze belegen Ersatzrollen und Rollenschutz für Reisekoffer, und Platz eins der ganzen Warengruppe ist ein Paar Ersatzräder für einen Rollkoffer. Ein Seitenkoffer steht nicht in den ersten dreißig.

Für die Suche heißt das: Das Wort Motorradkoffer trennt schlecht. Wer danach sucht, findet Topcases, Satteltaschen, Rollen für Reisegepäck und Zubehör nebeneinander.

Bei Google sieht es ähnlich aus. Auf die Suche nach dem Wort Motorradkoffer antworteten beim Abgleich für dieses Cluster fünf Shops, zwei Hersteller und ein Ratgeber. Wer etwas über die Unterschiede wissen will, bekommt vor allem Angebote.

Auch der Unterknoten für Top-Cases ist nicht sortenrein. Unter seinen dreißig Bestsellern stehen 21 Hartschalen-Topcases, daneben zwei Quad-Boxen mit 150 Litern, ein Fahrradkoffer, eine Tanktasche und auf Platz 30 ein Paar Seitenkoffer, das dort einsortiert ist, weil es keinen eigenen Knoten gibt.

Innerhalb der Topcases trennt sich der Markt dann noch einmal, und zwar nicht nach Material oder Volumen. Er trennt sich nach der Befestigung: hier Koffer mit eigener Bügelplatte für einen vorhandenen Gepäckträger, dort Koffer, die auf die Platte eines Systemherstellers rasten. Diese Trennung bestimmt den Aufbau der beiden Vergleiche.

Topcase oder Seitenkoffer

Die erste Unterscheidung ist die naheliegendste, und sie hat mehr Folgen, als die Prospekte vermuten lassen.

Was die Herstellerquellen dieses Clusters zu beiden Bauarten sagen

Topcase

ein Koffer, hinten und oben3 bis 10 kg je nach Plattenform, BMW Vario 6 kgHepco & Becker: 3–5 kg im Topcase auf Topcaseträgernauf Universalplatte oder fahrzeugspezifischem Trägereigener Vergleich je Befestigungsart

Seitenkoffer

immer zwei, links und rechtsHepco & Becker und BMW: 10 kg je KofferGIVI: beide gleichzeitig montieren, gleich beladenSeitenträger je Motorradmodell, etwa GIVI PL ONE-FIT oder SHAD 3Pim Hub und im Ratgeber zu den Systemen

Auffällig ist die Lage der Zahlen. Wo ein Hersteller beide nennt, bekommt das Topcase den kleineren Wert. Bei BMW sind es 6 Kilogramm gegen 10 je Seitenkoffer, zusammen 26. Eine Begründung nennt BMW nicht.

Seitenkoffer verändern außerdem etwas, das kein Topcase verändert: die Breite. GIVI weist im Handbuch darauf hin, dass sich die Baubreite des Hecks durch Seitenkoffer erheblich erhöht. Wer eine enge Garage oder eine schmale Durchfahrt hat, sollte diese Zahl vor dem Kauf kennen.

Und Seitenkoffer sind ein Paar. Die Handbücher von GIVI und Kappa schreiben vor, immer zwei gleichzeitig zu montieren und beide gleich zu beladen.

Bei den Befestigungen ist die Vielfalt an der Seite größer als oben. GIVI und Kappa führen neben Monokey eigene Seitensysteme mit den Namen Monokey Side und Monokey Cam-Side, SHAD das 3P-System, Hepco & Becker abnehmbare Lock-it-Träger, festverschraubte Träger und C-Bow-Halter für Taschen. Jedes dieser Systeme braucht einen eigenen Träger für das jeweilige Motorrad.

Universal oder System: die Frage nach der Platte

Bei Topcases ist die Befestigung die Entscheidung, aus der alles Weitere folgt. Zwei Wege gibt es.

Zwei Märkte unter einem Wort

Universal-Topcase

eigene Bügel- oder Grundplatteauf einen vorhandenen GepäckträgerZuladung 3 bis 5 kg oder gar keine Angabekeine Bindung an eine Markebei Hepco & Becker an drei Topcaseträgern ausgeschlossen

Topcase mit Plattensystem

Platte von GIVI, Kappa oder SHADPlatte auf Universalplatte oder fahrzeugspezifischem TrägerZuladung je System oder je Koffer: 3, 4 oder 10 kgKoffer und Platte gehören zusammenKompatibilität in Herstellerlisten

Bei den Universalkoffern war das Bild beim Abgleich für dieses Cluster lückenhaft. Der größte Koffer der Stichprobe, 72 Liter, nennt die kleinste Zuladung, 3 Kilogramm. Andere nennen gar keine. Der Vergleich zeigt, welche vier Universalkoffer welche Angaben zu Zuladung und Innenmaß machen.

Bei den Systemkoffern hängt die Zuladung dagegen an der Platte. Ein GIVI-Koffer mit Monolock darf 3 Kilogramm aufnehmen, ob er 30 oder 47 Liter fasst. Mit Monokey sind es 10. SHAD nennt die Grenze je Koffer, 3 beim SH33, 4 beim SH40, 10 beim SH58X. Wie sich das auf die Auswahl auswirkt, steht im Vergleich von fünf Topcases mit Monolock-, Monokey- und SHAD-Platte.

Zu den Systemkoffern gehört eine Besonderheit, die beim Vergleichen leicht übersehen wird. Kappa ist eine Marke der GIVI S.p.A. und nutzt dieselben Systemnamen; die Kappa-Seite führt dieselbe italienische Umsatzsteuernummer wie GIVI. Ob ein Kappa-Koffer deshalb auf eine GIVI-Platte passt, ist damit nicht gesagt.

Wer bereits einen Gepäckträger am Motorrad hat, ist nicht auf Universalkoffer festgelegt. Auch die Systemhersteller liefern Universalplatten, die auf einen vorhandenen Träger geschraubt werden. Das Wort universal bedeutet dann aber etwas anderes: universal montierbar, nicht systemfrei.

Wie universal, zeigt das Monolock-Handbuch von GIVI. Die Universalplatte, die den Monolock-Koffern beiliegt, wird dort je nach Dicke der Trägerrohre auf zwei Arten befestigt, für dünne und für dicke Rohre. Ohne vorhandenen Gepäckträger geht es also nicht, und dessen Rohre bestimmen, wie die Platte darauf sitzt.

Der Träger gehört zum Motorrad

Der Träger ist das Glied, über das am wenigsten gesprochen wird, und dasjenige, an dem am meisten hängt. Er sitzt am Motorrad, er wird je Modell gebaut, und er entscheidet, welche Platte und welcher Koffer daran passen.

Wie Hersteller das belegen, zeigt SHAD. Auf der Seite des 3P-Seitenträgers für ein bestimmtes Motorrad steht eine Tabelle der passenden Seitenkoffer, und darüber der Satz, zwei Koffer derselben Marke seien nicht kompatibel. Hepco & Becker schließt an drei Topcaseträgern Universaltopcases mit Kunststoffplatte aus.

Eine Marke allein sagt also nichts über die Passform.

Die beiden GIVI-Plattenformen nach den Bedienungshandbüchern

Monolock

3 kg pro Kofferbis 47 l im Handbuchleichter, kleiner, für geringere HöchstlastenUniversalplatte in den Koffern enthalten120 km/h bei voller Beladung

Monokey

10 kg pro Koffer, E22N 5 kgbis 58 l im Handbuchfür schwerere Koffer, auch SeitenkofferPlatte je nach Modell und Marke120 km/h bei voller Beladung

Bemerkenswert ist, was die Tabelle nicht zeigt: einen Gewichtsunterschied. Bei gleichem Volumen wiegen Monokey-Koffer nach den Handbuchangaben etwa so viel wie Monolock-Koffer. Mit einem schwereren Gehäuse lässt sich die dreifache Last also nicht erklären.

Ob ein Kappa-Koffer auf eine GIVI-Platte passt, beide aus derselben Unternehmensgruppe, beantwortet keine geöffnete Herstellerquelle. Der Ratgeber zu den Systemen erklärt, wie Monolock, Monokey, SHAD 3P und die Träger zusammengehören, und wie man eine Kompatibilitätsliste liest.

Vier Grenzen für dieselbe Ladung

Wie viel in einen Koffer darf, taucht in den Suchvorschlägen in vielen Fassungen auf, und beantwortet wird es selten. Zur Suchanfrage nach der Topcase-Zuladung standen vor allem Forenbeiträge oben, dazu ein einzelner Satz von BMW.

Die Antwort hat vier Teile. Der Koffer nennt seine Nutzlast, der Träger seine Empfehlung, ein Werkssystem seinen Systemwert, und das Motorrad hat eine Zuladung, die sich aus dem Fahrzeugschein ergibt. Gilt mehr als eine Zahl, gilt die kleinere.

Dazu kommt eine Frage, die in keiner Kofferangabe beantwortet ist: Zählt das Eigengewicht des Koffers mit? In der Kofferzuladung nicht, GIVI schreibt „pro Koffer" und meint den Inhalt. Gegenüber dem Träger rechnet GIVI dagegen Koffer und Inhalt zusammen. Hepco & Becker formuliert seine Empfehlung als Last „im Topcase". Und für das Motorrad zählt das Eigengewicht immer.

Ein Beispiel aus den Herstellerangaben: Ein GIVI E300 wiegt laut Handbuch 2,2 Kilogramm und darf 3 Kilogramm aufnehmen, voll sind das 5,2 Kilogramm am Heck. Ein SHAD SH58X wiegt 5,99 Kilogramm und darf 10 aufnehmen, voll knapp 16. Beide sind Topcases, und zwischen ihnen liegt mehr als das Dreifache.

Wie das zusammengeht, rechnet der Ratgeber zur Frage durch, welche der vier Zahlen am Ende gilt, wenn sie sich widersprechen, mit einer Tabelle voll beladener Koffer von 5,2 bis knapp 16 Kilogramm am Heck.

Liter und Helme, nachgerechnet

Die beiden Angaben, nach denen ein Koffer meist gekauft wird, halten einer Nachrechnung unterschiedlich gut stand.

Beim Volumen lässt sich die Literangabe gegen das Außenmaß halten. Rechnet man das Außenmaß als Quader, füllt die Literangabe bei den fünf Systemkoffern dieses Clusters 55 bis 64 Prozent davon. Bei den Universalkoffern reicht die Spanne von 60 bis 92 Prozent, und der obere Wert gehört zu einem Koffer, dessen 72 Liter kaum Platz für Wände lassen.

Bei den Helmen hat sich die Grundlage verschoben. SHAD hat die Helmkapazität seiner Koffer für Helme nach der Regelung ECE 22.06 in einer eigenen Tabelle neu angegeben, teils kleiner als auf den eigenen Produktseiten. Beim SH40 widersprechen sich beide Angaben. Von GIVI und Kappa gibt es keine solche Tabelle, und Kappa nennt auf derselben Seite für denselben Koffer einmal zwei und einmal einen Modularhelm.

Beim SH40 lautet der Widerspruch so: Die Produktseite verspricht einen Integral- und einen Jethelm, die Tabelle für Helme nach ECE 22.06 nennt zwei Jethelme in Größe M. Wer einen neuen Integralhelm transportieren will, hält sich an die Tabelle.

Beim Wasser sind die Angaben eher zurückhaltend formuliert. GIVI schreibt „wasserabweisend" und nennt einen Regentest mit mehr als 20 Litern pro Minute. SHAD beschreibt Dichtungen und Schließsysteme, ohne ein Prüfverfahren zu nennen. Auf eine IP-Schutzart legt sich bei den Systemkoffern dieses Clusters kein Hersteller fest.

Wer einen bestimmten Helm unterbringen will, misst ihn und hält die Maße gegen ein veröffentlichtes Innenmaß. Ein solches Innenmaß nennt in diesem Cluster nur einer der Universalkoffer.

Betriebserlaubnis und Tempo

Zwei weitere Fragen tauchen in den Suchvorschlägen immer wieder auf: Muss ein Kofferträger eingetragen werden, und wie schnell darf man mit Koffern fahren?

Zur ersten schreibt Hepco & Becker, Gepäcksysteme benötigten generell keine ABE oder Eintragung. § 19 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung widerspricht dem nicht, setzt aber zwei Bedingungen. Ohne eigene Genehmigung des Trägers erlischt die Betriebserlaubnis, wenn durch den Anbau eine Gefährdung zu erwarten ist. Mit Genehmigung erlischt sie, sobald deren Einschränkungen oder Einbauanweisungen nicht eingehalten sind.

Zur zweiten gibt es keine einheitliche Zahl. GIVI und Kappa nennen 120 km/h bei voller Beladung, Hepco & Becker 130 km/h, BMW 180 km/h für das Vario-System an der R 1300 GS. Alle vier Angaben stehen in Herstellerunterlagen. Eine Genehmigung, in der eine dieser Zahlen als Auflage steht, war unter den geöffneten Quellen nicht.

Was § 19 Absatz für Absatz verlangt, was seit Juni 2025 die Teiletypgenehmigung ändert und was mitzuführen ist, erklärt der Ratgeber zur Frage, wann ein Kofferträger die Betriebserlaubnis des Motorrads berührt.

Eine Auskunft für das eigene Motorrad gibt das nicht. Die geben Sachverständige.

Warum hier kein Seitenkoffer verglichen wird

Ein Cluster über Motorradkoffer ohne Seitenkoffer-Vergleich braucht eine Begründung, und sie kommt aus dem Markt.

Für einen Vergleich verlangt dieses Portal mindestens vier lieferbare Geräte mit ausreichend vielen Käuferbewertungen. Bei Hartschalen-Seitenkoffern erfüllten das bei der Prüfung vier Angebote, und eines davon war als Auslaufartikel gekennzeichnet. Es blieben drei Seitenkoffer von zwei Herstellern.

Alle übrigen lagen deutlich unter der Schwelle, das nächste Modell bei 139 Bewertungen, Aluminiumkoffer mehrerer Hersteller im ein- oder niedrigen zweistelligen Bereich.

Eine niedrigere Schwelle hätte den Vergleich möglich gemacht, aber mit Geräten, deren Bewertungszahl kaum eine Aussage trägt. Statt die Schwelle zu senken, behandelt dieses Cluster Seitenkoffer dort, wo die Quellen tragen: bei den Befestigungssystemen, den Trägern und der Zuladung. Sobald ein viertes lieferbares Gerät die Schwelle erreicht, ist der Vergleich die naheliegende Erweiterung.

Bis dahin gilt für Seitenkoffer, was für alle Koffer in diesem Cluster gilt. Der Träger wird zuerst gewählt, und die Liste des Trägers sagt, welcher Koffer passt.

Häufige Fragen

Topcase oder Seitenkoffer — was zuerst?
Das entscheidet das Motorrad. Gibt es für das eigene Modell einen Seitenträger, und wie viel Zuladung bleibt nach Fahrer und Sozius? Wo Hersteller beide Werte nennen, bekommt das Topcase den kleineren: bei BMW 6 Kilogramm gegen 10 je Seitenkoffer.
Passt ein Topcase auf jeden Gepäckträger?
Nein. Universalkoffer brauchen einen vorhandenen Gepäckträger, auf den ihre Bügelplatte passt, und manche Markenträger schließen sie aus. Systemkoffer brauchen die Platte ihres Systems. Ob ein Koffer an ein bestimmtes Motorrad passt, sagt die Liste des Trägerherstellers.
Wie viel Gewicht darf in einen Motorradkoffer?
Bei den Koffern dieses Clusters zwischen 3 und 10 Kilogramm, je nach Plattenform oder Modell; einige Universalkoffer nennen gar nichts. Darüber stehen die Empfehlung des Trägers und die Zuladung des Motorrads, und die kleinste Zahl gilt.
Brauche ich für einen Kofferträger eine ABE?
Eine Pflicht dazu enthält § 19 StVZO nicht. Ohne Genehmigung erlischt die Betriebserlaubnis aber, wenn eine Gefährdung zu erwarten ist; mit Genehmigung, wenn deren Auflagen nicht eingehalten werden. Eine Auskunft für den Einzelfall geben Sachverständige und Zulassungsbehörde.
Warum gibt es keinen Vergleich von Seitenkoffern?
Weil der Markt keinen trägt. Bei der Prüfung erfüllten nur drei lieferbare Hartschalen-Seitenkoffer von zwei Herstellern die Mindestzahl an Bewertungen. Für einen Vergleich verlangt dieses Portal mindestens vier.

Änderungen an dieser Seite

Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung des Hubs: die Warengruppe „Motorradkoffer & Gepäck" nach Art ausgezählt (7 der 30 Bestseller sind Hartschalen-Topcases, ebenso viele Ersatzrollen für Reisekoffer, kein Seitenkoffer), die Kette aus Motorrad, Träger, Platte und Koffer als Kaufreihenfolge, Zuordnung zu zwei Vergleichen und drei Ratgebern, Begründung für den fehlenden Seitenkoffer-Vergleich.

Verwendete Quellen

  1. [1]Amazon.de: Bestseller in Motorradkoffer & Gepäck — Plätze 1 bis 30, nach Art ausgezählt · abgerufen 2026-10-02
  2. [2]GIVI S.p.A.: Monolock System — Bedienungshandbuch mit Nutzlast, Gewicht je Baureihe und Universalplatte · abgerufen 2026-10-02
  3. [3]GIVI S.p.A.: Monokey System — Bedienungshandbuch mit Nutzlast, Warnhinweisen und Seitenkoffer-Regel · abgerufen 2026-10-02
  4. [4]Hepco & Becker: Häufig gestellte Fragen — Trägerarten, Zuladung, Höchstgeschwindigkeit und ABE · abgerufen 2026-10-02
  5. [5]BMW Motorrad Support: Maximale Beladung des Vario-Gepäcksystems · abgerufen 2026-10-02
  6. [6]NAD, S.L. (SHAD): Kapazität SHAD Koffer-Helme — Tabelle für Helme nach ECE 22.06 · abgerufen 2026-10-02
  7. [7]NAD, S.L. (SHAD): 3P System seitliche Befestigung Triumph Speed 400 — Kompatibilitätstabelle · abgerufen 2026-10-02
  8. [8]§ 19 StVZO — Erteilung und Wirksamkeit der Betriebserlaubnis · abgerufen 2026-10-02