Zum Inhalt springen

Themenübersicht · Standbohrmaschinen

Standbohrmaschinen: Bauformen, Kennwerte und Auswahl

Werkbank, Boden oder Werkstück – die drei Aufstellungsarten ortsfester Bohrmaschinen, ihre Kennwerte und warum weder Produktname noch Shop-Kategorie sie zuverlässig trennt.

Verantwortlich
Fachbereich Werkstatt
Erstellt am
Erstellt am

„Standbohrmaschine“, „Säulenbohrmaschine“, „Tischbohrmaschine“ und „Getriebebohrmaschine“ sind im Handel keine vier Bauformen, sondern vier Wörter für dieselbe Produktmenge. Ein einziger Artikel heißt vollständig „Tischbohrmaschine DP16VLS Standbohrmaschine Säulenbohrmaschine“ – drei Bauformbezeichnungen in einer Überschrift, für ein Gerät mit 500 W und 50 mm Bohrhub. Wer nach dem Namen sucht, bekommt deshalb kein sortiertes Feld, sondern dieselben Geräte in anderer Reihenfolge.

Dieser Themenbereich trennt deshalb über die Aufstellung: auf der Werkbank, auf dem Boden, am Werkstück. Diese drei Möglichkeiten schließen sich gegenseitig aus, jede ist eine eigene Kaufsituation, und jede hängt an einem anderen Kennwert. Eine Bankmaschine wiegt zwischen 11 und 45 kg und leiht sich ihre Standfläche von der Werkbank. Eine bodenstehende Maschine bringt zwischen rund 78 und 215 kg und ihre eigene Bodenplatte mit. Eine Magnetbohrmaschine wiegt zwischen 10,8 und 16 kg und steht auf dem Bauteil, das nicht zur Maschine kommt.

Diese Übersicht ordnet den Themenbereich entlang dieser drei Aufstellungsarten und der vier Kennwerte, an denen sich die Geräte unterscheiden: Bohrleistung in Stahl, Ausladung, Drehzahlbereich und Spindelkonus. Sie spricht keine Empfehlung für ein einzelnes Modell aus und nennt Modellnamen nur dort, wo sie einen Befund belegen. Die Auswahl steht in den drei Vergleichen, das Rechen- und Schnittstellenwissen in den drei Ratgebern; beides ist aus den Abschnitten unten direkt verlinkt.

Vier Befunde ziehen sich durch alle sechs Artikel. Erstens ist nicht die höchste, sondern die niedrigste Drehzahl der Engpass – und die reicht in diesem Themenbereich von 50 bis 580 Umdrehungen je Minute. Zweitens trägt die Ausladung nur zwei der drei Bauformen; bei der dritten gibt es sie bauartbedingt gar nicht. Drittens ist die Zeile „Bohrleistung in Stahl“ bei den meisten Werkbankgeräten der Spannbereich des Bohrfutters und keine Aussage über die Maschine. Und viertens ist die Bewertungslage so ungleich, dass nur einer der drei Vergleiche überhaupt Sterne tragen kann.

Woran die Entscheidung hängt

  • 01

    Bohrleistung in Stahl

  • 02

    Ausladung

  • 03

    Drehzahlbereich

  • 04

    Spindelkonus

In dieser Reihenfolge planen

  • Zuerst festlegen, wo die Maschine steht: Werkbank, Boden oder WerkstückDiese Frage kommt vor jedem Kennwert, weil sie drei verschiedene Maschinenklassen trennt. Kommt das Werkstück zur Maschine, entscheidet die nötige Durchgangshöhe zwischen Bankgerät und bodenstehender Maschine. Kommt es nicht zur Maschine – Träger, Flansch, montiertes Profil –, bleibt nur die Magnetbohrmaschine. Der Produktname hilft dabei nicht: Vier Baureihen dieses Themenbereichs heißen „Säulenbohrmaschine“ und stehen auf der Werkbank.
  • Den größten regelmäßig gebrauchten Bohrdurchmesser und den Werkstoff notierenBeides zusammen ergibt die Drehzahl, die die Maschine erreichen können muss, und nicht umgekehrt. Die Richtwerttabelle aus den Betriebsanleitungen von Einhell und Scheppach nennt für Ø 13 mm in Stahl 370 min⁻¹, die Holzmann-Anleitung für einen 10-mm-HSS-Bohrer 800 min⁻¹ in Normalstahl, 600 in hartem Stahl und 300 in Edelstahl. Wer nur Holz und dünnes Blech bohrt, braucht die untere Grenze nicht.
  • Den Abstand von der Werkstückkante zur Bohrung messenDaraus folgt die nötige Ausladung, also der Abstand von der Spindelmitte zur Säule. Sie lässt sich durch nichts ausgleichen – kein Zubehör, kein anderes Futter, kein längerer Bohrer verschiebt die Säule. Werkbankgeräte liegen zwischen 104 und 152 mm, bodenstehende zwischen 215 und 260 mm. Ein drehbares Werkstück deckt rechnerisch die doppelte Breite ab, wenn das Loch mittig sitzen soll.
  • Den Bohrhub gegen die dickste geplante Bohrung haltenDer Bohrhub sagt, wie tief die Spindel in einem Zug fährt. Darüber hinaus muss der Tisch nachgesetzt werden, was bei einer angebohrten Bohrung Position und Rechtwinkligkeit kostet. In diesem Themenbereich reicht er von 50 bis 90 mm bei den Werkbankgeräten, von 80 bis 130 mm bei den bodenstehenden und von 90 bis 170 mm am Schlitten der Magnetbohrmaschinen.
  • Die Spindelaufnahme klären, bevor Zubehör gekauft wirdSie entscheidet, welche Werkzeuge ohne Futter direkt in die Maschine gehen und welches Ersatzfutter passt. Werkbankgeräte führen überwiegend nur eine Futteraufnahme B 16, bodenstehende zusätzlich einen Morsekegel MK 3 oder MK 4, Magnetbohrmaschinen entweder Weldon oder MK 2. Ein Gerät des Feldes trägt B 22 statt B 16 – ein Ersatzfutter muss dann genau diesen Kegel tragen.
  • Den Stromanschluss prüfen, bevor bestellt wirdDas ist der Punkt, an dem eine Bestellung am häufigsten scheitert. Alle fünf bodenstehenden Maschinen dieses Themenbereichs laufen an 400 V Drehstrom, keine an 230 V; Werkbankgeräte und Magnetbohrmaschinen laufen an 230 V, vier der fünf Magnetbohrmaschinen mit 1.200 W. Für 230-V-Schwestermodelle bodenstehender Baureihen gibt es eigene Bestellnummern.
  • Stellfläche, Bauhöhe und den Weg dorthin messenWerkbankgeräte messen 580 bis 955 mm Bauhöhe und brauchen darüber den Weg für Handrad und Werkzeugwechsel; bodenstehende messen 1.620 bis 2.020 mm und sind mit rund 78 bis 215 kg von einer Person nicht zu stellen. Bei Magnetbohrmaschinen tritt die Aufstandsfläche des Magnetfußes an die Stelle der Stellfläche: 160 × 80 bis 238 × 92 mm.
  • Erst zum Schluss Marke, Ausstattung und Bewertungen vergleichenNach den sieben Schritten davor ist das Feld meist auf wenige Geräte geschrumpft. Erst dann lohnen Tischmaß, Neigbarkeit, Kühlung, Laser und Digitalanzeige – und erst dann die Frage nach Sternen, die ohnehin nur bei einer der drei Bauformen eine belastbare Basis haben.

Was über die Maschine hinaus eingeplant gehört

Sechs Posten fallen bei einer ortsfesten Bohrmaschine regelmäßig zusätzlich an. Keiner davon steht in der Artikelüberschrift, und mehrere entscheiden darüber, ob die Maschine am vorgesehenen Platz überhaupt in Betrieb gehen kann.

Stromanschluss
230 V bei zwei Bauformen, 400 V Drehstrom bei allen bodenstehenden Geräten
Alle fünf bodenstehenden Maschinen dieses Themenbereichs sind mit 400 V ausgewiesen, keine mit 230 V – eine haushaltsübliche Steckdose reicht dort nicht. Werkbankgeräte und Magnetbohrmaschinen laufen an 230 V; bei den Magnetbohrmaschinen nennen vier von fünf Herstellern 1.200 W, einer 1.000 W Motor- und 1.050 W Gesamtleistung. Zu beachten ist, dass die Hersteller unterschiedliche Größen angeben: teils Abgabeleistung, teils Aufnahmeleistung, teils nach Betriebsart getrennt. Diese Zahlen sind nicht direkt vergleichbar.
Stellfläche, Bauhöhe und Anlieferung
Bauhöhe 580 bis 2.020 mm, Gewicht 10,8 bis rund 215 kg
Werkbankgeräte messen 580 bis 955 mm Bauhöhe bei 11,2 bis 44,4 kg und Standflächen von 298 × 190 bis 456 × 304 mm; die schweren gehören verschraubt, nicht nur aufgestellt, weil bei langem Vorschubhebel ein erhebliches Kippmoment wirkt. Bodenstehende Maschinen messen 1.620 bis 2.020 mm bei rund 78 bis 215 kg – dort sind Türbreiten, Treppen und der Weg bis zum Aufstellort vor der Bestellung zu klären. Über der Maschine bleibt zusätzlich Platz für Riemen- und Werkzeugwechsel nötig, weil bei den riemengeschalteten Geräten die Haube nach oben öffnet.
Bohrfutter, Kegeldorn und Ersatzfutter
B 16 als Regelfall, einmal B 22, MK 2 bis MK 4 an der Spindel
Ein Bohrfutter allein ist kein Ersatzteil: Es braucht den passenden Kegeldorn, und der wird nach zwei Kegeln gleichzeitig ausgewählt – erst nach dem Morsekegel der Spindel, dann nach dem Bohrfutterkegel. Die Werkbankgeräte führen überwiegend B 16, die bodenstehenden MK 3 oder MK 4 plus Futteraufnahme, die Magnetbohrmaschinen Weldon oder MK 2. Die teuerste Falle ist ein Gerät mit B 22 statt B 16, dessen Spannbereich zudem erst bei 5 mm beginnt. Zahnkranzfutter brauchen zusätzlich einen Schlüssel, der im Verlustfall passend zum Futter nachbestellt wird.
Werkzeug, Kühlung und Verbrauchsmaterial
Kernbohrer als Verbrauchsmaterial, Kühlung nur teilweise ab Werk
Bei den Magnetbohrmaschinen ist der Kernbohrer der Posten mit den höchsten Folgekosten – er stumpft und wird nachgekauft, solange die Maschine läuft; die Schaftform entscheidet darüber, ob ein vorhandener Satz überhaupt passt. Bei den bodenstehenden Maschinen liefern zwei Hersteller eine Kühleinrichtung serienmäßig, einer führt sie als Zubehör, zwei erwähnen in keiner ihrer Quellen eine Kühlung; ohne Rinne läuft das Mittel über die T-Nuten ab. Bei den Werkbankgeräten weist ein Hersteller den Keilriemen ausdrücklich als Verschleißteil aus.
Spannmittel auf dem Bohrtisch
Technische Maßnahme vor Betriebsanweisung und Schutzausrüstung
Die Checkliste A 2.2 der DGUV-Publikation FBHM-120 fragt ausdrücklich ab, ob ein Maschinenschraubstock zum Einspannen von Werkstücken vorhanden ist, ob ein selbsttätiger Wiederanlauf nach einem Spannungsausfall unterbunden wird, ob die Bohrmaschine standsicher aufgestellt ist und ob ein Trageverbot für Schutzhandschuhe und Schmuck ausgesprochen wurde. Dieselbe Publikation nennt die Rangfolge: technische Maßnahmen vor organisatorischen, diese vor personenbezogenen. Ein Maschinenschraubstock ist damit kein Zubehör, sondern die erste Maßnahme dieser Reihe.
Prüfpflichten im gewerblichen Betrieb
Gefährdungsbeurteilung vor der Beschaffung, Prüfung vor der ersten Verwendung
Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt in Paragraf 3 eine Gefährdungsbeurteilung vor der Verwendung von Arbeitsmitteln und hält fest, dass eine CE-Kennzeichnung davon nicht entbindet; sie soll bereits vor Auswahl und Beschaffung begonnen werden, und Absatz 6 verpflichtet dazu, Art, Umfang und Fristen der Prüfungen selbst zu ermitteln. Paragraf 14 greift für Arbeitsmittel, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt – eine Grundplatte, eine Säule darauf und ein Kopf auf der Säule sind genau dieser Fall. Für private Werkstätten sind das keine Pflichten, wohl aber ein brauchbarer Maßstab.

Alle Größenordnungen stammen aus den Produktseiten, Datenblättern, Originalbetriebsanleitungen und Konformitätserklärungen der in diesem Themenbereich ausgewerteten Geräte sowie aus dem jeweils genannten Regelwerk. Wo zwei Dokumente desselben Herstellers verschiedene Zahlen nennen, stehen beide in den Vergleichen.

Drei Aufstellungsarten – und warum der Name sie nicht trennt

Vier Suchbegriffe liefern auf dem größten Marktplatz dieselbe Produktmenge: „standbohrmaschine“ 320 Treffer, „säulenbohrmaschine“ 170, „tischbohrmaschine“ 562 und „getriebebohrmaschine“ 185 – mit weitgehend denselben Geräten an der Spitze. Das ist keine Eigenheit der Sortierung, sondern steht in den Produkttiteln selbst: Ein Scheppach-Artikel führt „Tischbohrmaschine“, „Standbohrmaschine“ und „Säulenbohrmaschine“ gleichzeitig im eigenen Namen.

Der Kategoriebaum trennt es ebenso wenig. Das meistbewertete Gerät des gesamten Marktes, die Bosch PBD 40 mit 5.904 Bewertungen, steht dort nicht unter den Maschinen, sondern unter „Zubehör für Elektrowerkzeuge · Bohr-Zubehör · Bohrständer“ – also als Zubehör. Im Knoten „Säulenbohrmaschinen“ sind die meistbewerteten Treffer eine Dornpresse, eine Schlüsselkopiermaschine und ein Doppelhaken, während vier Baureihen, die „Säulenbohrmaschine“ heißen und auf der Werkbank stehen, im Knoten „Tischbohrmaschinen“ liegen.

Getrennt wird über die Aufstellung – Werkbank, Boden, Werkstück. Der Name auf dem Karton sagt, in welche Regalzeile ein Händler das Gerät gestellt hat, nicht wie es arbeitet.

Die drei Aufstellungsarten dieses Themenbereichs nach kritischem Kennwert, Größe und Bezugsweg
Merkmalauf der Werkbankauf dem Bodenam Werkstück
Kritischer KennwertBohrleistung in StahlAusladungKernbohr-Durchmesser und Aufnahme
Standflächevon der Werkbank gelieheneigene BodenplatteMagnetfuß auf dem Bauteil
Gewicht im Vergleichsfeld11,2 bis 44,4 kgrund 78 bis 215 kg10,8 bis 16,0 kg
Anschluss230 V400 V Drehstrom bei allen fünf Geräten230 V, überwiegend 1.200 W
Niedrigste Drehzahl200 bis 580 min⁻¹50 bis 120 min⁻¹100 bis 450 min⁻¹
Ausladung104 bis 152 mm, von drei der fünf veröffentlicht215 bis 260 mm, von allen fünf veröffentlichtbauartbedingt keine
Spindelaufnahmemeist nur Futteraufnahme B 16MK 3 oder MK 4 plus FutteraufnahmeWeldon oder MK 2
Bezugsweggroßer MarktplatzFachhandel, teils markengebundene OnlineshopsFachhandel
Bewertungsbasisvierstellig bei mehreren Gerätenbestes Gerät 29 Bewertungenbestes Gerät 116 Bewertungen

Welche fünf Werkbankgeräte die Richtwerttabelle ihrer eigenen Hersteller einhalten und warum ein gut bewertetes Modell trotz aktiver Kaufbox nicht im Feld steht, führt der Vergleich der Tischbohrmaschinen nach Bohrleistung in Stahl aus; welche fünf bodenstehenden Maschinen welche Ausladung auf welchem Säulendurchmesser tragen und über welche Händler sie überhaupt lieferbar sind, steht im Vergleich der Säulenbohrmaschinen nach Ausladung; und welche fünf Maschinen ein Loch über 32 mm in ein Bauteil bringen, das sich nicht bewegen lässt, zeigt der Vergleich der Magnetbohrmaschinen nach Kernbohr-Durchmesser.

Die Normgrenze zieht das Bohrfutter, nicht die Bauart

Wenn der Handel nicht trennt, bleibt die Frage, ob es wenigstens die Normung tut. Sie tut es – nur an einer anderen Stelle, als man erwarten würde. Der frei zugängliche Anwendungsbereich von IEC 62841-3-13:2017 beschreibt transportable Bohrmaschinen mit handbetätigtem Axialvorschub und einer Bohrfutterkapazität bis 13 mm und nennt sie beim Namen: „bench drills or drill presses“. Ausdrücklich nicht erfasst sind ortsfeste Bohrmaschinen, Radialbohrmaschinen sowie, wörtlich, „magnetic drill stands and drill motors“.

13 mmFutterkapazität als Grenze zwischen zwei Normwelten

Nicht die Bauform entscheidet, sondern der Spannbereich des Bohrfutters. Eine Bankmaschine mit 1,5 bis 13 mm liegt im Elektrowerkzeugrecht, dieselbe Bauform mit 1 bis 16 mm nicht mehr – ihr Hersteller erklärt sie folgerichtig über die Werkzeugmaschinennorm EN 12717 zusammen mit EN 60204-1. Das ist kein Formfehler, sondern die zwingende Folge des Spannbereichs.Quelle: International Electrotechnical Commission, frei zugänglicher Anwendungsbereich von IEC 62841-3-13:2017; Zuordnung der ortsfesten Maschinen zu DIN EN 12717 nach DGUV Fachbereich AKTUELL FBHM-120

Für ortsfeste Maschinen gilt DIN EN 12717. Diese Zuordnung stammt allerdings nicht aus dem Normtext selbst – der liegt hinter einer Bezahlschranke –, sondern aus der frei zugänglichen DGUV-Publikation FBHM-120, die die Norm in ihrer Übersicht der Produktnormen für Maschinen der Zerspanung führt und deren Betreiber-Checkliste den Anwendungsbereich wörtlich beschreibt: „Gilt in erster Linie für konventionelle Tisch- und Ständerbohrmaschinen.“ Wo eine Angabe aus einer Sekundärquelle stammt, steht das hier ausdrücklich dabei.

Derselbe Anwendungsbereich beantwortet die häufigste Vorfrage dieses Themenbereichs gleich mit: Handgeführte Elektrowerkzeuge, die ohne Änderung am Werkzeug selbst in einen Ständer eingesetzt werden, fallen in denselben Normteil – die Kombination gilt normativ als transportable Bohrmaschine. Was das für die Kaufentscheidung bedeutet, warum ein Ständer aus einer Handbohrmaschine trotzdem keine Metallbohrmaschine macht und woran sich der Unterschied überhaupt belegen lässt, beantwortet der Ratgeber Bohrständer oder Standbohrmaschine mit sieben Kriterien nebeneinander.

Acht Begriffe, die in jedem Datenblatt stehen

Die Datenblätter dieses Themenbereichs sind knapp, aber sie sind nicht selbsterklärend. Mehrere Zeilen beschreiben etwas anderes, als ihr Name nahelegt, und zwei tragen Bezeichnungen, die wie Varianten derselben Größe klingen und zwei völlig verschiedene Schnittstellen meinen. Die folgende Übersicht klärt die Begriffe, die für einen Vergleich zweier Geräte nötig sind – jeweils mit der Größenordnung, in der sie hier tatsächlich auftreten.

Fachbegriffe der Bohrmaschinen-Datenblätter mit ihrer Bedeutung und der in diesem Themenbereich belegten Spanne
BegriffWas er beschreibtSpanne im Themenbereich
AusladungAbstand von der Spindelmitte zur Säule; bestimmt, wie weit von der Werkstückkante entfernt gebohrt werden kann104 bis 152 mm auf der Werkbank, 215 bis 260 mm bodenstehend, am Werkstück nicht vorhanden
BohrhubWeg, den die Pinole in einem Zug fährt; darüber hinaus muss der Tisch nachgesetzt werden50 bis 90 mm auf der Werkbank, 80 bis 130 mm bodenstehend, 90 bis 170 mm am Bohrschlitten
SpindelaufnahmeInnenaufnahme der Spindel; sagt, welche Werkzeuge ohne Bohrfutter direkt in die Maschine gehenkeine Angabe, MK 2, MK 3 oder MK 4 – je nach Bauform
BohrfutteraufnahmeKegel am anderen Ende des Kegeldorns; sagt, welches Ersatzfutter passtB 16 als Regelfall mit 24 mm Kegeldurchmesser, einmal B 22 mit 40,5 mm
Morsekegelselbsthemmende reibschlüssige Kegelverbindung nach DIN 228; hält ohne Schraube und ohne Mitnehmer allein über die KegelflächeSchaftdurchmesser 17,780 mm bei MK 2, 23,825 mm bei MK 3, 31,267 mm bei MK 4
WeldonZylinderschaft mit zwei seitlichen Spannflächen, formschlüssig über zwei Gewindestifte geklemmt; von einem Werkzeughersteller als DIN 1835-1 Form B geführtals 3/4 Zoll, als 19 mm und als 19,05 mm geschrieben – dieselbe Schnittstelle
SchnittgeschwindigkeitUmfangsgeschwindigkeit der Schneide nach v_c = π × d × n ÷ 1000 in Metern je Minute; die Größe, an der die Schneide verschleißtder Richtwert 370 min⁻¹ bei Ø 13 mm in Stahl entspricht rund 15 m/min
Rundlaufabweichungseitlicher Schlag des eingespannten Werkzeugs; die einzige veröffentlichte Genauigkeitszahl dieses Themenbereichsmax. 0,05 mm bei Futtern für Ständerbohrmaschinen, besser als 0,03 mm bei einer einzigen Maschine
MagnethaltekraftKraft, mit der der Elektromagnet die Maschine auf dem Bauteil hält – und zwar nur, solange er bestromt istdreimal in Newton, zweimal in Kilogramm angegeben, nur zweimal mit Bezugsdicke

Zwei Zeilen dieser Übersicht sind besonders fehleranfällig. Die erste ist das Paar aus Spindelaufnahme und Bohrfutteraufnahme: MK 2 und B 16 klingen wie Varianten derselben Größe, beschreiben aber die beiden Enden desselben Kegeldorns. Wer nur eine der Zahlen kennt, kann weder ein Ersatzfutter noch ein Kegelschaftwerkzeug bestellen. Die zweite ist die Magnethaltekraft: Ein Hersteller weist als einziger Haftkraft und nutzbare Werkzeugkraft getrennt aus, 16.000 gegen 3.800 Newton bei 10 mm Materialstärke – zwischen der Prospektzahl und der Zahl, mit der gearbeitet wird, liegt dort der Faktor 4,2.

Der Engpass liegt unten, nicht oben

Nach oben sind alle drei Bauformen unauffällig: Werkbankgeräte erreichen 2.500 bis 2.650 min⁻¹, bodenstehende 1.810 bis 3.480. Getrennt wird das Feld am unteren Ende. Auf der Werkbank beginnt ein Gerät bei 200 min⁻¹, die übrigen vier bei 440, 450, 550 und je nach Herstellerquelle bei 520 oder 580. Bodenstehend reicht die Spanne von 50 über 60 und 75 bis zu 110 und 120 min⁻¹. Bei den Magnetbohrmaschinen fahren zwei Geräte ab 100 min⁻¹ mit Regelung, drei liegen fest bei 440 bis 450 min⁻¹.

50 bis 580 min⁻¹niedrigste ausgewiesene Drehzahl über alle drei Bauformen

Je größer der Bohrer und je zäher der Werkstoff, desto langsamer muss die Spindel laufen, sonst überhitzt die Schneide, bevor der Span bricht. Die Richtwerttabelle, die zwei Hersteller in ihre eigenen Anleitungen drucken, nennt für Ø 13 mm in Stahl 370 min⁻¹; die Holzmann-Anleitung für einen 10-mm-HSS-Bohrer 300 min⁻¹ in Edelstahl. Das sind konservativ gesetzte Richtwerte und keine Grenzwerte – aber sie markieren die Größenordnung, die eine Maschine erreichen können muss.Quelle: Datenblätter und Originalbetriebsanleitungen der fünfzehn Geräte der drei Vergleiche; Richtwerttabellen aus den Betriebsanleitungen von Einhell, Scheppach und Holzmann

Wie konservativ, lässt sich beziffern. Die Drehzahlmatrix eines Werkzeugherstellers ordnet den 370 min⁻¹ bei Ø 13 mm eine Schnittgeschwindigkeit von rund 15 m/min zu und setzt für unlegierte Baustähle 30 bis 35 m/min an, also 735 bis 857 min⁻¹ am selben Durchmesser. Am anderen Ende bestätigt ein Merkblatt der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei die Edelstahlzeile unabhängig: 315 Umdrehungen je Minute bei Ø 9,5 mm und 280 bei Ø 11,0 mm. Weiches Baustahlblech ist also auch mit 550 min⁻¹ vertretbar zu bohren, Edelstahl und große Durchmesser sind es nicht.

Diese Reserve nach unten ist der einzige Kennwert dieses Themenbereichs, der sich nachträglich nicht beschaffen lässt: Kein Zubehör und kein anderes Futter senkt die erste Drehzahlstufe einer Maschine. Wie sich Werkstoff, Bohrerdurchmesser und Vorschub in eine Drehzahl übersetzen, warum die Umkehrrechnung die ehrlichere Probe ist und wo die Rechnung endet, führt der Ratgeber Drehzahl beim Bohren berechnen Schritt für Schritt aus.

Die Ausladung trägt zwei von drei Bauformen

Die Ausladung ist der zweite Kennwert, an dem die Auswahl hängt, und derjenige mit der schlechtesten Datenlage. Bei den Werkbankgeräten veröffentlichen nur drei von fünf Herstellern eine Zahl: 104 mm, 125 mm und 152 mm. Ausgerechnet die beiden Geräte mit der größten und der zweitgrößten Bewertungsbasis des Feldes nennen sie in keiner ihrer Quellen – weder in der Spezifikationstabelle der Produktseite noch in der Originalbetriebsanleitung noch in der Konformitätserklärung. Bei den bodenstehenden Maschinen ist es umgekehrt: Alle fünf veröffentlichen sie, und sie reicht von 215 bis 260 mm.

Zwischen den beiden Bauformen liegt damit keine Überschneidung, sondern eine Lücke. Bodenstehende Maschinen beginnen dort, wo die Werkbankgeräte aufhören. Wer regelmäßig weiter als 150 mm von der Kante entfernt bohrt, kauft im Werkbankfeld an der Aufgabe vorbei. Gegenzurechnen ist die Steifigkeit: Je weiter der Bohrkopf aussteht, desto größer ist das Moment, mit dem die Vorschubkraft die Säule verbiegt – und die größte Ausladung des Feldes steht nicht automatisch auf der stärksten Säule.

Zwei Maße, die dieselbe Frage beantworten – und zwei völlig verschiedene Grenzen setzen

Ausladung bei Werkbank- und Bodenmaschinen

Abstand von der Spindelmitte zur Säule. Er lässt sich durch nichts ausgleichen: kein Zubehör, kein anderes Futter, kein längerer Bohrer verschiebt die Säule. Ein drehbares Werkstück deckt rechnerisch die doppelte Breite ab, wenn das Loch mittig sitzen soll – 215 mm reichen so für rund 430 mm, 260 mm für rund 520 mm. Das ist eine Folge der Geometrie, keine Herstellerangabe.

Magnetfußfläche bei Magnetbohrmaschinen

Aufstandsfläche des Magnetfußes. Eine Ausladung gibt es hier nicht, weil es keine Säule gibt – die Maschine steht auf dem Werkstück. Die Frage lautet deshalb nicht, wie weit die Spindel vom Ständer wegreicht, sondern wie viel Fläche die Maschine auf dem Bauteil braucht: 160 × 80 bis 238 × 92 mm. Entscheidend ist in der Praxis die schmale Seite, zwischen 80 und 92 mm.

Diese Unterscheidung ist kein Darstellungsdetail, sondern eine Auswahlfrage. Kein Hersteller einer Magnetbohrmaschine veröffentlicht eine Ausladung, und das ist kein Versäumnis – die Größe existiert an dieser Bauform nicht. Wer ein Bauteil vor sich hat, das sich zur Maschine tragen lässt, entscheidet über die Ausladung; wer eines vor sich hat, das sich nicht bewegen lässt, entscheidet über die Fläche, auf der die Maschine überhaupt halten kann, und über die Mindest-Materialstärke, die der Magnet dafür braucht.

„Bohrleistung in Stahl“ ist meistens die Futterweite

Der dritte Kennwert ist der am häufigsten missverstandene. Auf fast jedem Werkbankgerät steht „13 mm in Stahl“, und bei vier von fünf Herstellern des Vergleichsfeldes ist das nicht die Bohrleistung, sondern der Spannbereich des Bohrfutters. Die Formulierungen verraten es: „Bohrerdurchmesser 1 – 16 mm“, „Bohrerdurchmesser mit Spannfutter max 13.0 mm“, „Bohrfutter 1,5 – 16 mm“, „ø 13 mm Maxi“. Genau ein Hersteller des Feldes führt zwei getrennte Zeilen nach Werkstoff und nennt 13 mm in Stahl neben 40 mm in Holz.

Der Unterschied ist keine Wortklauberei. Eine Futterweite beantwortet die Frage nach dem Schaft, nicht die nach dem Loch. Nach oben ist sie zu eng gefasst, weil ein Forstner- oder Stufenbohrer mit reduziertem Schaft einen deutlich größeren Kopf haben darf. Nach unten ist sie zu weit gefasst, weil die Maschine den Bohrer auch treiben muss – mit ausreichendem Drehmoment, mit passender Drehzahl und ohne dass die Säule ausweicht.

Ein größeres Bohrfutter ist kein Leistungsversprechen

Die Schnittgeschwindigkeit wächst mit dem Durchmesser. Wer die Futterweite ausreizt, ohne die Drehzahl abzusenken, treibt sie im selben Verhältnis nach oben – und zwar genau dort, wo die Schneide am heißesten wird. Ein Gerät mit 16 mm Futterweite bei 450 min⁻¹ kommt rechnerisch auf rund 22,6 m/min, eines mit 13 mm bei 440 min⁻¹ auf rund 18,0 m/min, obwohl die beiden Anfangsdrehzahlen nur 10 min⁻¹ auseinanderliegen. Ein größeres Futter schafft Platz für dickere Schäfte. Als Aussage über Stahl taugt es nicht.

Bei den bodenstehenden Maschinen ist die Lage besser, weil dort die Bohrleistung getrennt von der Futterkapazität ausgewiesen wird und zwischen 25 und 32 mm liegt. Bei den Magnetbohrmaschinen tritt der Kernbohr-Durchmesser von 32 bis 50 mm an ihre Stelle: Ein Kernbohrer schneidet nur an der Ringschneide und trägt deshalb bei gleicher Antriebsleistung deutlich größere Durchmesser als ein Spiralbohrer, der das ganze Volumen zerspant. Das ist der Grund, warum diese Bauform die einzige des Themenbereichs ist, die Löcher über 32 mm in Stahl beherrscht.

Drei Bauformen, drei Aufnahmewelten

Der vierte Kennwert der Auswahl ist der Spindelkonus, und er sortiert die fünfzehn Maschinen dieses Themenbereichs sauber nach Bauform. Werkbankgeräte führen überwiegend gar keinen eigenen Spindelkegel, sondern nur eine Futteraufnahme B 16; ein Gerät des Feldes nennt MK 2 in der Spindel und B 16 am Futter, ein weiteres nennt überhaupt keine Kegelbezeichnung, weil das Schnellspannfutter ab Werk montiert ist. Bodenstehende Maschinen führen durchgängig einen Morsekegel, dreimal MK 3 und zweimal MK 4, und darüber zusätzlich eine Futteraufnahme. Magnetbohrmaschinen führen entweder Weldon oder MK 2 – und keine von beiden nimmt das Werkzeug der jeweils anderen ohne Adapter auf.

Die Spindelaufnahme sagt, welche Werkzeuge ohne Futter direkt in die Maschine passen. Die Bohrfutteraufnahme sagt, welches Ersatzfutter auf den Kegeldorn geht. Beide Zahlen gehören vor dem ersten Zubehörkauf notiert.

Praktisch heißt das dreierlei. Wer auf der Werkbank arbeitet, kann Kegelschaftwerkzeuge in der Regel nicht direkt einsetzen und bleibt auf den Spannbereich des Futters festgelegt. Wer bodenstehend arbeitet, gewinnt mit dem Morsekegel die Möglichkeit, größere Bohrer ohne Futter zu fahren – und muss dafür den passenden Austreiber vorhalten. Und wer am Werkstück arbeitet, entscheidet mit der Aufnahme zugleich über die Folgekosten, weil der Kernbohrer das Verbrauchsmaterial dieser Bauform ist. Welche Aufnahme auf welche passt, wie die Kette aus Spindel, Kegeldorn und Futter aufgebaut ist und warum ein Bohrfutter allein kein Ersatzteil ist, führt der Ratgeber Bohrfutter und Spindelaufnahme mit einer Kombinationstabelle aus.

Warum nur einer der drei Vergleiche Sterne trägt

Die Bewertungslage ist über die drei Bauformen so ungleich, dass sie einmal erklärt gehört, statt sie in zwei Artikeln zu wiederholen. Auf der Werkbank tragen zwölf Geräte mehr als 200 Bewertungen, mehrere davon vierstellig: 5.904 beim meistbewerteten Gerät, dazu 985, 655, 444 und 420 bei den übrigen vier des Vergleichsfeldes. Bodenstehend bricht dieses Bild vollständig zusammen – das einzige echte Bodengerät auf dem großen Marktplatz kommt auf 29 Bewertungen. Bei den Magnetbohrmaschinen liegt das bestbewertete Gerät bei 116, danach folgen 31 und 21.

Aus zwei Dutzend Stimmen entsteht keine belastbare Aussage über eine Maschine, die 200 kg wiegt oder an einem Träger über Kopf hängt. Eine Sternezahl täuschte dort Sicherheit vor, die sie nicht hat. In den beiden Fachhandels-Vergleichen bleibt das Bewertungsfeld deshalb bei allen Geräten leer, und die Einordnung hängt ausschließlich an belegten Kennwerten – jeder Wert mit Herstellerquelle, jede Lücke gekennzeichnet. Es fehlen dort nicht die Geräte, es fehlen die Käufer.

Der Bezugsweg folgt derselben Trennung. Werkbankgeräte werden über den großen Marktplatz gekauft, bodenstehende Maschinen und Magnetbohrmaschinen über den Fachhandel – teils über Shops, die die Hersteller laut Impressum selbst betreiben, teils über markengebundene Onlineshops, hinter denen ein Händler steht, teils über autorisierte Händler, weil mehrere Markeninhaber ausdrücklich nicht selbst verkaufen. Wer den Betreiber wissen will, findet ihn nur im Impressum – der Domainname sagt darüber nichts. Eine Prüfstelle mit veröffentlichter Zertifikatsnummer steuert in keinem der beiden Fachhandelsfelder ein Gerät bei.

Was nach dem Kauf an Strom, Platz und Pflichten bleibt

Der laufende Aufwand einer ortsfesten Bohrmaschine ist überschaubar, die Voraussetzungen sind es nicht. Die härteste steht ganz am Anfang: Alle fünf bodenstehenden Maschinen dieses Themenbereichs sind mit 400 V Drehstrom ausgewiesen, keine mit 230 V. Das ist der Punkt, an dem eine Bestellung am häufigsten scheitert, und er lässt sich nur über ein anderes Modell derselben Baureihe lösen, nicht über ein Adapterkabel. Werkbankgeräte und Magnetbohrmaschinen laufen an 230 V.

Die zweite Voraussetzung ist der Platz, und er verteilt sich sehr ungleich. Werkbankgeräte messen 580 bis 955 mm Bauhöhe und 298 × 190 bis 456 × 304 mm Standfläche; die schwereren gehören verschraubt, weil bei langem Vorschubhebel ein erhebliches Kippmoment wirkt. Bodenstehende Maschinen messen 1.620 bis 2.020 mm – in einer Werkstatt mit Balkendecke ist das obere Ende der Grenzfall – und sind mit rund 78 bis 215 kg von einer Person nicht zu stellen. Über jeder riemengeschalteten Maschine muss zusätzlich der Weg frei bleiben, auf dem sich die Haube öffnen lässt.

Im gewerblichen Betrieb kommt eine Ebene dazu, die mit der Bauform nichts zu tun hat und trotzdem in die Kaufentscheidung gehört. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt in Paragraf 3 eine Gefährdungsbeurteilung vor der Verwendung von Arbeitsmitteln, hält ausdrücklich fest, dass eine CE-Kennzeichnung davon nicht entbindet, und will sie bereits vor Auswahl und Beschaffung begonnen sehen. Paragraf 14 verlangt für Arbeitsmittel, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt, eine Prüfung vor der erstmaligen Verwendung durch eine zur Prüfung befähigte Person – eine Maschine aus Grundplatte, Säule und Bohrkopf ist genau dieser Fall.

Kurz gefasst

Die Reihenfolge steht damit fest: erst die Aufstellung, dann die niedrigste Drehzahl, dann die Ausladung, dann die Aufnahme – und ganz zum Schluss Ausstattung, Marke und Sterne. Wer so vorgeht, hat den Markt nach zwei Fragen auf eine Bauform und nach vier Fragen auf eine Handvoll Geräte reduziert. Alles davor ist der Name auf dem Karton, und der trennt in diesem Themenbereich nichts.

Häufige Fragen

Worin unterscheiden sich Standbohrmaschine, Säulenbohrmaschine und Tischbohrmaschine?
Im Handel in nichts. Die vier Suchbegriffe „standbohrmaschine“, „säulenbohrmaschine“, „tischbohrmaschine“ und „getriebebohrmaschine“ liefern dieselbe Produktmenge, ein einziger Artikel heißt vollständig „Tischbohrmaschine DP16VLS Standbohrmaschine Säulenbohrmaschine“, und das meistbewertete Gerät des Marktes steht im Kategoriebaum unter „Zubehör für Elektrowerkzeuge · Bohr-Zubehör · Bohrständer“. Unterschieden wird deshalb über die Aufstellung: auf der Werkbank, auf dem Boden oder am Werkstück. Diese drei schließen sich gegenseitig aus, der Produktname tut es nicht.
Welche Norm gilt für eine Standbohrmaschine?
Das entscheidet der Spannbereich des Bohrfutters, nicht die Bauart. Der frei zugängliche Anwendungsbereich von IEC 62841-3-13:2017 erfasst transportable Bohrmaschinen mit handbetätigtem Axialvorschub bis 13 mm Futterkapazität und nennt sie „bench drills or drill presses“. Ortsfeste Maschinen fallen darunter nicht; für sie führt die DGUV-Publikation FBHM-120 die Produktnorm DIN EN 12717 – der Normtext selbst liegt hinter einer Bezahlschranke, die Zuordnung stammt aus dieser frei zugänglichen Sekundärquelle. Magnetbohrständer sind im selben Abschnitt ausdrücklich ausgenommen, und eine Handbohrmaschine in einem Ständer gilt normativ als transportable Bohrmaschine.
Welche Drehzahl braucht eine Bohrmaschine für 13 mm in Stahl?
Einhell und Scheppach drucken in ihren eigenen Betriebsanleitungen dieselbe Richtwerttabelle: 370 min⁻¹ für Ø 13 mm in Stahl und 590 min⁻¹ für Ø 13 mm in Grauguss, ausdrücklich als Richtwerte. Der Wert ist konservativ – er entspricht rund 15 m/min Schnittgeschwindigkeit, während die Drehzahlmatrix von RUKO für unlegierte Baustähle 30 bis 35 m/min ansetzt, also 735 bis 857 min⁻¹ am selben Durchmesser. Eng wird es bei zähen Werkstoffen: Die Holzmann-Anleitung nennt für einen 10-mm-HSS-Bohrer 300 min⁻¹ in Edelstahl, und das Merkblatt 822 der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei bestätigt diese Größenordnung mit 315 min⁻¹ bei Ø 9,5 mm und 280 min⁻¹ bei Ø 11,0 mm.
Was bedeutet die Ausladung – und warum fehlt sie bei Magnetbohrmaschinen?
Die Ausladung ist der Abstand von der Spindelmitte zur Säule und bestimmt, wie weit von der Werkstückkante entfernt gebohrt werden kann. Bei den Werkbankgeräten veröffentlichen nur drei von fünf Herstellern eine Zahl, sie liegt zwischen 104 und 152 mm; bei den bodenstehenden Maschinen nennen sie alle fünf, zwischen 215 und 260 mm. Bei Magnetbohrmaschinen gibt es sie bauartbedingt nicht, weil es keine Säule gibt – die Maschine steht auf dem Werkstück. An ihre Stelle tritt die Aufstandsfläche des Magnetfußes, im Vergleichsfeld zwischen 160 × 80 und 238 × 92 mm.
Braucht eine Standbohrmaschine einen Drehstromanschluss?
Das hängt an der Bauform. Alle fünf bodenstehenden Maschinen des Vergleichsfelds sind mit 400 V Drehstrom ausgewiesen, keine mit 230 V – eine haushaltsübliche Steckdose reicht dort nicht, und ein Adapterkabel löst das nicht. Werkbankgeräte und Magnetbohrmaschinen laufen an 230 V, bei den Magnetbohrmaschinen vier von fünf mit 1.200 W. Von mehreren bodenstehenden Baureihen gibt es 230-V-Schwestermodelle unter eigenen Bestellnummern; sie stehen nicht in diesem Vergleich.
Was bedeuten die Angaben MK 2 und B 16 an einer Bohrmaschine?
Sie beschreiben die beiden Enden desselben Kegeldorns und nicht zwei Größen derselben Reihe. MK steht für den Morsekegel nach DIN 228 auf der Maschinenseite, B für den Bohrfutterkegel nach DIN 238 auf der Werkzeugseite. Belegte Schaftdurchmesser sind 17,780 mm für MK 2, 23,825 mm für MK 3 und 31,267 mm für MK 4; der Kegeldurchmesser beträgt bei B 16 laut RÖHM-Katalog 24 mm und bei B 22 40,5 mm. Ein Bohrfutter allein ist deshalb kein Ersatzteil: Es braucht den Kegeldorn, und der wird nach beiden Kegeln gleichzeitig ausgewählt.
Warum stehen in zwei der drei Vergleiche keine Sterne?
Weil die Bewertungsbasis dort nicht trägt. Auf der Werkbank liegen zwölf Geräte über 200 Bewertungen, mehrere vierstellig – 5.904 beim meistbewerteten, dazu 985, 655, 444 und 420 im Vergleichsfeld. Bodenstehend kommt das einzige echte Bodengerät auf dem großen Marktplatz auf 29 Bewertungen, bei den Magnetbohrmaschinen das bestbewertete Gerät auf 116, danach folgen 31 und 21. Aus zwei Dutzend Stimmen entsteht keine belastbare Aussage über eine Maschine, die 200 kg wiegt oder über Kopf an einem Träger hängt. Beide Fachhandels-Vergleiche ordnen deshalb ausschließlich über belegte Kennwerte ein.

Änderungen an dieser Seite

Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung des Hubs: Bauformen-Systematik über die Aufstellung statt über den Produktnamen aufgebaut, Glossar der acht Datenblatt-Begriffe ergänzt, die Normabgrenzung am Spannbereich des Bohrfutters festgemacht, Drehzahl- und Ausladungsbefunde über alle drei Bauformen zusammengeführt und alle sechs Spokes im Fließtext verlinkt.

Verwendete Quellen

  1. [1]§ 3 Betriebssicherheitsverordnung – Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung vor der Verwendung von Arbeitsmitteln, ausdrücklicher Hinweis, dass eine CE-Kennzeichnung davon nicht entbindet, Beginn bereits vor Auswahl und Beschaffung sowie Absatz 6 mit der Pflicht, Art, Umfang und Fristen der wiederkehrenden Prüfungen selbst zu ermitteln und festzulegen · abgerufen 2026-08-02
  2. [2]§ 14 Betriebssicherheitsverordnung – Prüfung von Arbeitsmitteln, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt, vor der erstmaligen Verwendung durch eine zur Prüfung befähigte Person, wiederkehrende Prüfungen bei schädigenden Einflüssen, außerordentliche Prüfung nach außergewöhnlichen Ereignissen und die Fristenregelung nach Absatz 5 · abgerufen 2026-08-02
  3. [3]§ 6 Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung – die beiden Auslösewertepaare für den Tages-Lärmexpositionspegel und den Spitzenschalldruckpegel, mit dem ausdrücklichen Zusatz, dass die dämmende Wirkung eines persönlichen Gehörschutzes bei der Anwendung der Auslösewerte nicht berücksichtigt wird · abgerufen 2026-08-02
  4. [4]DGUV Information 209-023 „Lärm am Arbeitsplatz“, Ausgabe November 2021, Abschnitt 4.2.1 „Auslösewerte“ auf S. 16 – Unterscheidung zwischen unteren und oberen Auslösewerten samt Zahlenwerten, die Grenze von 80 dB(A) als Übergang von der Arbeitsstättenverordnung zur LärmVibrationsArbSchV sowie der Beurteilungspegel aus äquivalentem Dauerschallpegel plus Zuschlägen für Impuls-, Ton- und Informationshaltigkeit · abgerufen 2026-08-02
  5. [5]DGUV Fachbereich AKTUELL FBHM-120 „Maschinen der Zerspanung − Checklisten“ – Übersicht der Produktnormen für Werkzeugmaschinen der Zerspanung mit DIN EN 12717 für Bohrmaschinen, Systematik der Checklisten nach Maschinengattung und Baujahr vor oder nach der Maschinenrichtlinie, sowie die Betreiberprüfpunkte für Tisch- und Ständerbohrmaschinen einschließlich standsicherer Aufstellung · abgerufen 2026-08-02
  6. [6]International Electrotechnical Commission, frei zugänglicher Anwendungsbereich von IEC 62841-3-13:2017 – die normative Abgrenzung der Bauformen: transportable Bohrmaschine bis 13 mm Bohrfutter als bench drill beziehungsweise drill press einerseits, stationäre Bohrmaschinen, Radialbohrmaschinen und Magnetbohrständer als ausdrücklich ausgenommene Bauformen andererseits, dazu die Nennleistungs- und Spannungsgrenzen · abgerufen 2026-08-02