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Ratgeber · Drechselbänke

Kopierdrechselbank oder Freihand: die Entscheidung 2026

Kopiervorrichtung oder eigene Kopierdrechselbank? Die drei Kopiergrenzen mit Zahlen – 160 mm Durchmesser, 45 mm Kopiertiefe – und ab wann eine Schablone trägt.

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Fachbereich Werkstatt
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Vor der Entscheidung über Spitzenweite, Umlaufdurchmesser, Drehzahlband und Spindelstockbauart steht bei Serienteilen eine andere Frage: Sollen die Teile kopiert oder von Hand gedrechselt werden? Wer zwanzig gleiche Geländerstäbe braucht, vier Stuhlbeine oder einen Satz Ersatzsprossen, stößt dabei sofort auf drei Wege, die im Handel gern durcheinandergeraten – die Kopierdrechselbank als eigene Maschinenklasse, die gewöhnliche Drechselbank mit angebauter Kopiervorrichtung und die Freihandarbeit mit Schablone, Lehre und Messschieber.

Dieser Ratgeber trennt diese drei Wege und verkauft dabei nichts: keine Produktempfehlung, keine Kaufkarte, keine Werbelinks. Er stützt sich auf den Bernardo-Katalog der Drechselmaschinen, auf zwei Holzmann-Produktseiten, auf die Betriebsanleitung der Güde GDM 1000 mit ihren Abschnitten zum Kopier- und Schablonendrechseln sowie auf zwei ausdrücklich gekennzeichnete Händlerquellen der Steinert Drechseltechnik GmbH. Wo die Belegdecke endet, steht das im Text – und sie endet in diesem Thema früher als in jedem anderen dieses Clusters. Alle Verfügbarkeitsangaben sind Momentaufnahmen vom 04.08.2026.

Was vor der Entscheidung feststehen muss

  • Die Stückzahl, und zwar die realeNicht die geplante Serie, sondern die Zahl gleicher Teile, die tatsächlich am Stück entstehen. Der Rüstvorgang für die Kopiereinrichtung fällt einmal je Serie an, nicht einmal je Teil. Zwei gleiche Teile tragen ihn nie, zwanzig meistens – und dazwischen entscheidet, wie oft die Serie wiederkehrt.
  • Der größte Durchmesser des WerkstücksEr entscheidet vor allem anderen. Bernardo weist für die Baureihe CL 1300/1500 einen Bearbeitungsdurchmesser von 430 mm über der Führungsbahn aus, beim Kopieren dagegen 160 mm. Wer über diesem Wert liegt, hat die Frage bereits beantwortet: Dieses Teil entsteht freihändig, auch auf einer Kopiermaschine.
  • Die tiefste Einstechstelle des ProfilsDie maximale Kopiertiefe begrenzt, wie stark die Kontur einschneiden darf. Bernardo nennt 45 mm, Holzmann für die DBK1500 50 mm. Ein Profil mit einem tieferen Einstich lässt sich mit der Kopiereinrichtung nicht herstellen, unabhängig davon, wie lang das Werkstück ist.
  • Die Länge des kopierten AbschnittsDie Kopierlänge liegt unter der Spitzenweite derselben Maschine: bei der Holzmann DBK1500 1.300 mm Kopierlänge bei 1.500 mm Spitzenweite, bei der VD1100N 1.000 mm bei 1.100 mm. Bernardo staffelt die Kopierlänge seiner Baureihen zwischen 850 und 1.500 mm. Die längste freihändig drechselbare Länge ist bei diesen Maschinen größer als die längste kopierbare.
  • Die KopierspitzenhöheDer dritte Wert, der in Datenblättern regelmäßig übersehen wird: 65 mm bei der Holzmann DBK1500, 80 mm bei der VD1100N. Er beschreibt die Höhe der Achse über der Kopierauflage und begrenzt damit den Rohling, der überhaupt zwischen Taster und Werkzeug passt.
  • Ob eine Vorlage oder eine Zeichnung vorliegtDie Kopiereinrichtung arbeitet nach beidem. Güde beschreibt beide Wege getrennt: das Abtasten eines eingespannten Originals zwischen den Zentrierspitzen der Kopieraufnahme und das Arbeiten nach einer Schablone aus Sperrholz, die der Kontur des Werkstücks gleicht.

Vier Punkte, die kein Datenblatt beziffert

Die veröffentlichten Kopierkennwerte beschreiben die Entscheidung nur zur Hälfte. Diese vier Punkte fehlen regelmäßig und entscheiden trotzdem mit.

Rüstzeit für den Umbau
Von keinem Hersteller in Minuten angegeben
Belegt ist der Ablauf, nicht seine Dauer. Güde beschreibt für die GDM 1000, dass der Kopierarm zwischen Reitstock und Mitnehmerspitze montiert werden muss; dafür sind Klemmschrauben zu entfernen, der Reitstock abzunehmen und die Klemmplatte zu zerlegen und neu zu setzen. Eine Minutenangabe dazu veröffentlicht kein Hersteller des Feldes. Wer die Entscheidung sauber treffen will, misst den Umbau an der eigenen Maschine einmal mit der Uhr – diese eine Zahl ersetzt jede Faustregel.
Standzeit einer Schablone
In keiner geprüften Quelle beziffert
Güde nennt Sperrholz als Werkstoff für Kopierschablonen und beschreibt, dass die Schablone der Kontur des Werkstücks gleicht. Wie viele Abtastvorgänge eine solche Schablone trägt, bevor die Kante rund wird, gibt kein Hersteller an. Die Konsequenz ist eine organisatorische: Die Schablone gehört gemessen, nicht angesehen – und bei langen Serien lohnt eine zweite, unbenutzte als Referenz.
Durchmesserverlust im Kopierbetrieb
Nur bei einem Hersteller des Feldes ausgewiesen
Bernardo ist der einzige Hersteller, der die Zahl für beide Betriebsarten nebeneinander stellt: 430 mm Bearbeitungsdurchmesser über der Führungsbahn gegen 160 mm beim Kopieren. Bei den übrigen Maschinen steht der Kopierbereich nur indirekt in den Angaben zur Kopierspitzenhöhe. Wer die Zahl braucht, muss sie beim Hersteller erfragen, statt sie aus dem Umlaufdurchmesser abzuleiten – die beiden Größen beziehen sich auf verschiedene Flächen.
Verfügbarkeit der Maschinenklasse
Momentaufnahme, kein Planungswert
Über den einzigen für Killinger gefundenen Vertriebsweg, den Shop der Steinert Drechseltechnik GmbH, sind am 04.08.2026 zwei Modelle geführt: Die KM 1500 SE trägt die Auszeichnung „Artikel aktuell nicht auf Lager", die K|ONE steht auf Vorbestellung mit angekündigter Lieferung im September 2026. Beides sind Tagesstände und keine Zusagen. Der Hersteller selbst war an diesem Tag über eine eigene Seite nicht erreichbar.

Die Kopierkennwerte stammen aus dem Bernardo-Katalog Drechselmaschinen und den Holzmann-Produktseiten der Artikel 440 und 1470, das Verfahren aus der Betriebsanleitung der Güde GDM 1000 (Art.-Nr. 11420), die Angaben zu Killinger aus zwei ausdrücklich gekennzeichneten Händlerquellen der Steinert Drechseltechnik GmbH. Die Fundstellen stehen im Quellenverzeichnis am Seitenende.

Die Frage steht vor der Bauformwahl

Die Kopierdrechselbank ist keine Randerscheinung, sondern eine eigenständige Klasse mit eigener Händlerkategorie. Bernardo führt „Kopierdrechselmaschinen" als eigenen Produktzweig und darin die Baureihen KDM 1000 eco, KDM 1100, KDH 1100 und CL 1300/1500. Holzmann trennt im eigenen Sortiment zwischen der „Drechselbank mit Kopiervorrichtung" und der „Kopierdrechselbank mit Frequenzumformer", die eine eigene Artikelnummer trägt. Killinger ist auf diese Bauart spezialisiert.

Trotzdem trägt die Klasse in diesem Cluster keinen Produktvergleich, und das hat einen nüchternen Grund. In der Marktprüfung dieses Clusters vom 04.08.2026 waren nur zwei Hersteller durchgehend lieferbar belegt; im größten Marktplatzknoten standen 24 Treffer, die überwiegend Zubehör und Fremdbauteile waren. Für einen Vergleich mit fünf Geräten von fünf Marken reicht das nicht – und ein Vergleich, der drei Zeilen mit nicht lieferbaren Maschinen füllt, ist keine Entscheidungshilfe, sondern eine Liste.

Deshalb wird die Frage hier beantwortet statt verkauft. Der Nachbarcluster kennt dieselbe Konstruktion: Auch dort steht eine Warengruppe vor dem eigentlichen Kaufvergleich, die keinen eigenen Vergleich trägt und die Entscheidung trotzdem prägt – nachzulesen im Ratgeber Bohrständer oder Standbohrmaschine. Die Parallele ist keine redaktionelle Marotte, sondern eine Folge derselben Marktlage: Beide Warengruppen sind stark nachgefragt und schwach belegt, und in beiden Fällen ist die ehrlichere Antwort ein Text statt einer Tabelle mit fünf Zeilen.

Kopiervorrichtung ist nicht Kopierdrechselbank

Der praktisch nützlichste Teil dieses Artikels ist eine Unterscheidung, die die Hersteller selbst ziehen und die im Handel ständig verwischt. Eine „Drechselbank mit Kopiervorrichtung" ist eine gewöhnliche Drechselbank, der eine Kopiereinrichtung beiliegt oder angebaut werden kann. Eine „Kopierdrechselbank" ist eine eigene Maschinenklasse, deren Zweck das Kopieren ist – die Kopiereinrichtung ist dort nicht Zubehör, sondern Bauprinzip. Bernardo formuliert das für jede Baureihe gleich: Die KDM 1000 eco ist serienmäßig mit einer Kopiereinrichtung ausgestattet, und dieselbe Formel steht bei der KDM 1100 und der KDH 1100.

Wie leicht die Grenze verrutscht, zeigt Holzmann an der eigenen Baureihe. Die VD1100N heißt im Produktnamen schlicht „Drechselbank variable Geschwindigkeit"; die Kopiervorrichtung erscheint erst in der Merkmalsliste. Die zugehörige Betriebsanleitung desselben Herstellers trägt dagegen den Titel „Kopierdrechselbank". Zwei Dokumente zu einer Maschine, zwei Einordnungen – und wer die Anleitung zuerst liest, hält eine Drechselbank mit Kopiervorrichtung für eine Kopierdrechselbank.

Dieselbe Funktion, zwei verschiedene Gegenstände – die Unterscheidung entscheidet, wonach überhaupt gesucht wird

Drechselbank mit Kopiervorrichtung

Eine Universalmaschine, die zusätzlich kopieren kann. Freihanddrechseln bleibt der Regelbetrieb, die Kopiereinrichtung wird an- oder abgebaut. Sie liegt entweder bei (Güde GDM 1000, Holzmann DBK1500 und VD1100N) oder wird unter eigener Artikelnummer nachgerüstet (Holzstar 5931060, Bernardo 10-1116). Der Umbau kostet Zeit bei jedem Wechsel zwischen Serie und Einzelstück.

Kopierdrechselbank

Eine Maschine, deren Aufbau auf die Wiederholung ausgelegt ist. Bernardo führt sie als eigenen Produktzweig mit vier Baureihen, Holzmann als eigenen Artikel neben der Drechselbank mit Kopiervorrichtung. Der Kopierbetrieb ist der Regelfall, nicht die Ausnahme – und die kopierspezifischen Kenngrößen Kopierlänge und Kopiertiefe stehen im Datenblatt gleichrangig neben Spitzenweite und Durchmesser.

Für die Suche hat das eine handfeste Folge. Wer „Kopierdrechselbank" eingibt und eine Maschine mit Kopiervorrichtung findet, hat nicht das falsche Gerät gefunden, sondern ein anderes, das für kleine und mittlere Serien meist besser passt. Umgekehrt gilt: Wer täglich dieselben Teile fertigt, baut an einer Universalmaschine samt Kopieraufsatz jeden Tag um.

Fünf Geräte des Clusters berühren die Frage

Die Kopiereinrichtung ist in diesem Cluster kein Sonderfall. Von den fünfzehn Maschinen, die die Gesamtübersicht der Drechselbänke in drei Vergleichen führt, bringen drei sie serienmäßig mit, und zwei weitere führen sie als Zubehör mit eigener Artikelnummer. Keine dieser fünf Maschinen ist eine Kopierdrechselbank – alle fünf sind Drechselbänke, die kopieren können. Genau deshalb steht dieser Ratgeber im Cluster: Er beantwortet eine Frage, die die Vergleiche selbst aufwerfen.

3 von 15Geräte mit Kopiereinrichtung ab Werk

Güde GDM 1000, Holzmann DBK1500 und Holzmann VD1100N liefern die Kopiereinrichtung im Serienlieferumfang. Zwei weitere Maschinen führen sie als Zubehör mit eigener Bestellnummer: die Holzstar DB 1202 Vario als 5931060 und die Bernardo HCL 1200 als 10-1116 mit 1.000 mm Kopierlänge. Die übrigen zehn Geräte des Clusters bieten sie zu diesen Modellen nicht an.Quelle: Herstellerdatenblätter und Betriebsanleitungen der fünfzehn Maschinen dieses Clusters, Stand 04.08.2026
Die kopierfähigen Maschinen der drei Vergleiche dieses Clusters mit den Kenngrößen, die der jeweilige Hersteller zum Kopierbetrieb veröffentlicht. Leere Felder sind Befunde, keine Recherchelücken.
MaschineKopiereinrichtungVom Hersteller bezifferte Kopierwerte
Güde GDM 1000Serienmäßig, integriert – mit Kopierarm, Kopieraufnahme und KopiermesserKeine eigenen Kopiermaße veröffentlicht. Belegt sind das Verfahren in zwei Anleitungsabschnitten sowie 935 mm Spitzenweite und 280 mm Werkstückdurchmesser
Holzmann DBK1500Serienmäßig, das Kopieren steht im Produktnamen: „Drechselbank mit Kopiervorrichtung"1.300 mm Kopierlänge, 50 mm Kopiertiefe, 65 mm Kopierspitzenhöhe – bei 1.500 mm Spitzenweite. Eine Lünette liegt bei
Holzmann VD1100NSerienmäßig, aber erst in der Merkmalsliste genannt – der Produktname führt das Kopieren nicht1.000 mm Kopierlänge bei 1.100 mm Spitzenweite, 80 mm Kopierspitzenhöhe. Die Breite des Aufstellmaßes von 1.650 mm ist mit der Vorrichtung gerechnet
Holzstar DB 1202 VarioZubehör mit eigener Artikelnummer 5931060Keine. Die Artikelnummer ist über mehrere Händlerseiten belegt, eine Herstellerquelle mit Kenngrößen zu diesem Zubehör war nicht auffindbar
Bernardo HCL 1200Zubehör „Kopiereinrichtung Deluxe" mit eigener Artikelnummer 10-11161.000 mm Kopierlänge. Die Außendrehvorrichtung ist bei dieser Maschine ebenfalls Sonderzubehör mit eigener Nummer

Zwei Zeilen dieser Tabelle sind für die Kaufvorbereitung wichtiger als die übrigen drei. Die Holzmann DBK1500 steht im Vergleich der bodenstehenden Drechselbänke und ist dort das Gerät mit der größten Spitzenweite. Die Zeile zur Holzstar zeigt dagegen, wo die Belegdecke endet: Eine Artikelnummer allein sagt nichts darüber, welches Profil sich mit dem Zubehör herstellen lässt.

Die drei Grenzen der Kopiereinrichtung

Wer eine Kopiereinrichtung plant, plant gegen drei Grenzen gleichzeitig, und alle drei liegen unter dem, was dieselbe Maschine freihändig schafft. Die erste und härteste ist der Durchmesser. Bernardo ist der einzige Hersteller des Feldes, der beide Zahlen nebeneinander stellt – und die Differenz ist beträchtlich.

160 mmBearbeitungsdurchmesser beim Kopieren, Bernardo CL 1300/1500

Dieselbe Baureihe weist über der Führungsbahn 430 mm aus. Wer kopiert, verliert damit rund zwei Drittel des Durchmessers, den die Maschine sonst beherrscht. Der Grund ist geometrisch und nicht behebbar: Taster und Kopiermesser brauchen den Raum, den beim Freihanddrechseln das Werkstück einnimmt.Quelle: Bernardo (PWA HandelsgesmbH), Katalog Drechselmaschinen, deutsche Ausgabe

Die zweite Grenze ist die Kopiertiefe, und sie ist die am häufigsten übersehene. Bernardo nennt für seine Baureihen maximal 45 mm, Holzmann für die DBK1500 50 mm. Gemeint ist der radiale Weg, den die Kontur einschneiden darf – also der Unterschied zwischen dem größten und dem kleinsten Durchmesser eines Profils. Ein Balusterprofil mit tiefem Einstich zwischen zwei kräftigen Wülsten liegt schnell darüber, und dann hilft keine bessere Schablone. Das Teil entsteht dann in zwei Schritten: die Grundform kopiert, die Kehle freihändig nachgearbeitet.

Die dritte Grenze ist die Kopierlänge. Sie liegt bei jeder Maschine unter der Spitzenweite: 1.300 gegen 1.500 mm bei der DBK1500, 1.000 gegen 1.100 mm bei der VD1100N. Bernardo staffelt die Kopierlänge seiner Baureihen zwischen 850 und 1.500 mm. Dazu kommt die Kopierspitzenhöhe – 65 mm bei der DBK1500, 80 mm bei der VD1100N –, die beschreibt, wie hoch die Werkstückachse über der Kopierauflage liegt. Wie schwer diese Zahlen zu greifen sind, zeigt die Betriebsanleitung der VD1100N selbst: Sie nennt für dieselbe Maschine drei Spitzenhöhen – 185 mm über dem Maschinenbett, 143 mm über der Handauflage, 80 mm beim Kopieren – und widerspricht sich beim Kopierwert auf derselben Seite. Wer eine dieser Zahlen für die Bestellung braucht, sollte sie beim Hersteller bestätigen lassen.

Was beim Kopieren tatsächlich passiert

Die Vorstellung, eine Kopiereinrichtung fräse das Teil in einem Durchgang aus dem Rohling, ist der häufigste Irrtum zu dieser Technik. Die Betriebsanleitung der Güde GDM 1000 beschreibt den Ablauf in zwei getrennten Abschnitten – „Kopierdrechseln" für die Arbeit nach einem eingespannten Original und „Schablonendrechseln" für die Arbeit nach einer Kontur aus Sperrholz – und macht dabei deutlich, dass es sich um ein schrittweises Abtragen handelt.

Der Ablauf beginnt mit dem Umbau: Der Kopierarm wird zwischen Reitstock und Mitnehmerspitze montiert. Danach wird das Original zwischen die Zentrierspitzen der Kopieraufnahme gespannt, die Zustellung über eine Spannschraube eingestellt und der größte Durchmesser des Werkstücks angefahren. Erst dann beginnt die eigentliche Arbeit: Die Kopiervorlage wird wiederholt abgefahren, bis die Spanabnahme ausläuft – bis das Werkzeug also nichts mehr abnimmt, weil die Kontur erreicht ist.

Die Kopiereinrichtung erzeugt kein Teil in einem Durchgang. Sie wiederholt eine Kontur in mehreren Durchgängen mit jeweils nachgestellter Zustellung – die Zeitersparnis liegt nicht im einzelnen Durchgang, sondern darin, dass ab dem zweiten Werkstück niemand mehr messen muss.

Daraus folgt zweierlei für die Planung. Erstens hängt die Zahl der Durchgänge am Zerspanweg: Ein Profil, das viel Holz wegnimmt, braucht mehr Durchgänge als eine flache Kontur, und die maximale Kopiertiefe von 45 beziehungsweise 50 mm setzt die Obergrenze. Zweitens bleibt das Vorbereiten des Rohlings Handarbeit: Kantholz wird zuerst rundgedreht, bevor der Taster aufsetzen kann. Die Kopiereinrichtung ersetzt nicht das Schruppen, sondern das Messen und Anzeichnen.

Ab wann sich Kopieren rechnet

Die Frage „ab wann lohnt sich das" wird bei dieser Technik regelmäßig falsch gestellt, nämlich als Anschaffungsfrage. Sinnvoll beantworten lässt sie sich nur über drei Größen: Stückzahl, Rüstaufwand und Wiederholgenauigkeit. Alle drei lassen sich an der eigenen Werkstatt messen, keine davon steht in einem Datenblatt.

Der Rüstaufwand ist der feste Anteil. Er fällt einmal je Serie an, unabhängig davon, ob danach drei oder dreißig Teile entstehen: Kopierarm montieren, Reitstock abnehmen, Klemmplatte zerlegen und neu setzen, Original oder Schablone einspannen, Zustellung einstellen, größten Durchmesser anfahren. Dazu kommt bei der Schablonenarbeit das Anfertigen der Schablone selbst. Der variable Anteil ist die Zeit je Werkstück – und die sinkt beim Kopieren gegenüber der Freihandarbeit vor allem deshalb, weil das Anzeichnen und Nachmessen jedes einzelnen Absatzes entfällt.

Die Wiederholgenauigkeit ist der Punkt, an dem die Rechnung kippt. Bei zwei oder drei Teilen fällt eine Abweichung von einem Millimeter niemandem auf; bei zwanzig nebeneinander stehenden Geländerstäben sieht man sie sofort, weil das Auge Reihen vergleicht und nicht Einzelteile. Genau hier liegt der eigentliche Ertrag des Kopierens: nicht in der Zeit je Teil, sondern darin, dass Teil 1 und Teil 20 dieselbe Kontur tragen. Wer nur Zeit sparen will, findet bei kleinen Stückzahlen fast immer den kürzeren Weg über die Lehre.

Kurz gefasst

Der Rüstaufwand ist eine feste Größe je Serie, die Zeitersparnis eine kleine Größe je Teil, und die Wiederholgenauigkeit die einzige, die mit der Stückzahl überproportional wichtiger wird. Wer eine Serie einmal fertigt, entscheidet über die Zeit. Wer dieselbe Serie regelmäßig wiederholt, entscheidet über die Genauigkeit – und dann trägt die Kopiereinrichtung auch bei kleineren Stückzahlen.

Drei Wege nebeneinander

Die folgende Übersicht stellt die drei Wege an den Kriterien gegenüber, an denen die Entscheidung tatsächlich hängt. Sie enthält bewusst auch die Zeilen, für die keine Herstellerangabe existiert: Eine leere Stelle ist hier eine Information und keine Lücke, die mit einer plausiblen Zahl gefüllt werden dürfte.

Kopierdrechselbank, Drechselbank mit Kopiervorrichtung und Freihandarbeit mit Lehre, an sechs Kriterien gegenübergestellt. Die Zahlen stammen aus dem Bernardo-Katalog, den Holzmann-Produktseiten und der Güde-Betriebsanleitung.
KriteriumKopierdrechselbankDrechselbank mit KopiervorrichtungFreihand mit Lehre
Stückzahl, für die sie ausgelegt istWiederkehrende Serien als Regelbetrieb. Der Kopierbetrieb ist das Bauprinzip, nicht der SonderfallSerien im Wechsel mit Einzelstücken. Beide Betriebsarten sind vorgesehen, jede Umstellung kostet RüstzeitEinzelstücke und kleine Serien. Ab der Stückzahl, bei der die Reihe verglichen wird, wird die Genauigkeit zum Engpass
Rüstaufwand je SerieVorlage oder Schablone einspannen, Zustellung setzen. Der Kopierarm bleibt montiertZusätzlich der Umbau: Kopierarm zwischen Reitstock und Mitnehmerspitze montieren, Klemmplatte zerlegen und neu setzenLehre anfertigen oder anreißen. Kein Umbau an der Maschine, dafür Messen an jedem einzelnen Teil
WiederholgenauigkeitHängt an Vorlage und Taster, nicht an der Hand. Kein geprüfter Hersteller beziffert eine ToleranzGleiches Prinzip, gleiche Belegdecke: Ein Toleranzwert ist für keine der fünf kopierfähigen Maschinen dieses Clusters veröffentlichtHängt an Messpunktdichte und Sorgfalt. Beherrschbar, aber sie verlangt an jedem Teil dieselbe Aufmerksamkeit
DurchmessergrenzeBernardo CL 1300/1500: 160 mm beim Kopieren gegen 430 mm über der FührungsbahnÜber die Kopierspitzenhöhe begrenzt: 65 mm bei der DBK1500, 80 mm bei der VD1100NDer volle Umlaufdurchmesser der Maschine steht zur Verfügung, ohne Abzug für Taster und Kopierauflage
ProfiltiefeMaximal 45 mm Kopiertiefe nach Bernardo-Katalog. Tiefere Einstiche sind nicht kopierbar50 mm bei der Holzmann DBK1500. Für die übrigen kopierfähigen Maschinen des Clusters nicht beziffertNur durch Werkzeug und Werkstück begrenzt. Tiefe Kehlen und Hinterschneidungen sind der Regelfall
Beschaffungslage am 04.08.2026Dünn. Zwei Hersteller durchgehend lieferbar belegt; bei Killinger ist über den gefundenen Vertriebsweg kein Modell sofort verfügbarBreit. Fünf Maschinen aus den drei Vergleichen dieses Clusters, davon drei mit Kopiereinrichtung ab WerkJede Drechselbank des Clusters. Die Ausrüstung besteht aus Messschieber, Lehre und Anrisspunkten

Für die meisten Werkstätten endet die Tabelle in der mittleren Spalte. Wer ohnehin eine Drechselbank sucht und gelegentlich Serien fertigt, behält mit der Kopiervorrichtung beide Betriebsarten. Wer kleine Teile in kleinen Stückzahlen macht, findet den kürzeren Weg über die Lehre – dafür genügt jedes Gerät aus dem Feld der Tischdrechselbänke, sofern Spitzenweite und Umlaufdurchmesser zum Werkstück passen.

Schritt für Schritt: Zeichnung, Schablone, erstes Teil

Der Weg von der Zeichnung zum ersten brauchbaren Teil folgt einer Reihenfolge, in der jeder Schritt den nächsten absichert. Die folgende Abfolge fasst zusammen, was die Güde-Betriebsanleitung für das Kopier- und das Schablonendrechseln beschreibt, ergänzt um die Kontrollpunkte, die sich aus den Kenngrößen der Maschinen ergeben.

  1. Zeichnung auf die Kopiergrenzen prüfen. Größter Durchmesser, tiefster Einstich, Länge des profilierten Abschnitts. Liegt einer dieser drei Werte über der Kopierfähigkeit der Maschine, wird die Zeichnung geändert oder das Teil geteilt – nicht die Zustellung erhöht.
  2. Vorlage oder Schablone festlegen. Güde beschreibt beide Wege: das Abtasten eines eingespannten Originals oder das Arbeiten nach einer Schablone aus Sperrholz. Für wiederkehrende Serien ist die Schablone der haltbarere Weg, weil das Original sonst als Werkstück verbraucht wird.
  3. Schablonenkontur sauber ausarbeiten. Jede Unebenheit der Kante überträgt sich auf jedes Teil der Serie. Übergänge werden ausgerundet, die Kante wird rechtwinklig zur Fläche gehalten – ein schräg auslaufender Rand versetzt den Taster.
  4. Rohling vorbereiten. Kantholz zuerst rund drehen, bevor der Taster aufsetzt. Das Kopieren beginnt erst an der zylindrischen Fläche; das Schruppen bleibt Handarbeit.
  5. Kopierarm montieren und Vorlage einspannen. Der Kopierarm sitzt zwischen Reitstock und Mitnehmerspitze, die Vorlage zwischen den Zentrierspitzen der Kopieraufnahme. Erst danach wird die Zustellung über die Spannschraube gesetzt.
  6. Größten Durchmesser anfahren. Er ist der Bezugspunkt der gesamten Serie. Wer hier zu tief ansetzt, verliert die Kontur an jedem folgenden Teil in gleicher Weise.
  7. Kontur in mehreren Durchgängen abfahren. Die Kopiervorlage wird wiederholt abgefahren, bis die Spanabnahme ausläuft. Die Zustellung wird zwischen den Durchgängen nachgesetzt, nicht während eines Durchgangs verändert.
  8. Erstes Teil vollständig ausmessen und aufheben. Es wird zum Prüfteil der Serie. Alle weiteren Teile werden gegen dieses Teil verglichen, nicht gegeneinander – sonst wandert das Maß von Teil zu Teil mit.

Die Kontrollmessung, die Drift sichtbar macht

Eine Serie wird selten schlagartig falsch. Sie driftet: Teil für Teil verschiebt sich ein Maß um Zehntelmillimeter, und wer erst am Ende misst, hat die Hälfte der Serie zu korrigieren. Dagegen hilft eine Kontrollmessung, die drei Eigenschaften hat – sie ist kurz, sie ist immer dieselbe, und sie vergleicht gegen ein festes Prüfteil statt gegen das zuletzt gefertigte.

Sinnvoll sind drei Messpunkte je Teil: der größte Durchmesser, der kleinste Durchmesser und die Länge zwischen zwei markanten Absätzen. Der größte Durchmesser zeigt, ob die Zustellung gewandert ist. Der kleinste zeigt, ob der Taster an der tiefsten Stelle noch die Kontur erreicht – das ist die Stelle, an der Schablonenverschleiß zuerst sichtbar wird. Die Länge zwischen zwei Absätzen zeigt einen Versatz der Vorlage in Längsrichtung, der sich sonst erst beim Zusammenbau bemerkbar macht.

Gegen das Prüfteil messen, nicht gegen das Vorgängerteil

Wer jedes Teil gegen das vorherige vergleicht, misst die Differenz zweier benachbarter Teile – und die ist immer klein. Genau so entsteht Drift: Zwanzig Mal eine akzeptable Abweichung ergeben eine Serie, deren erstes und letztes Teil sichtbar verschieden sind. Das erste vollständig ausgemessene Teil bleibt deshalb ungebraucht als Prüfteil liegen, und alle weiteren werden gegen dieses eine gemessen.

Die Häufigkeit richtet sich nach der Serienlänge, nicht nach dem Gefühl: bei kurzen Serien jedes Teil, bei längeren jedes fünfte und immer das letzte. Wandert ein Maß stetig in eine Richtung, ist die Ursache selten das Werkstück und meistens Verschleiß an Schablone, Taster oder Schneide. Ein einzelner Ausreißer dagegen hat fast immer mit dem Rohling zu tun: ein Ast, eine Harzstelle, ein Stück Splintholz mit abweichender Dichte.

Freihand mit Lehre, Messschieber und Anrisspunkten

Die Freihandarbeit ist bei Serienteilen keine Notlösung, sondern für die meisten Stückzahlen der schnellere Weg. Sie kommt ohne jeden Umbau an der Maschine aus und braucht drei Dinge: eine Lehre für die Längenteilung, einen Messschieber für die Durchmesser und Anrisspunkte auf dem Rohling, die beim Drehen sichtbar bleiben.

Die Lehre ist dabei das Bauteil, das die meiste Zeit spart. Sie ist im einfachsten Fall eine Latte mit den Positionen aller Absätze, die längs an den umlaufenden Rohling gehalten wird; die Absätze werden mit dem Bleistift angerissen und mit dem Abstechstahl auf Tiefe gebracht. Danach ist jedes Längenmaß gesetzt, und es bleibt nur noch, die Durchmesser zwischen den Anrissen zu treffen. Für die Durchmesser selbst ist der Messschieber das Mittel der Wahl – eingestellt auf das Zielmaß, greift er als Rachenlehre und zeigt ohne Ablesen, wann der Durchmesser erreicht ist.

Die Schablone aus Sperrholz ist die aufwandsärmere Hälfte der Kopierantwort: Wer Serie braucht, aber keine zweite Maschine, arbeitet nach Schablone – entweder in der Kopiereinrichtung oder von Hand als Kontur zum Anhalten.

Der ehrliche Nachteil bleibt bestehen: Freihand verlangt an jedem Teil dieselbe Aufmerksamkeit, und die lässt bei Wiederholung nach. Deshalb ist die Stückzahl, ab der die Kopiereinrichtung trägt, keine feste Zahl, sondern eine Eigenschaft der Arbeitsweise. Wer konzentriert misst, kommt weit; wer nach dem zehnten Teil zu schätzen beginnt, hätte besser umgebaut. Wie viel Spielraum die Maschine dabei überhaupt lässt, entscheidet die Bauform – bei schwenkbarem Spindelstock etwa fällt die Bezugsfläche für den Durchmesser ganz weg, wie der Vergleich der Drechselbänke mit schwenkbarem Spindelstock an fünf Geräten zeigt.

Was der Markt heute hergibt

Wer sich für die eigenständige Maschinenklasse entscheidet, trifft auf ein sehr schmales Feld – und dieser Befund ist selbst eine Aussage. Bernardo führt Kopierdrechselmaschinen als eigenen Produktzweig mit vier Baureihen, Holzmann führt die Kopierdrechselbank mit Frequenzumformer als eigenen Artikel. Killinger, der dritte in Deutschland regelmäßig genannte Name dieser Bauart, war für diesen Cluster über eine eigene Herstellerseite nicht erreichbar: Der Abruf brach am 04.08.2026 die Verbindung ab, in zwei früheren Anläufen antwortete er mit einem Serverfehler. Es wurde keine Sperre umgangen und kein Archivdienst bemüht.

Belegbar ist deshalb nur, was ein Händler veröffentlicht. Die Steinert Drechseltechnik GmbH aus Kiefersfelden führt in ihrem Shop eine eigene Killinger-Kategorie mit genau zwei Maschinen. Beide waren am 04.08.2026 nicht sofort verfügbar: Die KM 1500 SE trägt die Auszeichnung „Artikel aktuell nicht auf Lager", die K|ONE steht auf Vorbestellung mit einer angekündigten Lieferung im September 2026. Zur KM 1500 SE beschreibt die Händlerseite eine Spitzenweite von 1.100 mm und eine Stahlfußkonstruktion nach dem Vorbild der KM3100SE – das sind Händlerangaben, keine Herstellerangaben, und sie sind hier ausdrücklich als solche gekennzeichnet.

0 von 2Killinger-Modelle sofort lieferbar, Stand 04.08.2026

Beide Angaben sind Momentaufnahmen eines einzigen Tages und keine Aussage über künftige Lieferzeiten. Sie erklären aber, warum diese Maschinenklasse in diesem Cluster keinen Vergleich trägt: Ein Vergleich, der ein nicht lieferbares und ein vorbestellbares Gerät gegenüberstellt, hilft bei keiner Entscheidung.Quelle: Händlerquelle: Steinert Drechseltechnik GmbH, Kiefersfelden, Amtsgericht Traunstein HRB 34939

Was eine Serie im Betrieb verlangt

Der laufende Aufwand unterscheidet sich zwischen den drei Wegen in der Art, nicht nur im Umfang – und er ist der Teil der Entscheidung, der bei der Anschaffung regelmäßig unterschätzt wird, weil er sich nicht als Kennwert abbilden lässt.

Beim Kopieren besteht er zuerst aus Rüstzeit bei jedem Wechsel der Betriebsart. An einer Maschine mit Kopiervorrichtung fällt er doppelt an: einmal für den Anbau, einmal für den Abbau, wenn das nächste Einzelstück ansteht. Dazu kommt die Pflege der Vorlagen. Eine Sperrholzschablone ist ein Verschleißteil; ihre Kante wird von jedem Abtastvorgang belastet, und weil der Verschleiß gleichmäßig verläuft, fällt er ohne Messung nicht auf. Der dritte Posten ist der Platz: Bei der Holzmann VD1100N ist die Breite des Aufstellmaßes von 1.650 mm bereits mit angebauter Kopiervorrichtung gerechnet – die Vorrichtung braucht Stellfläche, auch wenn sie gerade nicht benutzt wird.

Der vierte Posten trifft alle drei Wege gleichermaßen und wird am häufigsten übersehen: Serienarbeit bedeutet lange zusammenhängende Arbeitszeit an derselben Maschine – und damit Staubbelastung über die volle Dauer. Drechselbänke stehen in der Maschinenliste nach TRGS 553, Anlage 1, wiedergegeben in der DGUV Information 209-044, unter den Maschinen, an denen der Arbeitsplatzgrenzwert für Holzstaub nach dem Stand der Technik nicht eingehalten werden kann; ab einer Arbeitsdauer von einer Stunde je Schicht ist dort trotz Absaugung geeigneter Atemschutz vorgesehen. Wer eine Serie plant, plant diese Stunde mit ein – bei Einzelstücken wird sie selten erreicht, bei zwanzig Geländerstäben regelmäßig.

Der fünfte Posten ist das Werkzeug. Beim Kopieren arbeitet ein einzelnes Kopiermesser über die gesamte Serie an derselben Kontur; seine Schneide bestimmt die Oberfläche jedes Teils. Beim Freihanddrechseln verteilt sich der Abtrag auf mehrere Eisen, die einzeln nachgeschärft werden. Das ist kein Vorteil des einen Wegs, sondern ein Unterschied in der Planung: Beim Kopieren gehört der Schneidenwechsel zwischen zwei Teile, nicht mitten in eines.

Wie die Maschinenklasse rechtlich eingeordnet ist

Eine Frage, die bei der Kopierdrechselbank häufiger gestellt wird als bei anderen Holzbearbeitungsmaschinen, lautet: Nach welcher Norm wird sie gebaut? Die belegbare Antwort ist unbequem, aber eindeutig: Für Holzdrechselmaschinen existiert keine produktspezifische harmonisierte Norm. Das Normenverzeichnis, das die Prüf- und Zertifizierungsstelle des DGUV-Fachbereichs Holz und Metall der Baumusterprüfung von Holzbearbeitungsmaschinen zugrunde legt, führt die Teile 1 bis 17 der EN ISO 19085 – von Plattenkreissägen über Tischfräsmaschinen bis zu Kantenanleimmaschinen. Kein Teil der Reihe behandelt eine Drehmaschine. Die einzige gelistete Drehmaschinennorm gilt nach ihrem eigenen Anwendungsbereich für Maschinen, die vorrangig Metall zerspanen.

Daraus folgt ausdrücklich nicht, dass eine solche Maschine weniger sicher wäre. Der Rechtsrahmen ist vollständig vorhanden: Sie wird über die Maschinenrichtlinie in Verkehr gebracht, ab dem 14. Januar 2027 über die Maschinenverordnung, und die Angabe von Normenfundstellen in der Konformitätserklärung ist ausdrücklich nur „gegebenenfalls" gefordert. Was fehlt, ist eine gemeinsame Messlatte: Die Hersteller des Feldes erklären über vier verschiedene Wege – über die Elektrowerkzeug-Grundnorm, über die Werkzeugmaschinen-Grundnormen, über eine inzwischen zurückgezogene Norm oder ohne Normangabe.

Für die Kaufvorbereitung heißt das: Die Frage „welche Norm gilt" hat bei dieser Warengruppe keine kurze Antwort, und wer eine liest, sollte nach der Fundstelle fragen. Belegbar ist immer nur, welche Norm der jeweilige Hersteller in seiner eigenen Konformitätserklärung nennt – und dieser Punkt gehört auf die Prüfliste vor der Bestellung, genau wie bei den ortsfesten Maschinen des Nachbarclusters, deren Übersicht zu Standbohrmaschinen dieselbe Frage an einer besser belegten Warengruppe durchspielt.

Symptom, Ursache, Lösung

Die typischen Beschwerden über kopierte Serienteile sind selten Maschinendefekte. Sie sind Folgen der Kette aus Vorlage, Taster, Zustellung und Werkzeug – und diese Kette hat mehr Glieder als die Freihandarbeit. Die Reihenfolge der Prüfung ist dabei immer dieselbe: zuerst die Vorlage, dann die Klemmung, dann die Zustellung, zuletzt Drehzahl und Schneide.

Typische Beobachtungen beim Kopierdrechseln, ihre wahrscheinliche Ursache und die Korrektur. Die Ursachen sind aus dem in der Güde-Betriebsanleitung beschriebenen Verfahren und den veröffentlichten Kopierkennwerten der Maschinen dieses Clusters abgeleitet.
SymptomWahrscheinliche UrsacheLösung
Kopierte Teile weichen voneinander abDie Zustellung wurde zwischen den Teilen verändert, oder es wurde gegen das jeweils vorherige Teil gemessen statt gegen ein festes PrüfteilZustellung über die Spannschraube auf einen festen Wert setzen und je Teil nur die Durchgänge wiederholen. Das erste ausgemessene Teil als Prüfteil aus der Serie nehmen und alle weiteren dagegen messen
Die Serie driftet über die Länge des AuftragsGleichmäßiger Verschleiß an Schablonenkante, Taster oder Schneide. Er verläuft stetig und fällt deshalb ohne Messung nicht aufBei kurzen Serien jedes Teil, bei längeren jedes fünfte und immer das letzte an drei Punkten messen: größter Durchmesser, kleinster Durchmesser, Länge zwischen zwei Absätzen. Wandert ein Maß stetig, zuerst die Schablonenkante prüfen
Die Schablone wird an den Übergängen rundSperrholz ist der vom Hersteller genannte Werkstoff, aber ein Verschleißteil. An engen Radien liegt der Taster punktuell an und trägt die Kante abEine zweite, unbenutzte Schablone als Referenz anfertigen und die Arbeitsschablone gegen sie halten. Enge Radien großzügiger ausrunden, wenn die Zeichnung es zulässt
Ausriss am Übergang zwischen zwei DurchmessernAm Absatz wechselt die Faserrichtung gegenüber der Schneide, zusätzlich nimmt das Kopiermesser dort die größte Spanbreite abZustellung je Durchgang verringern und mehr Durchgänge fahren, bis die Spanabnahme ausläuft. Bei Bedarf den Übergang nach dem Kopieren freihändig nacharbeiten
Der Taster hängt und springt aus der KonturSpäne zwischen Taster und Vorlage, eine schräg auslaufende Schablonenkante oder Spiel in der Klemmung des KopierarmsMaschine abstellen, Vorlage und Führung spanfrei säubern, Klemmung des Kopierarms nachziehen und die Schablonenkante rechtwinklig zur Fläche nacharbeiten
Das Profil lässt sich nicht vollständig kopierenDer tiefste Einstich liegt über der maximalen Kopiertiefe – 45 mm nach Bernardo-Katalog, 50 mm bei der Holzmann DBK1500 –, oder der Rohling überschreitet die Kopierspitzenhöhe von 65 beziehungsweise 80 mmGrundform kopieren und die tiefe Kehle freihändig nacharbeiten, oder das Profil so ändern, dass der Unterschied zwischen größtem und kleinstem Durchmesser innerhalb der Kopiertiefe bleibt
Lange Werkstücke schwingen sichtbar mitDer schlanke Stab biegt sich unter dem Andruck durch – die Kopierlänge liegt bei diesen Maschinen nahe an der SpitzenweiteEine Lünette einsetzen – bei der Holzmann DBK1500 liegt sie serienmäßig bei – und die Zustellung je Durchgang verringern, statt den Andruck zu erhöhen

Fünf der sieben Zeilen enden bei derselben Maßnahme: messen statt schätzen und den Abtrag auf mehr Durchgänge verteilen. Das ist kein Zufall. Die Kopiereinrichtung nimmt die Entscheidung über die Kontur aus der Hand und legt sie in die Vorlage – alles, was danach schiefgeht, ist entweder ein Fehler in der Vorlage oder eine Verschiebung zwischen Vorlage und Werkstück. Wer beides regelmäßig kontrolliert, hat die Serie im Griff; wer auf das Auge vertraut, merkt die Abweichung erst, wenn zwanzig Teile nebeneinander stehen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Kopierdrechselbank und einer Drechselbank mit Kopiervorrichtung?
Die Hersteller unterscheiden das selbst. Eine Kopierdrechselbank ist eine eigene Maschinenklasse, deren Aufbau auf die Wiederholung ausgelegt ist: Bernardo führt sie als eigenen Produktzweig mit den Baureihen KDM 1000 eco, KDM 1100, KDH 1100 und CL 1300/1500, Holzmann als eigenen Artikel „Kopierdrechselbank mit Frequenzumformer“ neben der „Drechselbank mit Kopiervorrichtung“ (Artikel 440). Die Drechselbank mit Kopiervorrichtung ist dagegen eine Universalmaschine, an der die Kopiereinrichtung an- und abgebaut wird – Freihanddrechseln bleibt dort der Regelbetrieb.
Ab welcher Stückzahl lohnt sich eine Kopiereinrichtung?
Eine feste Zahl gibt kein Hersteller an, und sie hängt an drei Größen: Stückzahl, Rüstaufwand und Wiederholgenauigkeit. Der Rüstaufwand fällt einmal je Serie an – Kopierarm zwischen Reitstock und Mitnehmerspitze montieren, Klemmplatte zerlegen und neu setzen, Vorlage einspannen, Zustellung setzen. Die Zeitersparnis je Teil ist klein, weil das Kopieren mehrere Durchgänge braucht. Der eigentliche Ertrag ist die Wiederholgenauigkeit: Bei zwanzig nebeneinander stehenden Geländerstäben sieht man einen Millimeter Abweichung sofort, bei drei Teilen niemand.
Wie groß darf ein Werkstück beim Kopieren sein?
Deutlich kleiner als beim Freihanddrechseln auf derselben Maschine. Bernardo weist für die Baureihe CL 1300/1500 einen Bearbeitungsdurchmesser von 430 mm über der Führungsbahn aus, beim Kopieren dagegen 160 mm – rund zwei Drittel weniger. Der Grund ist geometrisch: Taster und Kopiermesser brauchen den Raum, den sonst das Werkstück einnimmt. Bei Maschinen mit Kopiervorrichtung begrenzt stattdessen die Kopierspitzenhöhe, 65 mm bei der Holzmann DBK1500 und 80 mm bei der VD1100N.
Wie tief darf ein Profil beim Kopieren einschneiden?
Die maximale Kopiertiefe beschreibt den radialen Weg, den die Kontur einschneiden darf – also den Unterschied zwischen größtem und kleinstem Durchmesser. Bernardo nennt für seine Baureihen 45 mm, Holzmann für die DBK1500 50 mm. Ein Profil mit einem tieferen Einstich ist mit der Kopiereinrichtung nicht in einem Zug herstellbar, unabhängig von der Kopierlänge. In diesem Fall entsteht das Teil in zwei Schritten: Grundform kopiert, tiefe Kehle freihändig nachgearbeitet.
Welche Drechselbänke bringen eine Kopiereinrichtung mit?
Von den fünfzehn Maschinen der drei Vergleiche dieses Clusters liefern drei sie im Serienlieferumfang: die Güde GDM 1000 mit Kopierarm, Kopieraufnahme und Kopiermesser, die Holzmann DBK1500 mit 1.300 mm Kopierlänge, 50 mm Kopiertiefe und 65 mm Kopierspitzenhöhe sowie die Holzmann VD1100N mit 1.000 mm Kopierlänge und 80 mm Kopierspitzenhöhe. Zwei weitere führen sie als Zubehör mit eigener Artikelnummer: die Holzstar DB 1202 Vario als 5931060 und die Bernardo HCL 1200 als 10-1116 mit 1.000 mm Kopierlänge. Keine dieser fünf Maschinen ist eine Kopierdrechselbank.
Warum steht die Kopierdrechselbank in diesem Cluster nicht als Vergleich?
Weil der Markt keinen trägt. In der Marktprüfung dieses Clusters vom 04.08.2026 waren nur zwei Hersteller durchgehend lieferbar belegt, im größten Marktplatzknoten standen 24 Treffer. Killinger, der dritte regelmäßig genannte Name dieser Bauart, war über eine eigene Herstellerseite nicht erreichbar; über den einzigen gefundenen Vertriebsweg, den Shop der Steinert Drechseltechnik GmbH, war an diesem Tag keines der beiden geführten Modelle sofort lieferbar – die KM 1500 SE mit dem Hinweis „Artikel aktuell nicht auf Lager“, die K|ONE auf Vorbestellung. Beides sind Momentaufnahmen dieses Tages.
Welche Norm gilt für Kopierdrechselmaschinen?
Keine produktspezifische. Das Normenverzeichnis, das die Prüf- und Zertifizierungsstelle des DGUV-Fachbereichs Holz und Metall der Baumusterprüfung von Holzbearbeitungsmaschinen zugrunde legt, führt die Teile 1 bis 17 der EN ISO 19085 – kein Teil behandelt eine Drehmaschine, und die einzige gelistete Drehmaschinennorm gilt nach ihrem Anwendungsbereich für Maschinen, die vorrangig Metall zerspanen. Daraus folgt ausdrücklich nicht, dass eine solche Maschine weniger sicher wäre: Sie wird über die Maschinenrichtlinie in Verkehr gebracht, ab dem 14. Januar 2027 über die Maschinenverordnung, und Normenfundstellen sind in der Konformitätserklärung nur „gegebenenfalls“ gefordert. Belegbar ist immer nur, welche Norm der jeweilige Hersteller selbst nennt.

Änderungen an dieser Seite

Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung des Ratgebers: Die Abgrenzung zwischen „Drechselbank mit Kopiervorrichtung“ und „Kopierdrechselbank“ an den Eigenbelegen der Hersteller aufgebaut (Bernardo führt vier Kopierdrechselmaschinen-Baureihen, Holzmann trennt die Artikel 440 und 439), die fünf kopierfähigen Maschinen des Clusters mit ihren veröffentlichten Kopierwerten in einer Technologietabelle zusammengeführt, die drei Kopiergrenzen Durchmesser, Kopiertiefe und Kopierlänge beziffert (Bernardo 430 gegen 160 mm, 45 mm Kopiertiefe; Holzmann 50 mm, 1.300 beziehungsweise 1.000 mm Kopierlänge), das Kopierverfahren aus der Güde-Betriebsanleitung als schrittweises Abtragen beschrieben, Entscheidungstabelle über sechs Kriterien und Troubleshooting-Tabelle mit sieben Zeilen ergänzt, zwei Schritt-für-Schritt-Abschnitte zu Schablone und Kontrollmessung aufgenommen sowie die Beschaffungslage als ausdrückliche Momentaufnahme vom 04.08.2026 aus zwei gekennzeichneten Händlerquellen belegt; Killinger war auch im dritten Anlauf über keine Herstellerseite erreichbar, eine Exklusivität des Vertriebswegs wird nicht behauptet.

Verwendete Quellen

  1. [1]Bernardo (PWA HandelsgesmbH), Katalog Drechselmaschinen, deutsche Ausgabe – der Hersteller führt Kopierdrechselmaschinen als eigenen Produktzweig mit den Baureihen KDM 1000 eco, KDM 1100, KDH 1100 und CL 1300/1500 und nennt je Maschine die kopierspezifischen Kenngrößen Kopierlänge (850 bis 1.500 mm) und maximale Kopiertiefe (45 mm); entscheidend ist das Wertepaar der CL-Reihe: 430 mm Bearbeitungsdurchmesser über Führungsbahn stehen 160 mm beim Kopieren gegenüber · abgerufen 2026-08-04
  2. [2]Holzmann Maschinen GmbH, Produktseite „Drechselbank mit Kopiervorrichtung – DBK1500_400V“ (Artikel 440) – der Hersteller stellt die Kopiervorrichtung in den Produktnamen und beziffert sie mit maximal 1.300 mm Kopierlänge und 50 mm Kopiertiefe; im Lieferumfang stehen Kopiereinrichtung und Handauflage mit Exzenterspanntechnik · abgerufen 2026-08-04
  3. [3]Holzmann Maschinen GmbH, Produktseite „Drechselbank variable Geschwindigkeit – VD1100N_230V“ (Artikel 1470) – dieselbe Kopierfunktion, aber ohne das Wort im Produktnamen: die Kopiervorrichtung zum Kopieren von Originalen oder nach Schablonen erscheint erst in der Merkmalsliste, mit 1.000 mm Kopierlänge bei 1.100 mm Spitzenweite. Die zugehörige Betriebsanleitung trägt dagegen den Titel „Kopierdrechselbank“ · abgerufen 2026-08-04
  4. [4]Güde GmbH & Co. KG, Betriebsanleitung Drechselmaschine GDM 1000 (Art.-Nr. 11420) – die Abschnitte „Kopierdrechseln“ und „Schablonendrechseln“ beschreiben das Verfahren vollständig: Montage des Kopierarms zwischen Reitstock und Mitnehmerspitze, Einspannen des Originals zwischen die Zentrierspitzen der Kopieraufnahme, Einstellen der Zustellung über die Spannschraube, Anfahren des größten Durchmessers und wiederholtes Abfahren der Kopiervorlage bis zum Auslaufen der Spanabnahme; Schablonen werden aus Sperrholz gefertigt · abgerufen 2026-08-04
  5. [5]Händlerquelle – Steinert Drechseltechnik GmbH, Kiefersfelden (Amtsgericht Traunstein HRB 34939), Shop-Kategorie „steinert® Killinger – Killinger Drechselbank“: der Hersteller Killinger ist über eine eigene Herstellerseite nicht erreichbar, das Sortiment ist ausschließlich über diesen Vertriebsweg belegt. Geführt werden genau zwei Maschinen, K|ONE mit der Auszeichnung Vorbestellung und KM 1500 SE, dazu Killinger-Zubehör und -Ersatzteile · abgerufen 2026-08-04
  6. [6]Händlerquelle – Steinert Drechseltechnik GmbH, Produktseite „Drechselbank Killinger® KM 1500 SE“: die Maschine ist mit 1.100 mm Spitzenweite und einer Stahlfußkonstruktion nach dem Vorbild der KM3100SE beschrieben, wird aber ausdrücklich als aktuell nicht lieferbar ausgewiesen. Zusammen mit dem Vorbestellstatus der K|ONE ist damit kein einziges Killinger-Modell über den einzigen erreichbaren Vertriebsweg sofort verfügbar · abgerufen 2026-08-04