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Themenübersicht · Schweißgeräte

Schweißgerät kaufen 2026: Bauform, Anschluss, Rauch

98 Prozent der Treffer zu MIG/MAG sind Kombigeräte. Wie sich die drei Bauformen am Datenblatt trennen — und was TRGS 528 und DGUV Vorschrift 3 verlangen.

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Fachbereich Werkstatt
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„MIG“, „MAG“, „WIG“, „E-Hand“, „Schutzgasschweißgerät“, „Inverter“ – nach diesen Wörtern wird gesucht, und keines davon beschreibt zuverlässig ein Gerät. Wer nach „mig mag schweißgerät“ sucht, bekommt zu 98 Prozent ein Kombigerät, das mehrere Verfahren gleichzeitig beherrscht. Das Verfahren ist der Begriff, mit dem der Markt sortiert – aber längst nicht mehr die Eigenschaft, die eine einzelne Maschine hat.

Dieser Themenbereich trennt deshalb über zwei Merkmale, die im Datenblatt stehen und an keiner Produktbezeichnung hängen: die Zuführung des Zusatzwerkstoffs und die Zündart. Daraus ergeben sich drei Bauformen, die sich gegenseitig ausschließen – das Gerät mit eingebautem Drahtvorschub, das Gerät mit Hochfrequenzzündung oder Wechselstrom und der Elektroden-Inverter, der weder das eine noch das andere hat. Fünfzehn Geräte aus drei Vergleichen und eine Marktprüfung über 25 Marken liegen diesem Bereich zugrunde.

Zwei Themen ziehen sich durch alle drei Bauformen und stehen deshalb hier statt in einem einzelnen Vergleich. Das erste ist die Elektrik: Nicht der Schweißstrom, sondern der Netzstrom entscheidet, ob ein Gerät an der vorhandenen Dose überhaupt läuft. Das zweite ist der Arbeitsschutz – Schweißrauch, Absaugung, Gasflasche und die wiederkehrende Prüfung gelten für das Elektrodengerät genauso wie für die Multiprozessmaschine.

Woran die Entscheidung hängt

  • 01

    Einschaltdauer

  • 02

    Schweißstrombereich

  • 03

    Netzanschluss

  • 04

    Verfahren

In dieser Reihenfolge planen

  • Zuerst festlegen, was geschweißt wird – Werkstoff und Dicke getrenntAluminium ist die Weiche, die sich später nicht mehr umlegen lässt: Beim WIG-Verfahren verlangt es Wechselstrom, beim Drahtvorschub eine Teflonseele im Schlauchpaket und eine passende Rolle. Beides ist eine Kaufentscheidung, keine Nachrüstung nebenbei. Edelstahl und unlegierter Stahl lassen dagegen alle drei Bauformen zu, und dann entscheidet die Blechdicke über den nötigen Strombereich – nach unten wie nach oben.
  • Dann klären, wie lange am Stück geschweißt wirdEine mehrlagige Naht in Zwangslage ist etwas anderes als zwanzig Heftpunkte am Zaunpfosten. Aus dieser Frage folgt die Einschaltdauer, und die ist nur zusammen mit dem Bezugsstrom und der Bezugstemperatur eine Aussage. Wer selten und kurz schweißt, kann eine niedrige Prozentzahl hinnehmen; wer Blech in Serie fügt, wartet sonst nach jeder Naht auf die Abkühlung.
  • Den Anschluss prüfen, bevor eine Bauform überhaupt infrage kommtMaßgeblich ist der maximale Netzstrom I1max auf dem Typenschild, nicht die beworbene Amperezahl im Lichtbogen. Über die fünfzehn Geräte dieses Bereichs reicht die Spanne an derselben 230-Volt-Steckdose von 22,9 A bis 43 A, und bei acht von fünfzehn Geräten ist der Wert in keiner Herstellerquelle auffindbar. Dazu die Emissionsklasse: Neun der fünfzehn Geräte sind als Klasse A deklariert, kein einziges als Klasse B.
  • Erst jetzt die Bauform bestimmen – in dieser PrüfreihenfolgeZuerst: Hat das Gerät einen eingebauten Drahtvorschub? Dann ist es ein Schutzgas- oder Fülldrahtgerät, unabhängig davon, was sonst noch auf dem Karton steht. Sonst: Nennt der Hersteller Hochfrequenzzündung oder Wechselstromfähigkeit? Dann ist es ein WIG-Gerät. Sonst ist es ein Elektroden-Inverter. Die Reihenfolge ist zwingend, weil ein Kombigerät mit Drahtvorschub sonst in drei Vergleichen gleichzeitig stünde.
  • Das Gerät wählen – und die Randbedingungen mitbestellenZum Gerät gehören Dinge, die keine Artikelüberschrift nennt: beim Drahtvorschub der Brenneranschluss, an dem hängt, ob das Schlauchpaket je ersetzbar ist; beim Schutzgas die Flasche samt Lagerort; bei jedem Verfahren die Erfassung des Rauchs und die wiederkehrende Prüfung. Wer diese Posten erst nach der Lieferung sieht, hat das Gerät in eine fertige Werkstatt gestellt, statt die Werkstatt um das Gerät herum zu planen.

Was über das Gerät hinaus eingeplant gehört

Sechs Posten fallen bei einem Schweißgerät regelmäßig zusätzlich an. Keiner steht in der Artikelüberschrift, und zwei entscheiden darüber, ob das Gerät am vorgesehenen Platz überhaupt in Betrieb gehen darf.

Absicherung und Steckdose
22,9 A bis 43 A Netzstrom an derselben 230-Volt-Dose
Der maximale Netzstrom I1max ist der Kennwert, an dem die Anschaffung scheitert oder nicht – und er steht auf dem Typenschild, nicht auf der Verkaufsseite. Dass ein Gerät mit 38 A an einer 16-A-Sicherung überhaupt läuft, liegt an den Pausen: Der Leitungsschutzschalter reagiert auf den zeitlichen Mittelwert, den der effektive Netzstrom I1eff beschreibt. Wer die Pausen nicht einhält, verschiebt diesen Mittelwert nach oben. Eine normative Vorgabe zur Auslösecharakteristik existiert nicht; maßgeblich ist die Angabe zum konkreten Gerät, festgelegt mit einer Elektrofachkraft.
Gasflasche und ihr Lagerort
In Arbeitsräumen nur im Sicherheitsschrank G30 oder höher
Die TRGS 510 lässt das Lagern von Druckgasflaschen in Arbeitsräumen nur in Sicherheitsschränken der Feuerwiderstandsklasse G30 oder höher zu; „Lagern“ beginnt oberhalb dessen, was für den Tages- oder Schichtbedarf angemessen ist. Dazu kommt das Flaschenmodell: Eigentum, Miete oder Poolflasche sind drei verschiedene Verpflichtungen mit drei verschiedenen Laufzeiten. Das betrifft nur Geräte mit Schutzgas – gaslos betriebener Fülldraht kommt ohne Flasche und damit ohne diese Frage aus.
Erfassung des Schweißrauchs
Vorrangig im Entstehungsbereich, nicht erst im Raum
Die TRGS 528 in der Ausgabe Februar 2020 verlangt die Absaugung vorrangig im Entstehungsbereich. Bei krebserzeugenden Bestandteilen im Rauch ist die Rückführung der gereinigten Luft in den Arbeitsraum grundsätzlich verboten – das ist der Punkt, an dem ein Umluftgerät ausscheidet und die Planung an der Fortluftführung hängt. Der Rohrweg lässt sich in einer eingerichteten Werkstatt kaum noch ändern, deshalb gehört er in dieselbe Planung wie das Gerät.
Verschleiß- und Ersatzteile
Laufender Bedarf, je Bauform verschieden
Beim Drahtvorschub sind es Stromdüsen, Gasdüsen, Drahtseele und Vorschubrollen, beim WIG-Gerät Wolframelektroden, Spannhülsen und Keramikdüsen, beim Elektrodengerät die Stabelektroden samt trockener Lagerung. Dazu die Frage, die über die Nutzungsdauer entscheidet: Sitzt am Drahtvorschubgerät ein genormter Zentralanschluss, ist der Brenner ein Kaufteil; ist das Schlauchpaket fest angeschlagen, ist er es nicht. Nach Ablauf der Garantie kommt die Verfügbarkeit der Leistungselektronik dazu.
Wiederkehrende Prüfung
Richtwert sechs Monate, Prüfverfahren nach DIN EN IEC 60974-4
Die DGUV Vorschrift 3 nennt in Tabelle 1B einen Richtwert von sechs Monaten – allgemein für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel, nicht speziell für Schweißstromquellen. Wie eine Schweißstromquelle geprüft wird, steht in DIN EN IEC 60974-4. Für den rein privaten Gebrauch folgt daraus keine Pflicht; sobald jemand im Betrieb oder für Dritte schweißt, ist die Prüfung ein wiederkehrender Posten und braucht eine befähigte Person.
Platz, Gewicht und Umgebung
Gerät, Flasche, Erfassung und Werkstück brauchen jeweils eigenen Raum
Ein tragbarer Inverter belegt wenig Stellfläche, die Flasche daneben aber ebenfalls eine, gesichert gegen Umfallen, und die Erfassungshaube braucht Bewegungsraum über dem Werkstück. Dazu die Umgebung selbst: Funkenflug und heiße Teile vertragen keine brennbaren Lagerbestände in Reichweite, und die Länge von Schlauchpaket und Massekabel bestimmt, wie weit das Gerät vom Bauteil entfernt stehen darf. Bei kurzen Leitungen wandert das Gerät um das Werkstück, nicht umgekehrt.

Alle Größenordnungen stammen aus den Produktseiten, Datenblättern, Betriebsanleitungen und Konformitätserklärungen der in diesem Themenbereich ausgewerteten Geräte sowie aus dem jeweils genannten Regelwerk. Wo zwei Dokumente desselben Herstellers verschiedene Zahlen nennen, stehen beide in den Vergleichen.

Der Markt verkauft Kombigeräte und sortiert sie nach Einzelverfahren

Wer ein Schweißgerät sucht, sucht nach einem Verfahren. Der Markt liefert darauf etwas anderes zurück. Für sieben Suchbegriffe wurde je über drei Ergebnisseiten ausgezählt, wie viele Treffer mehrere Verfahren in einem Gehäuse vereinen – als Kombigerät zählt ein Titel mit „n-in-1“, „Multi“ oder „Kombi“ oder mit mindestens zwei der Verfahrensbezeichnungen MIG, MAG, WIG, MMA und Fülldraht.

Anteil der Kombigeräte an den Suchtreffern, je Begriff drei Ergebnisseiten, Duplikate über die Artikelnummer entfernt
Suchbegriffgeprüfte Trefferdavon KombigerätAnteil
mig mag schweißgerät515098 %
schutzgasschweißgerät524994 %
fülldraht schweißgerät514486 %
wig schweißgerät544685 %
schweißgerät523771 %
inverter schweißgerät503264 %
elektroden schweißgerät542444 %

44 %Kombianteil beim Elektrodengerät – der niedrigste des Felds

Genau eine Bauform existiert im Handel noch mehrheitlich als Einzelverfahrensgerät: der Elektroden-Inverter. Überall sonst liegt der Kombianteil zwischen 64 und 98 Prozent. Der Fachhandel bestätigt dasselbe Bild aus der anderen Richtung: Ein italienischer Hersteller führt 45 Modelle als Multiprozess-MIG-MAG-Geräte und 6 als reine MIG-MAG-Geräte, ein anderer Anbieter hat weder ein reines MIG/MAG- noch ein reines WIG-Gerät im Programm.Quelle: Auszählung von sieben Suchbegriffen über je drei Ergebnisseiten, Duplikate über die Artikelnummer entfernt, Stand 08.08.2026

Fünf Kategoriezweige – und einer davon ist ein Beruf

Der Kategoriebaum des größten Marktplatzes trennt es ebenfalls nicht. Die Facette zum Suchwort „schweißgerät“ bietet fünf Zweige an: Schweißgeräte, MIG-Schweißgeräte, Lichtbogenschweißgeräte, Schweißer und WIG-Schweißgeräte. Es gibt darin keinen MAG-Knoten, keinen Knoten für das Elektrodenschweißen und keinen für Multiprozessgeräte. Der Zweig „Lichtbogenschweißgeräte“ umfasst sämtliche hier betrachteten Verfahren und grenzt damit gar nichts ab. Und „Schweißer“ ist die Berufsbezeichnung, aufgestellt als Produktkategorie.

In derselben Trefferliste stehen die Geräte außerdem nicht unter sich. Auf den vorderen Rängen zu „schweißgerät“ liegen ein Schweißhelm mit knapp 6.000 Bewertungen, ein Gerät zum Verschweißen von Kunststoff und mehrere Elektrodensortimente; das meistbewertete Suchergebnis überhaupt ist eine Packung Stabelektroden. Wer die Reihenfolge der Treffer für eine Rangfolge von Geräten hält, vergleicht Zubehör mit Maschinen.

Weder die Produktbezeichnung noch der Kategoriezweig sagt verlässlich, welche Bauform vor einem steht. Ein Hersteller führt seine sechs WIG-Geräte durchgehend unter der Bezeichnung „Schutzgasschweißgerät“ – dem Wort, das im Markt für das Drahtvorschubgerät steht.

Drei Bauformen und die Reihenfolge, in der sie geprüft werden

Die Zuordnung läuft über zwei Merkmale, die im Datenblatt stehen, und sie läuft in fester Reihenfolge. Erstens: Hat das Gerät einen eingebauten Drahtvorschub, ist es ein Schutzgas- oder Fülldrahtgerät – unabhängig davon, was sonst noch zutrifft. Zweitens, falls kein Draht zugeführt wird: Nennt der Hersteller Hochfrequenzzündung oder Wechselstromfähigkeit, ist es ein WIG-Gerät. Trifft beides nicht zu, ist es ein Elektroden-Inverter. Die Reihenfolge ist zwingend, weil ein Fünf-in-eins-Gerät mit Drahtvorschub sonst in allen drei Klassen gleichzeitig stünde.

Die drei Bauformen dieses Themenbereichs nach zuordnendem Merkmal, kritischem Kennwert und Bezugsweg
MerkmalSchutzgas und FülldrahtWIGElektrode
Merkmal, das zuordneteingebauter Drahtvorschubkein Draht, aber Hochfrequenz oder Wechselstromkein Draht, keine Hochfrequenz, kein Wechselstrom
Kritischer KennwertEinschaltdauer beim MIG-StromZündart und AC/DCLeerlaufspannung
Kombianteil im Handel86 bis 98 %85 %44 %
Bezugsweg im VergleichgemischtFachhandelMarktplatz

Die häufigste Verwechslung des Markts: Lift-Zündung gegen echtes WIG-Gerät

Elektrodengerät mit Lift-Zündung

Die Wolframelektrode wird auf dem Werkstück aufgesetzt, der Lichtbogen entsteht beim Abheben. Ohne Hochfrequenz zündet man damit auf dem Bauteil auf, und ohne Wechselstrom bleibt Aluminium außen vor. Das Gerät bleibt ein Elektroden-Inverter mit Zusatzfunktion, auch wenn „TIG“ auf dem Gehäuse steht.

WIG-Gerät

Der Hersteller nennt Hochfrequenzzündung, Wechselstromfähigkeit oder beides. Erst damit zündet der Lichtbogen berührungslos, und erst mit Wechselstrom bricht die Oxidhaut auf Aluminium auf. Genau diese beiden Merkmale sind die Gründe, aus denen jemand ein WIG-Gerät sucht – und sie stehen im Datenblatt, nicht im Produkttitel.

Welche Geräte mit Drahtvorschub welchen Strom bei welcher Einschaltdauer halten und woran der Brenneranschluss hängt, führt der Vergleich der Schutzgasschweißgeräte nach Netzstrom und Einschaltdauer aus; welche Geräte Hochfrequenz und Wechselstrom tatsächlich mitbringen, prüft der Vergleich der WIG-Schweißgeräte nach Zündart und AC/DC; und warum bei Stabelektroden die Spannung und nicht der Strom die Grenze setzt, zeigt der Vergleich der Elektroden-Schweißgeräte nach Leerlaufspannung.

Die beiden Zahlen, an denen die Entscheidung wirklich hängt

Jedes Datenblatt macht mit der Einschaltdauer auf, und keine Zahl des Felds ist schlechter vergleichbar. Sie ist nach EN IEC 60974-1 über einen Zyklus von zehn Minuten bei 40 °C zu ermitteln – der Normwortlaut ist kostenpflichtig und wird hier deshalb nicht zitiert; belegbar ist der Bezug mittelbar über die Betriebsanleitungen der Hersteller. Der Markt hält sich daran unterschiedlich streng: Ein Anbieter bemisst durchgehend bei 20 °C, ein anderer bei 25 °C, mehrere nennen überhaupt keine Bezugstemperatur.

100 A gegen 135 Adieselbe Maschine bei 40 °C und bei 20 °C

Zwei Hersteller liefern den Beleg selbst, weil sie beide Temperaturen nebeneinander ausweisen: Dieselbe Maschine trägt bei 20 °C rund 35 Prozent mehr Dauerstrom als bei 40 °C, bei einem zweiten Gerät sind es 17 Prozent. Eine Prozentzahl ohne Bezugstemperatur und ohne Bezugsstrom neben eine andere zu stellen, verschiebt den Vergleich damit um eine ganze Leistungsklasse.Quelle: Herstellerdatenblatt eines Drahtvorschubgeräts, das beide Bezugstemperaturen nebeneinander ausweist, Stand 08.08.2026

Dazu kommt der Strombereich, und zwar von unten: Die Obergrenze steht in jeder Anzeige, über dünnes Karosserieblech entscheidet aber der Bereichsanfang. Wie sich Prozentzahl, Bezugsstrom, Spieldauer und Temperatur zu einer nutzbaren Schweißzeit verrechnen, führt der Ratgeber Einschaltdauer und Schweißstrom richtig lesen an den veröffentlichten Herstellerangaben vor.

Die zweite Zahl ist der Netzstrom. Kein geprüfter Shop bietet dazu einen Filter an – gefiltert wird nach Verfügbarkeit, Marke, Grundfarbe und Abmessungen, nicht nach Einschaltdauer oder Netzanschluss. Ob die vorhandene Steckdose reicht, warum eine zu dünne Verlängerung wie ein Gerätefehler aussieht und wo die Hersteller auf Drehstrom wechseln, klärt der Ratgeber Netzanschluss 230 oder 400 Volt an fünfzehn Typenschildern.

Woher der Schutz kommt: Flasche, Pulver oder Umhüllung

Alle drei Bauformen lösen dieselbe Aufgabe: Das Schmelzbad muss von der Luft abgeschirmt werden, sonst wird die Naht porös. Nur der Weg dorthin ist verschieden. Beim Drahtvorschubgerät strömt Gas aus einer Flasche über die Düse, beim Fülldraht steckt das Schutzmittel als Pulver im Draht selbst, bei der Stabelektrode sitzt es in der Umhüllung, und beim WIG-Verfahren schützt Gas eine Elektrode, die selbst nicht abschmilzt. Daraus folgt alles Weitere: Wo eine Flasche steht, gibt es eine Zugluftgrenze im Freien, ein Flaschenmodell und einen Lagerort. Wo keine steht, gibt es Schlacke, mehr Rauch und eine andere Polung.

Diese Wahl steht nicht erst nach dem Kauf an, sondern mitten darin, weil das Gerät sie mitentscheidet: Ein Drahtvorschubgerät ohne umschaltbare Polung ist für gaslosen Fülldraht nicht ohne Weiteres zu gebrauchen, und ein Gerät ohne Magnetventil verwaltet das Gas nicht von selbst. Welches Gas in welche Gruppe fällt, wie lange eine Flasche hält und was die drei Flaschenmodelle praktisch bedeuten, behandelt der Ratgeber Schutzgas oder Fülldraht mit den zugehörigen Regelwerken.

Schweißrauch: was verbindlich gilt – und was nicht

Der Rauch über dem Lichtbogen ist der Teil des Themas, der für jede Bauform gleich gilt. Die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“ steht in der Ausgabe Februar 2020 und verlangt, die entstehenden Stoffe vorrangig im Entstehungsbereich zu erfassen – also am Brenner oder unmittelbar über der Naht, nicht erst als Raumlüftung. Enthält der Rauch krebserzeugende Bestandteile, ist die Rückführung der gereinigten Luft in den Arbeitsraum grundsätzlich verboten.

Was zum Krebsrisiko belegt ist – und was nicht

Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat Schweißrauch in Gruppe 1 eingestuft: Bewertung 2017, Monographie Band 118 als Buchausgabe 2018. Eine spätere Neueinstufung, wie sie gelegentlich für 2024 oder 2025 behauptet wird, ist nicht belegbar – die TRGS 528 steht unverändert auf der Ausgabe Februar 2020. Was gilt, ist damit älter als die Meldungen darüber, und es gilt unabhängig davon, ob mit Draht, mit Wolfram oder mit Stabelektrode geschweißt wird.

Für die Werkstatt heißt das zweierlei. Erstens ist die Erfassung eine Planungsgröße mit Rohrweg, Erfassungsgeschwindigkeit und Fortluftführung – wie sie ausgelegt wird, steht in der Übersicht zum Auslegen einer Absauganlage. Zweitens gehört die Gasflasche in dieselbe Betrachtung: Die TRGS 510 lässt das Lagern in Arbeitsräumen nur in Sicherheitsschränken der Feuerwiderstandsklasse G30 oder höher zu – was genau an die Frage anschließt, die der Beitrag zum Gefahrstoffschrank in der Werkstatt für Druckgasflaschen ausdrücklich offengelassen hat.

Die wiederkehrende Prüfung der Stromquelle

Ein Schweißgerät ist elektrisch kein gewöhnliches Werkzeug: Es zieht hohe Ströme, es steht auf feuchten Böden, es wird an der Leitung gezogen, und sein Schweißstromkreis führt Spannung an zwei offen zugänglichen Enden. Die DGUV Vorschrift 3 nennt in Tabelle 1B einen Richtwert von sechs Monaten für die wiederkehrende Prüfung. Dieser Wert steht dort allgemein für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel und nicht speziell für Schweißstromquellen – wer ihn als schweißgerätespezifische Vorgabe liest, liest mehr hinein, als dort steht.

Wie geprüft wird, regelt dagegen eine Norm, die genau diese Geräte meint: DIN EN IEC 60974-4 beschreibt die wiederkehrende Inspektion und Prüfung von Lichtbogenschweißeinrichtungen, also den Prüfumfang samt Messgrößen. Für den rein privaten Gebrauch entsteht daraus keine Pflicht; sobald im Betrieb, im Verein oder für Dritte geschweißt wird, ist die Prüfung ein wiederkehrender Termin, den eine befähigte Person durchführt. Praktisch heißt das: Betriebsanleitung und Konformitätserklärung aufbewahren, denn beides ist die Grundlage jeder späteren Prüfung – und beides ist nicht bei jeder Marke frei zugänglich.

Aus dem Sechs-Monats-Richtwert folgt keine feste Frist für die private Werkstatt. Er beschreibt, was für ortsveränderliche Betriebsmittel als Ausgangspunkt gilt – die tatsächliche Frist ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung des Betriebs.

Was neben dem Gerät anfällt

Das Gerät ist der kleinere Teil der Planung. Beim Drahtvorschubgerät kommen Draht, Gas, Stromdüsen und Gasdüsen dazu, dazu die Frage, ob der Brenner am genormten Zentralanschluss sitzt und damit überhaupt ersetzbar ist. Beim WIG-Gerät sind es Wolframelektroden, Spannhülsen, Keramikdüsen und das Gasmanagement, dessen undichtes Magnetventil eine volle Flasche über Nacht leeren kann. Beim Elektrodengerät sind es die Stabelektroden selbst, deren Umhüllung trocken bleiben muss. Über alle drei Bauformen hinweg gilt dieselbe Reihenfolge: erst der Anschluss, dann die Erfassung, dann das Verbrauchsmaterial.

Zwei Posten werden dabei regelmäßig übersehen. Der erste ist die Leitung zum Werkstück: Schlauchpaket und Massekabel bestimmen, wie weit das Gerät vom Bauteil entfernt stehen darf, und eine zu dünne Verlängerung meldet keinen Fehler, sondern äußert sich als schlechtes Schweißergebnis. Der zweite ist die Bewertungslage selbst: Weder Stiftung Warentest noch ÖKO-TEST haben je einen Schweißgerätetest veröffentlicht, und für die Fachhandelsmarken existiert im Marktplatzfeld kaum eine belastbare Bewertungsbasis. Wo dieser Themenbereich keine Sterne zeigt, fehlt keine Meinung – es fehlt die Grundlage dafür.

Kurz gefasst

Die Reihenfolge steht damit fest: erst Werkstoff und Blechdicke, dann die Frage, wie lange am Stück geschweißt wird, dann der Anschluss – und erst danach die Bauform, entschieden am Datenblatt über Drahtvorschub und Zündart. Wer so vorgeht, hat den Themenbereich nach vier Fragen auf eine Bauform und eine Handvoll Geräte reduziert. Alles davor ist das Wort auf dem Karton, und das trennt hier nichts mehr.

Häufige Fragen

Welches Schweißgerät soll ich kaufen — MIG/MAG, WIG oder Elektrode?
Die Frage wird nicht am Verfahrensnamen entschieden, sondern an drei Vorgaben: Werkstoff, Einsatzdauer und Anschluss. Aluminium verlangt beim WIG-Verfahren Wechselstrom und beim Drahtvorschub eine Teflonseele — beides ist eine Kaufentscheidung. Wer viel am Stück schweißt, braucht Einschaltdauer bei einem definierten Strom. Und der maximale Netzstrom entscheidet, ob das Gerät an der vorhandenen Dose überhaupt läuft. Erst danach steht die Bauform fest.
Woran erkenne ich, welche Bauform ein Schweißgerät wirklich hat?
An zwei Zeilen im Datenblatt, in dieser Reihenfolge geprüft. Erstens: Hat das Gerät einen eingebauten Drahtvorschub? Dann ist es ein Schutzgas- oder Fülldrahtgerät. Zweitens: Nennt der Hersteller sonst Hochfrequenzzündung oder Wechselstromfähigkeit? Dann ist es ein WIG-Gerät. Trifft beides nicht zu, ist es ein Elektroden-Inverter. Eine Lift-Zündung auf einem Elektrodengerät macht daraus kein WIG-Gerät.
Sind Kombigeräte mit mehreren Verfahren eine sinnvolle Wahl?
Der Markt lässt kaum eine andere Wahl: 98 Prozent der geprüften Treffer zu MIG/MAG und 94 Prozent zu Schutzgasschweißgeräten sind Kombigeräte, nur beim Elektrodengerät liegt der Anteil mit 44 Prozent unter der Hälfte. Entscheidend ist deshalb nicht, ob ein Gerät mehrere Verfahren beherrscht, sondern ob der Hersteller die Kennwerte je Verfahren einzeln ausweist — Einschaltdauer und Strombereich getrennt für MIG, WIG und Elektrode.
Ist Schweißrauch krebserregend?
Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat Schweißrauch in Gruppe 1 eingestuft: Bewertung 2017, Monographie Band 118 als Buchausgabe 2018. Eine spätere Neueinstufung, wie sie gelegentlich für 2024 oder 2025 behauptet wird, ist nicht belegbar; die TRGS 528 steht unverändert auf der Ausgabe Februar 2020. Die Einstufung gilt unabhängig davon, mit welchem Verfahren geschweißt wird.
Brauche ich für das Schweißen in der Werkstatt eine Absaugung?
Die TRGS 528 verlangt, die entstehenden Stoffe vorrangig im Entstehungsbereich zu erfassen — also am Brenner oder unmittelbar über der Naht, nicht erst als Raumlüftung. Enthält der Rauch krebserzeugende Bestandteile, ist die Rückführung der gereinigten Luft in den Arbeitsraum grundsätzlich verboten. Damit hängt die Planung an der Fortluftführung, und der Rohrweg lässt sich in einer eingerichteten Werkstatt kaum noch ändern.
Muss ein Schweißgerät regelmäßig geprüft werden?
Die DGUV Vorschrift 3 nennt in Tabelle 1B einen Richtwert von sechs Monaten. Dieser Wert gilt dort allgemein für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel und nicht speziell für Schweißstromquellen. Wie eine Schweißstromquelle geprüft wird, beschreibt DIN EN IEC 60974-4. Für den rein privaten Gebrauch folgt daraus keine Pflicht; im Betrieb ergibt sich die tatsächliche Frist aus der Gefährdungsbeurteilung, und die Prüfung führt eine befähigte Person durch.
Darf die Gasflasche in der Werkstatt stehen?
Die TRGS 510 lässt das Lagern von Druckgasflaschen in Arbeitsräumen nur in Sicherheitsschränken der Feuerwiderstandsklasse G30 oder höher zu. Als Lagern gilt, was über den angemessenen Tages- oder Schichtbedarf hinausgeht. Dazu kommt die Sicherung gegen Umfallen und der Abstand zu brennbaren Beständen. Wer gaslos mit Fülldraht arbeitet, hat diese Frage nicht — dafür mehr Rauch und Schlacke.
Gibt es einen Schweißgerätetest von Stiftung Warentest?
Nein. Weder Stiftung Warentest noch ÖKO-TEST haben je einen Schweißgerätetest veröffentlicht; die Prüfung der Quellenlage für diesen Themenbereich hat dazu keinen einzigen Treffer ergeben. Für die Fachhandelsmarken existiert zudem im Marktplatzfeld kaum eine belastbare Bewertungsbasis. Wo dieser Themenbereich keine Sterne zeigt, fehlt deshalb keine Meinung, sondern die Grundlage dafür.

Änderungen an dieser Seite

Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung. Cluster-Einstieg zu den sechs Spokes dieses Themenbereichs. Er trägt zwei Blöcke, die in keinen einzelnen Spoke gehören: erstens die Systematik, die den Cluster begründet — der Markt verkauft Kombigeräte und sortiert sie nach Einzelverfahren, belegt über die Auszählung von sieben Suchbegriffen und den Kategoriebaum des größten Marktplatzes; zweitens Arbeitsschutz und Prüfpflicht, weil beides für alle drei Bauformen gleichermaßen gilt. Zur Krebseinstufung ist ausschließlich IARC Gruppe 1 aus 2017 und 2018 genannt; eine Neueinstufung in 2024 oder 2025 ist nicht belegbar und wird ausdrücklich zurückgewiesen. Der Sechs-Monats-Richtwert der DGUV Vorschrift 3 ist als allgemeiner Wert für ortsveränderliche Betriebsmittel gekennzeichnet, nicht als schweißgerätespezifische Vorgabe. Keine Absicht unterstellt: belegt sind die Zahlen, nicht die Motive.

Verwendete Quellen

  1. [1]TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten", Ausgabe Februar 2020, zuletzt geändert 07.08.2020 · abgerufen 2026-08-19
  2. [2]DGUV Information 209-077 „Schweißrauche — geeignete Lüftungsmaßnahmen" · abgerufen 2026-08-19
  3. [3]IARC: Monographs Volume 118, Meldung vom 11.04.2017 · abgerufen 2026-08-19
  4. [4]IARC Monographs Vol. 118, Buchausgabe 2018 · abgerufen 2026-08-19
  5. [5]DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" · abgerufen 2026-08-19
  6. [6]DIN EN IEC 60974-4:2025-12 — Wiederkehrende Inspektion und Prüfung · abgerufen 2026-08-19