Ratgeber · Drechselbänke
Umlaufdurchmesser Drechselbank: Spitzenweite verstehen 2026
Welche der vier Zahlen begrenzt welches Werkstück? Über Bett, über Support, im Außendrehbetrieb – warum nur eine der fünf Bezugsgrößen normativ definiert ist.
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Auf dem Datenblatt einer Drechselbank stehen zwei Zahlen, an denen die Kaufentscheidung hängt: die Spitzenweite und der Umlaufdurchmesser. Die erste sagt, wie lang ein Werkstück sein darf, die zweite, wie dick. Die erste ist eindeutig, weil sie nur einen Bezug kennt — den Abstand zwischen Spindel- und Reitstockspitze. Die zweite ist es nicht: Sie wird über einer Fläche gemessen, und welche Fläche das ist, entscheidet jeder Hersteller für sich. Über dem Maschinenbett, über dem Support, über der Handstahlauflage, außerhalb des Betts oder mit eingebauter Kopiereinrichtung — jede dieser Flächen liefert für dieselbe Maschine eine andere Zahl.
Genau deshalb ist die Durchmesserspalte in jeder Vergleichsliste mit Vorsicht zu lesen. Dieser Ratgeber trennt die Größen auf: was jede der vier Zahlen begrenzt, welche von ihnen normativ definiert ist und welche nicht, wie die fünfzehn Maschinen der drei Vergleiche dieses Clusters ihre Werte tatsächlich ausweisen, und wie sich aus einem geplanten Werkstück die Zahl errechnen lässt, nach der eine Maschine ausgewählt wird. Belegt wird das über die frei zugängliche Vorschau von ISO 1708:1989, die Normeinträge zu DIN 8605 und DIN 8606 bei DIN Media, das Glossar von Weiler Werkzeugmaschinen, den Drechselmaschinen-Katalog von Bernardo und die Betriebsanleitung der Holzmann VD1100N — ergänzt um die Kennwerte der fünfzehn Geräte, die in den drei Vergleichen dieses Clusters stehen.
Was vor dem Maschinenkauf feststehen muss
- Die Länge des längsten geplanten WerkstücksSie wird gegen die Spitzenweite gehalten, nicht gegen die Bettlänge. Im Feld dieses Clusters reicht die Spanne von 250 mm bei der Proxxon DB 250 bis 1.500 mm bei der Holzmann DBK1500 — Faktor sechs bei derselben Gattung. Wer Bettverlängerungen einplant, prüft zuerst, ob der Hersteller eine führt: Bei der Holzmann D460FXL widersprechen sich Produktseite und Betriebsanleitung an genau dieser Stelle mit 920 gegen 1.010 mm.
- Der größte geplante Durchmesser — und über welcher Fläche er umlaufen sollEine Schale läuft über dem Bett um, eine lange Spindel dagegen über der eingeschwenkten Werkzeugauflage. Die beiden Zahlen unterscheiden sich erheblich: Die JET JWL-1015VS-M nennt 254 mm über Bett und 186 mm über Handstahlauflage, die Oneway 1640 406 mm über Bett und 318 mm über Banjo. Wer nur die größere Zahl notiert, plant mit einem Wert, der beim Drechseln nicht zur Verfügung steht.
- Ob die Herstellerangabe überhaupt eine Bezugsfläche nenntDrei der fünfzehn Geräte des Clusters veröffentlichen eine Durchmesser- oder Spitzenhöhenzahl ohne jede Angabe, worüber gemessen wurde: die Einhell TC-WW 1000/1 mit 280 mm und zusätzlich 350 mm, die Holzstar DB 1202 Vario mit 460 mm und die Holzmann DBK1500 mit 220 mm Spitzenhöhe. Solche Zahlen lassen sich mit den Werten anderer Hersteller nicht vergleichen.
- Ob außerhalb des Betts gedreht werden sollBei Maschinen mit dreh- oder schwenkbarem Spindelstock ist das der eigentliche Kaufgrund. Beziffert wird der Durchmesser dort aber nur von drei der fünf Hersteller im Schalenvergleich: Record Power mit 1.000 mm, JET mit 930 mm und Teknatool mit 889 mm. Bei allen fünf Geräten ist die dafür nötige Auflage Zubehör.
- Die Quelle, aus der die Zahl stammtProduktseite, Datenblatt und Betriebsanleitung desselben Herstellers weichen regelmäßig voneinander ab. Die Spitzenweite der Holzstar DB 1202 Vario steht ausschließlich in der Betriebsanleitung, die Produktseite führt sie nicht. Bei der NOVA Nebula DVR nennt das Handbuch 640 mm, die Kaufseite 680 mm. Maßgeblich ist im Zweifel die Betriebsanleitung.
- Die niedrigste einstellbare DrehzahlDer große Durchmesser nützt nichts, wenn die Maschine unten nicht weit genug herunterregelt. Im Cluster liegt die Untergrenze zwischen 14 min⁻¹ bei der Oneway 1640 und 1.000 min⁻¹ bei der Proxxon DB 250. Ein Rohling, der die Durchmessergrenze ausreizt, wird in der untersten Stufe angefahren — die Angabe gehört deshalb neben den Durchmesser.
Fünf Punkte, die an der Durchmesserfrage hängen
Der Umlaufdurchmesser ist kein isolierter Kennwert. Er entscheidet mit über Zubehör, Aufstellung und Bedienung — und vier der fünf folgenden Punkte stehen in keiner Vergleichstabelle.
- Die Auflage für den Außendrehbetrieb
- Bei allen fünf Geräten des Schalenvergleichs Zubehör
- Stürmer führt sie für die Holzstar DB 1202 Vario unter der Artikelnummer 5931052 und beschreibt sie im Handbuch mit eigenem Datenblock, ohne Kapazitätsangabe. Bei JET setzt der bezifferte Außendurchmesser die optionale Bettverlängerung 719401 in den unteren Bohrungen voraus, bei Teknatool das optionale Outrigger-Zubehör. Bei der Holzmann VD1100N ist die vorausgesetzte Verlängerung in der Zubehörliste der Produktseite überhaupt nicht geführt — damit ist die 180-Grad-Rastposition im Serienzustand nicht nutzbar.
- Bettverlängerung für die Spitzenweite
- Bei vier Geräten des Clusters belegt, mit unterschiedlicher Wirkung
- Holzmann bietet für die D460FXL die Verlängerung D460BVL an; die Produktseite nennt danach 920 mm, das Zubehörkapitel der Anleitung 1.010 mm — zwei Primärquellen desselben Herstellers, die sich widersprechen. JET nennt für die JWL-1840EVS mit Verlängerung 1.537 beziehungsweise 1.480 mm je nach Spitzenart. Record Power weist die Coronet Regent als „Extendable Bed Length: ja" aus, Stürmer bietet für die DB 1202 Vario eine Verlängerung mit umsteckbarer Handstahlauflage an.
- Planscheibe, Futter und Spindelgewinde
- M 33 × 3,5 bei der Mehrzahl der Geräte
- Ein großer Rohling wird selten zwischen Spitzen gedreht, sondern auf einer Planscheibe oder in einem Futter gespannt. Beides sitzt auf dem Spindelgewinde, und dessen Größe entscheidet über jeden Zukauf. Die Holzmann VD1100N, die Holzstar DB 1202 Vario, die JET JWL-1015VS-M und die Holzmann DBK1500 tragen M 33 × 3,5 beziehungsweise M 33 nach DIN 800. Wer die Durchmessergrenze ausreizt, braucht zusätzlich eine Aufspannlösung, die den Rohling über seine ganze Fläche trägt.
- Die niedrigste Drehzahl
- Zwischen 14 und 1.000 min⁻¹ im Feld dieses Clusters
- Große Durchmesser werden langsam angefahren. Die Oneway 1640 beginnt bei 14 min⁻¹, die NOVA Nebula DVR bei 50 min⁻¹, die Holzstar DB 1202 Vario regelt über einen Frequenzumrichter von null an. Am anderen Ende steht die Holzmann VD1100N mit 500 min⁻¹ als Untergrenze, die Einhell TC-WW 1000/1 mit 890 min⁻¹ und die Proxxon DB 250 mit 1.000 min⁻¹. Ein Datenblatt, das einen großen Durchmesser und eine hohe Mindestdrehzahl nebeneinanderstellt, beschreibt zwei Werte, die sich in der Praxis ausschließen.
- Aufstellfläche und Zugang um die Maschine
- Beim Außendrehen fällt der Bediener aus der Bettflucht heraus
- Wird der Spindelstock gedreht, steht der Bediener neben oder vor der Maschine statt hinter dem Bett. Die Stellfläche muss den zusätzlichen Raum hergeben. Aufstellmaße im Cluster: 2.100 × 550 × 1.300 mm bei der Bernardo HCL 1200, 2.060 × 500 × 1.200 mm bei der Holzstar DB 1202 Vario, 1.650 × 750 × 1.150 mm bei der Holzmann VD1100N. Eine getrennte Bettlänge veröffentlicht in diesem Feld kein Hersteller.
Alle Maschinenwerte stammen aus den Produktseiten, Datenblättern und Originalbetriebsanleitungen der jeweiligen Hersteller, erhoben am 04.08.2026. Die Normangaben stammen aus der frei zugänglichen Vorschau von ISO 1708:1989 sowie den Normeinträgen zu DIN 8605 und DIN 8606 bei DIN Media; die Volltexte der drei Normen sind kostenpflichtig und lagen nicht vor.
Vier Zahlen, vier verschiedene Grenzen
Ein Werkstück auf einer Drechselbank wird von zwei Richtungen begrenzt: von seiner Länge und von seinem Durchmesser. Für die Länge gibt es genau eine Zahl, die Spitzenweite. Für den Durchmesser gibt es im Markt vier, und sie beschreiben nicht dasselbe Werkstück in verschiedenen Worten, sondern vier verschiedene Betriebszustände derselben Maschine.
Die erste ist der Umlaufdurchmesser über dem Bett. Er sagt, wie dick ein Rohling sein darf, der frei über der Bettoberkante umläuft — mit zurückgezogener Werkzeugauflage, also im günstigsten Fall. Die zweite ist der Durchmesser über dem Support, dem Banjo oder der Werkzeugauflagenbasis. Sie liegt niedriger, weil das Auflagenunterteil auf dem Bett sitzt und damit die freie Umlaufhöhe verkleinert. Die dritte ist der Durchmesser über der Handstahlauflage selbst, also mit aufgelegtem Werkzeug: der Zustand, in dem tatsächlich gearbeitet wird. Die vierte gilt nur für Maschinen mit dreh- oder schwenkbarem Spindelstock — dort wird außerhalb des Betts gedreht, und die Bettoberkante begrenzt gar nichts mehr.
Dazu kommt eine fünfte Angabe, die aussieht wie eine Werkstückgrenze und keine ist. JET führt für die JWL-1015VS-M in derselben Datentabelle eine „Spitzenhöhe über Werkbank 297 mm". Das ist eine Arbeitshöhe: der Abstand von der Werkbankplatte zur Spindelmitte. Sie sagt etwas über die Ergonomie der Aufstellung, aber nichts über die Größe eines Rohlings. Wer sie verdoppelt, erhält eine Zahl ohne jeden Gegenstand. Die Verwechslung ist nicht theoretisch: Sie steht in derselben Zeilenfolge wie die beiden echten Durchmesserwerte und unterscheidet sich von ihnen nur durch das Wort hinter der Präposition.
Die Spitzenweite ist die eindeutige Zahl
Weiler Werkzeugmaschinen definiert die Spitzenweite als die maximale Länge eines Werkstücks und nennt sie zugleich Drehlänge. Damit hat sie genau einen Bezug: den Abstand zwischen der Spindelspitze und der Reitstockspitze bei ganz zurückgezogenem Reitstock. Es gibt keine zweite Fläche, über die sie gemessen werden könnte, und deshalb ist sie die einzige der Größen, deren Zahlen sich zwischen zwei Herstellern direkt vergleichen lassen. Die Marktprüfung dieses Clusters bestätigt das quantitativ: Über dreizehn geprüfte Fachhandelsmodelle hinweg war die Spitzenweite bei elf belegt und nirgends doppeldeutig, der Umlaufdurchmesser dagegen nur bei acht — und dreimal davon mit zwei verschiedenen Zahlen.
Die Spanne im Feld ist groß. Sie beginnt bei 250 mm an der Proxxon DB 250, führt über 385 mm an der JET JWL-1015VS-M, 460 mm an der Holzmann D460FXL, 600 mm an der Scheppach DM600VARIO und 1.000 mm an der Einhell TC-WW 1000/1 bis zu 1.185 mm an der Holzstar DB 1202 Vario und 1.500 mm an der Holzmann DBK1500. Zwischen dem kleinsten und dem größten Wert liegt der Faktor sechs, und quer durch das Feld gilt: Die Bauform mit dem größten Durchmesser hat selten die größte Spitzenweite. Die Record Power Coronet Regent, die außen 1.000 mm bewältigt, kommt zwischen den Spitzen auf 610 mm. Welche Geräte diese Bauformen im Einzelnen trennen, ordnet der Vergleich der Tischdrechselbänke ein.
Zwei Zahlen, zwei Fragen
Spitzenweite
Umlaufdurchmesser
Ganz frei von Widersprüchen ist auch die Spitzenweite nicht — nur liegen sie nicht in der Definition, sondern in der Veröffentlichung. JET weist für die JWL-1840EVS drei Werte aus: 990 mm in der europäischen Ausführung, 1.029 mm im US-Handbuch mit Einzellagerspitze und 972 mm mit mitlaufender Körnerspitze. Das ist konsequent, weil die Spitzenart tatsächlich Bauraum kostet, aber es zeigt, dass auch hier die Quelle mitgelesen werden muss. Bei der NOVA Nebula DVR nennt das Handbuch 640 mm und die Kaufseite 680 mm, und für die Holzstar DB 1202 Vario steht die Spitzenweite ausschließlich in der Betriebsanleitung: Die Herstellertabelle der Produktseite springt vom Drehdurchmesser direkt zu den Drehzahlen.
Genormt ist genau eine der fünf Bezugsgrößen
Der Umlaufdurchmesser ist kein Werbewort. Er ist im Werkzeugmaschinenbau normativ besetzt, und zwar seit Jahrzehnten. ISO 1708:1989 „Acceptance conditions for general purpose parallel lathes – Testing of the accuracy" bezeichnet in der Legende zu den geometrischen Prüfungen G1 bis G11 zwei Bezugsgrößen einer Drehmaschine: Da als „maximum permissible diameter above the bed" und Dc als Spitzenweite. Deutlicher lässt sich nicht sagen, dass die Zahl eine Fläche braucht — die Bezugsfläche steht in der Definition selbst.
Dieselbe Größe ist im deutschen Normenwerk sogar klassenbildend. DIN 8606:1976-06 trägt den Titel „Werkzeugmaschinen; Drehmaschinen mit normaler Genauigkeit, Umlaufdurchmesser bis 800 mm, Abnahmebedingungen", DIN 8605:1976-06 das Gegenstück „Drehmaschinen mit erhöhter Genauigkeit, Umlaufdurchmesser bis 500 mm, Drehlänge bis 1500 mm, Abnahmebedingungen". Beide Einträge sind bei DIN Media mit acht beziehungsweise sieben Seiten und gültigem Status geführt; die Volltexte liegen hinter einer Bezahlschranke, weshalb alle Angaben hier auf Titel, Ausgabestand und die frei zugängliche Vorschau beschränkt bleiben.
1 von 5Bezugsgrößen des Marktes sind normativ definiert
Und hier liegt die zweite Hälfte des Befunds: ISO 1708 gilt für „general purpose parallel lathes" und prüft ausdrücklich nur die Genauigkeit, DIN 8605 und DIN 8606 sind Abnahmebedingungen für Drehmaschinen der Metallbearbeitung. Keine der drei Normen nennt Holz. Eine Norm, die die Bezugsgrößen einer Holzdrehmaschine festlegt, war in der Recherche zu diesem Cluster nicht auffindbar. Daraus folgt nichts über die Qualität einer Maschine und nichts über die Richtigkeit einer Herstellerangabe — es folgt nur, dass zwei Zahlen aus zwei Datenblättern nicht ohne Weiteres dieselbe Größe meinen. Die Angabe ist erst dann vergleichbar, wenn die Bezugsfläche danebensteht.
Welche Fläche welches Werkstück begrenzt
Fünf Bezugsflächen sind im Feld dieses Clusters belegt, dazu die Arbeitshöhe über der Werkbank als sechste Angabe, die keine Werkstückgrenze ist. Die folgende Zuordnung nennt zu jeder Fläche das Werkstück, das sie begrenzt, die Formulierungen, mit denen die Hersteller des Clusters sie bezeichnen, und ob es dafür eine normative Definition gibt.
| Bezugsfläche | Was sie begrenzt | Wie die Hersteller sie nennen | Normativ definiert |
|---|---|---|---|
| Über dem Maschinenbett oder der Führungsbahn | Den dicksten Rohling, der bei zurückgezogener Werkzeugauflage frei über dem Bett umläuft. Die günstigste der Zahlen und deshalb die, die am häufigsten beworben wird | „Drehdurchmesser über Bett" (JET), „swing over bed" (Record Power, Teknatool, Laguna), „Bearbeitungsdurchmesser über Führungsbahn" (Bernardo), „max. Materialdurchmesser über Maschinenbett" (Scheppach) | Ja — ISO 1708 als Da, aber für Metalldrehmaschinen |
| Über dem Support, dem Banjo oder der Auflagenbasis | Den Rohling bei aufgesetztem Auflagenunterteil — also im tatsächlichen Arbeitszustand, solange die Auflage nicht abgenommen wird | „über Support" (Bernardo, Proxxon), „swing over Banjo" (Oneway), „swing over tool rest base" (JET) | Nein |
| Über der Handstahlauflage oder Handauflage | Den Rohling mit eingeschwenkter Auflage in Arbeitsstellung. Der niedrigste Wert und zugleich derjenige, an dem ein Werkstück im Betrieb zuerst anschlägt | „Drehdurchmesser über Handstahlauflage" (JET), „Spitzenhöhe über Handauflage" (Holzmann) | Nein |
| Außerhalb des Betts, bei gedrehtem Spindelstock | Schalen und Querholz, die neben oder vor der Maschine gedreht werden. Nur bei dreh- oder schwenkbarem Spindelstock und in aller Regel nur mit Zusatzauflage | „Max. bowl diameter" (Record Power), „diameter capacity outboard" (Teknatool), „swing over bed extension" (JET), „mit der Außendrehvorrichtung" (Bernardo) | Nein |
| Im Kopierbetrieb | Den Rohling bei eingebauter Kopiereinrichtung, deren Schlitten zusätzlich Bauraum über dem Bett belegt | „Spitzenhöhe beim Kopieren" (Holzmann), Kopierdurchmesser im Katalog (Bernardo) | Nein |
| Über der Werkbank | Gar kein Werkstück. Das ist die Arbeitshöhe der aufgestellten Maschine, also ein Wert für die Ergonomie und für die Höhe des Untergestells | „Spitzenhöhe über Werkbank 297 mm" (JET, JWL-1015VS-M) | Nein — und als Kapazitätsangabe grundsätzlich nicht verwendbar |
Zwei Dinge fallen an der Tabelle auf. Erstens: Die Zeile mit der Norm im Rücken ist ausgerechnet die, die im Betrieb am wenigsten aussagt — über dem nackten Bett dreht niemand, weil dafür die Werkzeugauflage abgenommen sein müsste. Zweitens: Die Formulierungen sind untereinander nicht austauschbar. „Swing over bed extension" bei JET beschreibt nicht das Drehen über einer Verlängerung im Wortsinn, sondern den Außendrehbetrieb mit tief gesetzter Bettverlängerung, und „Bearbeitungsdurchmesser" bei Bernardo steht für dieselbe Größe wie „Drehdurchmesser" bei Holzmann. Ein Vergleich über die Begriffe hinweg funktioniert nur, wenn die Bezugsfläche gelesen wird, nicht das Substantiv davor.
Was fünfzehn Datenblätter tatsächlich hergeben
Die Erhebung zu diesem Cluster hat die Durchmesserangaben aller fünfzehn Geräte der drei Vergleiche einzeln gegen Herstellerquellen geprüft — Produktseite, Datenblatt und Betriebsanleitung, jeweils mit wörtlichem Zitat. Das Ergebnis fällt in vier Gruppen.
Fünf Hersteller stellen zwei definierte Werte nebeneinander. JET nennt für die JWL-1015VS-M 254 mm über Bett und 186 mm über Handstahlauflage, für die JWL-1840EVS 470 mm über Bett und 362 mm über der Werkzeugauflagenbasis. Bernardo führt für die HCL 1200 450 mm über Führungsbahn und 350 mm über Support. Oneway gibt für die 1640 406 mm über Bett und 318 mm über Banjo an. Record Power und Teknatool stellen jeweils den Wert über dem Bett und den im Außendrehbetrieb nebeneinander. Diese Angaben sind vergleichbar, weil sie die Fläche mitliefern.
Vier Geräte tragen genau eine Zahl mit benannter Bezugsfläche. Scheppach nennt für die DM600VARIO 250 mm über Maschinenbett, Güde für die GDM 1000 280 mm mit und ohne Werkzeugauflage — beide Werte identisch —, Laguna für die Revo 1836 457 mm über der Führungsbahn. Die Holzmann D460FXL veröffentlicht überhaupt keinen Durchmesser, dafür aber eine sauber bezogene Spitzenhöhe von 153 mm über Maschinenbett.
3 von 15Datenblätter nennen eine Zahl ohne jede Bezugsfläche
Zwei Geräte nennen gar keinen Durchmesser, dafür aber saubere Spitzenhöhen. Proxxon veröffentlicht für die DB 250 zwei Werte mit ausdrücklichem Bezug: 40 mm über Bett und 25 mm über Support. Holzmann führt für die VD1100N drei Spitzenhöhen und keinen einzigen Durchmesser. Das ist paradoxerweise die bessere Datenlage als eine nackte Durchmesserzahl ohne Fläche — aus einer bezogenen Spitzenhöhe lässt sich der Durchmesser ableiten, aus einer Zahl ohne Bezug lässt sich gar nichts ableiten. Wie sich die bodenstehenden Maschinen dieses Felds in den übrigen Kennwerten unterscheiden, führt der Vergleich der Standdrechselbänke aus.
Ein sechzehntes Gerät war in der Erhebung enthalten und ist aus dem Vergleich herausgefallen: Die VEVOR HS001 nennt „Max. Drehdurchmesser 70 mm" ohne jeden Bezug, und auch fünf weitere Kennwerte waren aus keiner Herstellerquelle belegbar. Der Fall gehört hierher, weil er zeigt, wie wenig eine einzelne Zahl trägt: 70 mm können über dem Bett gemessen sein oder über einer eingeschwenkten Auflage, und zwischen beiden Lesarten liegt bei dieser Baugröße ein erheblicher Teil des Arbeitsbereichs.
Drei Spitzenhöhen für eine Maschine
Der Extremfall des Clusters steht nicht in drei Quellen, sondern in einer einzigen Tabelle. Die Betriebsanleitung der Holzmann VD1100N in der Ausgabe vom 18. Oktober 2018 weist im Kapitel Technische Daten für dieselbe Maschine drei verschiedene Spitzenhöhen aus: 185 mm über Maschinenbett, 143 mm über Handauflage und 80 mm beim Kopieren. Verdoppelt entspricht das 370 mm, 286 mm und 160 mm freiem Umlauf — je nachdem, in welchem Betriebszustand die Maschine steht.
Alle drei Angaben sind sauber bezogen und in sich schlüssig. Die Handauflage sitzt auf dem Bett und nimmt 42 mm Umlaufhöhe weg; die Kopiereinrichtung belegt weitere 63 mm. Genau das ist die Information, die auf den meisten Datenblättern fehlt, und Holzmann liefert sie vollständig. Nur: Wer die Maschine über eine Vergleichsspalte auswählt, sieht davon eine einzige Zahl — und welche das ist, entscheidet die Vergleichsseite, nicht der Hersteller.
Zwei Angaben zur selben Größe im selben Dokument
Der Fall ist kein Einzelstück, sondern die schärfste Ausprägung eines Musters: Auch bei der Holzmann D460FXL und bei der NOVA Nebula DVR weichen zwei Quellen desselben Herstellers voneinander ab. Wer Datenblätter dieser Gattung vergleicht, schreibt deshalb zu jeder Zahl die Quelle mit — Produktseite, Datenblatt oder Betriebsanleitung.
Spitzenhöhe und Durchmesser sind dieselbe Größe
Weiler definiert die Spitzenhöhe als den Abstand zwischen Bettoberkante und der Mitte der Arbeitsspindel und den Umlaufdurchmesser über Bett als annähernd deren doppelten Wert. Das ist keine Faustregel und kein Erfahrungswert, sondern die Bedeutung der beiden Wörter: Was um die Spindelachse umläuft, hat als Radius höchstens den Abstand der Achse zur nächsten festen Fläche. Der Durchmesser ist das Doppelte dieses Radius.
Der Umlaufdurchmesser über einer Fläche ist die doppelte Spitzenhöhe über derselben Fläche. Entscheidend ist das Wort „derselben": Eine Spitzenhöhe über dem Bett sagt nichts über den Durchmesser über der Handauflage, und eine Spitzenhöhe über der Werkbank sagt über gar nichts etwas aus.
Daraus folgt zugleich, was nicht geht: Zwischen zwei verschiedenen Bezugsflächen derselben Maschine gibt es keinen Umrechnungsfaktor. Der Bernardo-Katalog belegt das über eine ganze Baureihe hinweg. Der Hersteller nennt je Maschine zwei Bearbeitungsdurchmesser, über Führungsbahn und über Support, und die Wertepaare lauten 210 zu 140, 260 zu 190, 300 zu 230, 310 zu 240, 360 zu 260, 370 zu 270, 400 zu 310, 430 zu 160 und 508 zu 400 mm. Der Quotient schwankt zwischen 0,37 und 0,79. Wer aus einem Wert über dem Bett den Wert über dem Support schätzen will, liegt damit im ungünstigsten Fall um mehr als die Hälfte daneben — die Bauhöhe des Auflagenunterteils ist eine Konstruktionsentscheidung und keine Funktion der Maschinengröße.
Praktisch ist die Verdopplung trotzdem, denn sie schließt Lücken in genau einer Richtung. Wer eine Spitzenhöhe mit benannter Fläche findet, kennt den Durchmesser über dieser Fläche. Wer eine Durchmesserzahl ohne Fläche findet, kennt weder die eine noch die andere Größe. Das ist der Grund, warum Proxxon mit zwei Spitzenhöhen und ohne einen einzigen Durchmesserwert die bessere Datenlage liefert als drei Hersteller, die eine Durchmesserzahl veröffentlichen und die Fläche weglassen.
Wie diese Seite mit der Lücke umgeht
Weil die Datenlage so ist, wie sie ist, füllt diese Seite fehlende Kennwerte nicht mit „nicht verfügbar", sondern rechnet — unter einer festen Bedingung. Gerechnet wird ausschließlich dort, wo der Hersteller die Bezugsfläche selbst nennt. Eine Zahl ohne Bezug zu verdoppeln hieße, eine Definition zu erfinden, die niemand gegeben hat. Jedes Ergebnis trägt in der Anzeige ein eigenes Zeichen, die Rechengrundlage im Klartext und die ausdrückliche Kennzeichnung als Ableitung. Es ist keine Herstellerangabe und darf nie so aussehen.
Vier Rechenwege stehen dahinter. Der erste verdoppelt jede Spitzenhöhe mit benannter Fläche und führt alle Flächen einzeln auf — aus „40 über Bett, 25 über Support" bei der Proxxon DB 250 werden 80 mm über Bett und 50 mm über Support. Der zweite tut dasselbe, aber ausschließlich für die Bettzeile, weil der entsprechende Kennwert eng definiert ist: Bei der Holzmann VD1100N mit ihren drei Spitzenhöhen darf nur die erste verdoppelt werden. Der dritte läuft in die Gegenrichtung und halbiert einen Durchmesser über dem Bett zur Spitzenhöhe. Der vierte grenzt die nirgends veröffentlichte Bettlänge zwischen zwei Herstellerwerten ein: Die Spitzenweite ist die Untergrenze, weil beide Spitzen auf dem Bett sitzen, die Länge des Aufstellmaßes die Obergrenze, weil das Bett die Maschine nicht überragen kann.
370 mmabgeleiteter Umlaufdurchmesser über dem Bett der Holzmann VD1100N
Dass die Rechnung trägt, lässt sich an den Herstellern gegenprüfen, die beide Werte veröffentlichen. Scheppach nennt für die DM600VARIO 125 mm Spitzenhöhe über Bett und 250 mm Materialdurchmesser über Maschinenbett — das geht exakt auf. Güde nennt für die GDM 1000 140 mm Spitzenhöhe und 280 mm maximalen Werkstückdurchmesser — ebenfalls exakt. Stürmer nennt für die Holzstar DB 1202 Vario 230 mm Spitzenhöhe und 460 mm Drehdurchmesser; auch das geht auf, und daraus folgt, dass der undefinierte Wert dieses Herstellers der über dem Bett sein dürfte. Belegt ist das nicht, deshalb bleibt es bei dieser Maschine bei einer gekennzeichneten Herstelleraussage statt bei einer Rechnung.
Nur an einer Stelle geht die Probe nicht glatt auf: Oneway nennt für die 1640 einen Umlauf von 406 mm über dem Bett, was 203 mm Spitzenhöhe entspricht, während die Händlerangabe 200 mm lautet. Die Abweichung von 3 mm ist eine Rundung auf der Handelsseite — der Herstellerwert stammt aus einer Zollangabe von 16 Zoll. Genau solche Fälle sind der Grund, warum die Ableitung immer als Ableitung ausgewiesen wird und nie eine Herstellerangabe ersetzt, die tatsächlich existiert.
Über dem Bett gegen außerhalb des Betts
Bei Maschinen mit dreh- oder schwenkbarem Spindelstock verliert der Wert über dem Bett seine Bedeutung, sobald der Kopf aus der Flucht gedreht ist. Das Werkstück läuft dann neben oder vor der Maschine um, und die Grenze setzt nicht mehr die Bettoberkante, sondern der Boden, die Auflage und die Standfestigkeit der Maschine. Deshalb führen die Hersteller dieser Bauform zwei Zahlen — und keine zwei nennen sie gleich.
Dieselbe Maschine, zwei Betriebszustände
Durchmesser über dem Bett
Durchmesser im Außendrehbetrieb
Die Begriffe gehen dabei vollständig auseinander. Record Power führt „Max. bowl diameter" als eigenen Kennwert und gibt für die Coronet Regent wie für die Coronet Envoy denselben Wert von 1.000 mm an, obwohl die beiden Maschinen über dem Bett 460 und 410 mm leisten — der Außendurchmesser hängt also am Schwenkkopf samt Vorrichtung, nicht an der Baugröße. Teknatool schreibt „diameter capacity outboard" und nennt im selben Satz die Bedingung: „with optional outrigger accessory". JET nennt 930 mm nur im US-Handbuch und knüpft den Wert daran, dass die optionale Bettverlängerung mit der Teilenummer 719401 in den unteren Bohrungen sitzt; der europäische Datensatz führt die Zahl nicht. Bernardo gibt für die HCL 1200 mit Außendrehvorrichtung 810 mm an.
Bei zwei der fünf Geräte fehlt die Zahl ganz. Stürmer beschreibt die Außendrehvorrichtung für die Holzstar DB 1202 Vario im Handbuch nur mit ihrer eigenen Baugröße und ihrem Gewicht, ohne Kapazitätsangabe — das ist keine Durchmesserangabe und darf nicht als eine gelesen werden. Holzmann begründet die Drehbarkeit der VD1100N ausdrücklich mit dem Außendrehen, nennt dafür aber in keiner der vier geprüften Quellen einen Durchmesser und setzt in der Bedienvorschrift ein Verlängerungsbett voraus, das die Zubehörliste der Produktseite nicht führt. Welche Geräte diese Bauform sonst noch trennt, ordnet der Vergleich der Drechselbänke für Schalen ein.
Was der größere Durchmesser im Betrieb kostet
Der Durchmesser ist der Kennwert, der am zuverlässigsten Folgekosten auslöst. Vier Posten fallen regelmäßig an, und keiner davon steht in der Zeile, nach der die Maschine ausgewählt wurde.
Erstens die Auflage für den Außendrehbetrieb. Bei allen fünf Geräten des Schalenvergleichs ist sie Zubehör, nicht Lieferumfang. Stürmer führt sie für die DB 1202 Vario als eigenen Artikel, Teknatool als Outrigger-Kit, Record Power und JET jeweils optional. Bei der Holzmann VD1100N ist das in der Anleitung vorausgesetzte Verlängerungsbett in der Zubehörliste gar nicht enthalten — die 180-Grad-Rastposition ist damit im Serienzustand nicht nutzbar. Wer die Maschine wegen des Außendurchmessers kauft, kauft in vier von fünf Fällen ein zweites Teil dazu und im fünften Fall eine Funktion, die er nicht vollständig bestellen kann.
Zweitens die Aufspannlösung. Ein Rohling, der die Durchmessergrenze ausreizt, läuft nicht zwischen Spitzen, sondern auf einer Planscheibe oder in einem Backenfutter. Beides sitzt auf dem Spindelgewinde; im Feld dieses Clusters ist M 33 × 3,5 nach DIN 800 die häufigste Ausführung. Die Größe der Planscheibe ist dabei kein Komfortmerkmal: Eine 150-mm-Scheibe unter einer 400-mm-Schale trägt das Werkstück nur auf gut einem Drittel seines Durchmessers.
Drittens die Drehzahl. Große Durchmesser verlangen niedrige Drehzahlen, und die Untergrenzen im Feld unterscheiden sich um mehr als den Faktor siebzig — 14 min⁻¹ bei der Oneway 1640 gegen 1.000 min⁻¹ bei der Proxxon DB 250. Eine Maschine, die einen großen Durchmesser zulässt, aber unten bei mehreren hundert Umdrehungen aufhört, ist für diesen Durchmesser praktisch nicht nutzbar. Dieselbe Logik gilt im Nachbarcluster von der anderen Seite: Dort begrenzt der Werkzeugdurchmesser die Drehzahl nach oben, wie der Überblick zu Standbohrmaschinen an den Säulen- und Tischgeräten zeigt.
Viertens die Bettverlängerung. Sie vergrößert die Spitzenweite, nicht den Durchmesser, und sie ist bei vier Geräten des Clusters belegt. Bei JET verschiebt sie sogar beides: In der unteren Position ist sie die Voraussetzung für den bezifferten Außendurchmesser, in der normalen Position verlängert sie die Spitzenweite auf 1.537 beziehungsweise 1.480 mm je nach Spitzenart. Wer beides braucht, plant den Umbau als wiederkehrenden Arbeitsgang ein, nicht als einmalige Montage.
Schritt für Schritt: vom Werkstück zur Zahl
Die Auswahl läuft in der Gegenrichtung zum Datenblatt: nicht von der Maschinenzahl zum Werkstück, sondern vom größten geplanten Werkstück zu der Zahl, die im Datenblatt stehen muss. Sieben Schritte genügen dafür, und sie brauchen nur einen Zollstock und die Betriebsanleitung.
- Das größte geplante Werkstück in zwei Zahlen fassen: größte Länge und größter Durchmesser, jeweils am Rohling, nicht am fertigen Teil. Ein Rohling ist kantig und läuft mit seiner Diagonale um — bei einem quadratischen Kantholz ist das rund das 1,41-fache der Kantenlänge.
- Entscheiden, wie das Werkstück gespannt wird. Zwischen Spitzen zählt die Spitzenweite, auf der Planscheibe zählt sie nicht. Eine Schale von 300 mm Durchmesser und 90 mm Höhe stellt an die Spitzenweite keine Anforderung, an den Umlaufdurchmesser dagegen die höchste.
- Die Bezugsfläche festlegen, über der das Werkstück tatsächlich umlaufen soll. Für Spindelarbeit ist das die Handstahlauflage, weil sie in Arbeitsstellung eingeschwenkt ist. Für eine Schale in Bettflucht ist es der Support beziehungsweise das Auflagenunterteil. Nur wenn die Auflage vollständig abgenommen wird, gilt der Wert über dem Bett.
- Im Datenblatt die Zahl zu genau dieser Fläche suchen. Steht sie dort nicht, aber eine Spitzenhöhe mit derselben Fläche, wird diese verdoppelt. Steht weder das eine noch das andere, ist die Maschine an dieser Stelle nicht bewertbar — dann bleibt nur die Rückfrage beim Hersteller oder Händler.
- Die Differenz zwischen dem Wert über dem Bett und dem über der Auflage bilden, wo beide vorliegen. Sie beträgt im Feld dieses Clusters 68 mm bei der JET JWL-1015VS-M, 88 mm bei der Oneway 1640, 100 mm bei der Bernardo HCL 1200 und 108 mm bei der JET JWL-1840EVS. Diese Differenz ist der Betrag, um den ein Datenblatt großzügiger wirkt, als die Maschine im Arbeitszustand ist.
- Die niedrigste Drehzahl gegenprüfen. Der geplante Durchmesser muss in der untersten einstellbaren Stufe anlaufen können, weil ein unrunder Rohling dort angedreht wird. Steht die Untergrenze im dreistelligen Bereich, ist der große Durchmesser nur rechnerisch vorhanden.
- Zum Schluss die Aufspannlösung gegen den Durchmesser halten: Planscheibendurchmesser, Futterbacken und Spindelgewinde. Erst wenn diese drei Angaben zum Werkstück passen, ist die Durchmesserzahl der Maschine überhaupt erreichbar.
Schritt für Schritt: ein Datenblatt einordnen
Bleibt die Aufgabe, einer fremden Zahl anzusehen, worauf sie sich bezieht. Sechs Handgriffe reichen dafür aus, und sie beantworten in dieser Reihenfolge, ob ein Wert überhaupt vergleichbar ist. Was die Flächenbezeichnungen einzeln meinen, klärt die Übersicht mit den neun Begriffen der Drechselbank-Datenblätter.
- Nach der Präposition suchen, nicht nach dem Substantiv. „Über Bett", „über Führungsbahn", „über Support", „über Handstahlauflage", „over bed", „outboard" — dieses eine Wort trägt die gesamte Aussage. Steht keine Präposition da, ist die Zahl für einen Vergleich unbrauchbar, egal wie präzise sie wirkt.
- Prüfen, ob mehrere Zahlen für dieselbe Größe stehen. Fünf Hersteller dieses Clusters nennen zwei Werte, Holzmann bei der VD1100N drei. Wo mehrere stehen, ist der kleinste in der Regel der praxisnahe, weil er den eingeschwenkten Zustand beschreibt.
- Die Spitzenhöhe als Gegenprobe heranziehen. Ist sie angegeben und passt ihr doppelter Wert zur Durchmesserzahl, ist die Bezugsfläche derselbe Ort. Weicht sie ab, beziehen sich die beiden Angaben auf verschiedene Flächen — dann steht in der Tabelle mehr Information, als die Überschrift verrät.
- Die Betriebsanleitung öffnen, nicht nur die Produktseite. Bei der Holzstar DB 1202 Vario steht die Spitzenweite ausschließlich im Handbuch, bei der Holzmann VD1100N stehen dort alle drei Spitzenhöhen. Produktseiten kürzen Tabellen, Anleitungen nicht.
- Auf Zollmaße achten. Viele Werte dieses Markts sind in Zoll konstruiert und in Millimeter umgerechnet — 18 Zoll werden je nach Quelle zu 457, 457,2 oder 460 mm. Kleine Abweichungen zwischen zwei Quellen desselben Herstellers sind deshalb meist Rundungen und kein Widerspruch.
- Zum Schluss die Bedingungen lesen, die an einer Zahl hängen. „With optional outrigger accessory", „in low position", „mit der Außendrehvorrichtung" — solche Zusätze machen aus einer Kapazitätsangabe eine Angabe über eine Maschine samt Zubehör, das getrennt bestellt wird.
Dieselbe Leseweise trägt über den Durchmesser hinaus. Auch Aufnahmen und Anschlussmaße stehen in Datenblättern regelmäßig in verschiedenen Bezugssystemen nebeneinander, und auch dort entscheidet ein einzelnes Wort darüber, welches Zubehör passt; wie sich das auseinanderhalten lässt, zeigt der Ratgeber über Bohrfutter und Kegelaufnahme aus dem Nachbarcluster.
Symptom, Ursache, Lösung
Die meisten Überraschungen an der Durchmessergrenze sind keine Defekte, sondern Verwechslungen zwischen zwei Bezugsflächen. Die folgende Zuordnung führt die typischen Beobachtungen auf ihre Ursache zurück und nennt den Weg, der aus der jeweiligen Lage herausführt.
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Das Werkstück schlägt beim Drehen an die Werkzeugauflage an, obwohl es unter dem angegebenen Durchmesser liegt | Geplant wurde mit dem Wert über dem Bett, gearbeitet wird über der eingeschwenkten Auflage. Die Differenz beträgt im Feld dieses Clusters 68 bis 108 mm | Den Wert über Handstahlauflage oder Support suchen und mit diesem planen. Fehlt er, die Auflage abnehmen und den Rohling zunächst ohne Auflage von Hand durchdrehen, um den tatsächlichen Freiraum zu bestimmen |
| Der Rohling passt über dem Bett, aber nicht über dem Support | Das Auflagenunterteil sitzt auf dem Bett und verkleinert die freie Umlaufhöhe. Der Betrag hängt an der Bauhöhe des Unterteils, nicht an der Maschinengröße | Werkstück in mehreren Schritten abtragen und den größten Durchmesser zuerst wegnehmen; alternativ auf einer Maschine mit dreh- oder schwenkbarem Spindelstock außerhalb des Betts arbeiten |
| Die Planscheibe passt nicht unter die angegebene Spitzenhöhe | Verwechslung mit einer Spitzenhöhe über der Werkbank. Diese Angabe beschreibt die Arbeitshöhe der aufgestellten Maschine und keine Werkstückgrenze | In der Datentabelle nach einer Spitzenhöhe mit dem Bezug „über Maschinenbett" oder „über Bett" suchen und nur diese verdoppeln. Bei der JET JWL-1015VS-M stehen beide Zeilen untereinander |
| Zwei Datenblätter nennen für vergleichbare Maschinen sehr verschiedene Durchmesser | Die beiden Zahlen beziehen sich auf verschiedene Flächen. Nur der Wert über dem Bett ist normativ definiert, die vier übrigen Bezugsgrößen sind es nicht | Beide Angaben auf dieselbe Fläche bringen, bevor sie verglichen werden — notfalls über die Spitzenhöhe, die häufiger mit Bezug veröffentlicht wird als der Durchmesser |
| Eine gekaufte oder geplante Schale ist größer, als die Maschine hergibt | Gerechnet wurde mit dem Wert im Außendrehbetrieb, der bei allen fünf Geräten des Schalenvergleichs eine Zusatzauflage voraussetzt | Prüfen, ob die Vorrichtung überhaupt bestellbar ist. Bei der Holzmann VD1100N führt die Zubehörliste das dafür vorausgesetzte Verlängerungsbett nicht; bei JET gilt der Wert nur mit der Bettverlängerung in den unteren Bohrungen |
| Das Werkstück ist länger als die Maschine, obwohl die Spitzenweite passte | Die Spitzenweite gilt bei ganz zurückgezogenem Reitstock; Mitnehmer und Körnerspitze belegen zusätzlich Bauraum. JET weist deshalb je Spitzenart getrennte Werte aus | Die Spitzenweite für die tatsächlich verwendete Spitzenart suchen — bei der JWL-1840EVS 1.029 mm mit Einzellagerspitze gegen 972 mm mit mitlaufender Körnerspitze |
| Eine Kopiereinrichtung ist montiert und der Rohling passt plötzlich nicht mehr | Der Kopierschlitten belegt Bauraum über dem Bett. Holzmann weist für die VD1100N deshalb eine eigene, deutlich niedrigere Spitzenhöhe für den Kopierbetrieb aus | Vor dem Kauf den Kopierwert getrennt erfragen. In der Anleitung der VD1100N stehen dazu zwei einander ausschließende Angaben auf derselben Seite — 80 mm in der Datentabelle gegen 150 bis 210 mm im Abschnitt zur Kopiervorrichtung |
Kurz gefasst
Damit steht die Regel für den Datenblattvergleich fest. Die Spitzenweite lässt sich direkt vergleichen, sofern die Spitzenart und eine mögliche Verlängerung mitgelesen werden. Der Umlaufdurchmesser lässt sich nur vergleichen, wenn beide Angaben dieselbe Bezugsfläche nennen — und das tun im Feld dieses Clusters zwölf von fünfzehn Datenblättern mindestens einmal, drei überhaupt nicht. Wo die Fläche fehlt, ist die Zahl kein Kennwert, sondern eine Behauptung ohne Gegenstand, und sie wird auf dieser Seite auch nicht in eine Rechnung übernommen.
Häufige Fragen
Was ist der Umlaufdurchmesser bei einer Drechselbank?
Ist der Umlaufdurchmesser genormt?
Was ist der Unterschied zwischen Spitzenweite und Umlaufdurchmesser?
Wie rechnet man von der Spitzenhöhe auf den Umlaufdurchmesser um?
Warum nennen Hersteller zwei verschiedene Durchmesser für dieselbe Maschine?
Welche Zahl gilt, wenn ein Datenblatt keine Bezugsfläche nennt?
Wie groß darf eine Schale auf einer Drechselbank werden?
Warum passt ein Werkstück nicht, obwohl es unter dem angegebenen Durchmesser liegt?
Änderungen an dieser Seite
Zuletzt redaktionell geprüft am .
- Ersterstellung des Ratgebers: Spitzenweite und Umlaufdurchmesser als getrennte Größen erklärt, die fünf Bezugsflächen des Marktes in einer Entscheidungstabelle gegen ihren Normstatus gestellt (nur „über Bett“ ist über ISO 1708 als Da definiert, und nur für Metalldrehmaschinen), die Durchmesserangaben der fünfzehn Clustergeräte ausgewertet – zwölf mit benannter Bezugsfläche, drei ohne – und die vier Rechenwege dokumentiert, mit denen diese Seite fehlende Werte aus veröffentlichten Spitzenhöhen ableitet und als Ableitung kennzeichnet.
Verwendete Quellen
- [1]ISO 1708:1989 „Acceptance conditions for general purpose parallel lathes – Testing of the accuracy“, vierte Ausgabe, ISO/TC 39 Machine tools, frei zugängliche Vorschau – die Norm bezeichnet in der Legende zu den geometrischen Prüfungen G1 bis G11 die beiden Bezugsgrößen einer Drehmaschine: Da als größter zulässiger Durchmesser über dem Bett und Dc als Spitzenweite. Sie gilt für Universal-Leit- und Zugspindeldrehmaschinen und prüft ausschließlich die Genauigkeit, ausdrücklich nicht Drehzahlen oder Laufverhalten · abgerufen 2026-08-04
- [2]DIN Media, Normeintrag DIN 8606:1976-06 „Werkzeugmaschinen; Drehmaschinen mit normaler Genauigkeit, Umlaufdurchmesser bis 800 mm, Abnahmebedingungen“, 8 Seiten, Status gültig – die Norm führt den Umlaufdurchmesser als klassenbildende Größe bereits im Titel und belegt damit, dass der Begriff im Werkzeugmaschinenbau normativ besetzt ist · abgerufen 2026-08-04
- [3]DIN Media, Normeintrag DIN 8605:1976-06 „Werkzeugmaschinen; Drehmaschinen mit erhöhter Genauigkeit, Umlaufdurchmesser bis 500 mm, Drehlänge bis 1500 mm, Abnahmebedingungen“, 7 Seiten – das Gegenstück zu DIN 8606 für die höhere Genauigkeitsklasse, mit Umlaufdurchmesser und Drehlänge als den beiden Kenngrößen, über die eine Drehmaschine normativ beschrieben wird · abgerufen 2026-08-04
- [4]Weiler Werkzeugmaschinen GmbH, FAQ und Glossar zu Drehmaschinen – die Definitionen der drei Kenngrößen aus Herstellersicht: Spitzenhöhe als Abstand zwischen Bettoberkante und Mitte der Arbeitsspindel, Umlaufdurchmesser über Bett als annähernd deren doppelter Wert und zugleich als Drehdurchmesser bezeichnet, Spitzenweite als maximale Werkstücklänge, auch Drehlänge genannt · abgerufen 2026-08-04
- [5]Bernardo (PWA HandelsgesmbH), Katalog Drechselmaschinen, deutsche Ausgabe – der Hersteller nennt über die gesamte Baureihe hinweg durchgängig zwei getrennte Bearbeitungsdurchmesser je Maschine, „über Führungsbahn“ und „über Support“, mit Wertepaaren von 210/140 mm über 260/190, 300/230, 310/240, 360/260, 370/270, 400/310 und 430/160 bis 508/400 mm; das Verhältnis der beiden Zahlen ist dabei nicht konstant, sondern schwankt zwischen 0,37 und 0,79 · abgerufen 2026-08-04
- [6]Holzmann Maschinen GmbH, Betriebsanleitung Kopierdrechselbank VD1100N (DE/EN/ES/SE, Ausgabe 18.10.2018), Kapitel Technische Daten – dieselbe Maschine wird mit drei verschiedenen Spitzenhöhen ausgewiesen: 185 mm über Maschinenbett, 143 mm über Handauflage und 80 mm beim Kopieren, während der Abschnitt zur Kopiervorrichtung auf derselben Seite 150 bis 210 mm beim Kopieren nennt · abgerufen 2026-08-04