Ratgeber · Wallboxen
Was sitzt in dem Kasten mitten im Ladekabel?
Fünf Geräte, fünf Angaben zum Fehlerstromschutz — und nur zwei nennen eine Bauart. Was Hersteller schreiben, was die Normtexte dazu sind und wo die Lücke bleibt.
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Bei vier von fünf Geräten dieses Clusters sitzt etwa einen halben Meter hinter dem Netzstecker ein Kasten. Er ist ein paar Zentimeter dick, hat eine Anzeige und meist zwei Tasten, und er ist der Grund, warum das Gerät mehr kostet als ein gleich langes Kabel mit zwei Steckern. Was in diesem Kasten sitzt, ist die eigentliche Ware.
Fragt man die fünf Anbieter, was darin ist, bekommt man fünf verschiedene Antworten. Einer nennt ein Schutzmodul mit zwei Ansprechwerten und drei Normen mit Ausgabestand. Einer nennt eine Bauart und einen Ansprechwert. Einer listet acht Schutzfunktionen, unter denen das Stichwort Fehlerstrom vorkommt, ohne Wert und ohne Bauart. Einer schreibt von einer automatischen Abschaltung. Und einer nennt an keiner Stelle seiner Angebotsseite einen Fehlerstromschutz.
Dieser Ratgeber zählt aus, wer was angibt, und stellt daneben, welche Normtexte für diese Bauteile einschlägig sind. Die Normtexte selbst stehen hinter einer Bezahlschranke und werden hier nur mit Nummer, Titel und Ausgabestand benannt — kein Grenzwert und keine Prüfbedingung daraus wird wiedergegeben. Und eine Beurteilung der eigenen Installation leistet dieser Text nicht; das ist Sache einer Elektrofachkraft.
Die fünf Angaben im Feld, nach Belegtiefe geordnet
- Bauart, zwei Ansprechwerte und drei Normen mit AusgabestandEin Gerät nennt ein Schutzmodul für Gleichfehlerströme ab 6 Milliampere und für Wechselfehlerströme ab 20 Milliampere, dazu den normativen Begriff für diese Gerätebauart und drei Normen mit Jahr und Änderungsstand. Das ist die vollständigste Angabe im Feld.
- Bauart und ein AnsprechwertEin Gerät nennt eine Bauart für Wechselfehlerströme zusammen mit einer Gleichstromerkennung ab 6 Milliampere. Die Angabe benennt, welche Fehlerstromarten erfasst werden, verweist aber auf keine Norm.
- Stichwort ohne Bauart und ohne WertEin Gerät listet acht Schutzfunktionen, darunter den Fehlerstrom als Schlagwort. Weder eine Bauart noch ein Ansprechwert wird genannt — im Titel nicht, im Datenfeld nicht und im Fließtext nicht.
- Verhaltensbeschreibung statt BauteilangabeEin Gerät beschreibt eine automatische Abschaltung. Das ist eine Aussage über das Verhalten und keine über den Schutzumfang; sie lässt offen, bei welcher Fehlerstromart und ab welchem Wert abgeschaltet wird.
- Keine AngabeEin Gerät nennt auf der ganzen Angebotsseite keinen Fehlerstromschutz. Dasselbe Gerät nennt auch keine Schutzart. Der Lieferumfang listet Tasche, Trageschlaufe, Mikrofasertuch und einen Adapter.
Vorweg eine Einschränkung, die für diesen ganzen Text gilt. Er zählt aus, welcher Anbieter welche Angabe macht, und er benennt, welche Normtexte für diese Bauteile einschlägig sind. Er erklärt nicht, wie eine Ladeeinrichtung anzuschließen ist, er nennt keine Leitungsquerschnitte, keine Absicherungen und keine Prüfschritte, und er bewertet keine vorhandene Installation. Das ist keine Bescheidenheit, sondern eine Festlegung: Angaben aus Datenblättern lassen sich vergleichen, die Eignung einer Anlage lässt sich nur vor Ort beurteilen. Wer den zweiten Schritt in einem Text sucht, sucht ihn an der falschen Stelle.
Ein Kasten mitten im Kabel
Die Bauform ist ungewöhnlich, wenn man sie mit anderen Elektrogeräten vergleicht. Bei den meisten sitzt die Elektronik im Gerät und das Kabel führt nur Strom. Hier ist es umgekehrt: Das Gerät ist das Kabel, und die Elektronik sitzt darin, zwischen Netzstecker und Fahrzeugstecker. Diese Anordnung hat einen Grund — sie erlaubt, dasselbe Gerät an verschiedenen Dosen zu betreiben, ohne es zu installieren.
Sie hat aber auch eine Folge für die Schutzfrage. Ein fest installiertes Wandgerät sitzt an einem Stromkreis, der für diesen Zweck ausgelegt und mit passenden Schutzorganen versehen wurde; die Auswahl dieser Organe ist Teil der Installation. Ein Gerät am Stecker sitzt an einer Dose, die vielleicht für einen anderen Zweck eingerichtet wurde. Was an Schutz vorhanden ist, entscheidet sich damit teilweise im Kasten und teilweise in der Unterverteilung — und nur der erste Teil steht im Datenblatt.
Genau deshalb ist die Angabe zum Fehlerstromschutz in dieser Warengruppe die aufschlussreichste des ganzen Datenblatts. Sie sagt, welchen Teil der Aufgabe das Gerät selbst übernimmt. Fehlt sie, bleibt offen, ob sie überhaupt übernommen wird. Und sie fehlt bei drei von fünf Geräten ganz oder teilweise.
Ein Vergleich mit der benachbarten Warengruppe macht den Unterschied deutlich. Bei einem fest montierten Wandgerät ist die Schutzfrage Teil eines Vorgangs, an dessen Ende eine Fachkraft eine Installation übergibt. Beim Gerät am Stecker gibt es diesen Vorgang nicht: Das Gerät kommt in einem Paket, wird ausgepackt und eingesteckt. Damit verschiebt sich die Verantwortung für die Frage, ob Gerät und Dose zusammenpassen, an die Stelle, an der niemand sie stellt. Dass die entscheidende Angabe bei drei von fünf Anbietern fehlt, wiegt in dieser Konstellation schwerer als bei einer Warengruppe, die ohnehin über eine Fachkraft läuft.
Was die Einrichtung im Kasten tut
Die Einrichtung hat zwei Aufgaben, und sie werden in den Angebotstexten häufig vermischt. Die erste ist die Steuerung: Sie teilt dem Fahrzeug mit, welcher Strom zur Verfügung steht, und das Fahrzeug richtet seinen Bezug danach. Diese Signalisierung ist der Grund, warum sich der Ladestrom am Gerät einstellen lässt — das Gerät begrenzt nicht, es meldet eine Obergrenze.
Die zweite Aufgabe ist der Schutz. Dazu gehört die Überwachung des Fehlerstroms, also des Stroms, der nicht über den vorgesehenen Rückweg zurückfließt, sondern über einen anderen Pfad abwandert. Ein solcher Strom ist das Kennzeichen eines Isolationsfehlers, und eine Schutzeinrichtung, die ihn erkennt, trennt die Verbindung. Wie empfindlich sie das tut und welche Art von Fehlerstrom sie erkennt, ist die Angabe, um die es hier geht.
Für die Signalisierung ist die Stromstärke die maßgebliche Größe, nicht die Leistung — und das ist der Grund, warum zwei Geräte des Felds ihre Stufen in Ampere einzeln aufführen und eines sogar Einerschritte zulässt. Welche Einheiten in dieser Warengruppe welche Rolle spielen und warum die Kilowattzahl für die Anschlussfragen die am wenigsten brauchbare Angabe ist, führt der Ratgeber zu drei Schwellen in drei Bezugsgrößen im Einzelnen aus.
Dazu kommen bei allen fünf Geräten weitere Überwachungsfunktionen, die in den Texten aufgezählt werden: Überspannung, Unterspannung, Überstrom, Übertemperatur, teilweise auch eine Prüfung des Schutzleiters. Diese Aufzählungen sind lang und wirken beruhigend. Sie ersetzen die Angabe zur Fehlerstrombauart nicht, weil sie andere Fehlerbilder betreffen.
Ein Detail der Bauform verdient noch Beachtung, weil es die Prüfbarkeit unmittelbar betrifft: Der Kasten ist nicht zerlegbar. Bei einer festen Installation ließe sich in der Unterverteilung nachsehen, welches Schutzorgan verbaut ist — es trägt seine Bauart als Aufdruck. Beim Gerät am Kabel ist das Bauteil eingegossen, und der Aufdruck auf dem Gehäuse nennt bei den Geräten dieses Felds die Marke, die Leistung und die Schutzart, aber bei keinem die Fehlerstrombauart. Die einzige Auskunft über das Bauteil ist damit die Angabe des Anbieters. Fehlt sie, gibt es keine zweite Stelle, an der man nachsehen könnte.
Warum zwei Fehlerstromarten unterschieden werden
In den Angaben der beiden Geräte, die überhaupt eine Bauart nennen, tauchen zwei Werte auf: einer für Wechselfehlerströme und einer für glatte Gleichfehlerströme. Dass zwei Werte genannt werden, hat einen sachlichen Grund. Eine Schutzeinrichtung, die auf Wechselfehlerströme ausgelegt ist, erkennt einen glatten Gleichfehlerstrom nicht zuverlässig — sie kann durch ihn sogar in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.
Beim Laden eines Fahrzeugs ist das keine theoretische Möglichkeit, denn im Fahrzeug arbeitet eine Leistungselektronik, die Gleichstrom erzeugt. Deshalb ist die Kombination aus einer Einrichtung für Wechselfehlerströme und einer zusätzlichen Erkennung für Gleichfehlerströme die Anordnung, die bei Ladeeinrichtungen genannt wird. Die beiden Geräte im Feld, die eine Bauart angeben, geben genau diese Kombination an — das eine mit zwei Zahlen, das andere mit einer Bauartbezeichnung und einer Zahl.
Welche Grenzwerte und Prüfbedingungen dafür normativ festgelegt sind, steht in Normtexten, die kostenpflichtig sind. Dieser Cluster beschafft sie nicht und gibt aus ihnen keine Zahl wieder. Was sich sagen lässt: Die von den beiden Anbietern genannten Werte sind Herstellerangaben. Ob sie den normativen Anforderungen entsprechen, ist an den Normtexten zu prüfen und nicht an einem Vergleichstext.
Der Unterschied zwischen einer Bauartangabe und einer Funktionsbeschreibung lässt sich an einem einfachen Gegensatzpaar zeigen. Wer schreibt, sein Gerät erkenne Fehlerströme, macht eine Aussage, die für jedes Gerät dieser Gattung zutrifft und daher keinen Unterschied benennt. Wer schreibt, welche Art von Fehlerstrom ab welchem Wert erkannt wird, macht eine Aussage, die auf sein Gerät zutrifft oder nicht. Nur die zweite Form lässt einen Vergleich zwischen zwei Angeboten zu. Genau deshalb führt die Kennwertmatrix dieses Clusters das Feld als kritisch und trägt dort bei drei von fünf Geräten den Eintrag nicht angegeben ein.
Noch eine Beobachtung zu den Zahlen, die genannt werden. Beide Anbieter, die einen Wert angeben, nennen für den Gleichanteil denselben: sechs Milliampere. Bei fünf Geräten und zwei Angaben ist das keine Statistik, aber es ist ein Hinweis darauf, dass die Größe in dieser Gerätegattung nicht beliebig ist, sondern an einem festen Bezug hängt. Wo dieser Bezug festgelegt ist, steht in einem Normtext hinter einer Bezahlschranke — und deshalb bleibt es in diesem Cluster bei der Feststellung, dass zwei Anbieter denselben Wert nennen, ohne daraus eine normative Aussage abzuleiten.
Die zwei Geräte, die eine Bauart nennen
Das erste dieser Geräte ist dasjenige mit dem einzigen vollständigen Datenblatt im Feld. Es nennt ein Schutzmodul und dazu zwei Ansprechwerte: sechs Milliampere für den Gleichanteil und zwanzig Milliampere für den Wechselanteil. Es nennt außerdem den normativen Begriff für die Bauart dieser Gerätegattung und drei Normen mit Nummer, Jahr und Änderungsstand. Es ist das einzige Gerät im Feld, bei dem sich die Angabe an einer benannten Norm festmachen lässt.
Das zweite nennt eine Bauartbezeichnung für Wechselfehlerströme und daneben eine Gleichstromerkennung ab sechs Milliampere. Die Angabe steht im Angebotstext und auf der Herstellerseite unter derselben Artikelnummer. Sie benennt, welche Fehlerstromarten erfasst werden, und sie nennt einen Wert. Sie verweist auf keine Norm, was die Prüfbarkeit gegenüber dem ersten Gerät um eine Stufe verringert, aber sie ist eine Angabe zum Bauteil und nicht zum Verhalten.
Bemerkenswert ist, dass diese beiden Geräte die beiden mit den niedrigsten Bewertungszahlen des Felds sind. Der Zusammenhang ist nicht kausal, aber er ist bemerkenswert, weil er die gängige Leseweise umkehrt: Die Angabendichte und die Sternzahl laufen im Feld nicht parallel. Woran das liegt, zeigt der Blick auf die Variantenverbünde der fünf Geräte — die drei höheren Zahlen sind Summen über andere Artikel.
Die Kombination der beiden Angaben hat noch eine praktische Seite. Weil die Erkennung des Gleichanteils eine eigene Baugruppe erfordert, ist sie ein Bauteil, das Platz und Kosten verursacht. Ein Anbieter, der sie ausdrücklich benennt und mit einem Wert versieht, sagt damit auch, dass sie vorhanden ist. Ein Anbieter, der allgemein von Schutzfunktionen spricht, sagt es nicht — und man kann daraus nicht schließen, dass sie fehlt. Die Aussage bleibt in beide Richtungen offen, und offene Aussagen sind in einer Kennwertmatrix nicht verwendbar. Deshalb wird dort nicht vermutet, sondern die Lücke benannt.
Wer die beiden Angaben nebeneinanderlegt, sieht außerdem, dass sie unterschiedlich tief belegt sind, obwohl sie inhaltlich dasselbe beschreiben. Das eine Gerät nennt zwei Werte und drei Normen, das andere eine Bauartbezeichnung und einen Wert. Beide erlauben die Aussage, dass Wechsel- und Gleichfehlerströme erfasst werden. Nur beim ersten lässt sich zusätzlich nachschlagen, an welchem Anforderungsstand sich diese Aussage messen soll. Diese Stufung — Angabe, Angabe mit Wert, Angabe mit Wert und Normbezug — ist die Ordnung, nach der die Übersicht am Anfang dieses Textes sortiert ist.
Die drei Geräte, die es nicht tun
Das erste der drei listet acht Schutzfunktionen. Der Fehlerstrom kommt darin als Stichwort vor, ohne Bauart und ohne Wert. Eine solche Liste ist nicht wertlos — sie sagt, dass die Funktion vorhanden sein soll. Sie sagt nicht, welche Fehlerstromart erkannt wird, und damit bleibt die entscheidende Unterscheidung offen. Für die Kennwertmatrix dieses Clusters steht bei diesem Gerät deshalb der Eintrag nicht angegeben, versehen mit einem Ersatzwert, der festhält, wo gesucht wurde.
Das zweite beschreibt eine automatische Abschaltung. Das ist eine Aussage über das Verhalten: Es geschieht etwas. Sie beantwortet nicht, worauf die Abschaltung reagiert. Dazu kommt bei diesem Gerät, dass die Herstellerseite unter der im Datenfeld genannten Firma nicht erreichbar ist — die Angabe lässt sich also auch nicht an einer zweiten Quelle prüfen. Als Hersteller ist ein Handelshaus eingetragen.
Das dritte ist der eigene Abschnitt weiter unten, weil sein Fall anders liegt. Bei allen drei Geräten gilt aber dieselbe Einschränkung: Aus einer fehlenden Angabe folgt nicht, dass keine Schutzeinrichtung vorhanden ist. Ein Gerät dieser Bauart ohne Schutzeinrichtung wäre keines — die Steuerung im Kasten ist der Kern der Bauform. Was folgt, ist allein, dass sich der Umfang nicht prüfen lässt.
Wie die drei Geräte in der Kennwertmatrix stehen, folgt einer festen Regel dieses Clusters: Eine Lücke wird als Lücke eingetragen und mit einem Ersatzwert versehen, der festhält, welche Stellen geprüft wurden und was dort stand. Dieser Ersatzwert ist keine geschätzte Zahl und kein Erfahrungswert, sondern eine Dokumentation der Suche. Wer die Matrix liest, sieht damit nicht nur, dass eine Angabe fehlt, sondern auch, dass nach ihr gesucht wurde — was ein Unterschied ist, wenn man wissen will, ob eine leere Zelle auf Nachlässigkeit beim Auslesen oder auf das Angebot selbst zurückgeht.
Das Gerät ohne jede Angabe
Bei einem Gerät des Felds findet sich auf der gesamten Angebotsseite kein Fehlerstromschutz: nicht im Titel, nicht in den Datenfeldern, nicht im beschreibenden Text. Geprüft wurde die vollständige Seite einschließlich der Aufzählung des Lieferumfangs; diese listet eine Tasche, eine Trageschlaufe, ein Mikrofasertuch und einen Adapter. Dasselbe Gerät nennt auch keine Schutzart, also keine IP-Kennziffer — es ist das einzige Gerät im Feld ohne beides.
Bei der Recherche für diesen Cluster trat dabei ein Fehler auf, der hier festgehalten werden soll, weil er sich leicht wiederholt: Ein erster Durchgang hatte für dieses Gerät die Schutzart IP65 notiert. Die Nachprüfung ergab, dass dieser Wert aus einem Empfehlungsblock eines Nachbarangebots auf derselben Seite stammte. Angebotsseiten mischen eigene und fremde Angaben in einer Weise, die beim Auslesen unterschieden werden muss.
Für die Kennwertmatrix stehen bei diesem Gerät deshalb zwei Ersatzwerte, beide mit dem Vermerk, dass es sich um eine fehlende Herstellerangabe handelt und wo gesucht wurde. Es ist gleichzeitig das Gerät mit dem längsten Kabel im Feld und mit einer der höheren Bewertungszahlen. Lange Kabel und dünne Datenblätter schließen sich nicht aus.
Für den Umgang mit einem solchen Angebot ergibt sich eine einfache Möglichkeit, die nichts kostet: Die Frage lässt sich vor dem Kauf stellen. Ein Anbieter, der eine Bauart nennen kann, nennt sie auf Anfrage; einer, der es nicht kann, antwortet allgemein. Die Antwort ist damit selbst eine Auskunft, und sie ist es unabhängig davon, was in ihr steht. Für die Auswertung in diesem Cluster wurde dieser Weg nicht gegangen, weil ausschließlich öffentlich zugängliche Angaben ausgewertet werden — eine Einzelauskunft an eine Redaktion ist für Leser nicht nachprüfbar und taugt deshalb nicht als Beleg.
Der Fall zeigt außerdem, warum bei der Auswertung von Angebotsseiten die Herkunft jeder Angabe mitnotiert werden muss. Auf einer solchen Seite stehen neben den Angaben des Anbieters Blöcke mit Empfehlungen, Vergleichstabellen zu fremden Artikeln, Fragen anderer Kunden und Textbausteine der Plattform. Wer eine Kennziffer findet, hat damit noch nicht geprüft, zu welchem Artikel sie gehört. In diesem Cluster wird deshalb zu jedem Wert vermerkt, an welcher Stelle der Seite er stand — und genau dieser Vermerk hat den Fehler bei der Nachprüfung aufgedeckt.
Die Normverweise und was sie belegen
Genau ein Anbieter nennt Normen mit Ausgabestand. Er nennt die Norm für die Bauart dieser Geräte — eine In-Kabel-Steuer- und Schutzeinrichtung — mit Jahr und Änderungsstand, und er nennt die Grundnorm für konduktive Ladesysteme, ebenfalls mit Jahr. Drei Normen insgesamt, alle mit Ausgabestand. Das ist im Feld einmalig.
Was ein Normverweis leistet, ist begrenzt und gleichzeitig wertvoll. Er belegt nicht, dass ein Gerät geprüft wurde — dafür wäre ein Prüfbericht nötig. Er belegt, dass der Anbieter sich auf einen bestimmten Anforderungsstand bezieht, und er macht diesen Stand nachprüfbar: Wer die Norm einsieht, weiß, worauf sich die Angabe beziehen soll. Eine Angabe ohne Normbezug lässt diese Prüfung nicht zu, weil unklar bleibt, an welchem Maßstab sie zu messen wäre.
Der Ausgabestand ist dabei der Teil, der am häufigsten fehlt und am meisten aussagt. Eine Normnummer ohne Jahr kann sich auf eine Fassung beziehen, die überholt ist. Dass ein Anbieter Jahr und Änderungsstand mitschreibt, ist ein Hinweis darauf, dass die Angabe aus einem Dokument stammt und nicht aus einer Textvorlage. Wie unterschiedlich sorgfältig Normbezüge in einer Warengruppe gehandhabt werden, zeigt auch die Frage nach Nachweisen und ihrer Auffindbarkeit bei einer anderen Fahrzeugklasse.
Ein Wort noch zu dem Begriff, den dieser eine Anbieter verwendet und die übrigen vier nicht. Er bezeichnet eine Steuer- und Schutzeinrichtung, die in die Zuleitung eingebaut ist, und er trennt damit die Warengruppe präzise von den beiden benachbarten: Ein reines Ladekabel hat keine solche Einrichtung, ein Wandgerät hat sie nicht in der Zuleitung, sondern an deren Ende. Wer nach diesem Begriff sucht statt nach dem umgangssprachlichen, erhält eine Trefferliste ohne die beiden anderen Gruppen. Dass er in den Angebotstiteln fehlt, hat einen naheliegenden Grund: Nach ihm wird nicht gesucht.
Eine Normnummer mit einer Ziffer zu viel
Ein zweiter Anbieter nennt ebenfalls eine Norm, allerdings ohne Ausgabestand — und er schreibt die Nummer falsch. Statt der Norm für Stecker und Fahrzeugsteckvorrichtungen steht im Angebotstext eine Nummer, die um eine Ziffer verlängert ist. Es handelt sich offenkundig um einen Schreibfehler, denn die verlängerte Nummer bezeichnet keine Norm.
Für die Bewertung des Geräts folgt daraus nichts. Für die Bewertung des Datenblatts folgt etwas: Eine Normnummer, die nicht existiert, kann nicht nachgeschlagen werden. Wer den Verweis prüfen will, muss zuerst erraten, welche Norm gemeint ist. Das gelingt hier ohne Mühe, weil die Ziffernfolge nahe an der richtigen liegt — aber es ist ein Ratevorgang, und Rateschritte sind in einem Datenblatt nicht vorgesehen.
Zusammen mit der Beobachtung, dass vier von sechs zunächst geprüften Geräten ihre Modellbezeichnung im Datenfeld für die Farbe tragen, ergibt das ein Bild von der Sorgfaltsstufe, auf der diese Angebote gepflegt werden. Die Angaben sind nicht erfunden, aber sie sind auch nicht als prüfbare Dokumentation angelegt. Sie sind Verkaufstext mit technischen Bestandteilen.
Der Schreibfehler steht dabei nicht allein. Über die fünf Geräte hinweg wurden fünfzehn Widersprüche zwischen Angaben derselben Seite notiert, darunter eine Leistungsangabe, die zur genannten Stromstärke nicht passt, eine Ladeleistung, die als Leistung je Stunde angegeben ist, Abmessungen, die zwischen Fließtext und Datenfeld voneinander abweichen, und ein Gerät, dessen Titel eine Ziffernanzeige nennt, während der Text von Leuchtdioden spricht. Keiner dieser Punkte ist ein Sicherheitsbefund. Zusammen sagen sie etwas darüber, mit welcher Erwartung man an die Angaben dieser Warengruppe herangehen sollte.
Schutzart und Fehlerstromschutz sind zwei Angaben
In den Angebotstexten laufen diese beiden Angaben regelmäßig zusammen, weil beide nach Sicherheit klingen. Sie betreffen verschiedene Dinge. Die Schutzart beschreibt mit einer zweistelligen Kennziffer, wie gut ein Gehäuse gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser abgedichtet ist. Der Fehlerstromschutz ist eine elektrische Einrichtung, die im Fehlerfall trennt.
Ein Gerät kann eine hohe Schutzart und keine benannte Fehlerstrombauart haben — drei der fünf Geräte im Feld sind genau dieser Fall. Es kann auch umgekehrt sein, wobei das im Feld nicht vorkommt. Und es kann beides fehlen, was bei einem Gerät der Fall ist. Wer die Schutzart als Ersatz für die Schutzeinrichtung liest, verwechselt eine Gehäuseeigenschaft mit einer Funktion.
Welche Dose überhaupt in Frage kommt und welche Stromstufen sich dort einstellen lassen, ist die Frage, die vor dieser liegt — sie ist im Ratgeber zur Wahl zwischen zwei Steckvorrichtungen an den Ampere-Zahlen des Felds durchgerechnet.
Für ein Gerät, das im Freien an einer Dose hängt und dessen Kasten auf dem Boden liegen kann, sind beide Angaben relevant, und zwar unabhängig voneinander. Die eine sagt, ob Regenwasser ein Problem ist. Die andere sagt, was passiert, wenn es doch eines wird. Genau diese Reihenfolge ist der Grund, warum die Kennwertmatrix dieses Clusters beide Felder führt und beide als kritisch markiert.
Es gibt einen Grenzfall, der beide Angaben verbindet, und er ist bei einem Gerät am Kabel nicht theoretisch. Wenn der Kasten auf nassem Boden liegt oder Regen ausgesetzt ist, entscheidet die Schutzart darüber, ob Wasser in das Gehäuse gelangt. Gelangt es hinein und entsteht ein Isolationsfehler, entscheidet der Fehlerstromschutz darüber, was dann geschieht. Die eine Angabe betrifft also die Vermeidung, die andere die Bewältigung. Vier Geräte des Felds nennen die erste, zwei nennen die zweite in prüfbarer Form, und eines nennt keine von beiden. Genau deshalb sind beide Felder in der Matrix als kritisch geführt.
Was aus einer Herstellerangabe nicht folgt
Eine benannte Bauart mit Ansprechwert ist die beste Angabe, die im Feld vorkommt. Sie ist trotzdem eine Herstellerangabe. Aus ihr folgt nicht, dass die vorhandene Installation für den Betrieb geeignet ist, dass der Stromkreis passend abgesichert ist oder dass kein zusätzlicher Schutz erforderlich wäre. Diese Fragen betreffen die Anlage und nicht das Gerät, und sie werden von einer Elektrofachkraft anhand der konkreten Anlage beantwortet.
Ebenso wenig folgt aus ihr eine Aussage über das Verhalten bei langer Betriebsdauer. Dieser Cluster macht dazu grundsätzlich keine Angaben, die über das hinausgehen, was ein Hersteller selbst schreibt — und die Hersteller schreiben dazu wenig. Ein Gerät nennt einen Betriebstemperaturbereich, die übrigen vier nennen keinen. Mehr als diese Feststellung ist aus den vorliegenden Unterlagen nicht abzuleiten.
Und schließlich folgt aus der Angabe nichts über die Anmeldung. Ob und wie eine Ladeeinrichtung dem Netzbetreiber mitzuteilen ist, richtet sich nach der Anschlussverordnung und nicht nach der Ausstattung des Geräts; die dortige Pflicht ist ohne Bedingung formuliert und knüpft an keine technische Eigenschaft an.
Auch über das Fahrzeug folgt aus der Angabe nichts. Welche Ladeeinrichtungen ein bestimmtes Fahrzeug akzeptiert, steht in den Unterlagen des Fahrzeugherstellers, und dieser Cluster macht dazu grundsätzlich keine Aussage über die Herstellerliste hinaus. Die Steuer- und Schutzeinrichtung im Kasten verhandelt mit dem Fahrzeug nach einem festgelegten Verfahren — dass sie es tut, ist die Voraussetzung der Bauform. Ob ein konkretes Fahrzeug mit einem konkreten Gerät zusammenarbeitet, ist damit noch nicht gesagt, und es wäre auch nicht aus der Fehlerstromangabe abzuleiten.
Abschließend noch eine Einordnung zur Länge der Schutzfunktionslisten. Ein Gerät im Feld führt acht Punkte auf, andere fünf oder sechs. Solche Listen sind für die Auswahl kaum verwertbar, weil sie Fehlerbilder aufzählen, die bei einem Gerät dieser Bauart ohnehin überwacht werden müssen — Überspannung, Unterspannung, Überstrom, Übertemperatur. Ein längerer Listeneintrag bedeutet nicht mehr Schutz, sondern mehr Text. Die einzige Position, die zwischen den Angeboten tatsächlich unterscheidet, ist die Fehlerstrombauart, und sie ist gleichzeitig diejenige, die in drei von fünf Listen nur als Schlagwort vorkommt.
Woran sich eine belastbare Angabe erkennen lässt
Drei Fragen genügen. Erstens: Steht eine Bauart da oder nur eine Funktion? Eine Bauart benennt, welche Fehlerstromart erfasst wird; eine Funktion sagt nur, dass abgeschaltet wird. Zweitens: Steht ein Ansprechwert mit Einheit dabei? Ein Wert in Milliampere macht die Angabe überprüfbar; ein Wort allein nicht. Drittens: Steht eine Norm mit Nummer und Ausgabestand dabei? Damit wird der Maßstab benannt, an dem die Angabe zu messen wäre.
Im Feld dieses Clusters erfüllt ein Gerät alle drei Kriterien, ein zweites die ersten beiden und drei erfüllen keines vollständig. Das ist ein Ergebnis über die Datenblätter und keines über die Geräte. Es sagt, bei welchen Angeboten man die Frage nach dem Schutzumfang aus den Unterlagen beantworten kann — und bei welchen man sie stellen muss.
Wer weitergehen will, findet die übrigen Kennwerte und die Bauformen, die unter dem Begriff Wallbox angeboten werden, im Überblick zu Ladelösungen am Stecker. Was dieser Ratgeber leisten kann, ist die Auszählung. Was er nicht leisten kann, ist eine Aussage darüber, ob eine bestimmte Steckdose in einer bestimmten Garage für den Betrieb eines bestimmten Geräts geeignet ist. Diese Frage hat einen Adressaten, und der ist keine Internetseite.
Bleibt der Kasten, mit dem dieser Text begonnen hat. Er ist bei vier von fünf Geräten das eigentliche Produkt, und bei zwei von fünf lässt sich aus den Unterlagen sagen, was darin arbeitet. Bei drei nicht. Für eine Warengruppe, deren gesamter Mehrwert gegenüber einem Stück Kabel in diesem Kasten liegt, ist das ein bemerkenswertes Verhältnis — und es ist der Grund, warum in diesem Cluster die Fehlerstromangabe an erster Stelle geprüft wird und nicht die Kilowattzahl.
Häufige Fragen
Was ist in dem Kasten im Ladekabel?
Was bedeutet Typ A zusammen mit 6 mA Gleichstromerkennung?
Reicht die Angabe automatische Abschaltung?
Brauche ich zusätzlichen Schutz in der Unterverteilung?
Warum nennt nur ein Anbieter den normativen Begriff?
Was ist der Unterschied zwischen Schutzart und Fehlerstromschutz?
Woran erkenne ich, ob eine Angabe geprüft ist?
Änderungen an dieser Seite
Zuletzt redaktionell geprüft am .
- Ersterstellung. Belegart Herstellerangabe gegen Normverweis: Für alle fünf Geräte des Clusters wurde die vollständige Angebotsseite auf Angaben zum Fehlerstromschutz durchsucht, zusätzlich die Herstellerseite, soweit erreichbar. Leitbefund: Zwei von fünf Anbietern nennen eine Bauart mit Ansprechwert. Einer nennt ein Schutzmodul mit 6 Milliampere Gleichstrom und 20 Milliampere Wechselstrom, einer eine Bauart für Wechselfehlerströme zusammen mit einer Gleichstromerkennung ab 6 Milliampere. Von den drei übrigen listet einer acht Schutzfunktionen mit dem Stichwort Fehlerstrom ohne Wert und ohne Bauart, einer beschreibt eine automatische Abschaltung, und einer nennt an keiner Stelle der Seite einen Fehlerstromschutz — dasselbe Gerät nennt auch keine Schutzart. Zweiter Befund: Nur ein Anbieter benennt den normativen Begriff für die Bauart dieser Geräte und nennt drei Normen mit Ausgabestand; ein anderer nennt eine Normnummer, schreibt sie im Angebotstext aber um eine Ziffer verlängert. Dritter Befund: Die einschlägigen Normtexte stehen hinter einer Bezahlschranke. Sie werden in diesem Cluster ausschließlich mit Nummer, Titel und, wo ein Anbieter ihn nennt, dem Ausgabestand als Verweisziel benannt; kein Grenzwert, keine Prüfbedingung und keine Tabellenzahl wird daraus wiedergegeben. Keine Elektroinstallationsanleitung (Sperre A), keine Aussage zu Erwärmung oder Dauerlast über die Herstellerangabe hinaus (D), keine Zahl aus kostenpflichtigem Normtext (E), keine Zusage zur Genehmigungsfähigkeit (G), keine Geldbeträge (C).
Verwendete Quellen
- [1]go-e GmbH — Datenblatt go-e Charger Gemini flex, Version 1.4: DC-Schutzmodul mit 6 mA Gleichstrom und 20 mA Wechselstrom; Nennung des normativen Begriffs IC-CPD sowie der Normen EN IEC 62752:2016/A1:2020 und EN IEC 61851-1:2019 · abgerufen 2026-09-26
- [2]Produktseite ABSINA 301018 — Fehlerstromschutz Typ A zusammen mit 6 mA Gleichstromerkennung, Schutzart IP65, Standby-Leistung unter drei Watt · abgerufen 2026-09-26
- [3]Produktseite VDLPOWEREU EC31-11KW — acht Schutzfunktionen einschließlich des Stichworts Fehlerstrom, jedoch ohne Bauart und ohne Ansprechwert; Schutzart IP65 · abgerufen 2026-09-26
- [4]Produktseite bokman BKM21105 — automatische Abschaltung ohne Angabe einer Bauart; Normnummer im Angebotstext als IEC 621962-2 statt IEC 62196-2 wiedergegeben · abgerufen 2026-09-26
- [5]Produktseite dé CEE 11 kW — weder Fehlerstromschutz noch Schutzart auf der Angebotsseite genannt; Lieferumfang listet Tasche, Trageschlaufe, Mikrofasertuch und Schuko-Adapter · abgerufen 2026-09-26
- [6]Niederspannungsanschlussverordnung (NAV), Paragraf 19 — die Mitteilungspflicht trifft keine Aussage über technische Anforderungen an das Gerät oder die Installation · abgerufen 2026-09-26