Ratgeber · Teichpumpen
Fördermenge oder Förderhöhe
Die eine Zahl gilt bei null Metern, die andere bei null Litern. Wie der Gegendruck am Teich entsteht, warum er sich nicht interpolieren lässt und was die Norm dazu sagt.
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Eine Förderhöhe ist keine Höhe. Sie ist ein Druck, angegeben in der Höhe einer Wassersäule, die dieser Druck gerade noch trägt — und sie beschreibt den Zustand, in dem eine Pumpe nichts mehr fördert.
Das ist der Grund, warum die beiden Zahlen auf jedem Teichpumpenkarton nicht zusammenpassen. Die Literzahl gilt, wenn die Pumpe gegen keinen Widerstand arbeitet. Die Meterzahl gilt, wenn sie gegen so viel Widerstand arbeitet, dass kein Wasser mehr fließt. Dazwischen liegt der ganze Betriebsbereich.
Dieser Text erklärt, wie die beiden Größen zusammenhängen, was beim Höhenmaß am Teich tatsächlich mitzählt und warum sich der Zwischenwert nicht ausrechnen lässt, obwohl es sehr naheliegend wäre. Er nennt außerdem die Norm, die genau festlegt, wie eine Pumpenkennlinie gemessen wird — und auf die sich kein einziges der geprüften Listings beruft.
Was in die Rechnung gehört, bevor eine Pumpe ausgewählt wird
- Der HöhenunterschiedGemessen vom Wasserspiegel bis zum höchsten Punkt des Auslaufs. Die Strecke, die das Wasser unter Wasser zurücklegt, zählt nicht mit — ein Fachhändler schreibt das ausdrücklich hin.
- Die Schlauchlänge, gesamtVom Pumpenausgang bis zum Filter und vom Filter bis zum Auslauf. Beide Strecken addieren sich, und beide erzeugen Reibung, die in Metern Wassersäule gerechnet wird.
- Der InnendurchmesserDie Hersteller liefern Stufenschlauchtüllen für 20 bis 40 Millimeter mit. Welche Stufe verwendet wird, entscheidet über den Verlust — und zwar überproportional, weil er mit der Strömungsgeschwindigkeit im Quadrat steigt.
- Jeder BogenEin 90-Grad-Bogen kostet messbar Druck, ein 45-Grad-Bogen etwa die Hälfte davon. Sanfte Radien sind besser als scharfe Ecken; das gilt für starre Rohre wie für geknickte Schläuche.
- Filter und UVC-GerätFür beide gibt es keine belastbaren Herstellerangaben zum Druckverlust. Ein Fachhändler rechnet ersatzweise mit zusätzlichen Rohrmetern und mit den Richtungsänderungen im Gerät.
Eine Förderhöhe ist keine Höhe
Der Begriff führt in die Irre, weil er wie eine Streckenangabe klingt. Tatsächlich ist die Förderhöhe eine Druckangabe in einer ungewöhnlichen Einheit: in Metern Wassersäule.
Ein Meter Wassersäule entspricht rund einem Zehntel bar. Wenn ein Hersteller also 2,80 Meter angibt, sagt er, dass seine Pumpe einen Druck von etwa 0,28 bar aufbauen kann. Pontec schreibt genau das in seinem Datenblatt hin — dort heißt die Zeile „Meter Wassersäule max.", und das ist die präzisere Bezeichnung.
Der Zusatz „max." ist dabei der eigentliche Hinweis. Es handelt sich um den Maximalwert, und bei diesem Maximalwert ist die Fördermenge null. Die Pumpe hält die Säule gerade noch, sie bewegt sie aber nicht mehr.
Umgekehrt verhält es sich mit der Literzahl. Sie ist das Maximum der Fördermenge, und dieses Maximum erreicht eine Pumpe, wenn ihr nichts entgegensteht — wenn der Auslauf also auf Höhe des Wasserspiegels liegt und kein Schlauch dazwischen ist.
Beide Werte beschreiben damit Betriebszustände, die am Gartenteich nicht vorkommen. Kein Filter steht auf Wasserhöhe, und keine Pumpe wird gekauft, um nichts zu fördern.
Die Literzahl gilt bei null Metern. Die Meterzahl gilt bei null Litern. Der Teich liegt dazwischen.
Wer mit diesem Verständnis auf einen Produkttitel schaut, liest ihn anders. „16.000 Liter pro Stunde bei 7,5 Metern Förderhöhe" ist keine Beschreibung eines Geräts im Betrieb, sondern eine Aufzählung zweier Grenzwerte, die nie gleichzeitig eintreten. Der Schrägstrich zwischen beiden Zahlen suggeriert einen Zusammenhang, der nicht besteht.
Zwei Endpunkte einer Kurve
Wer die beiden Werte in ein Diagramm einträgt — Fördermenge nach rechts, Förderhöhe nach oben —, bekommt zwei Punkte. Einen auf der waagerechten Achse und einen auf der senkrechten.
Zwischen diesen beiden Punkten verläuft die Kennlinie der Pumpe, und jeder Punkt darauf beschreibt einen möglichen Betriebszustand: so viele Liter je Stunde bei so viel Gegendruck. Die Pumpe sucht sich ihren Punkt auf dieser Linie selbst aus, abhängig davon, was die Anlage ihr entgegensetzt.
Genau das ist der Grund, warum eine Teichpumpe im Katalog anders aussieht als im Garten. Eine Pumpe mit 8.000 Litern und 2,80 Metern liefert am Teich weder 8.000 Liter noch 2,80 Meter, sondern irgendetwas dazwischen — und wie viel, hängt an der Anlage, nicht an der Pumpe.
Die Anlage hat nämlich ihrerseits eine Kurve. Je mehr Wasser durch Schlauch, Bögen und Filter fließt, desto mehr Widerstand entsteht. Wo sich beide Kurven schneiden, arbeitet die Pumpe. Dieser Schnittpunkt heißt Betriebspunkt.
Für die Auswahl ist damit nicht die Frage entscheidend, welche Pumpe die größeren Zahlen auf dem Karton hat, sondern welche bei dem Gegendruck, der an diesem Teich herrscht, noch genug fördert.
Anders formuliert: Die Pumpe bestimmt, was möglich ist, und die Anlage bestimmt, was davon eintritt. Zwei identische Pumpen an zwei verschiedenen Teichen fördern verschieden viel, ohne dass eine von beiden defekt wäre. Das ist keine Toleranz und kein Streuwert, sondern der Normalfall.
Das erklärt auch eine verbreitete Enttäuschung. Wer eine Pumpe kauft, weil der Bachlauf kräftiger laufen soll, und dabei nur auf die Literzahl achtet, bekommt unter Umständen ein größeres Gerät mit derselben Wirkung am Auslauf. Die neue Pumpe fördert bei null Metern mehr, bricht bei anderthalb Metern aber genauso ein wie die alte, weil ihre Kennlinie an dieser Stelle ähnlich verläuft. Sichtbar wird das erst, wenn beide Kurven nebeneinander liegen.
Was die Kennlinie zeigt
Eine Pumpenkennlinie ist ein Diagramm mit einer einzigen Linie darin, und sie beantwortet die Frage, die keine Produktseite beantwortet.
Im Versandhandel findet man sie nicht. Von neun in diesem Cluster einzeln ausgelesenen Produktseiten enthält keine eine solche Grafik, und keine verweist auf eine. Im Teichfachhandel dagegen gibt es sie — dort veröffentlichen Händler Kennliniendiagramme für ganze Herstellerbaureihen, jeweils mehrere Modelle in einer Grafik.
Ein solcher Händler beschreibt den Zweck in einem Satz: Aus dem Diagramm lasse sich ablesen, welche Förderleistung die Pumpe bei einem bestimmten Gegendruck habe. Und er ergänzt, woraus sich dieser Gegendruck zusammensetze — aus der Reibung in Rohren und Komponenten des Filtersystems und aus der Förderhöhe.
Wer eine Kennlinie vor sich hat, sucht also zuerst den eigenen Gegendruck auf der senkrechten Achse, geht waagerecht bis zur Linie und liest darunter die Fördermenge ab. Das ist der ganze Vorgang, und er dauert zehn Sekunden.
Die Schwierigkeit liegt nicht im Ablesen, sondern in der Beschaffung. Wer eine Pumpe bei einem Versandhändler kauft, bekommt zwei Zahlen; wer dieselbe Pumpe bei einem Teichfachhändler kauft, bekommt unter Umständen die ganze Kurve.
Bei den Herstellern, die mehrere Modelle einer Baureihe anbieten, steckt in einem einzigen Diagramm die ganze Baureihe. Man sieht dann auf einen Blick, welches Modell bei dem eigenen Gegendruck die gewünschte Menge liefert — und oft auch, dass zwei benachbarte Modelle bei hohem Gegendruck näher beieinanderliegen, als ihre Katalogzahlen vermuten lassen.
Warum die Kurve nicht gerade ist
Die naheliegende Abkürzung wäre, die beiden bekannten Endpunkte mit einer Geraden zu verbinden und den Zwischenwert abzulesen. Bei einer Pumpe mit 8.000 Litern und 2,80 Metern ergäbe das bei 1,40 Metern genau 4.000 Liter.
Diese Rechnung wird in diesem Cluster nicht gemacht, und der Grund steht beim Fachhändler. Er schreibt, viele Pumpen einer bestimmten Marke hätten eine lineare Kennlinie — einige aber verhielten sich beim Leistungsverlust ausdrücklich nicht linear.
Und er nennt die Ursache: Dieser vergleichsweise hohe Leistungsverlust über die Förderhöhe sei durch die Schmutztoleranz bedingt. Durch den relativ großen Abstand des Laufrads zum Gehäuse reagierten die Pumpen stark auf den Gegendruck.
Das ist der Zusammenhang, der diesen ganzen Bereich trägt. Eine Pumpe, die Partikel von acht Millimetern durchlassen soll, braucht Spiel zwischen Laufrad und Gehäuse. Durch dieses Spiel strömt bei Gegendruck Wasser zurück, statt gefördert zu werden — und je höher der Gegendruck, desto mehr.
Eine interpolierte Zahl ist deshalb nicht nur ungenau, sondern systematisch zu hoch. Sie ist bei genau den Pumpen am stärksten zu hoch, die für den Filterbetrieb gedacht sind. Mehr dazu im Beitrag über Feststoffe und Laufradspalt.
Wie stark der Effekt ausfällt, hängt an der Bauart. Der Fachhändler schreibt, viele Pumpen verliefen linear, einige aber nicht — und er unterscheidet dabei zwischen Baureihen desselben Herstellers. Selbst innerhalb einer Marke ist der Verlauf also nicht vorhersagbar, und das ist genau der Grund, warum eine Faustformel hier nicht trägt.
Für die Auswahl bleibt daraus eine einfache Haltung: Wo eine Kennlinie vorliegt, wird sie gelesen. Wo keine vorliegt, wird die maximale Förderhöhe als das genommen, was sie ist — eine Obergrenze, die im Betrieb nicht erreicht wird und die über die tatsächliche Fördermenge bei einem bestimmten Gegendruck keine Auskunft gibt.
Es gibt eine Norm dafür
Dass eine Kennlinie fehlt, liegt nicht daran, dass niemand wüsste, wie man sie aufnimmt. Für die hydraulische Prüfung von Kreiselpumpen existiert eine eigene Norm.
Sie heißt DIN EN ISO 9906, trägt den Ausgabestand März 2013 und den Titel „Kreiselpumpen — Hydraulische Abnahmeprüfungen — Klassen 1, 2 und 3". Sie umfasst 68 Seiten, ist die deutsche Fassung von EN ISO 9906:2012 und ersetzt die Ausgabe von 2002. Erarbeitet wurde sie im Technischen Komitee ISO/TC 115 „Pumps" zusammen mit CEN/TC 197; national vertritt sie der Arbeitsausschuss „Kreiselpumpen" im DIN-Normenausschuss Maschinenbau.
Der Herausgeber beschreibt den Anwendungsbereich so: Die Norm lege hydraulische Leistungsprüfungen für die Abnahme von Kreisel-, Halbaxial- und Axialpumpen durch den Kunden fest, sei für Prüfstände von Herstellern oder Laboratorien gedacht und lasse sich auf Pumpen jeder Größe anwenden — sowie auf alle Flüssigkeiten, die sich wie sauberes, kaltes Wasser verhalten.
Interessant sind die drei Genauigkeitsstufen, die der Herausgeber nennt: Klassen 1B, 1E und 1U mit engerer Toleranz, Klassen 2B und 2U mit breiterer und Klasse 3B mit noch breiterer. Eine Kennlinie ist also nicht gleich eine Kennlinie; ohne Angabe der Klasse bleibt offen, wie genau sie ist.
Kein Produkt dieses Clusters beruft sich auf diese Norm. Der Normtext selbst ist kostenpflichtig und wurde für diesen Beitrag nicht beschafft — hier stehen ausschließlich Titel, Ausgabestand, Seitenzahl, Gremium und die öffentlich einsehbare Inhaltsangabe des Herausgebers.
Ein Punkt aus dem Anwendungsbereich verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Die Norm bezieht sich auf Flüssigkeiten, die sich wie sauberes, kaltes Wasser verhalten. Teichwasser, das Partikel bis acht Millimeter mitführt, tut das nur bedingt — eine nach dieser Norm aufgenommene Kennlinie beschreibt also den günstigen Fall.
Was beim Höhenmaß mitzählt
Bevor überhaupt gerechnet wird, ist die Frage zu klären, von wo bis wo gemessen wird. Hier entsteht der häufigste Fehler, und er geht in die für den Käufer günstige Richtung — was ihn nicht besser macht.
Gemessen wird vom Wasserspiegel bis zum höchsten Punkt des Auslaufs. Ein Fachhändler formuliert es so: Für die Förderhöhe zähle der Abstand zwischen Wasseroberfläche und dem höchsten Punkt; die Höhe, die unter Wasser zurückgelegt werde, werde dabei nicht berücksichtigt.
Das ist physikalisch folgerichtig. Solange sich die Pumpe unter Wasser befindet, drückt die Wassersäule über ihr genauso stark auf den Einlass wie auf den Auslass — die Tiefe hebt sich auf. Eine Pumpe in zwei Metern Tiefe muss nicht zwei Meter mehr leisten.
Was in die Höhenrechnung gehört und was nicht:
Zählt mit
Zählt nicht mit
Auch der Bachlauf selbst zählt nur bis zu seinem höchsten Punkt. Ab dort läuft das Wasser von allein, und die Länge des Laufs spielt für die Pumpe keine Rolle mehr — für das Wasserbild dagegen sehr wohl.
In der Praxis wird dieses Maß am einfachsten mit einem Wasserschlauch und einer Wasserwaage genommen, oder mit einer Schnur, die man vom Auslauf waagerecht über den Teich spannt. Wichtig ist nur, dass die Wasseroberfläche der Bezugspunkt ist und nicht der Teichrand — zwischen beiden liegen bei einem gefüllten Becken oft zehn bis zwanzig Zentimeter.
Ein zweiter verbreiteter Irrtum betrifft die Waagerechte. Ein Schlauch, der zwanzig Meter flach über den Rasen führt, hebt das Wasser um keinen Zentimeter — und kostet trotzdem Druck, weil die Reibung an der Schlauchwand nicht danach fragt, in welche Richtung gefördert wird. In der Rechnung steht die waagerechte Strecke deshalb genauso wie die senkrechte, nur eben in der Reibungs- und nicht in der Höhenzeile.
Der Schlauch rechnet mit
Die zweite Hälfte des Gegendrucks entsteht nicht durch Höhe, sondern durch Reibung. Sie wird in derselben Einheit gerechnet und einfach addiert.
Ein Teichfachhändler stellt dafür Tabellen bereit: für Kunststoffrohre, für Spiralschläuche, für 90-Grad-Bögen und für Schieber und Kugelhähne. Die Werte sind jeweils auf einen Meter Rohr bezogen und werden mit der tatsächlichen Länge multipliziert.
Für andere Winkel gibt derselbe Händler eine Faustregel an: 45 Grad mit dem Faktor 0,5 rechnen, 180 Grad mit dem Faktor 2. Er schreibt dazu, das sei nicht exakt, für den Zweck aber ausreichend — eine Offenheit, die man in Produktbeschreibungen selten findet.
Die Größenordnung überrascht viele. Bei einem Spiralschlauch von anderthalb Zoll und 4.000 Litern je Stunde nennt die Tabelle einen Wert von 0,071 Metern Wassersäule je Meter Schlauch. Auf siebeneinhalb Meter Gesamtlänge ergibt das rund einen halben Meter zusätzlichen Gegendruck.
Ein halber Meter klingt nach wenig. Bei einer Pumpe mit 2,80 Metern maximaler Förderhöhe sind es achtzehn Prozent des gesamten verfügbaren Drucks — verbraucht durch nichts als Schlauch.
Die Tabellen unterscheiden dabei zwischen starren Kunststoffrohren und Spiralschläuchen, und der Unterschied ist erheblich: Ein glattes Rohr setzt der Strömung deutlich weniger entgegen als ein gewellter Schlauch gleichen Durchmessers. Wer eine feste Strecke verrohrt statt sie zu schlauchen, gewinnt Förderleistung, ohne eine größere Pumpe zu brauchen.
Doppelte Geschwindigkeit, vierfacher Verlust
Der Druckverlust in einer Leitung hängt an der Strömungsgeschwindigkeit, und er hängt nicht gleichmäßig daran.
Bei niedriger Geschwindigkeit ist die Strömung laminar, und der Verlust steigt linear mit ihr. Oberhalb eines bestimmten Werts schlägt die Strömung in eine turbulente um, und ab dort steigt der Verlust quadratisch. Ein Fachhändler formuliert die Folge so: Wenn man die Strömungsgeschwindigkeit verdoppelt, vervierfacht sich der Druckverlust.
× 4Druckverlust bei doppelter Strömungsgeschwindigkeit
Derselbe Händler zieht daraus die praktische Empfehlung: Rohre, Schläuche und Engstellen möglichst groß dimensionieren, und Bögen statt scharfer Ecken verwenden.
Genau hier wird die Schlauchtülle relevant, die viele Hersteller mitliefern. Sie ist gestuft — 25, 32 und 38 Millimeter bei einem Hersteller, 20 bis 40 bei einem anderen — und man kann sie an jeder Stufe abschneiden. Wer sie eine Stufe zu klein abschneidet, verschenkt Förderleistung dauerhaft.
Am anderen Ende der Kette steht die Düse. Bei einer Fontänenpumpe ist die Engstelle beabsichtigt, weil sie den Strahl erzeugt; bei einer Filterpumpe ist jede Engstelle ein Verlust ohne Gegenwert.
Aus demselben Grund lohnt ein Blick auf die Anschlussgewinde. Ein Hersteller des Felds nennt G 2 auf der Druckseite und G 1½ auf der Saugseite — wer diese Querschnitte ausnutzt, statt auf eine kleinere Schlauchstufe zu reduzieren, hat den Vorteil bereits im Gerät eingebaut. Wer reduziert, verschenkt ihn an der ersten Engstelle.
Ein Rechenbeispiel mit echten Zahlen
Ein Teichfachhändler führt eine vollständige Beispielrechnung vor, und sie ist lehrreich, weil sie von einem gewöhnlichen kleinen Gartenteich ausgeht.
Die Annahme: Die Pumpe liegt im Teich, ein Spiralschlauch von anderthalb Zoll führt zum Druckfilter am Ufer, der Rücklauf erfolgt über einen Bachlauf. Der höchste Punkt des Auslaufs liegt anderthalb Meter über dem Wasserspiegel. Die Schlauchlänge bis zum Filter beträgt 3,5 Meter, vom Filter zum Bachlauf noch einmal 4 Meter. Der Filterhersteller nennt 3.000 bis 4.000 Liter je Stunde als optimalen Durchfluss.
Gerechnet wird am oberen Wert, und der Händler begründet auch das: Durch Verschleiß der Pumpe und Ablagerungen in den Rohren gehe die Leistung mit der Zeit eher zurück, und so habe man Reserve.
Aus der Tabelle für Spiralschläuche entnimmt er für anderthalb Zoll bei 4.000 Litern den Wert 0,071 und multipliziert ihn mit der Gesamtlänge von 7,5 Metern: 0,5325 Meter Wassersäule. Für den Druckfilter mit Zwei-Zoll-Anschlüssen rechnet er ersatzweise vier Meter Rohr mit 0,009 je Meter, also 0,036.
Die Summe: anderthalb Meter Förderhöhe plus 0,5325 plus 0,036 — rund 2,07 Meter Wassersäule Gegendruck, wo das Höhenmaß allein 1,50 ergeben hätte. Die Reibung macht knapp achtundzwanzig Prozent des Gesamtwerts aus.
Der Betriebspunkt dieser Anlage liegt damit bei rund zwei Metern, und dort ist die Frage, welche Pumpe noch 4.000 Liter liefert — nicht, welche 4.000 Liter im Katalog stehen hat. Eine Pumpe mit 4.000 Litern maximaler Fördermenge liefert bei zwei Metern deutlich weniger und wäre für diese Anlage zu klein gewählt.
Filter und UVC ohne Angabe
An einer Stelle hört die Rechenbarkeit auf, und der Fachhändler benennt das ungewöhnlich offen.
Eine Druckverlusttabelle für UVC-Geräte und Druckfilter, schreibt er, könne er nicht erstellen: Die Werte seien je nach Bauform und Hersteller zu unterschiedlich. Und dann folgt der Satz, auf den es ankommt — die Hersteller machten zum Druckverlust ihrer Geräte auch keine echten Aussagen.
Das ist bemerkenswert, weil es ein zweites Schweigen neben dem der Pumpenhersteller ist. Weder die Pumpe bringt ihre Kennlinie mit, noch der Filter seinen Widerstand. Der Käufer soll zwei Komponenten aufeinander abstimmen, und für keine der beiden liegt die dafür nötige Angabe vor.
Der Händler behilft sich mit Schätzwerten und legt sie offen: Für Druckfilter rechne er zusätzlich zwei bis vier Meter Rohr in der Größe der Anschlussleitung mit, für UV-Lampen vier Bögen — das entspreche den Richtungsänderungen im Gerät, gerechnet mit dem kleinsten Durchmesser darin.
Wo ein Hersteller ausnahmsweise doch einen Druckverlust angibt, gilt selbstverständlich dessen Wert. Das ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Für die Praxis heißt das: Wer einen Druckfilter und ein UVC-Gerät im Kreislauf hat, rechnet mit spürbarem Zusatzwiderstand, auch wenn niemand ihn beziffert. Ein Schwerkraftsystem, bei dem das Wasser ohne Druck in den Filter läuft und die Pumpe dahinter sitzt, vermeidet diesen Posten weitgehend — das ist aber eine Frage des Teichbaus und nicht der Pumpenauswahl.
Wie viel Reserve sinnvoll ist
Aus dem Gesagten folgt fast von selbst, dass eine Pumpe nicht knapp ausgelegt wird. Die Frage ist nur, wie viel Luft nach oben sinnvoll ist.
Drei Gründe sprechen für Reserve. Erstens der Verschleiß: Laufrad und Gehäuse nutzen sich ab, der Spalt wird größer, die Förderleistung sinkt. Zweitens die Ablagerungen in Schläuchen und Filtermaterial, die den Widerstand über die Saison erhöhen. Drittens die Verschmutzung des Ansauggitters, die sich zwischen zwei Reinigungen aufbaut.
Ein Grund spricht dagegen, und er ist ebenso ernst: Eine deutlich überdimensionierte Pumpe drückt mehr Wasser durch den Filter, als dessen Hersteller vorsieht. Ein Fachhändler weist für ein bestimmtes Gerät ausdrücklich darauf hin, dass ein Y-Adapter verwendet werden sollte, damit der Teichfilter nicht überläuft.
Das ist kein Randproblem. Ein Filter arbeitet biologisch, und sein Bakterienrasen braucht eine Kontaktzeit. Zu hoher Durchfluss verkürzt sie, zu niedriger lässt Ablagerungen entstehen. Der Filterhersteller nennt deshalb eine Spanne, keinen Höchstwert.
Die brauchbare Haltung liegt also in der Mitte: genug Reserve, um den Betriebspunkt über die Saison im Zielbereich zu halten, und eine Drosselmöglichkeit für den Fall, dass es zu viel wird.
Eine brauchbare Faustregel aus dieser Überlegung: Die maximale Förderhöhe der Pumpe sollte deutlich über dem errechneten Gegendruck liegen, damit der Betriebspunkt nicht im steilen Teil der Kennlinie landet. Wie weit darüber, lässt sich ohne Diagramm nicht exakt sagen — und deshalb ist das Diagramm die Mühe der Suche wert.
Es gibt schließlich einen Fall, in dem großzügige Reserve nicht sinnvoll ist: den Pflanzenteich ohne Fischbesatz. Dort genügt nach den Richtwerten des Fachhandels eine Umwälzung am Tag, und eine zu kräftige Strömung stört die Ruhezonen, in denen sich Schwebstoffe absetzen sollen. Reserve ist ein Argument der Filteranlage, nicht des Gewässers.
Warum Drosseln keine Lösung ist
Der naheliegende Gedanke, eine zu große Pumpe einfach zu drosseln, funktioniert — aber anders, als die meisten erwarten.
Ein Schieber im Druckschlauch erhöht den Widerstand der Anlage. Der Betriebspunkt wandert dadurch auf der Kennlinie nach oben links: weniger Fördermenge bei mehr Gegendruck. Das gewünschte Ergebnis stellt sich also ein.
Was sich dabei nicht im selben Maß ändert, ist die Leistungsaufnahme. Eine Kreiselpumpe nimmt bei geringerer Fördermenge zwar weniger Leistung auf, aber nicht proportional — ein Teil der Energie geht als Wärme in das gedrosselte Wasser. Wer eine zu große Pumpe kauft und dauerhaft drosselt, bezahlt einen Teil der überschüssigen Leistung dauerhaft mit.
Bei den geprüften Geräten ist die Regelbarkeit außerdem ungleich verteilt. Die Wasserspielpumpen des Springbrunnen-Vergleichs bringen durchgehend einen Regler mit. Bei den Filterpumpen ist es umgekehrt: Ein Hersteller führt in seinem Datenblatt ausdrücklich die Zeile „elektronisch regulierbar: nein".
Die saubere Lösung bleibt deshalb die Auslegung. Drosseln ist eine Feinkorrektur, kein Ersatz für die richtige Größe.
Zwei Drosselstellen sind dabei zu unterscheiden. Auf der Druckseite zu drosseln ist unbedenklich und der übliche Weg. Auf der Saugseite zu drosseln ist es nicht — dort sinkt der Druck vor dem Laufrad, und das begünstigt Kavitation, also Dampfblasenbildung, die das Laufrad angreift.
Ein Sonderfall betrifft den Gegendruck, der gar nicht in der Anlage entsteht: den wachsenden Laufradspalt. Eine Pumpe, die nach Jahren weniger fördert, hat nicht mehr Gegendruck, sondern weniger Druckaufbau — der Betriebspunkt wandert, ohne dass sich an der Anlage etwas geändert hätte. Woran man das erkennt und was sonst noch altert, behandelt der Beitrag über Trockenlauf, Frost und den Winterbetrieb.
Was der Fachhandel zusätzlich liefert
In diesem Bereich ist der Fachhandel nicht die Gegenprobe an einem Randwert, sondern die einzige Quelle für die Größe, um die es geht.
Zwei Beispiele aus der Recherche zu diesem Cluster. Der eine Händler veröffentlicht Kennliniendiagramme für sämtliche Baureihen eines Herstellers, dazu Druckverlusttabellen für Rohre, Schläuche, Bögen und Armaturen sowie ein durchgerechnetes Beispiel. Der andere veröffentlicht je Gerät eine Datentabelle mit bis zu achtzehn Zeilen — darunter Kabeltyp, Kabelquerschnitt, Schutzart, Schutzklasse, maximale Körnung und maximale Medientemperatur.
Keine dieser Angaben steht im Versandhandel. Dort stehen Fördermenge, Leistungsaufnahme und eine maximale Förderhöhe, die in drei von fünf geprüften Fällen von der Herstellerangabe abweicht — nachzulesen im Vergleich der Filter- und Bachlaufpumpen.
Daraus folgt kein Kaufappell, sondern ein Rechercheweg: Wer ein Gerät im Versandhandel gefunden hat, sucht dessen Modellnummer beim Teichfachhandel. Die Chance, dort eine Kennlinie oder wenigstens eine vollständige Datentabelle zu finden, ist erheblich.
Und wenn sie fehlt, ist auch das eine Auskunft. Ein Hersteller, dessen Kennlinie nirgends auftaucht, hat sie entweder nicht aufgenommen oder veröffentlicht sie nicht.
Bemerkenswert ist dabei, dass beide Händler ihre Grenzen offenlegen. Der eine schreibt zu seiner Bogen-Faustregel, sie sei nicht ganz exakt, für den Zweck aber ausreichend; der andere schreibt, dass er zum Druckverlust von Filtern gar keine Tabelle erstellen könne. Das ist die Art von Auskunft, die eine Produktbeschreibung nie gibt — und sie ist brauchbarer als eine Zahl ohne Herkunft.
Ein dritter Punkt, der den Fachhandel von der Ergebnisliste unterscheidet: Dort steht die Pumpe im Zusammenhang der Anlage. Die Umwälz-Richtwerte, die Empfehlung eines Y-Adapters gegen überlaufende Filter, der Hinweis auf den erhöhten Stand über dem Schlamm — das sind Auskünfte, die zur Auswahl gehören und in keinem Datenfeld Platz hätten.
Das Vorgehen in vier Schritten
Alles zusammengenommen ergibt sich eine Reihenfolge, die ohne Diagramm auskommt und in einer Viertelstunde erledigt ist.
Erstens die Fördermenge festlegen. Sie ergibt sich aus dem Teichvolumen und der Umwälzrate oder aus dem Durchflussbereich, den der Filterhersteller nennt. Ein Fachhändler gibt als Richtwerte an: beim Koi- und Fischteich ein Zyklus je drei Stunden, bei hohem Fischbesatz ohne Bepflanzung zwei Umwälzungen in einer Stunde, beim Gartenteich ohne Fischbesatz eine Umwälzung am Tag.
Zweitens den Gegendruck addieren. Höhenmaß vom Wasserspiegel bis zum höchsten Auslaufpunkt, plus Reibung aus Schlauchlänge und Durchmesser, plus Bögen, plus ein Zuschlag für Filter und UVC. Das Ergebnis steht in Metern Wassersäule.
Drittens die Kennlinie suchen. Modellnummer beim Teichfachhandel eingeben. Findet sich ein Diagramm, ist die Auswahl in zehn Sekunden entschieden — Gegendruck eintragen, Fördermenge ablesen, mit Schritt eins vergleichen.
Viertens, wenn keine Kennlinie auffindbar ist: nicht interpolieren. Stattdessen ein Gerät wählen, dessen maximale Förderhöhe deutlich über dem errechneten Gegendruck liegt, und eine Drosselmöglichkeit einplanen. Wie sich der Verbrauch über eine Saison auswirkt, rechnet der Beitrag zum Stromverbrauch im Dauerbetrieb vor; den Überblick über die Bauarten gibt der Hub zu Teichpumpen.
Häufige Fragen
Was bedeutet Förderhöhe bei einer Teichpumpe?
Wie viel fördert die Pumpe bei anderthalb Metern?
Zählt die Wassertiefe bei der Förderhöhe mit?
Wie stark wirkt der Schlauch auf die Förderleistung?
Gibt es eine Norm für die Messung von Pumpenkennlinien?
Wie viel Druckverlust verursacht ein Filter oder ein UVC-Gerät?
Kann ich eine zu große Pumpe einfach drosseln?
Wie viel Reserve sollte eine Teichpumpe haben?
Änderungen an dieser Seite
Zuletzt redaktionell geprüft am .
- Ersterstellung. Der Text führt die beiden beworbenen Kennwerte als das ein, was sie sind: die Endpunkte einer Kennlinie. Sperre D bestimmt ihn durchgehend — aus 8.000 Litern bei null Metern und null Litern bei 2,80 Metern wird kein Zwischenwert gezogen, weil ein Teichfachhändler, der Kennliniendiagramme ganzer Baureihen veröffentlicht, den nichtlinearen Verlauf feststoffgängiger Pumpen ausdrücklich benennt und auf den Laufradspalt zurückführt. Das vollständig übernommene Rechenbeispiel desselben Händlers zeigt, dass bei einem gewöhnlichen kleinen Gartenteich aus 1,50 m Höhenunterschied rund 2,07 m Wassersäule Gegendruck werden. Zu DIN EN ISO 9906:2013-03 werden nur Titel, Ausgabestand, 68 Seiten, Gremium und die öffentliche Inhaltsangabe des Herausgebers genannt; kein Normtext beschafft, keine Toleranzzahl zitiert (Sperre C). Keine Installationsanleitung (B), keine Tierhaltungsberatung (E), keine Preise.
Verwendete Quellen
- [1]Teichbau-Profi, Pumpenkennlinien Oase — „Aus dem Diagramm der Pumpenkennlinie können wir ablesen welche Förderleistung die Pumpe bei bestimmtem Gegendruck hat"; Kennliniendiagramme für sämtliche Baureihen eines Herstellers; Befund zum nichtlinearen Verlauf: „Bedingt ist dieser relativ hohe Leistungsverlust über die Förderhöhe in der Schmutztoleranz. Durch den relativ großen Abstand des Laufrads zum Gehäuse reagieren die Pumpen stark auf den Gegendruck." · abgerufen 2026-09-13
- [2]Teichbau-Profi, Druckverlustberechnung — Übergang von laminarer zu turbulenter Strömung, quadratischer Anstieg des Druckverlusts bei doppelter Strömungsgeschwindigkeit; Druckverlusttabellen für Kunststoffrohre, Spiralschläuche, 90-Grad-Bögen sowie Schieber und Kugelhähne; vollständiges Rechenbeispiel mit 1,5 m Förderhöhe, 0,5325 mWs Schlauch und 0,036 mWs Filter-Ersatzrohr; „Für die Förderhöhe zählt der Abstand zwischen Wasseroberfläche und dem höchsten Punkt. Die Höhe die unter Wasser zurückgelegt wird, wird hierbei nicht berücksichtigt." · abgerufen 2026-09-13
- [3]DIN Media, Produktseite DIN EN ISO 9906:2013-03 — „Kreiselpumpen — Hydraulische Abnahmeprüfungen — Klassen 1, 2 und 3 (ISO 9906:2012); Deutsche Fassung EN ISO 9906:2012", 68 Seiten, ersetzt DIN EN ISO 9906:2002, ISO/TC 115 „Pumps" mit CEN/TC 197, national NA 060-11-01 AA „Kreiselpumpen"; Anwendungsbereich und die drei Annahmeklassen 1B/1E/1U, 2B/2U und 3B. Normtext kostenpflichtig, nicht beschafft · abgerufen 2026-09-13
- [4]Pontec, Produktseite PondoMax Eco 8000 — Datenzeile „Meter Wassersäule max. 2,80 m" bei 8.000 l/h und 70 W; Schlauchanschlüsse ¾″, 1″, 1¼″ und 1½″ · abgerufen 2026-09-13
- [5]OASE, Produktseite AquaMax Eco Classic 11500 — Datenzeilen „Meter Wassersäule max. 3,30 m", „Anschluss für Schläuche 25 / 32 / 38 mm" und „Elektronisch regulierbar: Nein" · abgerufen 2026-09-13
- [6]Teichtip, Produktseite SunSun CTF-10000 — Umwälz-Richtwerte je Teichart: Koi- und Fischteich „1 Zyklus pro 3 Stunden", ohne Bepflanzung und mit hohem Fischbesatz „2 Umwälzungen in 1 Stunde", Gartenteich ohne Fischbesatz „eine Umwälzung am Tag"; Empfehlung eines Y-Adapters, damit der Teichfilter nicht überläuft · abgerufen 2026-09-13
- [7]AquaForte, Produktseite EC-Serie — Spezifikationstabelle RD740 bis RD744 mit Wattleistung, maximalem Durchfluss und maximaler Förderhöhe je Modell; Beleg dafür, dass die Modellbezeichnung nicht durchgängig der Fördermenge entspricht · abgerufen 2026-09-13