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Ratgeber · Schweißgeräte

Schweißgerät 400 Volt oder 230 Volt: I1max entscheidet 2026

Ob die vorhandene Steckdose reicht, entscheidet I1max — nicht der Schweißstrom. Güde und STAHLWERK ziehen 38 A am Schukostecker, Migatronic 22,9 A. Mit Rechenweg und Prüfliste.

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Ein Schweißgerätekauf scheitert im Hobbybereich selten an der Schweißtechnik. Er scheitert an der Steckdose. Beim ersten längeren Zug fliegt die Sicherung — oder die Elektrode klebt, obwohl der Strom eingestellt ist wie beschrieben. Die Ursache steht in beiden Fällen auf dem Typenschild, und sie heißt nicht Schweißstrom. Sie heißt I1max, maximaler Netzstrom: die Zahl, wie viel Ampere das Gerät aus der Dose zieht, statt wie viel es an den Lichtbogen abgibt.

Der Unterschied zwischen beiden Zahlen ist groß, und die Rangfolge dreht sich dabei um. Für diesen Cluster wurden 15 Geräte aus drei Bauformen ausgewertet, dazu die Datenblattlage von 25 Marken. Zwei Geräte mit 200 A Schweißstrom ziehen laut Handbuch je 38 A aus dem Netz und werden mit Schukostecker ausgeliefert. Ein drittes liefert 160 A und kommt mit 22,9 A aus, weil es eine Leistungsfaktorkorrektur an Bord hat. Bei acht der 15 Geräte ist der Kennwert nicht auffindbar, und auf keiner der fünf Verkaufsseiten des Schutzgas-Vergleichs steht die Antwort auf die Frage, ob das Gerät an einer haushaltsüblichen 16-A-Dose läuft.

Dieser Ratgeber führt die Frage in der Reihenfolge durch, in der sie sich stellt: erst I1max gegen den vorhandenen Stromkreis, dann I1eff und die Absicherung, dann die Schwelle, ab der die Hersteller auf Drehstrom wechseln — und die liegt je nach Marke zwischen 200 A und gar nicht. Dazu zwei Punkte, die in Vergleichen kaum vorkommen: die EMV-Emissionsklasse, die über den Aufstellort im Wohngebiet entscheidet, und das Verlängerungskabel, das sich nicht als Fehler äußert, sondern als vermeintlicher Gerätemangel. Wo die Quellenlage endet, steht das dabei — und das ist hier häufiger der Fall als erwartet: Weder für die Auslösecharakteristik noch für eine schweißgerätespezifische Leistungsgrenze existiert eine zitierfähige Vorgabe.

Sechs Angaben, ohne die die Frage nach der Steckdose nicht zu beantworten ist

  • I1max — der maximale NetzstromDer Strom, den das Gerät bei voller Leistung aus dem Netz zieht. Er entscheidet, ob der Automat beim Zünden hält. Die Spanne reicht von 22,9 A bis 43 A an derselben 230-Volt-Steckdose. Bei acht von 15 Geräten ist der Wert in keiner Herstellerquelle auffindbar.
  • I1eff — der effektive NetzstromDer Dauerwert, der die Pausen der Einschaltdauer einrechnet. Er ist deutlich kleiner als I1max und der Wert, für den die Absicherung ausgelegt sein muss. Belegte Paare: 38 A gegen 14,7 A, 40 A gegen 12,6 A, 26,8 A gegen 12,0 A.
  • Die empfohlene Absicherung — Zahl und CharakteristikBeides zusammen nennen im gesamten Cluster genau zwei Hersteller: Migatronic mit „Sicherung Typ C 16 A" und Kemppi mit „Fuse type C 16 A". Zwei nennen eine Charakteristik ohne Zahl, drei eine Zahl ohne Charakteristik, einer gar nichts.
  • Netzspannung, Phasenzahl und Steckertyp„1 × 230 V, Schukostecker CEE 7/7" gehört an einen normalen Endstromkreis, „3 × 400 V" an eine CEE-Steckdose. Der Steckertyp sagt nichts über die Belastbarkeit: Der Schukostecker sitzt im Feld auch an Geräten mit 38 A und 40 A Spitzenstrom.
  • Die EMV-Emissionsklasse nach EN 60974-10Klasse A ist laut Herstellerdokumenten nicht für die Verwendung in Wohnbereichen vorgesehen. Neun der 15 Geräte dieses Clusters sind als Klasse A deklariert, sechs nennen keine Klasse, kein einziges ist als Klasse B ausgewiesen.
  • Netzkabel und Verlängerung: Länge und QuerschnittDas mitgelieferte Netzkabel ist kurz und dafür ausgelegt: bei einem Gerät mit 24 A Spitzenstrom 3 m mit 1,5 mm². Dieselben 1,5 mm² auf 25 m Trommel sind etwas völlig anderes — die häufigste Fehlerquelle nach dem Auspacken.

Vier Größen der Hausinstallation, die vor der Bestellung feststehen sollten

Die Gerätedaten sind nur die eine Hälfte. Die andere steht im Zählerschrank und an der Wand, und sie lässt sich nicht nachbestellen.

Nennstrom und Charakteristik des Automaten
Steht auf dem Kipphebel
Der Aufdruck „B16" oder „C16" nennt beides: Buchstabe gleich Auslösecharakteristik, Zahl gleich Nennstrom in Ampere. Welcher Automat welchen Kreis versorgt, steht im Verteilerplan — falls einer existiert.
Leitungsquerschnitt und Leitungslänge im Haus
Bestimmt, was der Kreis trägt
Endstromkreise für Steckdosen sind im Wohnungsbau üblicherweise mit 1,5 mm² ausgeführt. Wie lang die Leitung vom Verteiler bis zur Garagendose ist, weiß niemand ohne Nachmessen — und diese Länge addiert sich zu jeder Verlängerung, die man anhängt.
Was sonst am selben Stromkreis hängt
Der unsichtbare Mitverbraucher
Kompressor, Heizlüfter, Absaugung, Kühltruhe: Ein Schweißgerät mit 30 A Spitzenstrom hat den Automaten selten allein. Geteilte Stromkreise sind der Grund, warum dasselbe Gerät an einer Dose läuft und an der nächsten nicht.
Aufstellort und Nachbarschaft
Die EMV-Frage vor dem Kauf
Ein als Klasse A deklariertes Gerät ist laut Herstellerdokument nicht für Wohnbereiche vorgesehen. Garage am Reihenhaus, Kellerwerkstatt, Doppelhaushälfte: Das ist die Bedingung, unter der der Hersteller das Gerät in Verkehr bringt.

Alle Geräteangaben stammen aus Datenblättern, Betriebsanleitungen und Produktseiten der Hersteller, erhoben für die drei Gerätevergleiche dieses Clusters. Rechenwege sind gekennzeichnet und nachrechenbar. Arbeiten an der festen elektrischen Installation gehören in die Hand einer Elektrofachkraft; dieser Text ersetzt keine Anlagenplanung.

Der Kennwert, der über den Kauf entscheidet

Auf jedem Schweißgerät sitzt ein Typenschild mit zwei Stromangaben, die leicht zu verwechseln sind. Die eine ist der Schweißstrom im Lichtbogen, und mit ihr wird geworben: 160 A, 200 A, 250 A. Die andere ist der Netzstrom vor dem Gerät, und mit ihr entscheidet sich, ob die Anschaffung überhaupt läuft. Sie trägt das Formelzeichen I1max und heißt in Handbüchern „maximaler Netzstrom", gelegentlich auch „Eingangsstrom max.".

Der Zusammenhang zwischen beiden Zahlen ist keine einfache Umrechnung. Ein Inverter macht aus wenig Spannung viel Strom: Aus 230 V und rund 30 A auf der Netzseite werden auf der Schweißseite 200 A bei rund 20 bis 30 V. Wie viel Netzstrom dafür nötig ist, hängt am Wirkungsgrad und am Leistungsfaktor, und beide streuen im Markt erheblich. Deshalb lässt sich der Netzstrom nicht aus dem Schweißstrom ableiten, und deshalb ist die Zahl auf dem Typenschild durch nichts zu ersetzen.

38 A gegen 22,9 AMaximaler Netzstrom, beide mit Schukostecker

Das eine Gerät liefert 200 A Schweißstrom und zieht dabei 38 A aus der Dose, das andere liefert 160 A und zieht 22,9 A. Beide laufen an 230 V, beide am selben Steckertyp. Der Unterschied von 15 A ist kein Leistungsunterschied, sondern einer im Leistungsfaktor: Für das sparsamere Gerät weist der Hersteller eine Leistungsfaktorkorrektur und einen Leistungsfaktor von 0,99 aus.Quelle: Betriebsanleitungen Güde Uni-Mig 205 SYN und Migatronic RallyMIG 161i

Die Spanne über den gesamten Cluster reicht von 22,9 A bis 43 A, und sie verläuft quer zur beworbenen Leistung. Der Stamos S-MMA-250PI.2 nennt auf der Produktseite 43 A als Eingangsstrom, das sparsamste Gerät im Elektroden-Vergleich liegt mit 24 A darunter, obwohl es den zweithöchsten Schweißstrom des Felds liefert. Wer nach Ampere Schweißstrom sortiert, sortiert nicht nach Netzbedarf.

Praktisch heißt das: I1max wird gegen den Nennstrom des Automaten gehalten, an dem das Gerät hängen soll. Liegt I1max darüber — und das ist bei fast allen 200-A-Geräten der Fall —, ist die Frage damit nicht beantwortet, sondern erst gestellt. Beantwortet wird sie durch den zweiten Kennwert, den dieselben Handbücher direkt darunter führen.

Was das Typenschild sagt und die Verkaufsseite nicht

Für den Schutzgas-Vergleich dieses Clusters wurden fünf Geräte vollständig durchgesehen: Handbuch, Herstellershop, Händlerseite, Listing und, wo vorhanden, die Produktfotos in voller Auflösung. Die Leitfrage war dieselbe wie hier — läuft das Gerät an einer haushaltsüblichen 16-A-Dose? Das Ergebnis in einem Satz: Die Antwort steht bei keinem der fünf Geräte vollständig auf der Verkaufsseite.

Netzstromangaben der fünf Geräte des Schutzgas-Vergleichs: was im Handbuch steht, was der Hersteller zur Absicherung sagt und was davon vor dem Kauf sichtbar ist. Alle Werte aus Herstellerdokumenten.
GerätI1max laut HandbuchI1eff laut HandbuchAngabe zur AbsicherungWas vor dem Kauf sichtbar ist
Güde Uni-Mig 205 SYN38 A14,7 A„Absicherung, träge 16 A" — eine Zahl, keine CharakteristikDie 16 A und „max. Netzleistung 230 V: 8,05 kVA", aber weder I1max noch I1eff. Die Differenz zwischen 38 A und 16 A erklärt keine Herstellerquelle
STAHLWERK MIG/MAG 200 ST Plus35 A MIG · 28 A WIG · 38 A E-Hand13,6 A · 10,8 A · 14,7 A„Leistungsschutzschalter (Sicherung) vom Typ C (Träge) in ausreichender Höhe" — eine Charakteristik, keine ZahlI1max und I1eff im Bildblock des Listings. Die Suche nach „Sicherung", „Absicherung", „träge" und „16 A" bleibt auf Listing und Herstellershop ohne Treffer
Scheppach WSE5000-Multi25 A MIG · 26,2 A E-Hand · 26,8 A Lift-TIG11,2 A · 11,7 A · 12,0 Akeine. Das Handbuch sagt nur, die Absicherung müsse den Vorschriften entsprechenDie Suchbegriffe „16 A", „Absicherung", „Netzstrom" und „Steckdose" treffen auf der Produktseite nicht. Dass Lift-TIG 26,8 A zieht, steht auf Seite 16 der Anleitung
Migatronic RallyMIG 161i22,9 A13,0 A„Sicherung, A 16" im Handbuch, „Sicherung Typ C 16 A" auf der Artikelseite — Zahl und Charakteristik zusammen16 A und Charakteristik C, dazu der Hinweis auf die Leistungsfaktorkorrektur. I1max und I1eff bleiben dem Handbuch vorbehalten
WELDINGER ME 130 mini Fluxnicht auffindbarnicht auffindbar„16 A träge (NEOZED). Bei intensiver Anwendung … 20 A"Nur „Netzspannung 230 V/50 Hz". Dass 16 A bei intensiver Nutzung nicht reichen, steht ausschließlich im Handbuch — also erst nach dem Kauf, im Karton

Drei Beobachtungen tragen die Tabelle. Erstens: Kein Shop nennt I1max oder I1eff im Fließtext der Verkaufsseite. Bei einem Gerät stehen die Werte im Bildblock des Listings — dafür fehlt bei genau diesem Gerät jede Amperezahl zur Absicherung. Zweitens: Nur ein Hersteller nennt Ampere-Wert und Charakteristik zusammen. Drittens: Die Rangfolge nach Netzstrom kehrt die nach beworbener Leistung um. Das sparsamste Gerät ist nicht das schwächste, sondern das mit dem besten Leistungsfaktor.

Eine methodische Einschränkung gehört dazu. Bei zwei der Geräte stammen I1max und I1eff aus der Tabelle „Technische Daten" des Handbuchs, nicht von einer Abbildung des Typenschilds. Ein Handbuch verweist ausdrücklich darauf, vor dem Einsatz die Nenndaten des Typenschilds zu prüfen, bildet es aber nicht ab. Bei einem dritten Gerät war auch das Typenschild nicht auffindbar — zwölf Produktfotos in höchster Auflösung wurden per Texterkennung geprüft, keines zeigt es. Welches Gerät wie dokumentiert ist, steht im Vergleich der Schutzgasschweißgeräte je Modell einzeln.

Über alle 15 Geräte des Clusters gerechnet ist I1max bei sieben belegt und bei acht nicht auffindbar. Im WIG-Vergleich nennt kein einziger der fünf Hersteller einen maximalen Netzstrom; welche Kennwerte dort stattdessen die Entscheidung tragen, steht im Vergleich der WIG-Schweißgeräte. Und noch eine Beobachtung, die bewusst eine bleibt: Zwei Marken tragen im Schutzgas-Feld denselben Datensatz — I1max 38 A, I1eff 14,7 A, Leerlaufspannung 62 V, IP21S, 15 Prozent bei 200 A, EMV-Klasse A. Über eine gemeinsame Fertigung sagt keine der beiden Quellen etwas, und hier wird nichts dergleichen behauptet.

Warum ein 38-A-Gerät an 16 A überhaupt läuft

Die Tabelle im vorigen Abschnitt enthält einen scheinbaren Widerspruch: Ein Gerät zieht 38 A und der Hersteller empfiehlt 16 A Absicherung. Das ist kein Fehler, sondern die Folge davon, dass ein Schweißgerät nicht dauerhaft unter Volllast steht. Die Einschaltdauer schreibt Pausen vor, und ein Leitungsschutzschalter reagiert auf Wärme, nicht auf Momentaufnahmen. Der Wert, der diese Mittelung beschreibt, heißt I1eff.

I1max entscheidet, ob der Automat beim Zünden hält. I1eff entscheidet, ob er über die Arbeitszeit hält. Beide Werte stehen in denselben Handbuchtabellen, und für die Auslegung der Absicherung ist der zweite maßgeblich.

Der Zusammenhang zwischen beiden Zahlen geht an den veröffentlichten Werten dreier Geräte exakt auf: I1eff entspricht I1max multipliziert mit der Wurzel aus der Einschaltdauer. Die folgende Rechnung ist eine Ableitung dieses Artikels aus Herstellerzahlen, keine Herstellerangabe und keine Normwiedergabe — der Normtext, aus dem die Definition stammt, ist kostenpflichtig und wird hier nicht zitiert.

Nachrechnung des Zusammenhangs zwischen maximalem und effektivem Netzstrom an drei Geräten des Clusters. Eingangswerte sind Herstellerangaben, die Spalte „nachgerechnet" ist eine Ableitung dieses Artikels.
GerätI1maxEinschaltdauer bei MaximalstromNachgerechnet: I1max mal Wurzel aus EDI1eff laut Hersteller
Güde Uni-Mig 205 SYN und STAHLWERK 200 ST Plus, E-Hand38 A15 % bei 200 A, bei 40 °C14,7 A14,7 A
STAHLWERK ARC 200 MD40 A10 % bei 200 A, bei 40 °C12,6 A12,6 A
Scheppach WSE5000-Multi, Lift-TIG26,8 A20 % bei 200 A, bei 20 °C12,0 A12,0 A

Daraus folgt zweierlei. Erstens lässt sich I1eff selbst bestimmen, wenn ein Hersteller I1max und die Einschaltdauer nennt, den Effektivwert aber nicht. Zweitens hängt I1eff an der Einschaltdauer: Wer die Pausen einhält, arbeitet in der Nähe der 12 bis 15 A, für die die Absicherung gedacht ist. Wer durchschweißt, verschiebt den Mittelwert nach oben, und genau dann fliegt der Automat — nicht beim Zünden, sondern nach einer Weile. Das erklärt, warum dasselbe Gerät beim Heften läuft und bei der langen Naht aussteigt.

Beim Scheppach-Wert kommt eine Besonderheit dazu: Die Einschaltdauer ist dort ausdrücklich bei 20 °C bemessen, nicht bei 40 °C. Der Effektivwert ist damit für eine kühlere Umgebung gerechnet als bei den übrigen Geräten. Was die Bezugstemperatur mit den Zahlen macht, klärt der Ratgeber zu Einschaltdauer und Schweißstrom. Für die Netzfrage genügt der Merksatz: Je kürzer die Einschaltdauer, desto weiter liegen I1max und I1eff auseinander — und desto stärker hängt die Haltbarkeit der Sicherung am Arbeitsstil.

B, C oder K — die Frage ohne Regel

Zwischen I1max und I1eff liegt beim Güde-Gerät der Faktor 2,6, beim STAHLWERK ARC 200 MD sogar 3,2. Ein Leitungsschutzschalter muss diesen Abstand aushalten: Er soll bei 38 A für die Dauer eines Lichtbogens nicht auslösen und bei einem echten Kurzschluss sofort. Genau das beschreibt die Auslösecharakteristik, der Buchstabe vor der Amperezahl auf dem Kipphebel. B löst im magnetischen Bereich früher aus als C, K ist für Verbraucher mit hohem Anlaufstrom vorgesehen.

Was seit Jahren als ausgemachte Sache diskutiert wird, lässt sich normativ nicht belegen: Eine Vorgabe, welche Charakteristik ein Schweißgerät verlangt, existiert nicht. Für diesen Artikel wurde danach gesucht, und das Ergebnis ist eine Lücke, keine Regel. Belegbar sind ausschließlich Herstellerangaben am Einzelgerät — und die streuen. Deshalb steht hier keine Empfehlung, sondern das, was die Hersteller selbst schreiben.

  • Zahl und Charakteristik zusammen nennen zwei Geräte: Migatronic mit „Sicherung Typ C 16 A" und Kemppi mit „Fuse type C 16 A". Das ist die vollständige Angabe, mit der eine Elektrofachkraft ohne Rückfrage arbeiten kann.
  • Eine Charakteristik ohne Zahl nennen beide STAHLWERK-Geräte — beim zweiten mit dem Zusatz „gemäß Handbuch", wobei dieses Handbuch nicht frei beschaffbar ist.
  • Eine Zahl ohne Charakteristik nennen Güde, WELDINGER und IPOTOOLS mit „Netzabsicherung (träge) 15 A". „Träge" beschreibt dabei eine Schmelzsicherung, nicht die Charakteristik eines Leitungsschutzschalters; beide Begriffswelten werden in mehreren Handbüchern vermischt.
  • Gar keine Angabe macht Scheppach — und im gesamten WIG-Vergleich nennt kein einziger der fünf Hersteller eine Absicherung.

Daraus folgt eine Handlungsanweisung, die ohne Regelbehauptung auskommt: Die Herstellerangabe zum konkreten Gerät ist die maßgebliche Vorgabe, und wo sie fehlt, ist sie unter Angabe der Artikelnummer schriftlich anzufordern. Auswahl und Einbau eines Automaten sind ohnehin Sache der Elektrofachkraft; sie braucht als Eingangswerte I1max, I1eff und die Herstellerempfehlung. Welche Marken des Elektroden-Felds diese Angaben liefern, steht im Vergleich der Elektrodenschweißgeräte je Gerät in der Kennwerttabelle.

Die 4,6-kVA-Regel und was sie nicht ist

An dieser Stelle taucht regelmäßig eine Zahl auf: 4,6 kVA. Sie stammt aus den technischen Anschlussregeln für Niederspannungsnetze, der VDE-AR-N 4100, und betrifft die Schieflast — die ungleiche Belastung der drei Außenleiter eines Drehstromnetzes durch einphasige Verbraucher. Der zugehörige Hinweis des VDE-Forums Netztechnik und Netzbetrieb formuliert die Anforderung für den symmetrischen Anschluss und Betrieb: Verbrauchsmittel über 4,6 kVA sind dreiphasig anzuschließen, bis 4,6 kVA ist der einphasige Anschluss zulässig.

20 A4,6 kVA umgerechnet auf 230 Volt einphasig

Das ist die Größenordnung, um die es geht. Mehrere Geräte dieses Clusters liegen darüber: Für den Güde Uni-Mig 205 SYN nennt die Produktseite eine maximale Netzleistung von 8,05 kVA und das Handbuch 8,74 kVA, für den ARCCAPTAIN ARC200 führt das Handbuch 9,4 kVA. Alle drei Werte stammen von den Herstellern selbst.Quelle: Rechenweg dieses Artikels aus 4.600 VA geteilt durch 230 V; die Regel selbst aus dem VDE|FNN-Hinweis zur VDE-AR-N 4100

Und hier ist die Einschränkung wichtiger als die Zahl. Die 4,6-kVA-Regel gilt ausdrücklich für elektrische Verbrauchsmittel allgemein und ist keine schweißgerätespezifische Grenze. Sie beschreibt keine Bauartanforderung an Schweißstromquellen, sie steht in keinem Gerätedatenblatt, und sie sagt nichts darüber, ob ein bestimmtes Gerät mit zeitlich begrenzter Belastung an einem bestimmten Hausanschluss betrieben werden darf. Ob und wie sie im Einzelfall greift, ist eine Frage an den Netzbetreiber und an die Elektrofachkraft, die die Anlage kennt — nicht an ein Datenblatt.

Dazu kommt eine zweite Einschränkung, die die Belegbarkeit betrifft. Der Wortlaut der Anwendungsregel ist kostenpflichtig und wird hier nicht wiedergegeben. Frei zugänglich und geprüft ist der FNN-Hinweis, der die Anforderung für den symmetrischen Anschluss und Betrieb erläutert; er steht am Seitenende im Quellenverzeichnis.

Für die Kaufentscheidung bleibt trotzdem etwas übrig: Ein Gerät, dessen Hersteller eine Netzleistung im Bereich von 8 bis 9 kVA angibt, ist ein anderer Verbraucher als ein Wasserkocher — auch wenn beide denselben Stecker tragen. Die Frage nach dem Anschluss gehört vor die Bestellung und nicht danach.

Wo die Hersteller auf Drehstrom wechseln

Wer erwartet, dass ab einer bestimmten Leistungsklasse alle Hersteller auf 400 V wechseln, wird von den Datenblättern enttäuscht. Es gibt diese Klasse nicht. Die Schwelle liegt je nach Marke an völlig verschiedenen Stellen — und bei zwei Marken existiert sie im geprüften Sortiment überhaupt nicht.

Wo die geprüften Marken innerhalb ihrer eigenen Baureihen vom einphasigen 230-Volt- auf den dreiphasigen 400-Volt-Anschluss wechseln. Angaben aus den Datenblättern und Typenübersichten der Hersteller.
MarkeWo der Wechsel liegtWas das für die Kaufentscheidung heißt
Elmagbei 200 ADie niedrigste Schwelle im geprüften Feld. Wer über 200 A hinaus will, plant den Drehstromanschluss ein
Güdezwischen 200 und 270 AInnerhalb einer Baureihe mit fortlaufender Typbezeichnung. Der Sprung ist am Namen nicht ablesbar, nur am Datenblatt
EWMzwischen 225 und 305 ADie Typen 180, 185, 220 und 225 laufen einphasig an 230 V, die Typen 305 und 355 dreiphasig an 400 V
Scheppach und Berlangar nichtAuch 250-A-Geräte werden einphasig geführt und an 16 A betrieben. Die Leistungsklasse sagt hier nichts über den Anschluss aus

Die 400-Volt-Schwelle ist keine Eigenschaft der Leistungsklasse, sondern eine Entscheidung des Herstellers. Zwei Geräte mit derselben Amperezahl auf dem Typenschild können an völlig verschiedene Steckdosen gehören.

Für die Suche heißt das: Der beworbene Maximalstrom taugt nicht als Filter für die Anschlussfrage — und ein Shop-Filter existiert nicht, denn keiner der geprüften Shops bietet eine Facette „Netzanschluss" an. Die Phasenzahl muss je Gerät im Datenblatt nachgesehen werden, Zeile „Netzspannung" oder „Netzanschluss".

Umgekehrt gilt: Dass ein 250-A-Gerät einphasig angeboten wird, ist keine Auszeichnung. Es bedeutet nur, dass der gesamte Leistungsbedarf über einen Außenleiter läuft — mit den Netzstromwerten aus dem Abschnitt zum Typenschild und mit der Einschaltdauer, die der Hersteller dafür angibt. Ob das an der vorhandenen Installation trägt, entscheidet weiterhin I1max und nicht der Prospekt.

Was 400 Volt technisch ändern

Der Wechsel auf Drehstrom ist kein Komfortmerkmal, sondern eine andere Art, dieselbe Leistung zu übertragen. An einer einphasigen 230-Volt-Steckdose mit 16 A Absicherung stehen rechnerisch 3,68 kVA zur Verfügung. An einer dreiphasigen CEE-Steckdose mit ebenfalls 16 A je Außenleiter sind es rund 11,1 kVA, weil sich die Leistung auf drei Außenleiter verteilt und die verkettete Spannung 400 V beträgt. Das ist der Faktor drei, um den es geht.

Dieselbe Absicherungszahl, drei verschiedene Größenordnungen

230 V einphasig, 16 A

Rechnerisch rund 3,68 kVA. Der gesamte Strom fließt über einen Außenleiter. Ein Gerät mit 38 A Spitzenstrom belastet diesen einen Außenleiter allein.

Anschluss: Schukosteckdose, meist an einem Stromkreis, der weitere Dosen mitversorgt.

400 V dreiphasig, 16 A

Rechnerisch rund 11,1 kVA, verteilt auf drei Außenleiter. Dieselben 8,74 kVA, die einphasig 38 A verlangen, ergeben dreiphasig rund 12,6 A je Außenleiter.

Anschluss: CEE-Steckdose, in der Regel ein eigener Stromkreis, der nachträglich gelegt werden muss.

Die Rechenwege sind nachvollziehbar: einphasig Spannung mal Strom, dreiphasig Wurzel aus 3 mal Spannung mal Strom, also rund 1,732 mal 400 V mal 16 A. Die 12,6 A ergeben sich, indem man 8.740 VA durch das Produkt aus 1,732 und 400 V teilt. Alle drei Rechnungen sind Ableitungen dieses Artikels aus Herstellerangaben, keine Herstellerwerte.

Der zweite Effekt betrifft nicht die Menge, sondern die Gleichmäßigkeit. Ein einphasiges Gerät mit hoher Stromaufnahme zieht seine Leistung stoßweise aus einem einzigen Außenleiter, und im Haus wird das sichtbar: Das Licht auf demselben Stromkreis wird im Takt des Lichtbogens dunkler. Bei dreiphasigem Anschluss verteilt sich dieselbe Leistung, und die Rückwirkung fällt kleiner aus. Das ist der Sachgrund hinter der Schieflastregel aus dem vorigen Abschnitt.

Ein dritter Punkt steht in Prospekten selten: Die Leistungsfaktorkorrektur — in Datenblättern als PFC abgekürzt — ändert die Netzseite deutlich, ohne dass sich am Schweißstrom etwas ändert. Das eine Gerät des Schutzgas-Vergleichs mit ausgewiesener PFC nennt einen Leistungsfaktor von 0,99 und kommt mit 22,9 A aus. Bei einem Elektrodengerät des Clusters ist die PFC zugleich die Voraussetzung für den dokumentierten Generatorbetrieb, den der Hersteller ab 5,5 kVA freigibt und ab 8,5 kVA empfiehlt.

Klasse A: nicht für Wohnbereiche vorgesehen

Es gibt einen zweiten Kennwert, der über den Aufstellort entscheidet und in Vergleichen praktisch nie vorkommt: die EMV-Emissionsklasse nach EN 60974-10. Geräte werden dort in Klasse A und Klasse B eingeteilt. Der Unterschied betrifft die zulässigen leitungsgebundenen und abgestrahlten Störaussendungen — und damit die Frage, in welcher Umgebung ein Gerät betrieben werden soll.

Der Satz, der über die Garage am Reihenhaus entscheidet

„Klasse A Geräte sind nicht für die Verwendung in Wohnbereichen vorgesehen." Der Satz steht wörtlich in der Betriebsanleitung einer industriellen Schweißstromquelle und sinngemäß in weiteren Herstellerdokumenten dieses Clusters: „Das Gerät ist nicht für den Gebrauch in Wohnbereichen vorgesehen" bei zwei Geräten, „für den ausschließlichen Gebrauch im Gewerbebereich" bei einem dritten. Das trifft genau die Zielgruppe, die diese Geräte kauft: Garage, Kellerwerkstatt, Reihenhaus, Doppelhaushälfte.

Die Lage über die 15 Geräte des Clusters ist eindeutig in eine Richtung. Neun sind ausdrücklich als Klasse A deklariert. Sechs nennen keine Emissionsklasse — bei einem zitiert die Konformitätserklärung die EMV-Norm mitsamt Ausgabestand, ohne die Klasse zu nennen, bei einem anderen stand die Klasse A in der älteren Fassung der Betriebsanleitung und fehlt in der neueren ersatzlos. Kein einziges Gerät ist als Klasse B ausgewiesen.

Praktisch heißt das dreierlei. Erstens ist die Klassenangabe ein Kaufkriterium und keine Fußnote: Sie steht im Handbuch, meist im Kapitel zur Bewertung der Arbeitsumgebung, und ist vor dem Kauf zu klären, wenn der Aufstellort im Wohngebiet liegt. Zweitens ist eine fehlende Angabe keine Entwarnung, sondern eine offene Frage an den Hersteller. Drittens verlangen mehrere Handbücher ausdrücklich, den Aufstellort selbst zu beurteilen, statt eine pauschale Freigabe zu geben.

In dieser Beurteilung geht es um Störungen an Geräten in der Nachbarschaft, die an derselben Niederspannungsleitung hängen. Wer in einer freistehenden Werkstatthalle schweißt, hat ein anderes Umfeld als jemand mit einer Garage, die an eine fremde Wohnwand grenzt. Die Emissionsklasse ist die Angabe, mit der der Hersteller diese Unterscheidung selbst trifft.

Das Kabel, das wie ein Gerätefehler aussieht

Dies ist der Abschnitt, der die meisten Rücksendungen verhindert. Ein zu dünnes oder zu langes Verlängerungskabel meldet sich nämlich nicht als Fehler. Es erzeugt kein Warnsymbol, keine Abschaltung, keinen Fehlercode. Es äußert sich als schlechte Schweißeigenschaft: Die Elektrode klebt, der Lichtbogen reißt ab, das Gerät wirkt zu schwach. Genau so wird es beschrieben — und genau so wird es reklamiert.

Der Grund ist der Spannungsfall auf der Zuleitung. Er wächst mit der Länge und mit dem Strom und fällt mit dem Querschnitt. Rechnen lässt er sich mit der doppelten Länge — Hin- und Rückleiter —, dem Strom und dem spezifischen Widerstand von Kupfer, rund 0,0175 Ohm mal Quadratmillimeter je Meter. Die folgende Tabelle rechnet das für 25 A durch, also für die Größenordnung der Geräte dieses Clusters.

Spannungsfall auf einer Kupferleitung bei 25 A Netzstrom, gerechnet mit dem doppelten Leitungsweg und 0,0175 Ohm mal Quadratmillimeter je Meter. Rechenweg dieses Artikels, nachrechenbar; keine Herstellerangabe und keine Normwiedergabe.
Querschnitt10 m25 m50 mVerlustleistung im Kabel bei 25 m
1,5 mm²5,8 V14,6 V, also rund 6 Prozent von 230 V29,2 V, also rund 13 Prozentrund 365 W
2,5 mm²3,5 V8,8 V, also rund 4 Prozent17,5 V, also rund 8 Prozentrund 219 W
4,0 mm²2,2 V5,5 V, also rund 2 Prozent10,9 V, also rund 5 Prozentrund 137 W

Die letzte Spalte ist die anschaulichste: Bei 25 m mit 1,5 mm² werden im Kabel rund 365 W in Wärme umgesetzt, die am Lichtbogen fehlen. Und die Rechnung gilt nur für die Verlängerung. Die Hausleitung vom Verteiler bis zur Dose kommt dazu, meist ebenfalls mit 1,5 mm² und mit einer Länge, die niemand kennt. Wer 25 m Trommel an eine 20 m lange Zuleitung hängt, hat in Wahrheit 45 m gerechnet.

Bevor das Gerät zurückgeht: das Kabel tauschen

Wenn ein neues Gerät „zu schwach" wirkt, die Elektroden kleben oder der Lichtbogen unruhig ist, ist die erste Prüfung nicht das Gerät, sondern die Zuleitung: die Verlängerung ganz weglassen und direkt an der nächstgelegenen Dose schweißen. Ändert sich das Verhalten, war das Kabel die Ursache. Die Prüfung dauert fünf Minuten und ersetzt eine Reklamation, die im Ergebnis niemandem hilft.

Zwei Punkte gehören dazu. Erstens ist eine aufgerollte Kabeltrommel etwas anderes als eine abgerollte: Die Wärme kann aus dem Wickel nicht abfließen, und viele Trommeln tragen deshalb zwei verschiedene Strombelastbarkeiten auf dem Typenschild. Zweitens täuscht das mitgelieferte Gerätekabel eine Größenordnung vor, die für die Verlängerung nicht gilt: Bei einem Gerät des Clusters mit 24 A Spitzenstrom ist es mit 3 m und 1,5 mm² angegeben, Bauart H07RN-F. Für drei Meter ist das passend. Dieselben 1,5 mm² auf 25 m sind es nicht.

Der Kontrast zur Schweißseite macht die Größenordnung deutlich. Dort sind die Kabel selbstverständlich dick: 25 mm² für Massekabel und Elektrodenhalter bei einem Gerät des Elektroden-Vergleichs, 16 mm² bei einem zweiten, 10 mm² beim Massekabel eines Schutzgasgeräts. Auf der Netzseite sind 1,5 mm² der Normalfall — bei Strömen derselben Größenordnung.

Vom Typenschild zur Antwort in sechs Schritten

Die Frage „reicht meine Dose" lässt sich in einer halben Stunde beantworten. Die ersten vier Schritte betreffen das Gerät und lassen sich vor der Bestellung erledigen, die letzten beiden die Installation.

  1. I1max suchen. Im Datenblatt oder Handbuch nach „I1max", „maximaler Netzstrom", „max. Netzstrom" und „Eingangsstrom" suchen. Auf einem vorhandenen Gerät steht der Wert auf dem Typenschild, meist auf der Rückseite neben den Anschlussdaten. Bei Kombigeräten steht je Verfahren einer — maßgeblich ist der höchste, im Feld meist die E-Hand-Spalte.
  2. I1eff dazunehmen. Steht in derselben Tabellenzeile oder direkt darunter. Fehlt er, sind aber I1max und Einschaltdauer bekannt, lässt er sich mit dem Rechenweg aus dem dritten Abschnitt bestimmen. Fehlen beide, ist das Gerät netzseitig nicht dokumentiert.
  3. Die Herstellerangabe zur Absicherung suchen. Zahl und Charakteristik notieren, und wenn nur eines von beiden dasteht, auch das. Fundstelle ist das Kapitel „Netzanschluss" oder „Inbetriebnahme", nicht die Verkaufsseite.
  4. Netzspannung, Phasenzahl und Emissionsklasse ablesen. „1 × 230 V" gegen „3 × 400 V" entscheidet über den Steckdosentyp, die EMV-Klasse über den Aufstellort. Die Klasse steht oft erst in der Konformitätserklärung am Ende des Handbuchs.
  5. Den vorgesehenen Stromkreis identifizieren. Welcher Automat versorgt die Dose, welchen Nennstrom und welche Charakteristik trägt er, und was hängt sonst daran? Der Aufdruck auf dem Kipphebel nennt Buchstabe und Zahl.
  6. Mit einer Elektrofachkraft abschließen. Eingangswerte sind I1max, I1eff, die Herstellerempfehlung zur Absicherung, die Phasenzahl und die geplante Zuleitung samt Länge. Ob der vorhandene Kreis genügt, ein eigener Endstromkreis nötig ist oder eine CEE-Steckdose gesetzt wird, entscheidet sich an der Anlage — nicht am Datenblatt.

Warum es an der einen Dose läuft und an der anderen nicht

Dasselbe Gerät arbeitet in der Werkstatt einwandfrei und in der Garage nicht, oder es läuft an der Dose neben der Tür und wirft an der Rückwand die Sicherung. Am Gerät liegt das nicht. Es liegt daran, dass eine Steckdose keine Eigenschaft hat, sondern zu einem Stromkreis gehört — und Stromkreise unterscheiden sich in vier Punkten, die man ihnen von außen nicht ansieht.

Der erste ist der Automat: B16 und C16 tragen denselben Nennstrom und lösen im magnetischen Bereich bei verschiedenen Vielfachen aus. Der zweite ist die Leitungslänge vom Verteiler bis zur Dose; sie wirkt wie eine fest eingebaute Verlängerung und addiert sich zu jeder Trommel, die man ansteckt. Der dritte ist der Querschnitt dieser Leitung, bei Steckdosenkreisen üblicherweise 1,5 mm². Der vierte sind die Mitverbraucher: Ein Steckdosenkreis versorgt selten nur eine Dose.

Daraus ergibt sich eine Diagnose ohne Messtechnik. Läuft das Gerät an einer Dose und an einer anderen nicht, gehören die beiden mit hoher Wahrscheinlichkeit zu verschiedenen Stromkreisen. Der Weg zur Antwort führt über den Verteiler: Automat für Automat ausschalten und feststellen, welche Dose damit tot ist. Danach steht fest, worüber mit der Elektrofachkraft zu reden ist.

Ein Sonderfall gehört dazu, weil er teuer werden kann: der Betrieb an einem Stromerzeuger. Er ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Freigabe, die der Hersteller erteilen muss. Im geprüften Feld dokumentiert genau ein Gerät den Generatorbetrieb mit Zahlen — ab 5,5 kVA freigegeben, 8,5 kVA empfohlen, mit Leistungsfaktorkorrektur an Bord. Bei den übrigen ist zur Generatortauglichkeit nichts auffindbar. Ohne Freigabe trägt das Risiko die Leistungselektronik.

Kurz gefasst

Die Steckdose ist kein Anschluss, sondern das Ende eines Stromkreises. Automat, Länge, Querschnitt und Mitverbraucher entscheiden gemeinsam darüber, ob dasselbe Gerät läuft oder nicht — und drei dieser vier Größen sind ohne Blick in den Verteiler unbekannt.

Was der Anschluss im Betrieb kostet

Der Aufwand rund um den Netzanschluss entsteht an vier Stellen, und keine davon steht auf der Verkaufsseite. Beträge nennt dieser Text nicht — die Kostenarten sind trotzdem benennbar.

Die erste Stelle ist die Installation. Ein eigener Endstromkreis für die Werkstatt, eine CEE-Steckdose oder ein Automat mit anderer Charakteristik sind Arbeiten an der festen Installation und gehören zur Elektrofachkraft. Wer im Bestand nachrüstet, zahlt zusätzlich für den Weg vom Verteiler zum Aufstellort; bei einer freistehenden Garage ist das die eigentliche Position. Die Entscheidung fällt sinnvollerweise vor den Gerätekauf, weil sie die Auswahl mitbestimmt.

Die zweite Stelle ist die Zuleitung, die man selbst in der Hand hat: Eine Verlängerung mit größerem Querschnitt ist teurer und schwerer, spart aber die Verlustleistung aus dem vorigen Abschnitt und die Fehldiagnosen, die daran hängen. Die dritte Stelle ist die Arbeitszeit — ein Gerät an der Sicherungsgrenze zwingt zu niedrigerem Strom oder längeren Pausen.

Die vierte Stelle ist die wiederkehrende Prüfung. Die DGUV Vorschrift 3 nennt in Tabelle 1B für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel einen Richtwert von sechs Monaten, und die DGUV Information 209-010 „Lichtbogenschweißen" führt für Lichtbogenschweißeinrichtungen dieselbe Größenordnung. Der Richtwert gilt allgemein für ortsveränderliche Betriebsmittel und ist keine schweißgerätespezifische Vorschrift; im gewerblichen Umfeld ist er verbindlich, im privaten Bereich ist er der sinnvolle Maßstab. Welche weiteren laufenden Kosten an der Verfahrenswahl hängen — Flasche, Gas, Draht —, ordnet der Ratgeber Schutzgas oder Fülldraht ein.

Symptom, Ursache, Lösung

Die folgende Zuordnung sortiert die Prüfreihenfolge: erst die Zuleitung, dann der Stromkreis, dann die Geräteeinstellung — und erst zuletzt das Gerät selbst.

Typische Beobachtungen rund um den Netzanschluss, ihre wahrscheinliche Ursache und die Korrektur. Die Gerätewerte stammen aus den Herstellerdokumenten der 15 Geräte dieses Clusters.
SymptomWahrscheinliche UrsacheLösung
Die Sicherung fliegt nach wenigen Zentimetern NahtDer eingestellte Schweißstrom verlangt einen Netzstrom nahe I1max, und der liegt im Feld bei 22,9 bis 43 A gegen eine 16-A-Absicherung. Der Automat löst thermisch aus, sobald der Mittelwert über I1eff steigtSchweißstrom senken und die Pausen der Einschaltdauer einhalten — damit sinkt der Mittelwert Richtung I1eff. Dauerhaft: I1max, I1eff und die Herstellerempfehlung zusammentragen und den Stromkreis mit einer Elektrofachkraft festlegen
Die Elektroden kleben, das Gerät wirkt zu schwachSpannungsfall auf der Zuleitung. Bei 25 m mit 1,5 mm² und 25 A fehlen rechnerisch rund 14,6 V, dazu die unbekannte Länge der Hausleitung. Das Gerät meldet keinen FehlerVerlängerung weglassen und direkt an der nächsten Dose schweißen. Ändert sich das Verhalten, war das Kabel die Ursache — dann größerer Querschnitt oder kürzere Strecke, Trommel vollständig abrollen. Erst danach das Gerät infrage stellen
Das Licht im Haus flackert im Takt des LichtbogensNetzrückwirkung eines einphasigen Verbrauchers mit hoher, stoßweiser Stromaufnahme. Betroffen ist, was am selben Stromkreis oder Außenleiter hängtEigener Endstromkreis; bei entsprechend ausgelegten Geräten der Wechsel auf einen dreiphasigen Anschluss, der dieselbe Leistung auf drei Außenleiter verteilt. Beides ist Sache der Elektrofachkraft
Das Gerät läuft an der einen Dose, an der anderen nichtVerschiedene Stromkreise: anderer Automat, andere Charakteristik, andere Leitungslänge oder ein Mitverbraucher, der gleichzeitig läuftIm Verteiler Automat für Automat abschalten und die Dosen zuordnen. Nennstrom und Buchstabe vom Kipphebel notieren und mit der Herstellerangabe vergleichen
Der Fehlerstromschutzschalter löst beim Einschalten ausAbleitströme mehrerer Verbraucher am selben Schutzschalter, häufig zusammen mit der Entstörung im Gerät. Ohne Messung ist das eine Vermutung, keine DiagnoseAlle anderen Verbraucher an diesem Schutzschalter abstecken und erneut einschalten. Bleibt das Verhalten, gehört die Anlage gemessen — durch Ausprobieren löst sich das nicht
Am Stromerzeuger läuft das Gerät nicht oder nur unsauberFehlende Freigabe für Generatorbetrieb. Im geprüften Feld dokumentiert genau ein Gerät die Mindestleistung, alle anderen sagen dazu nichtsHerstellerangabe zum Generatorbetrieb suchen und die Mindestscheinleistung einhalten. Fehlt die Freigabe, ist der Betrieb nicht vorgesehen; die Rückfrage unter Angabe der Artikelnummer ist der einzige belastbare Weg

Auffällig ist, wie selten das Gerät die Ursache ist. Fünf der sechs Zeilen beschreiben Bedingungen außerhalb des Gehäuses — Zuleitung, Stromkreis, Netz, Erzeuger. Das deckt sich mit dem Befund, mit dem dieser Artikel beginnt: Der häufigste Grund, aus dem ein Schweißgerätekauf schiefgeht, steht nicht im Kapitel über das Schweißen, sondern im Kapitel über den Anschluss. Welcher Kennwert in welcher Gerätegattung zuerst zählt, ordnet der Überblick zu Schweißgeräten nach Bauform ein.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Schweißgerät 400 Volt oder reichen 230 Volt?
Das entscheidet nicht die Leistungsklasse, sondern der Hersteller. Die Schwelle liegt je nach Marke an ganz verschiedenen Stellen: Elmag wechselt bei 200 A auf Drehstrom, EWM zwischen 225 und 305 A, Güde zwischen 200 und 270 A. Scheppach und Berlan wechseln im geprüften Sortiment gar nicht — dort werden auch 250-A-Geräte einphasig an 16 A betrieben. Maßgeblich ist deshalb die Zeile „Netzspannung" im Datenblatt, nicht die beworbene Amperezahl.
Was bedeutet I1max auf dem Typenschild eines Schweißgeräts?
I1max ist der maximale Netzstrom, also der Strom, den das Gerät bei voller Leistung aus der Steckdose zieht — nicht der Schweißstrom im Lichtbogen. Er entscheidet darüber, ob die vorhandene Absicherung das Gerät trägt. Über die 15 Geräte dieses Clusters reicht die Spanne von 22,9 A bis 43 A an derselben 230-Volt-Steckdose. Bei acht der 15 Geräte ist der Wert in keiner Herstellerquelle auffindbar.
Warum darf ein Gerät mit 38 A Netzstrom an einer 16-A-Sicherung laufen?
Weil ein Schweißgerät nicht dauerhaft unter Volllast steht. Die Einschaltdauer schreibt Pausen vor, und der Leitungsschutzschalter reagiert auf den zeitlichen Mittelwert. Diesen Mittelwert beschreibt I1eff, der effektive Netzstrom: 14,7 A gegen 38 A bei zwei Geräten des Felds, 12,6 A gegen 40 A bei einem dritten. Wer die Pausen nicht einhält, verschiebt den Mittelwert nach oben — dann löst der Automat nicht beim Zünden aus, sondern nach einer Weile.
Welche Sicherungscharakteristik braucht ein Schweißgerät, B, C oder K?
Eine normative Vorgabe dazu existiert nicht; die Frage ist nicht geregelt. Belegbar sind ausschließlich Herstellerangaben am Einzelgerät, und die streuen: Migatronic nennt „Sicherung Typ C 16 A" und Kemppi „Fuse type C 16 A", beide STAHLWERK-Geräte nennen eine C-Charakteristik ohne Amperezahl, Güde, WELDINGER und IPOTOOLS nennen eine Zahl ohne Charakteristik, Scheppach gar nichts. Maßgeblich ist die Angabe zum konkreten Gerät, festgelegt mit einer Elektrofachkraft.
Gilt die 4,6-kVA-Regel für Schweißgeräte?
Sie gilt ausdrücklich für elektrische Verbrauchsmittel allgemein und ist keine schweißgerätespezifische Grenze. Der VDE|FNN-Hinweis zur VDE-AR-N 4100 formuliert die Anforderung für den symmetrischen Anschluss und Betrieb: Verbrauchsmittel über 4,6 kVA sind dreiphasig anzuschließen. Umgerechnet sind das rund 20 A bei 230 V. Ob und wie das im Einzelfall greift, klären Netzbetreiber und Elektrofachkraft — der Wortlaut der Anwendungsregel selbst ist kostenpflichtig.
Was heißt EMV-Klasse A bei einem Schweißgerät?
Die Emissionsklasse nach EN 60974-10 beschreibt, für welche Umgebung ein Gerät vorgesehen ist. In der Betriebsanleitung einer industriellen Stromquelle steht dazu wörtlich: „Klasse A Geräte sind nicht für die Verwendung in Wohnbereichen vorgesehen." Neun der 15 Geräte dieses Clusters sind als Klasse A deklariert, sechs nennen überhaupt keine Klasse, kein einziges ist als Klasse B ausgewiesen. Für Garage, Kellerwerkstatt oder Reihenhaus ist das vor dem Kauf zu klären.
Welches Verlängerungskabel braucht ein Schweißgerät?
Entscheidend sind Querschnitt und Länge zusammen, denn der Spannungsfall wächst mit beidem. Bei 25 A Netzstrom fallen auf 25 m mit 1,5 mm² rechnerisch rund 14,6 V ab, mit 2,5 mm² rund 8,8 V und mit 4,0 mm² rund 5,5 V; im ersten Fall werden rund 365 W im Kabel in Wärme umgesetzt. Die Hausleitung bis zur Dose addiert sich dazu. Trommeln gehören vollständig abgerollt, weil die Wärme aus dem Wickel nicht abfließen kann.
Mein Gerät schweißt schlecht und die Elektroden kleben — liegt es am Gerät?
Häufig nicht. Ein zu dünnes oder zu langes Verlängerungskabel meldet keinen Fehler, sondern äußert sich als schlechte Schweißeigenschaft: Die Elektrode klebt, der Lichtbogen reißt ab, das Gerät wirkt zu schwach. Die Prüfung dauert fünf Minuten: Verlängerung ganz weglassen und direkt an der nächstgelegenen Dose schweißen. Ändert sich das Verhalten, war das Kabel die Ursache — und die Rücksendung des Geräts erledigt sich.

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Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung. Ratgeber zum dritten Entscheidungsfaktor des Clusters: dem Netzanschluss. Grundlage sind die Netzstrom-, Absicherungs- und EMV-Angaben der 15 Geräte aus den drei Vergleichen dieses Clusters sowie die Marktprüfung über 25 Marken. Die 4,6-kVA-Regel ist über den VDE|FNN-Hinweis belegt und im Text ausdrücklich als allgemeine Regel für elektrische Verbrauchsmittel gekennzeichnet, nicht als schweißgerätespezifische Grenze; der Wortlaut der VDE-AR-N 4100 ist kostenpflichtig und wird nicht zitiert. Zur Auslösecharakteristik wird keine Regel behauptet, weil keine existiert — gegenübergestellt sind ausschließlich Herstellerangaben am Einzelgerät. Der Zusammenhang zwischen I1max, Einschaltdauer und I1eff sowie die Spannungsfallwerte sind als Rechenwege dieses Artikels gekennzeichnet und nachrechenbar.

Verwendete Quellen

  1. [1]VDE|FNN-Hinweis „Anforderungen für den symmetrischen Anschluss und Betrieb nach VDE-AR-N 4100", Version 1.0, Dezember 2019 · abgerufen 2026-08-19
  2. [2]VDE FNN: Technische Anschlussregeln Niederspannung VDE-AR-N 4100 · abgerufen 2026-08-19
  3. [3]DIN EN 60974-10 — EMV-Anforderungen · abgerufen 2026-08-19
  4. [4]EWM Pico 350 — Betriebsanleitung 099-002127-EW500 · abgerufen 2026-08-19
  5. [5]DIN VDE 0100-430 — Schutz bei Überstrom · abgerufen 2026-08-19