Ratgeber · Teichpumpen
Wie viel Strom zieht eine Teichpumpe im Jahr?
Eine Filterpumpe läuft bis zu 8.760 Stunden im Jahr. Der Rechenweg in vier Schritten — und warum es für Teichpumpen keine Effizienzvorschrift gibt.
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8.760 Stunden hat ein Jahr. Eine Teichpumpe, die im Filterkreislauf arbeitet, läuft einen großen Teil davon — bei vielen Teichen von April bis Oktober ohne Pause, bei manchen das ganze Jahr.
Das unterscheidet sie von praktisch jedem anderen Gerät im Garten. Ein Rasenmäher läuft wenige Stunden im Monat, eine Poolpumpe mit Zeitsteuerung acht Stunden am Tag. Eine Teichpumpe läuft, solange der Filter arbeiten soll, und der Filter soll arbeiten, solange Wasser im Teich ist.
Aus dieser Stundenzahl folgt alles Weitere. Ein Unterschied von dreißig Watt, der bei einem Handgerät niemanden interessiert, wird über eine Saison zu einer dreistelligen Kilowattstundenzahl. Dieser Text rechnet das durch — in Kilowattstunden, nicht in Geld — und zeigt, warum es für Teichpumpen keine Effizienzuntergrenze gibt, obwohl es für andere Wasserpumpen seit 2013 eine gibt.
Die vier Zahlen, aus denen der Jahresverbrauch entsteht
- Die Leistungsaufnahme in WattSteht bei allen geprüften Geräten im Titel. Vorsicht bei einem Datenfeld: Bei einem Gerät des Clusters nennt es 170 Watt, wo Hersteller und Aufzählungspunkt übereinstimmend 100 nennen.
- Die Betriebsstunden je TagBei einer Filterpumpe im Regelfall 24. Bei einer Wasserspielpumpe so viele, wie jemand zusieht — das sind zwei völlig verschiedene Rechnungen.
- Die Betriebstage im JahrSaisonbetrieb von April bis Oktober ergibt rund 214 Tage. Ganzjahresbetrieb ergibt 365. Der Unterschied beträgt das 1,7-Fache.
- Die tatsächliche Aufnahme, nicht die NennleistungEine gedrosselte Pumpe nimmt weniger auf als eine ungedrosselte, aber nicht proportional weniger. Wer es genau wissen will, misst mit einem Zwischenstecker-Messgerät.
Alle Zahlen dieses Textes stehen bewusst in Kilowattstunden und nicht in Geld. Der Grund ist einfach: Ein Kilowattstundenpreis gilt für einen Tarif, einen Anbieter und einen Zeitpunkt, eine Kilowattstunde dagegen für jeden. Wer den eigenen Betrag wissen will, multipliziert am Ende selbst.
8.760 Stunden im Jahr
Die Zahl steht am Anfang, weil sie den ganzen Unterschied ausmacht. Ein Jahr hat 8.760 Stunden, und eine Filterpumpe im Dauerbetrieb kommt diesem Wert nahe.
Warum sie durchlaufen soll, hat einen biologischen Grund. Ein Teichfilter arbeitet mit Bakterien, die auf dem Filtermaterial siedeln und Ammonium und Nitrit abbauen. Diese Bakterien brauchen Sauerstoff und einen ständigen Nachschub an Wasser. Steht die Pumpe länger still, kippt die Besiedelung, und nach dem Wiederanfahren dauert es Tage bis Wochen, bis der Filter seine Leistung wieder erreicht.
Ein Teichfachhändler formuliert die Anforderung als Umwälzrate: Bei einem Koi- oder Fischteich sei ein Zyklus je drei Stunden anzusetzen, bei hohem Fischbesatz ohne Bepflanzung sogar zwei Umwälzungen in einer Stunde. Beides lässt sich nur im Dauerbetrieb erreichen.
Beim Gartenteich ohne Fischbesatz sieht die Rechnung anders aus. Dort nennt derselbe Händler eine Umwälzung am Tag als Richtwert — das ist eine Aufgabe, die sich auch mit wenigen Stunden Laufzeit erledigen lässt, wenn die Pumpe entsprechend dimensioniert ist.
Die Stundenzahl ist damit keine Eigenschaft der Pumpe, sondern eine Entscheidung über den Teich. Und sie ist der Faktor, mit dem am Ende alles multipliziert wird.
Wer die Zahl einmal vor Augen hat, liest auch die Wattangaben anders. Zwischen einer Pumpe mit dreißig und einer mit hundert Watt liegen siebzig Watt — das ist weniger als eine Glühlampe früherer Bauart. Multipliziert mit mehreren tausend Stunden wird daraus eine Größe, die man in der Jahresabrechnung wiederfindet.
Hinzu kommt ein zweiter Unterschied zum Pool. Eine Poolpumpe fördert klares, behandeltes Wasser und läuft gegen einen Sandfilter, dessen Widerstand bekannt ist. Eine Teichpumpe fördert Wasser mit Schwebstoffen und Pflanzenteilen, und ihr Widerstand wächst über die Saison, weil sich Ansauggitter und Filtermaterial zusetzen. Der Betriebspunkt wandert damit, und mit ihm die tatsächliche Leistungsaufnahme.
Auch die Umkehrung lohnt einen Gedanken. Wer die Umwälzrate über eine größere Pumpe mit kürzerer Laufzeit erreichen will, spart keine Energie, sondern verschiebt sie nur: Die doppelte Fördermenge in der halben Zeit kostet ungefähr dasselbe, weil die Leistungsaufnahme mit der Fördermenge steigt. Der Unterschied entsteht erst über den Wirkungsgrad des jeweiligen Geräts — und der steht in keinem Datenblatt dieser Warengruppe.
Die ganze Rechnung in einer Zeile
Der Jahresverbrauch einer Teichpumpe braucht keine Formelsammlung. Leistungsaufnahme in Watt, mal Betriebsstunden, geteilt durch tausend — das Ergebnis sind Kilowattstunden.
Ein Beispiel mit Geräten aus dem Vergleich dieses Bereichs. Die kleinste Filterpumpe nimmt dreißig Watt auf, die größte hundert. Bei einer Saison von April bis Oktober, also rund 214 Tagen zu 24 Stunden, sind das 5.136 Betriebsstunden.
Die kleine Pumpe kommt damit auf rund 154 Kilowattstunden, die große auf rund 514. Der Unterschied beträgt 360 Kilowattstunden je Saison — bei zwei Geräten, die beide das Wort energiesparend im Titel führen.
Bei Ganzjahresbetrieb wächst beides um den Faktor 1,7. Die 140-Watt-Pumpe, die im weiteren Feld des Clusters vorkommt, käme über 8.760 Stunden auf rund 1.226 Kilowattstunden. Das ist die Größenordnung, in der Teichtechnik zum größten Einzelverbraucher im Garten wird.
Wichtig ist dabei eine Einschränkung, die in dieser Warengruppe besonders greift: Die Wattangabe ist die Nennleistung. Was das Gerät tatsächlich aufnimmt, hängt am Betriebspunkt — und der hängt am Gegendruck der Anlage.
Wer es genau wissen will, misst. Ein Zwischenstecker mit Verbrauchsanzeige kostet wenig Aufwand und liefert nach einer Woche einen belastbaren Wert, aus dem sich die Saison hochrechnen lässt. Das ist die einzige Zahl in diesem Text, die nicht aus einem Datenblatt stammen muss.
Die Zahl hat noch eine zweite Lesart. 5.136 Stunden je Saison bedeuten bei einer Pumpe, deren Hersteller keine Lebensdauerangabe macht, dass sie in drei Jahren mehr Betriebsstunden sammelt als ein durchschnittlich genutzter Rasenmäher in einem Jahrzehnt. Wer die Stundenzahl im Kopf hat, beurteilt auch Angaben zur Verschleißfestigkeit anders — eine Keramikwelle ist in diesem Zusammenhang kein Marketingwort.
Ein Vergleich macht die Größenordnung greifbar. Ein Kühlschrank der besseren Klassen kommt im Jahr auf rund hundert bis hundertfünfzig Kilowattstunden. Eine Filterpumpe mit hundert Watt im Saisonbetrieb liegt beim Drei- bis Fünffachen davon, und im Ganzjahresbetrieb beim Sechs- bis Achtfachen. Damit gehört sie in vielen Haushalten zu den größten Einzelposten überhaupt — und niemand denkt an sie, weil sie im Garten steht und nicht in der Küche.
Saison oder ganzjährig
Die zweite Entscheidung mit großer Hebelwirkung ist die Frage, ob die Anlage im Winter läuft.
Dafür spricht die Eisfreihaltung an einer Stelle des Teichs und der Erhalt der Filterbiologie. Dagegen spricht, dass die biologische Aktivität unterhalb weniger Grad ohnehin zum Erliegen kommt und die Bewegung das kalte Oberflächenwasser in die Tiefe mischt, in der Fische überwintern.
Ein Hersteller aus dem Vergleichsfeld nennt zu seiner Pumpe eine minimale Medientemperatur von vier Grad. Das ist bemerkenswert, weil vier Grad genau die Temperatur ist, bei der Wasser seine größte Dichte hat und sich am Teichgrund sammelt — die Grenze ist also nicht willkürlich gewählt.
Praktisch führt das zu drei Betriebsarten. Vollständiger Winterbetrieb mit Pumpe in Bodennähe, Teilbetrieb mit einer kleineren Pumpe knapp unter der Oberfläche, oder Winterpause mit ausgebauter und frostfrei gelagerter Pumpe.
Für den Verbrauch heißt das: Wer die Anlage von November bis März stilllegt, spart rund vierzig Prozent der Jahresstunden. Was beim Aus- und Wiedereinbau zu beachten ist, behandelt der Beitrag über Trockenlauf, Frost und den Winterbetrieb.
Wer dagegen ganzjährig fährt, sollte die Rechnung mit 8.760 Stunden aufmachen und nicht mit 5.136. Der Unterschied entscheidet mit darüber, ob sich ein sparsameres Gerät lohnt.
Eine Zwischenlösung, die im Teichbau verbreitet ist: im Winter auf eine kleinere Pumpe wechseln. Der Filter läuft dann mit reduziertem Durchsatz weiter, die große Pumpe überwintert trocken, und der Verbrauch sinkt in der Zeit, in der ohnehin niemand im Garten sitzt. Das setzt allerdings voraus, dass zwei Geräte vorhanden sind — und die zweite Pumpe ist selten eigens dafür gekauft, sondern meist die ausgemusterte Vorgängerin.
Die Entscheidung sollte deshalb vor dem Kauf fallen und nicht danach. Wer ganzjährig fahren will, braucht eine Pumpe, die bei vier Grad Wassertemperatur noch anläuft, und er sollte die Verhältniszahl ernster nehmen als jemand, der im November abbaut. Wer die Winterpause plant, kann bei der Auswahl stärker auf Fördermenge und Korngröße achten und den Verbrauch etwas nachrangiger behandeln.
Liter je Wattstunde
Ein Vergleich der Wattzahlen allein taugt nichts, weil die Geräte verschieden groß sind. Eine 30-Watt-Pumpe verbraucht selbstverständlich weniger als eine mit hundert — sie fördert auch weniger.
Die Größe, die beides zusammenbringt, ist die Fördermenge je Wattstunde. Man teilt die Literzahl durch die Wattzahl und erhält, wie viele Liter ein Gerät je aufgenommener Wattstunde bewegt. Beide Ausgangswerte stammen vom Hersteller, die Division ist die einzige Rechenoperation.
110 bis 171 l/WhSpannweite im Vergleich der fünf Filterpumpen
Interessant ist, wo das sparsamste Gerät steht. Es ist weder das bekannteste noch das größte, sondern eines mit elektronisch kommutiertem Motor — die Marke führt die Abkürzung sogar im Produktnamen.
Ebenso interessant ist, wo das verbrauchsstärkste steht: bei der bekanntesten Marke des Felds, die auf ihrer eigenen Seite ausdrücklich mit einem energieeffizienten Motor wirbt. Beides kann gleichzeitig stimmen — effizient im Vergleich zum Vorgängermodell und trotzdem nicht der beste Wert im Feld.
Für die Auswahl heißt das: Die Verhältniszahl ist ein brauchbares Sortierkriterium innerhalb einer Leistungsklasse. Zwischen Klassen ist sie es nicht, weil dann die Frage nach der benötigten Fördermenge zuerst zu beantworten wäre.
Wer die Zahl selbst bilden will, braucht dafür zwei verlässliche Angaben — und genau daran hakt es in dieser Warengruppe. Bei einem Gerät des Vergleichs nennt das Datenfeld 170 Watt, wo Hersteller und Aufzählungspunkt 100 nennen. Rechnet man mit dem falschen Wert, ergibt sich ein Verhältnis von 65 statt 110 Litern je Wattstunde — und aus dem sparsamsten Markengerät wird rechnerisch das schlechteste des Felds.
Bemerkenswert ist schließlich, wie einheitlich die Mitte des Felds aussieht. Drei der fünf Geräte liegen zwischen 110 und 125 Litern je Wattstunde und damit innerhalb von vierzehn Prozent — sie unterscheiden sich in Marke, Herkunft und Bekanntheit erheblich, im Wirkungsgrad aber kaum. Die Spreizung des Felds entsteht durch die beiden Ausreißer nach oben, nicht durch ein breites Mittelfeld.
Wo die Verhältniszahl aufhört zu gelten
Zwei Einschränkungen gehören zur Zahl, und die erste ist grundsätzlich.
Beide Ausgangswerte gelten bei null Metern Förderhöhe. Die Literzahl ist das Maximum ohne Gegendruck, und die Leistungsaufnahme ist die Nennaufnahme. Am Teich arbeitet die Pumpe weder bei null Metern noch notwendigerweise bei ihrer Nennleistung.
Was daraus folgt, ist unangenehm für jeden, der gern rechnet: Zwei Pumpen mit gleichem Verhältnis bei null Metern können bei anderthalb Metern weit auseinanderliegen, weil ihre Kennlinien verschieden steil abfallen. Die Verhältniszahl misst die Effizienz an einem Punkt, den niemand nutzt.
Genau hier greift die Regel, die in diesem Cluster durchgehend gilt: Aus zwei Randwerten wird kein Zwischenwert gezogen. Warum das bei feststoffgängigen Pumpen besonders wichtig ist, steht im Beitrag über Fördermenge und Förderhöhe.
Die zweite Einschränkung ist praktischer Natur. Eine Pumpe, die gedrosselt betrieben wird, nimmt weniger Leistung auf als im ungedrosselten Zustand — aber nicht proportional zur Fördermenge. Ein Teil der überschüssigen Energie geht als Wärme in das gedrosselte Wasser.
Die belastbarste Aussage bleibt deshalb die Messung am eigenen Gerät im eigenen Kreislauf. Alles andere ist eine Näherung — eine brauchbare, aber eben eine.
Trotz dieser Einschränkungen bleibt die Verhältniszahl das beste verfügbare Kriterium. Sie hat einen entscheidenden Vorzug gegenüber allem anderen, was auf der Produktseite steht: Sie lässt sich aus zwei Angaben bilden, die jeder Anbieter macht, und sie ist zwischen Marken vergleichbar. Wattzahl allein ist es nicht, Literzahl allein ist es nicht, und eine Effizienzklasse gibt es nicht.
Ein letzter Punkt zur Einordnung: Die Verhältniszahl sagt nichts über die Haltbarkeit. Ein Gerät, das im ersten Jahr 171 Liter je Wattstunde liefert und im dritten wegen eines ausgeschlagenen Laufradspalts deutlich darunter, ist über die Nutzungsdauer schlechter als eines mit stabilerem Wert. Herstellerangaben dazu gibt es in dieser Warengruppe nicht — was verschleißt und woran man es merkt, behandelt der Beitrag über den Winterbetrieb.
Was der Motortyp ausmacht
Wenn dieselbe Bauform bei ähnlicher Fördermenge 55 Prozent Unterschied im Verbrauch zeigt, liegt der Unterschied im Motor. In den geprüften Unterlagen wird er allerdings selten benannt.
Zwei Hersteller des Felds nennen ihn. Der eine spricht von einem energieeffizienten EC-Motor und begründet damit den Verbrauchsvorteil gegenüber dem Vorgängermodell; der andere führt dieselbe Abkürzung im Namen seiner ganzen Baureihe. EC steht für elektronisch kommutiert — ein Motor, dessen Drehfeld elektronisch erzeugt wird statt mechanisch.
Ein dritter Hersteller wird über das Fachhandelsdatenblatt greifbar: Dort steht Synchronmotor mit Keramikachse. Auch das ist eine Bauart mit ordentlichem Wirkungsgrad, typisch für Teichpumpen im mittleren Leistungsbereich.
Bei den übrigen Geräten steht zum Motor nichts. Bei einem Produkt, dessen einziger Verbrauchsposten der Motor ist, ist das eine bemerkenswerte Lücke — und sie zieht sich durch das ganze Feld: Von neun in diesem Cluster ausgelesenen Produktseiten nennt keine einzige den Motortyp im Datenfeld.
Was sich daraus nicht ableiten lässt, ist eine Rangfolge. Ein EC-Motor ist nicht automatisch sparsamer als ein Synchronmotor derselben Größe; entscheidend ist die Auslegung des ganzen Geräts einschließlich Laufrad und Spalt.
Die Verhältniszahl bleibt damit das bessere Auswahlkriterium als die Motorbezeichnung. Sie misst am Ergebnis und nicht an der Bauart.
Ein Detail aus den Fachhandelsdaten rundet das Bild. Dort steht bei einem Gerät neben dem Motortyp auch der Kabeltyp und der Kabelquerschnitt, bei einem zweiten die Schutzart und die Schutzklasse. Das sind Angaben, die ein Hersteller kennt und veröffentlicht, sobald ihn jemand danach fragt. Im Versandhandel fragt niemand, und deshalb stehen sie dort nicht.
Wer den Motortyp trotzdem erfahren will, findet ihn am ehesten beim Teichfachhandel. Dort stehen Angaben, die der Hersteller offenbar bereithält, im Versandhandel aber nicht abgefragt werden — bei einem Gerät des Felds etwa Synchronmotor und Keramikachse in derselben Datenzeile. Die Information existiert also; sie erreicht den Käufer nur auf einem anderen Weg.
Es gibt eine Effizienzvorschrift — für andere Pumpen
Die naheliegende Frage lautet, warum es für ein Gerät, das tausende Stunden im Jahr läuft, keine Effizienzkennzeichnung gibt. Die Antwort ist interessanter als erwartet: Es gibt eine, und Teichpumpen fallen nicht darunter.
Die Verordnung (EU) Nr. 547/2012 der Kommission vom 25. Juni 2012 legt Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Wasserpumpen fest. Sie ist eine Durchführungsmaßnahme zur Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG, in Deutschland umgesetzt durch das Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz.
Ihr Gegenstand sind Kreiselpumpen zum Pumpen von sauberem Wasser, und sie benennt die erfassten Bauarten einzeln: Wasserpumpen mit axialem Eintritt in eigener Lagerung, in Blockausführung und in Inlineausführung, mehrstufige vertikale Wasserpumpen und mehrstufige Tauch-Wasserpumpen.
Das sind fünf klar umrissene Bauformen aus der Gebäude- und Industrietechnik. Eine einstufige Teichtauchpumpe mit Grobschmutzförderung kommt darin nicht vor. Ausdrücklich ausgenommen sind außerdem Verdränger-Wasserpumpen und selbstansaugende Wasserpumpen.
Die Anforderungen sind gestaffelt in Kraft getreten, zum 1. Januar 2013 und zum 1. Januar 2015; die Pflichten zu den bereitzustellenden Produktinformationen gelten seit dem 1. Januar 2015. Zuständig für die Marktüberwachung sind in Deutschland die Behörden der Länder.
Für den Käufer einer Teichpumpe bedeutet das: Es gibt keine gesetzliche Effizienzuntergrenze und keine vorgeschriebene Effizienzangabe. Das Wort energiesparend auf einem Teichpumpenkarton ist deshalb keine Klassifizierung, sondern eine Selbstbeschreibung.
Zur Einordnung gehört, dass die Verordnung nicht willkürlich abgegrenzt ist. Sie zielt auf Pumpen, die in Gebäuden und Anlagen große Energiemengen bewegen, und dort lassen sich Bauarten sauber definieren und Wirkungsgrade unter genormten Bedingungen messen. Bei einer Teichtauchpumpe mit Grobschmutzförderung ist beides schwieriger — was die Lücke erklärt, aber nicht schließt.
Für andere Gerätegruppen im Haushalt gibt es Energielabel mit Klassen von A bis G, und viele Käufer erwarten sie deshalb auch hier. Diese Erwartung geht ins Leere: Weder auf dem Karton noch auf der Produktseite einer Teichpumpe steht eine Klasse, und keiner der neun in diesem Cluster ausgelesenen Anbieter gibt vor, eine zu haben.
Was stattdessen geregelt ist
Regelungslos ist die Warengruppe damit nicht — nur wird etwas anderes geregelt als die Effizienz.
Einschlägig ist die Gerätesicherheitsnorm DIN EN IEC 60335-2-41 in der Ausgabe vom Juni 2023, geführt als VDE 0700-41. Sie trägt den Titel „Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke — Teil 2-41: Besondere Anforderungen für Pumpen", umfasst 35 Seiten und ersetzt die Ausgabe von November 2010.
Ihr Anwendungsbereich ist für diesen Bereich ungewöhnlich präzise. Der Herausgeber nennt als Beispiele ausdrücklich Pumpen für die Verwendung in Aquarien in Innenräumen oder im Freien im Gartenteich — die Warengruppe dieses Clusters ist also namentlich erfasst.
Was die Norm regelt, ist elektrische Sicherheit: Flüssigkeiten bis 90 Grad, Nennspannungen bis 250 Volt bei einphasigen und bis 480 Volt bei anderen Geräten. Sie deckt außerdem Pumpen für Wasser-Feststoff-Gemische, mehrstufige Unterwasserpumpen für Bohrlöcher und Druckerhöhungspumpen ab.
Was sie nicht regelt, ist ebenso klar: keine Fördermenge, keine Förderhöhe, keine Effizienz, keine Kennlinie. Wenn ein Anbieter im Datenfeld zwanzig Meter Förderhöhe für eine 38-Watt-Pumpe einträgt, verstößt er gegen keine Regel dieser Norm.
Der Normtext ist kostenpflichtig und wurde für diesen Beitrag nicht beschafft. Hier stehen ausschließlich Titel, Ausgabestand, Seitenzahl, ersetzte Ausgabe und die öffentlich einsehbare Beschreibung des Anwendungsbereichs.
Damit steht diese Warengruppe in einer aufschlussreichen Position: Für ihre Sicherheit gibt es eine Norm, die sie namentlich nennt. Für ihre Leistungsmessung gibt es eine Norm, auf die sich niemand beruft. Und für ihre Effizienz gibt es eine Verordnung, die sie nicht erfasst. Alle drei Regelwerke existieren, und keines beantwortet die Frage, die vor dem Kauf steht.
Nicht zu verwechseln ist die Gerätesicherheitsnorm mit einer Leistungsprüfung. Wie eine Pumpenkennlinie aufzunehmen ist, regelt eine ganz andere Norm, und auch auf die beruft sich keiner der Anbieter. Beide Regelwerke stehen nebeneinander, decken verschiedene Fragen ab — und die Frage nach der Förderleistung bei einem bestimmten Gegendruck bleibt in beiden Fällen unbeantwortet.
Zwei kleine Pumpen oder eine große
Eine Überlegung, die im Teichbau häufiger vorkommt, als die Produktseiten vermuten lassen: den Kreislauf auf zwei Pumpen aufzuteilen statt auf eine.
Das Argument dafür ist die Betriebssicherheit. Fällt eine von zwei Pumpen aus, läuft der Filter mit halber Leistung weiter, statt ganz stillzustehen — und bei einem Fischteich im Hochsommer ist das ein erheblicher Unterschied.
Das zweite Argument ist die Anpassbarkeit. Zwei getrennte Kreisläufe lassen sich getrennt schalten: Filter rund um die Uhr, Bachlauf nur tagsüber. Das spart Stunden, ohne die Filterbiologie anzutasten.
Dagegen spricht die Verhältniszahl. Bei den geprüften Geräten liegt sie nicht systematisch zugunsten der kleineren Modelle — das sparsamste Gerät des Vergleichs ist mit 6.500 Litern ein mittleres, nicht das kleinste. Zwei kleine Pumpen sind also nicht automatisch sparsamer als eine große.
Hinzu kommt, dass jede zusätzliche Pumpe einen zusätzlichen Anschluss, ein zusätzliches Kabel und einen zusätzlichen Wartungspunkt bedeutet. Die vier bis fünf Watt Leerlaufanteil, die ein zweiter Motor mitbringt, fallen dagegen kaum ins Gewicht.
Die Entscheidung fällt damit nicht über den Verbrauch, sondern über die Betriebssicherheit und die Schaltbarkeit. Wer beides nicht braucht, fährt mit einer richtig ausgelegten Pumpe einfacher.
Wer zwei Pumpen betreibt, sollte allerdings beide einzeln rechnen und nicht die Summe der Wattzahlen mit derselben Stundenzahl multiplizieren. Gerade darin liegt der Vorteil: Die Filterpumpe läuft 24 Stunden, die Bachlaufpumpe vielleicht acht. Zwei getrennte Rechnungen ergeben in diesem Fall weniger als eine gemeinsame — und genau das ist der Zweck der Aufteilung.
Ein Sonderfall ist der Skimmerbetrieb. Wer eine Oberflächenabsaugung im Kreislauf hat, braucht sie vor allem im Herbst, wenn Laub fällt, und kaum im Hochsommer. Das ist eine Aufgabe, die sich über eine zweite, kleinere Pumpe mit eigener Schaltzeit lösen lässt, ohne den Filterkreislauf anzutasten — und genau dafür führt einer der Hersteller des Vergleichs einen zusätzlichen Skimmeranschluss in seiner Beschreibung.
Zwei Nachbarfragen gehören zur Verbrauchsrechnung, auch wenn sie sie nicht direkt beeinflussen. Die erste ist die Korngröße: Eine Pumpe, die am falschen Platz im Kreislauf sitzt, setzt sich zu und arbeitet über Wochen gegen einen steigenden Widerstand — behandelt im Beitrag über Feststoffe und Laufradspalt. Die zweite betrifft die andere Warengruppe: Bei den Springbrunnenpumpen ist der Verbrauch wegen der kurzen Laufzeiten schlicht kein Auswahlkriterium.
Zeitschaltuhr, Nachtabsenkung, Winterpause
Die wirksamste Stellschraube am Verbrauch ist nicht die Wattzahl, sondern die Stundenzahl. Sie lässt sich allerdings nicht überall drehen.
Bei einer Filterpumpe am Fischteich ist die Zeitschaltuhr keine gute Idee. Der Filter verliert in den Stillstandszeiten Sauerstoff, und die Bakterienbesiedelung leidet — bei mehreren Stunden täglich spürbar. Die Umwälzrichtwerte des Fachhandels setzen durchgehenden Betrieb voraus.
Bei einem Pflanzenteich ohne Fischbesatz sieht es anders aus. Dort genügt nach denselben Richtwerten eine Umwälzung am Tag, und die lässt sich in wenigen Stunden erledigen. Wer eine Pumpe entsprechend groß wählt und sie vier Stunden laufen lässt, kommt auf ein Sechstel der Jahresstunden.
Bei einer Wasserspielpumpe ist die Sache eindeutig. Eine Fontäne hat keine biologische Funktion; sie läuft, wenn jemand im Garten sitzt. Bei zehn bis fünfundzwanzig Watt und drei Stunden am Tag ist der Jahresverbrauch zweistellig und damit kein Auswahlkriterium mehr.
Dazu kommt ein Nebeneffekt, den man selten bedenkt: Eine Fontäne, die nachts läuft, verdunstet Wasser, ohne dass jemand etwas davon hat. Bei einem kleinen Becken sinkt der Wasserstand entsprechend — und ein sinkender Wasserstand ist bei einer Tauchpumpe kein rein ästhetisches Problem.
Die größte Einzelersparnis bleibt die Winterpause. Fünf Monate Stillstand sind rund vierzig Prozent der Jahresstunden, und sie fallen in eine Zeit, in der die Filterbiologie ohnehin weitgehend ruht.
Von einer Nachtabsenkung über einen Dimmer oder eine Drehzahlregelung ist bei den geprüften Geräten wenig zu erwarten. Keines der fünf Filterpumpenmodelle ist elektronisch regelbar; ein Hersteller schreibt das ausdrücklich in sein Datenblatt. Die Wasserspielpumpen bringen zwar einen Regler mit, drosseln damit aber mechanisch — und eine mechanische Drosselung senkt die Leistungsaufnahme nur unterproportional.
Für die Praxis bleibt damit eine unbequeme Wahrheit: Der größte Hebel am Verbrauch liegt nicht in der Technik, sondern in der Auslegung. Eine Pumpe, die für den Teich zwei Nummern zu groß gewählt wurde und deshalb gedrosselt läuft, verbraucht über die Saison mehr als eine passend gewählte mit schlechterem Wirkungsgrad. Die Auswahl beginnt deshalb bei der Fördermenge und nicht bei der Wattzahl.
Wer den Aufwand scheut, hat immerhin eine Orientierung: Innerhalb derselben Leistungsklasse liegen die Geräte des Felds mit einer Ausnahme dicht beieinander. Die Entscheidung zwischen zwei Pumpen mit ähnlicher Fördermenge fällt deshalb selten über den Verbrauch — sie fällt über Korngröße, Trockenlaufschutz und Ersatzteillage.
Wie man den Jahresverbrauch selbst ausrechnet
Der Rechenweg besteht aus vier Schritten und braucht weder Tabelle noch Diagramm.
Erstens die Betriebsart festlegen. Filterkreislauf im Dauerbetrieb, Filterkreislauf mit Teilzeit oder Wasserspiel nach Bedarf. Daraus ergeben sich die Stunden je Tag: 24, 4 bis 8 oder 2 bis 4.
Zweitens die Betriebstage bestimmen. Saison von April bis Oktober sind rund 214 Tage, Ganzjahresbetrieb 365. Stunden je Tag mal Tage ergibt die Jahresstunden.
Drittens mit der Leistungsaufnahme multiplizieren und durch tausend teilen. Als Wattwert die Herstellerangabe nehmen, nicht das Datenfeld des Versandhändlers — bei einem Gerät des Vergleichs weichen beide um siebzig Prozent voneinander ab. Welche Angabe bei welchem Gerät trägt, steht im Vergleich der Filter- und Bachlaufpumpen.
Viertens gegenrechnen. Dieselbe Rechnung für das zweite Gerät in der engeren Auswahl. Die Differenz der beiden Kilowattstundenzahlen ist der Betrag, um den es bei der Entscheidung tatsächlich geht — und er fällt jedes Jahr erneut an, solange die Pumpe läuft.
Wer mehrere Geräte in der engeren Wahl hat, sortiert sie vorher über die Fördermenge je Wattstunde vor. Welche Bauarten es überhaupt gibt und welche zu welchem Teich gehört, beantwortet der Hub zu Teichpumpen.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Jahresverbrauch einer Teichpumpe?
Muss eine Teichpumpe rund um die Uhr laufen?
Was bedeutet Liter je Wattstunde?
Gibt es eine Effizienzklasse für Teichpumpen?
Was ist bei Teichpumpen überhaupt geregelt?
Lohnt sich ein Gerät mit EC-Motor?
Spart eine Zeitschaltuhr an der Teichpumpe Strom?
Sind zwei kleine Pumpen sparsamer als eine große?
Änderungen an dieser Seite
Zuletzt redaktionell geprüft am .
- Ersterstellung. Der Text rechnet den Jahresverbrauch in vier Schritten durch und führt ihn durchgehend in Kilowattstunden — Regel 6 gilt auch für Betriebskosten, deshalb steht an keiner Stelle ein Geldbetrag. Belegter Kernbefund: Verordnung (EU) Nr. 547/2012 legt seit 2013 gestaffelte Ökodesign-Anforderungen für Wasserpumpen fest, benennt die erfassten Bauarten aber einzeln — Wasserpumpen mit axialem Eintritt in eigener Lagerung, in Block- und in Inlineausführung sowie mehrstufige vertikale und mehrstufige Tauch-Wasserpumpen. Eine einstufige Teichtauchpumpe kommt darin nicht vor. Geregelt ist stattdessen die elektrische Sicherheit über DIN EN IEC 60335-2-41:2023-06 / VDE 0700-41, deren Anwendungsbereich Gartenteichpumpen ausdrücklich als Beispiel nennt; über die Norm werden nur Titel, Ausgabestand, 35 Seiten, ersetzte Ausgabe und die öffentliche Beschreibung des Anwendungsbereichs genannt, kein Normtext beschafft (Sperre C). Liter je Wattstunde ist als abgeleiteter Wert gekennzeichnet, mit der Einschränkung, dass beide Ausgangszahlen bei null Metern gelten (Sperre D). Keine Installationsanleitung (B), keine Tierhaltungsberatung (E).
Verwendete Quellen
- [1]Infozentrum UmweltWirtschaft Bayern, Ökodesign-Verordnung (EU) Nr. 547/2012 (Wasserpumpen) — Gegenstand, erfasste Bauarten (ESOB, ESCC, ESCCi, MS-V, MSS), Ausnahmen für Verdränger- und selbstansaugende Wasserpumpen, Inkrafttreten der Effizienzanforderungen zum 01.01.2013 und 01.01.2015 sowie der Informationsanforderungen zum 01.01.2015; Umsetzung der Richtlinie 2009/125/EG durch das EVPG · abgerufen 2026-09-13
- [2]DIN Media, Produktseite DIN EN IEC 60335-2-41:2023-06 / VDE 0700-41:2023-06 — „Household and similar electrical appliances — Safety — Part 2-41: Particular requirements for pumps (IEC 60335-2-41:2012, modified); German version EN IEC 60335-2-41:2021 + A11:2021", 35 Seiten, ersetzt DIN EN 60335-2-41:2010-11. Normtext kostenpflichtig, nicht beschafft · abgerufen 2026-09-13
- [3]VDE Verlag, Produktseite DIN EN IEC 60335-2-41 (VDE 0700-41):2023-06 — Anwendungsbereich: Flüssigkeiten bis 90 °C, Nennspannung bis 250 V einphasig und 480 V sonst; als Beispiele genannt werden unter anderem Pumpen für Wasser-Feststoff-Gemische, mehrstufige Unterwasserpumpen für Bohrlöcher, Druckerhöhungspumpen für Duschen sowie Pumpen für die Verwendung in Aquarien in Innenräumen oder im Freien im Gartenteich · abgerufen 2026-09-13
- [4]Teichtip, Produktseite SunSun CTF-10000 — Umwälz-Richtwerte je Teichart: Koi- und Fischteich „1 Zyklus pro 3 Stunden", ohne Bepflanzung und mit hohem Fischbesatz „2 Umwälzungen in 1 Stunde", Gartenteich ohne Fischbesatz „eine Umwälzung am Tag"; Datenblatt mit Synchronmotor, Keramikachse, min. Medientemperatur 4 °C und max. 35 °C · abgerufen 2026-09-13
- [5]OASE, Produktseite AquaMax Eco Classic 11500 — Leistungsaufnahme 100 W bei 11.000 l/h; Feature-Beschreibung „Der besonders energieeffiziente Motor der AquaMax Eco Classic spart Strom" sowie der Hinweis auf den energieeffizienten EC-Motor · abgerufen 2026-09-13
- [6]AquaForte, Produktseite EC-Serie — Spezifikationstabelle RD740 bis RD744: 16 W bei 3,5 m³/h bis 68 W bei 10 m³/h; Grundlage für die Verhältniszahl von 171 Litern je Wattstunde beim Modell EC 6.500 mit 38 W und 6,5 m³/h · abgerufen 2026-09-13
- [7]Pontec, Produktseite PondoMax Eco 8000 — 8.000 l/h bei 70 Watt; Vergleichswert für die Verhältniszahl von 114 Litern je Wattstunde · abgerufen 2026-09-13