Ratgeber · Wärmepumpen
COP und Betriebspunkt: warum 19,7 und 5,2 dasselbe Gerät sind
Fünf Poolwärmepumpen nennen Spitzenwerte von 7,6 bis 21,2 und bei 15 °C Luft nur noch 4,5 bis 8,1. Woher die Spreizung kommt und wo sich Geräte vergleichen lassen.
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Der COP einer Wärmepumpe ist ein Verhältnis zweier Leistungen: abgegebene Wärmeleistung geteilt durch aufgenommene elektrische Leistung, beide in Kilowatt, beide zum selben Zeitpunkt gemessen. Ein COP von 6 heißt: Aus einem Kilowatt Strom werden sechs Kilowatt Wärme. Die Zahl hat keine Einheit, weil sich die Kilowatt herauskürzen.
Das ist die vollständige Definition, und sie ist unstrittig. Strittig ist etwas anderes: Zu welchem Zeitpunkt gemessen wird. Denn eine Wärmepumpe arbeitet nicht immer gleich. Sie arbeitet gegen die Luft, die sie ansaugt, und gegen das Wasser, das sie erwärmt, und beide Temperaturen ändern sich im Lauf einer Saison um mehr als zwanzig Grad.
Fünf Fachhandelsgeräte dieses Clusters veröffentlichen ihren COP an zwei Betriebspunkten statt an einem. Über diese fünf Geräte spannen die beworbenen Spitzenwerte von 7,6 bis 21,2 — Faktor 2,8. Die Werte derselben fünf Geräte bei fünfzehn Grad Lufttemperatur liegen zwischen 4,5 und 8,1. Die Geräte unterscheiden sich stark dort, wo sie selten arbeiten, und wenig dort, wo sie gebraucht werden.
Woran ein COP zu prüfen ist, bevor er verglichen wird
- Steht eine Lufttemperatur dabei?Ohne Lufttemperatur ist ein COP keine vergleichbare Angabe. Von fünf geprüften Fachhandelsgeräten nennen alle fünf eine, von sieben geprüften Versandhandelsgeräten kein einziges.
- Steht eine Wassertemperatur dabei?Der COP hängt an der Differenz zwischen Wärmequelle und Wärmesenke. Ohne die Zieltemperatur des Wassers fehlt die zweite Hälfte der Angabe. Die geprüften Fachhandelsgeräte rechnen mit 26 °C.
- Ist es ein Spitzenwert oder eine Spanne?Eine Spanne wie 7,2 bis 19,7 nennt Voll- und Teillast desselben Geräts. Eine einzelne hohe Zahl nennt nur das obere Ende und sagt nichts darüber, was bei Volllast übrig bleibt.
- Passt die Zahl zu Leistung und Aufnahme?Wenn Heizleistung und elektrische Aufnahme beide angegeben sind, lässt sich der COP nachrechnen. Stimmt das Ergebnis nicht mit der beworbenen Zahl überein, gehören sie zu verschiedenen Betriebspunkten.
- Fehlt der Betriebspunkt, beim Hersteller nachfragenWer eine COP-Angabe veröffentlicht, hat den zugehörigen Betriebspunkt im Haus, sonst gäbe es die Zahl nicht. Die Anfrage kostet nichts, und auch eine ausweichende Antwort ist eine Auskunft über die Belegdichte des Anbieters.
- Vergleiche nur Werte am selben PunktEin Spitzenwert des einen Geräts gegen einen Volllastwert des anderen ist kein Vergleich. Wo beide Geräte einen 15-°C-Wert nennen, ist das der einzige Punkt, an dem sie sich gegenüberstehen lassen.
Was der COP misst
COP steht für Coefficient of Performance, auf Deutsch Leistungszahl. Er beschreibt einen Zustand, keinen Zeitraum: die Wärmeleistung, die eine Maschine in diesem Moment abgibt, geteilt durch die elektrische Leistung, die sie in diesem Moment aufnimmt.
Dass dabei Werte über eins herauskommen, hat nichts Wundersames. Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie befördert vorhandene Wärme von einem kalten Ort an einen wärmeren. Der Strom treibt nicht die Heizung an, sondern den Verdichter, der das Kältemittel umwälzt. Die Wärme selbst kommt aus der Umgebungsluft und ist umsonst.
Genau daraus folgt aber, wovon die Zahl abhängt. Je größer der Höhenunterschied ist, über den die Wärme befördert werden muss, desto mehr Arbeit kostet das. Ist die Luft warm und das Wasser noch kühl, ist der Unterschied klein und der COP hoch. Ist die Luft kalt und das Wasser soll auf achtundzwanzig Grad, ist der Unterschied groß und der COP fällt.
Bei einem elektrischen Durchlauferhitzer gibt es dieses Problem nicht. Er setzt Strom direkt in Wärme um, sein Wirkungsgrad liegt bei etwa eins, und er liegt bei jeder Außentemperatur bei etwa eins. Das macht ihn schlechter und zugleich einfacher zu vergleichen. Wie sich die beiden Bauarten sonst unterscheiden, steht im Überblick zu Poolheizungen; hier geht es nur um die Zahl.
Zu unterscheiden ist der COP außerdem vom Wirkungsgrad im engeren Sinn. Ein Wirkungsgrad setzt die nutzbare Energie ins Verhältnis zur zugeführten und kann nicht über hundert Prozent liegen. Der COP setzt die abgegebene Wärme ins Verhältnis zur zugeführten elektrischen Arbeit — und weil ein Teil der abgegebenen Wärme gar nicht aus dem Strom stammt, sondern aus der Luft, ist die Zahl nicht nach oben begrenzt. Wer sie deshalb für eine Übertreibung hält, verwechselt zwei verschiedene Verhältnisse.
Auch die Richtung, in die eine Poolwärmepumpe arbeitet, ist eine andere als bei einer Gebäudeheizung. Ein Heizkörper soll Wasser auf fünfzig oder fünfundfünfzig Grad bringen, ein Becken auf achtundzwanzig. Der Unterschied zwischen Quelle und Ziel ist im Poolbetrieb deutlich kleiner, und deshalb liegen die Zahlen hier höher als bei einer Gebäudewärmepumpe, ohne dass die Maschine besser wäre. Ein Poolgerät mit COP 6 und eine Gebäudewärmepumpe mit COP 4 lassen sich nicht nebeneinanderstellen — sie arbeiten gegen verschiedene Höhen.
Vier Größen machen einen Betriebspunkt
Ein Betriebspunkt ist die Angabe der Bedingungen, unter denen gemessen wurde. Bei Poolwärmepumpen gehören vier Größen dazu, und die geprüften Datenblätter nennen sie in unterschiedlicher Vollständigkeit.
Erstens die Lufttemperatur. Sie bestimmt, wie warm die Wärmequelle ist. Die geprüften Geräte rechnen mit sechsundzwanzig oder siebenundzwanzig Grad für den warmen Punkt und mit fünfzehn Grad für den kühlen.
Zweitens die Wassertemperatur. Sie bestimmt, wohin die Wärme soll. Alle geprüften Fachhandelsgeräte rechnen mit sechsundzwanzig Grad. Wer sein Becken auf einunddreißig Grad bringen will, arbeitet gegen einen größeren Unterschied, als die Datenblätter unterstellen.
Drittens die Luftfeuchte. Sie kommt selten vor, ist aber nicht nebensächlich: Feuchte Luft trägt mehr Energie als trockene bei gleicher Temperatur, weil beim Abkühlen an der Verdampferlamelle Wasser auskondensiert und dabei Wärme frei wird. Genau ein Gerät des geprüften Felds nennt sie — Kaut gibt ausdrücklich „Luft 26 °C / Wasser 26 °C / 80 % relative Feuchte" an.
Viertens die Verdichterdrehzahl. Bei Invertergeräten ist sie die Größe, die den Unterschied zwischen den beworbenen Zahlen ausmacht — und sie steht praktisch nie dabei. Zwei der geprüften Hersteller schreiben sie hin. Was das bedeutet, ist der Gegenstand der nächsten beiden Abschnitte.
Ein COP ohne Betriebspunkt ist keine Kennzahl, sondern eine Behauptung. Die Zahl selbst ist richtig — sie sagt nur nicht, wovon sie handelt.
Eine fünfte Größe wird nirgends genannt und ist trotzdem wirksam: der Durchfluss durch den Wärmetauscher. Er bestimmt, wie stark sich das Wasser bei einem Durchgang erwärmt und damit, gegen welche Verflüssigungstemperatur der Verdichter arbeitet. Die geprüften Datenblätter nennen zwar Durchflusswerte in Kubikmetern je Stunde, verknüpfen sie aber nirgends mit dem COP. Wer seine Filterpumpe drosselt, verändert also eine Größe, die in der Leistungszahl steckt, ohne dass ein Datenblatt sagt, um wie viel.
Wichtig ist noch, dass Betriebspunkte keine Norm sind, sondern eine Wahl. Kein Gesetz verpflichtet einen Poolwärmepumpen-Hersteller, bei fünfzehn Grad zu messen. Dass fünf Anbieter dieses Felds ausgerechnet fünfzehn Grad als zweiten Punkt gewählt haben, ist eine Konvention der Branche und keine Vorschrift — sie ist deshalb praktisch, aber nicht verbindlich. Ein sechster Anbieter könnte zwanzig Grad wählen und wäre damit nicht im Unrecht, nur nicht vergleichbar.
Warum 19,7 und 5,2 dasselbe Gerät beschreiben
Ein Gerät des geprüften Felds, die Aquark Mr. Silence 30 mit 11,8 Kilowatt, nennt vier Zahlen statt einer. Bei siebenundzwanzig Grad Luft und sechsundzwanzig Grad Wasser gibt der Hersteller einen COP zwischen 7,2 und 19,7 an. Bei fünfzehn Grad Luft und derselben Wassertemperatur zwischen 5,2 und 8,1.
Vier Zahlen, ein Gerät, kein Widerspruch, und alle vier stehen auf derselben Produktseite. Die Spanne innerhalb eines Betriebspunkts kommt von der Verdichterdrehzahl: unteres Ende Volllast, oberes Ende Teillast. Der Sprung zwischen den beiden Betriebspunkten kommt von der Lufttemperatur.
Wer nun 19,7 in der Werbung liest, liest den günstigsten aller vier Werte: warme Luft, kühles Ziel, halbe Drehzahl. Er ist nicht falsch. Er ist nur der Wert, der am seltensten eintritt, weil bei siebenundzwanzig Grad Luft die wenigsten Poolbesitzer eine Heizung einschalten.
Der Wert, der zählt, steht am anderen Ende: 5,2 bei fünfzehn Grad und Volllast. Das ist der Frühjahrsmorgen, an dem das Becken auf Temperatur gebracht werden soll. Zwischen 19,7 und 5,2 liegt der Faktor 3,8 — und beide Zahlen stehen im selben Datenblatt, zwei Zeilen auseinander.
Ein Zusatz gehört dazu, weil er häufig übersehen wird: Beide Betriebspunkte gelten für sechsundzwanzig Grad Wassertemperatur. Wer sein Becken wärmer fährt, arbeitet außerhalb beider Angaben, und zwar in die ungünstige Richtung. Für die Frage, welches Gerät sparsamer ist, spielt das keine Rolle, weil es alle Geräte gleichermaßen betrifft. Für die Erwartung an den Stromverbrauch spielt es sehr wohl eine Rolle.
Bemerkenswert ist an dieser Stelle nicht, dass ein Hersteller den günstigsten Wert bewirbt. Bemerkenswert ist, dass er den ungünstigsten daneben veröffentlicht. Über sieben im Versandhandel geprüfte Geräte hinweg tut das kein einziges — dort steht eine Zahl und sonst nichts. Der Fachhandel liefert damit die Grundlage, seine eigene Werbung zu prüfen, und genau das macht diesen Teil des Markts überhaupt analysierbar.
Die vier Zahlen lassen sich auch andersherum lesen. Der Abstand zwischen 7,2 und 5,2 — den beiden Volllastwerten an den zwei Temperaturen — beträgt etwa achtunddreißig Prozent. Das ist der Anteil, den allein der Wechsel von siebenundzwanzig auf fünfzehn Grad Lufttemperatur kostet. Wer also im Mai heizt statt im Juli, zahlt für dieselbe Wärmemenge grob ein Drittel mehr Strom, unabhängig davon, welches Gerät im Garten steht.
Die halbe Drehzahl ist der ganze Trick
Dass ein Verdichter bei halber Drehzahl effizienter arbeitet, ist keine Marketingaussage, sondern Thermodynamik. Bei halber Förderleistung strömt das Kältemittel langsamer durch Verdampfer und Verflüssiger. Beide Wärmetauscher haben dieselbe Fläche wie vorher, sehen aber nur den halben Massenstrom. Damit steht pro Kilogramm Kältemittel die doppelte Tauscherfläche zur Verfügung.
Die Folge: Das Kältemittel verdampft bei höherer Temperatur und verflüssigt bei niedrigerer. Der Druckunterschied, gegen den der Verdichter arbeiten muss, wird kleiner. Weniger Druckunterschied heißt weniger Arbeit pro geförderter Wärmemenge — der COP steigt.
Zwei Hersteller des geprüften Felds schreiben genau das hin, statt es der Werbung zu überlassen. Aquark nennt einen „durchschnittlichen COP bei 50 % Geschwindigkeit: 14,5", Kaut einen „COP bei 50 % Drehzahl: 14,1". Damit ist der Spitzenwert nicht mehr geheimnisvoll: Er gehört zum halb laufenden Gerät.
Praktisch heißt das etwas, das der Werbung entgegenläuft: Eine Wärmepumpe, die im Dauerbetrieb halb läuft, verbraucht weniger Strom für dieselbe Wärmemenge als eine, die halb so lange voll läuft. Eine Nummer größer zu kaufen und langsamer zu fahren, ist deshalb kein Widerspruch, sondern der Weg, auf dem der beworbene Wert überhaupt erreichbar wird. Wie groß das Gerät sein muss, damit das aufgeht, ist eine Rechnung für sich und steht unter Heizleistung berechnen.
Es gibt allerdings eine Grenze nach unten, und sie steht in keinem Prospekt. Unterhalb einer gewissen Drehzahl wird die Ölrückführung im Verdichter schwierig, und die Regelung fährt nicht beliebig weit herunter. Die geprüften Geräte nennen keine Mindestdrehzahl, sondern nur die Endpunkte ihrer Spanne. Wo das untere Ende der Modulation liegt, bleibt damit offen — und mit ihm die Frage, ob ein sehr großes Gerät an einem kleinen Becken überhaupt in dem Bereich arbeiten kann, in dem der beworbene Wert entsteht.
Für den Alltag folgt daraus ein zurückhaltender Schluss statt einer Faustregel. Eine Stufe größer zu wählen, verlängert die Laufzeit bei geringerer Drehzahl und liegt damit im günstigen Bereich. Drei Stufen größer zu wählen, kann dazu führen, dass das Gerät wieder taktet — also anspringt, das Becken schnell auf Temperatur bringt und abschaltet. Damit wäre der Vorteil der Bauart verspielt, denn genau das ist das Verhalten eines On/Off-Geräts.
Das On/Off-Gerät als Gegenprobe
Dass die hohen Zahlen von der Teillast kommen und nicht von besserer Technik, lässt sich am selben Datenbestand gegenprüfen. Unter den geprüften Geräten ist eines kein Inverter: eine myPool Mini Connect 25, die ihren Verdichter nur ein- und ausschalten kann.
Dieses Gerät nennt zu jedem Betriebspunkt genau eine Zahl statt einer Spanne: 5,3 am warmen Punkt, 4,5 bei fünfzehn Grad. Keine Spanne, weil es keine Teillast gibt. Es läuft voll oder gar nicht.
Dieselben zwei Betriebspunkte, zwei Bauarten
Inverter (Aquark, 11,8 kW)
- 27 °C Luft: COP 7,2 bis 19,7
- 15 °C Luft: COP 5,2 bis 8,1
- Spanne, weil Teillast möglich
- Beworben wird das obere Ende
On/Off (myPool Mini, 2,5 kW)
- warmer Punkt: COP 5,3
- 15 °C Luft: COP 4,5
- keine Spanne, keine Teillast
- Beworben wird, was es gibt
Der aufschlussreiche Vergleich ist nicht 19,7 gegen 5,3. Er ist 5,2 gegen 4,5 — die beiden Volllastwerte bei fünfzehn Grad. Dort liegt der Inverter etwa fünfzehn Prozent vorn, nicht um das Vierfache.
Der Abstand der Bauarten ist bei Volllast also klein und wird erst in der Teillast groß. Das ist kein Argument gegen den Inverter: Über eine Saison läuft ein richtig dimensioniertes Gerät die meiste Zeit in Teillast, und dort holt es den Vorsprung. Es ist ein Argument gegen die Zahl, mit der geworben wird.
Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Gegenprobe. Erstens sind die beiden verglichenen Geräte nicht gleich groß — 11,8 gegen 2,5 Kilowatt. Leistungszahlen hängen aber nicht unmittelbar an der Baugröße, sondern an Verdichter, Tauscherfläche und Regelung, weshalb der Vergleich der Verhältniszahlen zulässig bleibt. Zweitens stammen beide Werte aus Herstellerangaben und nicht aus einer unabhängigen Messung; verglichen werden also zwei Behauptungen, die immerhin denselben Betriebspunkt nennen.
Was das On/Off-Gerät im Gegenzug für sich hat, gehört der Vollständigkeit halber dazu: einen einfacheren Aufbau ohne Frequenzumrichter, damit ein Bauteil weniger, das ausfallen kann. Sein Arbeitsbereich beginnt allerdings erst bei null Grad und endet bei achtunddreißig, während die geprüften Inverter bis minus zehn, minus fünfzehn oder minus zwanzig Grad heruntergehen. Der Unterschied zwischen den Bauarten liegt damit weniger in der Effizienz als im nutzbaren Zeitraum der Saison.
Fünf Kennlinien nebeneinander
Fünf Fachhandelsgeräte aus fünf Marken veröffentlichen beide Betriebspunkte. Nebeneinander gelegt ergibt sich ein Bild, das keine einzelne Produktseite zeigt.
Die beworbenen Spitzenwerte lauten 21,2 · 19,7 · 18,5 · 14,4 · 7,6. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten liegt der Faktor 2,8. Die Werte derselben Geräte bei fünfzehn Grad lauten 8,1 · 8,1 · 7,97 · 6,1 — und dort liegt zwischen dem höchsten und dem niedrigsten der Faktor 1,3.
Das ist der Befund, um den es in diesem Text geht. Am beworbenen Punkt wirken die Geräte weit auseinander. An dem Punkt, an dem sie tatsächlich arbeiten, liegen sie dicht beieinander. Die Spreizung entsteht durch die Wahl des Betriebspunkts, nicht durch die Technik.
Bei den Volllastwerten am kühlen Punkt wird es noch enger: 5,2 · 5,2 · 5,1 · 4,5. Vier Geräte von vier Marken, drei davon innerhalb von zwei Prozent. Wer an dieser Stelle eine Kaufentscheidung an der Effizienz festmachen will, entscheidet über Zehntelstellen — und sollte stattdessen auf Arbeitsbereich, Schallpegel und Kältemittel schauen. Welche Geräte das im Einzelnen sind und was sie sonst unterscheidet, steht im Vergleich der Inverter-Wärmepumpen.
Wer beide Punkte nennt, sieht schlechter aus
Ein Gerät des Felds fällt bei oberflächlichem Vergleich durch, und der Grund dafür ist bemerkenswert. Die myPool IC68 PRO-LINE nennt als Spitzenwert 7,6 — die mit Abstand niedrigste Zahl unter fünf Geräten, deren höchste bei 21,2 liegt.
Der Blick auf den zweiten Betriebspunkt dreht das Bild. Bei fünfzehn Grad nennt dasselbe Gerät 4,5 bis 6,1. Die anderen nennen dort 5,1 bis 8,1. Der Rückstand ist da, aber er beträgt nicht mehr das Dreifache, sondern etwa ein Viertel.
Der Grund liegt in der Spreizung. Der Faktor zwischen den beiden Betriebspunkten beträgt bei myPool 1,25 — von 6,1 auf 7,6. Bei Kaut beträgt er 2,9. Ein Hersteller mit schmaler Spreizung nennt einen Spitzenwert, der nah an der Volllast liegt; ein Hersteller mit weiter Spreizung nennt einen, der weit davon entfernt ist.
Ob die schmale Spreizung technisch bedingt ist oder nur zurückhaltender ausgewiesen wird, lässt sich am Datenblatt nicht entscheiden, und dieser Text behauptet es auch nicht. Was sich sagen lässt: Ein Feld, in dem alle Anbieter ihren günstigsten Wert bewerben, bestraft den, der bei der Auswahl des Werts zurückhaltend ist.
Zwei Zahlen im Datenblatt sind kein Nachteil, sondern die Voraussetzung dafür, dass eine davon überprüfbar wird. Ein Gerät mit nur einer Zahl ist nicht besser — es ist nur weniger angreifbar.
Aus demselben Befund folgt noch etwas anderes, und es betrifft die Suche selbst. Wer nach dem höchsten COP sucht, sucht nach dem Hersteller mit der weitesten Spreizung — nicht nach dem effizientesten Gerät. Diese beiden Fragen fallen im Poolmarkt systematisch auseinander, weil die beworbene Zahl die Wahl des Betriebspunkts belohnt und nicht die Konstruktion.
Auf die Frage, welches der fünf Geräte an einem konkreten Becken das sparsamste wäre, antwortet dieser Text deshalb bewusst nicht. Sie hängt an der Beckengröße, der Laufzeit der Filterpumpe, der Zieltemperatur und der Abdeckung. Was sich beantworten lässt, ist die Vorfrage: An welchem Punkt die veröffentlichten Zahlen überhaupt vergleichbar sind — und das ist der 15-°C-Punkt, sonst keiner.
Eine letzte Beobachtung zu dieser Spreizung, weil sie über die Effizienz hinausweist. Das Gerät mit dem höchsten Spitzenwert des Felds ist zugleich das einzige, das ein Kältemittel führt, für das keine europäische Ausstiegsfrist läuft — und eines von zweien, die einen Messabstand zu ihrem Schallwert nennen. Ob das zusammenhängt, lässt sich aus fünf Geräten nicht belegen; nachlesen lässt sich der Teil mit dem Datum unter R32, R290 und die Fristen der F-Gas-Verordnung.
COP, SCOP und SEER sind drei Zahlen
Neben dem COP tauchen zwei weitere Abkürzungen auf, die im Poolbereich selten, im Gebäudebereich ständig vorkommen. Sie zu unterscheiden, hilft beim Lesen von Herstellerunterlagen.
COP ist eine Momentaufnahme an einem Betriebspunkt. SCOP — Seasonal Coefficient of Performance — ist ein Mittelwert über eine Heizperiode, gewichtet nach der Häufigkeit der Außentemperaturen. Bei Raumheizungen ist er die aussagekräftigere Größe, weil er das ganze Jahr abdeckt statt eines einzelnen Punkts.
SEER ist das Gegenstück für den Kühlbetrieb. Bei Poolwärmepumpen mit Kühlfunktion kann er vorkommen, betrifft aber einen anderen Anwendungsfall.
Für Poolwärmepumpen ist der SCOP praktisch bedeutungslos, und das aus einem sachlichen Grund: Die Gewichtung, die einem SCOP zugrunde liegt, unterstellt eine Heizperiode über den Winter. Ein Pool wird im Sommerhalbjahr beheizt. Ein SCOP, der Januartemperaturen einbezieht, beschreibt einen Betrieb, den es nicht gibt.
Deshalb ist der Zwei-Punkte-Ausweis, den fünf Geräte dieses Felds liefern, der sinnvollere Weg — vorausgesetzt, beide Punkte werden genannt und nicht nur der günstigere.
Praktisch heißt das: Wenn auf einer Poolwärmepumpe ein SCOP steht, lohnt der zweite Blick. Entweder gehört die Angabe zu einem Gerät, das auch als Gebäudewärmepumpe verkauft wird, oder der Hersteller hat eine eigene Mittelung vorgenommen, deren Annahmen er nicht offenlegt. Beides macht die Zahl nicht falsch, aber es macht sie zu einer anderen Größe als den COP daneben — und die beiden dürfen nicht in derselben Spalte stehen.
Warum es hier keine Normzahl gibt
Bei Gebäudewärmepumpen gibt es eine gemeinsame Bezugsgröße. Die Norm DIN EN 14511 trägt den Titel „Luftkonditionierer, Flüssigkeitskühlsätze und Wärmepumpen für die Raumbeheizung und Kühlung und Prozess-Kühler mit elektrisch angetriebenen Verdichtern" und legt Prüfbedingungen fest, unter denen Leistungszahlen ermittelt werden.
Schon der Titel nennt den Anwendungsbereich: Raumbeheizung und Kühlung. Eine Poolwärmepumpe erwärmt Beckenwasser bei niedrigem Temperaturhub — sie hebt Wasser von vierundzwanzig auf achtundzwanzig Grad, nicht Heizungswasser auf fünfundfünfzig. Die Prüfpunkte der Norm sind für diesen Fall nicht definiert.
Ein Hersteller des Felds beruft sich dennoch auf sie: Kaut nennt seinen warmen Betriebspunkt mit sechsundzwanzig Grad Luft, sechsundzwanzig Grad Wasser und achtzig Prozent relativer Feuchte und verweist auf die Norm. Die anderen rechnen mit siebenundzwanzig Grad Luft.
Ein Grad Unterschied klingt nach wenig. Bei einer Größe, die auf Temperaturdifferenzen reagiert, ist es das nicht — und es genügt, um die Werte zweier Hersteller nicht mehr direkt vergleichbar zu machen. Daraus folgt der nüchterne Schluss dieses Abschnitts: Ein Poolwärmepumpen-COP ist eine Herstellerangabe zu einem selbstgewählten Betriebspunkt, keine normierte Größe.
Ein Nebeneffekt dieser Lage ist, dass sich der Poolmarkt seine Vergleichbarkeit selbst schaffen müsste — und in Ansätzen tut er das auch. Dass fünf von fünf geprüften Fachhandelsgeräten zwei Punkte nennen und vier davon ausgerechnet fünfzehn Grad als zweiten wählen, ist ein stillschweigender Standard. Er hat keine Nummer und keine Prüfstelle, aber er reicht aus, um vier Geräte aus vier Marken nebeneinanderzulegen. Mehr Vergleichbarkeit gibt es in dieser Produktklasse derzeit nicht.
Was daraus für den Umgang mit Prüfsiegeln folgt, ist ebenfalls nüchtern. Ein Hinweis auf eine Norm im Datenblatt sagt, unter welchen Bedingungen gemessen wurde, wenn die Bedingungen danebenstehen. Er sagt nicht, dass jemand nachgemessen hat. Diese Unterscheidung ist bei Poolgeräten wichtiger als bei Gebäudetechnik, weil es hier keine Effizienzkennzeichnung gibt, die eine Behörde durchsetzt.
Was im Versandhandel an dieser Stelle steht
Alles bisher Gesagte betraf Geräte, die überhaupt einen Betriebspunkt nennen. Über sieben im Versandhandel geprüfte Geräte hinweg gilt: Kein einziges nennt eine Lufttemperatur zum beworbenen COP. Keines nennt eine Wassertemperatur, keines eine Verdichterdrehzahl.
Das ist keine Kleinigkeit, sondern macht die Zahlen unbrauchbar. Wenn ein Gerät einen COP von 16 nennt und ein anderes einen von 5,51, lässt sich daraus nichts ableiten — die 16 könnte eine Teillastangabe bei siebenundzwanzig Grad sein, die 5,51 eine Volllastangabe bei fünfzehn. Dann wäre das zweite Gerät das effizientere.
Ein Gerät des Versandhandels ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Ein STEINBACH-Modell nennt gleichzeitig einen COP von 6, eine Heizleistung von 4,3 Kilowatt und eine Leistungsaufnahme von 700 Watt. Nachgerechnet: 4.300 geteilt durch 700 ergibt 6,14. Die Zahlen passen zueinander — das Gerät nennt eine in sich stimmige Angabe, und das ist bereits mehr, als die übrigen sechs liefern. Ein Betriebspunkt fehlt trotzdem.
Diese Nachrechnung ist übrigens die einzige Prüfung, die sich ohne Zusatzangaben durchführen lässt: Wo Heizleistung und Aufnahme beide dastehen, muss ihr Quotient dem beworbenen COP entsprechen. Tut er das nicht, gehören die Zahlen zu verschiedenen Betriebspunkten. Wie sich die Belegdichte dieser Geräteklasse insgesamt darstellt, zeigt der Vergleich der Poolwärmepumpen für Aufstellbecken.
Auffällig ist außerdem, wie unterschiedlich die Zahlen im Versandhandel ausfallen. Innerhalb derselben Geräteklasse und ähnlicher Beckengrößen stehen Angaben von 5,51 und von 16 nebeneinander. Ein Unterschied um den Faktor drei zwischen Geräten, deren Aufbau sich kaum unterscheidet, ist technisch nicht plausibel — er ist die Signatur zweier verschiedener Betriebspunkte, von denen keiner genannt wird.
Ein zweiter Fall aus derselben Klasse zeigt, wie weit die Lücke reicht. Das meistbewertete Gerät des geprüften Marktausschnitts, ein kompaktes STEINBACH-Modell mit über siebenhundert Rückmeldungen, nennt Heizleistung und Anschlussleistung und daraus errechenbar etwa 4,6 — aber keinen COP und keinen Betriebspunkt. Die am häufigsten gekaufte Zahl dieses Segments ist also gar keine.
Einen einzelnen COP lesen
In der Praxis steht meistens nur eine Zahl da. Dann bleibt die Frage, was sich aus ihr trotzdem entnehmen lässt — und was nicht.
Was sich entnehmen lässt: Ein sehr hoher Wert, zehn und darüber, ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Teillastangabe bei warmer Luft. Er belegt, dass das Gerät einen drehzahlgeregelten Verdichter hat, denn ohne Teillast entstehen solche Werte nicht. Er belegt nicht, was das Gerät bei Volllast leistet.
Ein Wert zwischen vier und sechs ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Volllastangabe oder stammt von einem On/Off-Gerät. Er ist der ehrlichere Wert und sieht schlechter aus.
Was sich nicht entnehmen lässt: der Wert an einem anderen Betriebspunkt. Die Umrechnung von einem Punkt auf einen anderen hängt an Verdampfungs- und Verflüssigungstemperatur, und kein Hersteller dieses Felds veröffentlicht das vollständige Kennfeld. Wer aus einer 19,7 auf einen Wert bei zehn Grad schließt, rechnet mit Zahlen, die er nicht hat. Dieser Text tut das ausdrücklich nicht.
Bleibt der praktische Rat, und er ist unspektakulär: Vergleichen Sie nur, was am selben Punkt gemessen wurde. Wo zwei Geräte je einen Wert bei fünfzehn Grad nennen, stehen sie sich gegenüber. Wo eines einen Spitzenwert und das andere einen Volllastwert nennt, stehen sie sich nicht gegenüber — dann ist der Vergleich nicht knapp, sondern gar nicht vorhanden.
Und wo gar kein Betriebspunkt dasteht, entscheidet man besser über Größen, die eindeutig sind: Arbeitsbereich in Grad, Schallpegel mit Abstand, Kältemittel mit Bezeichnung. Zum ersten dieser drei steht mehr unter Winterbetrieb und Enteisung, zum zweiten unter Schallpegel und Aufstellort.
Wer es genauer wissen will, hat einen Weg, der nichts kostet und selten gegangen wird: beim Hersteller nach dem zweiten Betriebspunkt fragen. Fünf Anbieter dieses Felds veröffentlichen ihn ohnehin; bei den übrigen ist die Frage einfach zu beantworten, weil die Zahl im Haus vorliegen muss, sonst gäbe es die erste nicht. Eine Antwort, die den zweiten Punkt nennt, ist eine belastbare Auskunft. Eine Antwort, die ausweicht, ist ebenfalls eine Auskunft.
Am Ende bleibt eine unangenehme, aber ehrliche Zusammenfassung des Marktes: Die größte Zahl auf der Produktseite ist in dieser Klasse der schlechteste Anhaltspunkt für die Kaufentscheidung, weil sie am stärksten von der Wahl des Betriebspunkts abhängt und am wenigsten von der Maschine. Die kleinste Zahl, die ein Hersteller freiwillig nennt, sagt mehr — und wer beide nebeneinander veröffentlicht, hat die Prüfung seiner eigenen Angaben bereits mitgeliefert.
Der COP ist keine Eigenschaft eines Geräts. Er ist eine Eigenschaft eines Geräts in einer bestimmten Lage. Ohne die Lage bleibt eine Zahl übrig, die sich mit nichts vergleichen lässt.
Häufige Fragen
Was ist ein guter COP bei einer Poolwärmepumpe?
Warum wirbt ein Hersteller mit COP 20 und ein anderer mit COP 7?
Was ist der Unterschied zwischen COP und SCOP?
Ist ein Inverter-Gerät wirklich viermal so effizient wie ein On/Off-Gerät?
Kann ich aus einem COP bei 27 °C auf den Wert bei 10 °C schließen?
Wie prüfe ich eine COP-Angabe ohne Betriebspunkt?
Warum nennt der Versandhandel keine Lufttemperatur?
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Zuletzt redaktionell geprüft am .
- Ersterstellung. Alle Leistungszahlen stammen aus den Datenblättern der fünf für dieses Cluster geprüften Fachhandelsgeräte und wurden dort einzeln abgelesen. Eine Umrechnung eines COP auf einen anderen Betriebspunkt findet ausdrücklich NICHT statt: Sie hängt an Verdampfungs- und Verflüssigungstemperatur, und kein Hersteller des Felds veröffentlicht ein vollständiges Kennfeld. Von DIN EN 14511 werden nur Titel und Anwendungsbereich verwendet; der Normtext ist kostenpflichtig und wurde nicht beschafft. Die Aussage, ein Pool-COP sei nicht normiert, stützt sich auf den Anwendungsbereich der Norm laut ihrem Titel und auf die erhobene Datenlage, nicht auf den Normtext. Die Nachrechnung 4.300 / 700 = 6,14 ist eine Rechnung dieses Textes aus zwei Angaben derselben Produktseite.
Verwendete Quellen
- [1]Poolpowershop, Produktseite Aquark Mr. Silence 30 — COP 7,2 bis 19,7 bei 27 °C Luft und 5,2 bis 8,1 bei 15 °C, durchschnittlicher COP bei 50 % Geschwindigkeit 14,5 · abgerufen 2026-09-03
- [2]Poolpowershop, Produktseite Kaut KTX Pro — COP 7,4 bis 21,2 bei Luft 26 °C, Wasser 26 °C und 80 % relativer Feuchte, COP bei 50 % Drehzahl 14,1 · abgerufen 2026-09-03
- [3]Poolpowershop, Produktseite MIDA.Cosma 13 — COP 6,6 bis 18,5 bei 27 °C und 5,1 bis 8,1 bei 15 °C Lufttemperatur · abgerufen 2026-09-03
- [4]Poolpowershop, Produktseite myPool Mini Connect 25 — On/Off-Gerät mit je einem COP-Wert je Betriebspunkt, 5,3 und 4,5 · abgerufen 2026-09-03
- [5]STEINBACH Solid 4,3, Produktseite B0DX7B7HYM — COP 6 bei 4,3 kW Heizleistung und 700 W Leistungsaufnahme, Schalldruckpegel 37 dB(A) · abgerufen 2026-09-03
- [6]DIN EN 14511 — Luftkonditionierer, Flüssigkeitskühlsätze und Wärmepumpen für die Raumbeheizung und Kühlung und Prozess-Kühler mit elektrisch angetriebenen Verdichtern; nur Titel und Anwendungsbereich verwendet, Normtext nicht beschafft · abgerufen 2026-09-03