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Ratgeber · Schweißgeräte

Punktschweißgerät, Spotter oder Akku-Punktschweißer

Drei Geräte unter einem Wort: Zange für zwei Bleche, Spotter für die Karosserie, Akkugerät für Nickelband. Bei Amazon waren 13 von 16 Treffern Akku-Punktschweißer.

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Welches Punktschweißgerät brauche ich? Die Frage klingt nach einer Gerätefrage. Sie ist zuerst eine Begriffsfrage, denn unter dem Wort verkauft der Handel drei verschiedene Werkzeuge.

Das erste ist die Punktschweißzange, die zwei Bleche zwischen zwei Kupferelektroden presst. Das zweite ist der Spotter, mit dem man an einer Karosserie von einer Seite aus arbeitet und Dellen herauszieht. Das dritte ist ein handliches Gerät, das dünnes Nickelband an Batteriezellen schweißt.

Bei Amazon dominiert das dritte. Wer das Wort am 19. Oktober 2026 eingab, bekam unter 16 nicht gesponserten Treffern 13 Akku-Punktschweißer. Dieser Ratgeber trennt die drei Geräte, nennt, was ihre Hersteller ihnen zutrauen und was nicht, und ordnet die Themen ein, die alle drei betreffen: Netzanschluss, Magnetfeld, Rauch und Norm.

Was die Aufgabe vorgibt

  • Was gefügt werden sollZwei Stahlbleche an einem Flansch, eine Delle in einer Außenhaut oder Nickelband auf einer Batteriezelle. Jede dieser Aufgaben gehört zu einer anderen Gerätegruppe.
  • Ob beide Seiten zugänglich sindDie Zange braucht ein Blech von jeder Seite. Ist nur eine Seite erreichbar, bleibt der Spotter, und der darf nach Herstellerangabe nicht an tragenden Teilen punkten.
  • Die Blechstärke je BlechDie Hersteller geben Paare an: 1,5 + 1,5 Millimeter, 2 + 2 Millimeter, beim einseitigen Punkten 1 + 1. Gemessen wird am dicksten Blech der Verbindung.
  • Der Stromkreis am ArbeitsplatzEin Gerät verlangt eine Absicherung mit 25 Ampere, ein anderes nennt keine. Kurz vor dem Schweißpunkt zieht jedes von ihnen ein Vielfaches seines Dauerwerts.
  • Wer in der Nähe istBeim Widerstandsschweißen ist eine Beeinflussung von Herzschrittmachern nach der DGUV möglich. Ein Hersteller verlangt, Trägern von Herzschrittmachern den Zutritt zum Einsatzbereich zu untersagen.

Was zum Punktschweißgerät dazugehört

Vier Posten, die über die Nutzbarkeit entscheiden und in keinem Lieferumfang vollständig stecken. Beträge stehen hier nicht.

Elektroden und Arme
Verschleiß und Reichweite
Die Elektrodenspitzen verformen sich mit jedem Punkt. Längere Arme erreichen tiefer liegende Flansche; Telwin bietet für die Modular 230 Arme bis 500 Millimeter an.
Absaugung
bei verzinktem Blech
Die TRGS 528 verlangt, beim Schweißen verzinkter Werkstoffe Zinkoxidrauch zu berücksichtigen. Klebstoff zwischen den Blechen zersetzt sich beim Punkten.
Schutzausrüstung
Brille, Kleidung, Handschuhe
PARKSIDE verlangt Sicherheitsbrille, hoch geschlossenen Kragen und vollständigen Körperschutz gegen Schweißfunken.
Reparaturunterlagen
vor dem ersten Punkt am Fahrzeug
Ob an einer Stelle punktgeschweißt werden darf, steht in der Reparaturanleitung des Fahrzeugherstellers, nicht in der Anleitung des Geräts.

Geräteangaben aus der Bedienungsanleitung der PARKSIDE PPSZ 700 A1, aus Datenblatt und Anleitung der Telwin Digital Modular 230 und des Telwin Digital Car Spotter 5500, aus der Anleitung der SIP Weldmate Pro SW150 sowie von drei Amazon-Produktseiten, abgerufen am 19.10.2026. Regelwerk aus EMFV, TRGS 528 und DGUV Information 203-043. Preisangaben stehen auf dieser Seite grundsätzlich nicht.

Drei Geräte, ein Suchwort

In den Suchvorschlägen zum Wort stehen die drei Gruppen nebeneinander und berühren sich kaum. „punktschweißgerät karosserie", „punktschweißzange 230v" und „spotter karosserie" auf der einen Seite. „punktschweißgerät für li ion akku 18650", „nickelband punktschweißen" und „punktschweißgerät mit kondensator" auf der anderen. Dazwischen Fragen nach dem Zeichnungssymbol und dem Roboter aus der Fertigung.

Das Angebot sortiert nicht. Die Ergebnisliste bei Amazon zeigte am 19. Oktober 2026 unter 16 nicht gesponserten Treffern 13 Akku-Punktschweißer für Batteriezellen, zwei Impulsschweißgeräte für Schmuck und eine einzige Zange für Stahlbleche.

Die Schmuckgeräte sind eine vierte Welt. Ihre Titel nennen Gold und Silber und ein Argon-Impulsverfahren; in den Suchvorschlägen tauchen sie als Geräte für Goldschmiede und Zahntechnik auf. Mit Karosserie oder Akkus haben sie nichts zu tun und bleiben hier außen vor.

Auch die Bestenlisten, die in der Suche oben stehen, mischen die Gruppen. Die drei stärksten Seiten ohne eigenen Shop führen Akkugeräte und Blechgeräte in derselben Liste; keine nennt eine Norm, eine Unfallversicherungs-Schrift oder das Wort Herzschrittmacher.

Im Cluster dieser Seite ordnet der Überblick über MIG/MAG-, WIG- und Elektrodengeräte die Lichtbogenverfahren. Das Punktschweißen ist ein anderes Verfahren mit einem anderen Werkzeug, und es beginnt mit einer anderen Physik.

Wie Widerstandspunktschweißen fügt

Beim Lichtbogenschweißen brennt ein Bogen zwischen Elektrode und Werkstück. Beim Widerstandsschweißen fließt der Strom durch das Werkstück selbst. Zwei Kupferelektroden pressen die Bleche zusammen, ein sehr hoher Strom fließt für einen Sekundenbruchteil hindurch, und an der Stelle mit dem größten Widerstand, der Berührungsfläche der Bleche, schmilzt ein Punkt.

Die TRGS 528, die Technische Regel für schweißtechnische Arbeiten, beschreibt das Verfahren als eines, das insbesondere „zum Verbinden von dünnwandigen Werkstücken wie Feinblechen" dient. Für den Karosserierohbau nennt sie verzinkten unlegierten Stahl in 0,6 bis 0,8 Millimetern, Verstärkungen üblicherweise in zwei Millimetern, und eine Schweißdauer, die sich „im Sekundenbruchteilbereich" bewegt.

In der Systematik der Schweißverfahren nach DIN EN ISO 4063 steht das Widerstandsschweißen als eigene Hauptgruppe neben dem Lichtbogenschweißen. Die TRGS führt es in ihrer Liste der Verfahren entsprechend gesondert.

Die Ströme sind groß. Eine ältere DGUV-Information zu Magnetfeldern von Widerstandsschweißeinrichtungen aus dem Jahr 2006 nennt für das Punktschweißen in der Industrie üblicherweise 6 bis 40 Kiloampere. Die Zangen für 230 Volt liegen darunter; Telwin nennt für die Digital Modular 230 höchstens 6900 Ampere.

In der Fertigung arbeiten Roboterzangen, und die TRGS beschreibt das Verfahren in ihrem Glossar als mechanisiert. Die handgeführte Zange und das Akku-Handgerät sind die kleinen Ausläufer eines Industrieverfahrens.

Einen Zusatzwerkstoff gibt es nicht, kein Gas und keinen Draht. Das macht das Verfahren sauber und schnell, und es macht es abhängig von zwei Dingen: dem Druck der Elektroden und einem Strom, den das Netz kurz liefern muss.

Mit dem Laser hat das Punktschweißen nur den Wortbestandteil gemeinsam, nach dem gelegentlich gesucht wird. Was ein Handlaser-Schweißgerät in der Werkstatt verlangt, steht in einem eigenen Ratgeber.

Die Zange für zwei Bleche

Die Punktschweißzange ist das Gerät, das die meisten meinen, wenn sie an Karosseriearbeit denken. Zwei Arme mit Elektroden umgreifen einen Flansch, ein Hebel erzeugt den Druck, ein Taster löst den Strom aus. Im deutschen Handel ist die Auswahl für 230 Volt schmal.

Bei fünf bekannten Heimwerkermarken war kein solches Gerät mit Herstellerdokument zu finden. Belegt sind eine Lidl-Aktionsware, ein Gerät aus dem Fachhandel und ein britisches Werkstattgerät.

Punktschweißzangen für 230 Volt laut Herstellerdokument (abgerufen am 19.10.2026)
AngabePARKSIDE PPSZ 700 A1Telwin Digital Modular 230SIP Weldmate Pro SW150
Blechstärkehöchstens 1,5 mm je Blech2 + 2 mm1,5 + 1,5 mm
Leistung1,7 kVA, 2,4 kVA bei 50 % ED1,4 kVA bei 50 % ED (Datenblatt)nicht angegeben
Schweißstromin der Anleitung nicht angegebenhöchstens 6900 Anicht angegeben
Takt / Einschaltdauerhöchstens 4 Punkte je Minute1,5 %3 Punkte je Minute
Elektrodenkraftnicht angegeben40–120 kg (Arme 120 mm)höchstens 460 N
Bestimmungnicht für gewerblichen Einsatzausschließlich gewerblicher Gebrauchnicht angegeben
Gewichtca. 12 kg10,5 kg12,6 kg

Ein Zangen-Angebot von VEVOR bei Amazon (ASIN B0CWV47ZMV) zeigt, wie unscharf Angaben im Onlinehandel werden können. Der Titel nennt 1,5 Kilovoltampere Eingangsleistung, die Aufzählung darunter 8 Kilovoltampere und 6500 Ampere. Ein Herstellerdokument mit Tabelle fand sich dazu nicht; das Angebot hatte am 19. Oktober 2026 84 Bewertungen mit durchschnittlich 4,0 Sternen.

Die Spanne bei der Blechstärke wirkt klein, sie ist es nicht. Zwischen 1,5 und 2 Millimetern je Blech liegt genau die Grenze zu den Verstärkungen, die die TRGS 528 im Karosseriebau mit zwei Millimetern angibt.

Die Einschaltdauer steht bei diesen Geräten in anderer Form als beim Lichtbogengerät. PARKSIDE und SIP nennen Punkte je Minute, Telwin 1,5 Prozent. Hinter beiden steckt dieselbe Grenze: Der Trafo braucht nach jedem Punkt eine Pause. Warum Einschaltdauerangaben nur mit ihren Bezugsgrößen vergleichbar sind, zeigt der Ratgeber zur Einschaltdauer an Lichtbogengeräten.

Telwin nennt zusätzlich einen Pulsbetrieb für hochfeste, verzinkte und oxidierte Bleche und Arme bis 500 Millimeter Länge. Gekühlt wird die Modular 230 nach der Anleitung mit natürlicher Luftkühlung.

Den Schweißstrom der PARKSIDE-Zange nennt nur ein Händler, nicht die Anleitung. Die nennt dafür anderes: eine Leerlaufspannung von 1,8 Volt, Schutzart IP20, vier Schweißelektroden im Lieferumfang und den Zweck, „Eisen- bzw. Stahlbleche" zu verbinden. Die Elektroden dürfen erst nach 15 Minuten Abkühlung herausgenommen werden.

Die SIP Weldmate ist ein britisches Gerät mit Stecker für 13 Ampere. Ihre Anleitung nennt eine einstellbare Punktdauer von 120 bis 900 Millisekunden beim SW150; das größere Modell SW200 schafft 2 + 2 Millimeter und wiegt mit 9,7 Kilogramm weniger als das kleinere.

Gemeinsam ist den drei Zangen, dass sie mit Hebelkraft arbeiten. Wie stark die Elektroden drücken, beeinflusst die Qualität des Punkts; nur zwei der drei Hersteller nennen dafür eine Zahl. Die 460 Newton der SIP entsprechen rechnerisch einer Gewichtskraft von rund 47 Kilogramm, also etwa dem unteren Ende der 40 bis 120 Kilogramm, die Telwin für seine Zange angibt.

Warum die Sicherung fliegt

„punktschweißgerät sicherung fliegt raus" steht unter den Suchvorschlägen, und die Antwort liegt in den Datenblättern. Die Leistungsangaben einer Zange beschreiben einen Mittelwert. Im Moment des Punkts zieht das Gerät ein Vielfaches.

PARKSIDE nennt 2,4 Kilovoltampere Eingangsleistung bei 50 Prozent Einschaltdauer. Gerechnet bei 230 Volt sind das gut 10 Ampere. Eine Absicherung nennt die Anleitung nicht.

Telwin schreibt für die Modular 230 im Datenblatt eine Absicherung mit 25 Ampere vor. Die Tabelle der Anleitung nennt für 230 Volt 16 und 25 Ampere träge, ohne dass die Spalten eindeutig einem Modell zugeordnet wären. Für den Car Spotter 5500 gibt Telwin eine maximale Leistungsaufnahme von 11 Kilowatt an, bei 50 Prozent Einschaltdauer dagegen 2 Kilowatt. Der Abstand zwischen beiden Zahlen ist der Grund für das Problem.

Rechnerisch sind 11 Kilowatt an 230 Volt knapp 48 Ampere, für den Bruchteil einer Sekunde. Ein Leitungsschutzschalter mit 16 Ampere hält das je nach Charakteristik aus oder nicht.

Das ist dieselbe Frage wie beim Lichtbogengerät, nur zugespitzt. Welcher Netzstrom eine Haussteckdose überfordert und was die Auslösecharakteristik damit zu tun hat, rechnet der Ratgeber zum Netzanschluss für Lichtbogengeräte vor.

Für die Zange heißt das: Der Stromkreis wird vor dem Kauf geprüft, nicht nach dem ersten ausgelösten Schutzschalter.

Der Spotter arbeitet von einer Seite

Der Spotter ist das Werkzeug des Karosseriebauers für Stellen, die nur von außen erreichbar sind. Statt einer Zange hat er eine Pistole. Mit ihm schweißt man Zugösen, Stifte oder Scheiben auf, zieht Dellen mit einem Gleithammer heraus und kann einseitig punkten.

Telwin bestimmt den Digital Car Spotter 5500 laut Anleitung ausschließlich für die Karosseriereparatur von Kraftfahrzeugen aus kohlenstoffarmem Stahl. Das Datenblatt nennt 4200 Ampere Spitzenstrom, 3000 Ampere effektiv, eine Einschaltdauer von 3 Prozent und eine Absicherung mit 16 Ampere. Die Leerlaufspannung liegt bei 6 Volt, das Gerät wiegt 26 Kilogramm und hat die Schutzart IP22.

Für das einseitige Punkten zieht die Anleitung eine scharfe Grenze. Die maximale Blechdicke sei 1 + 1 Millimeter, und: „Diese Art des Punktschweißens ist auf tragenden Karosserieteilen nicht zulässig."

Mit einer optional erhältlichen Zange schafft dasselbe Gerät 1,5 + 1,5 Millimeter. Der Spotter ist also ein Ausbeul- und Hilfswerkzeug mit Punktschweißfunktion, keine Alternative zur Zange für tragende Verbindungen.

Spotter aus dem Onlinehandel beschreiben sich oft knapper. Ein bei Amazon gelistetes Gerät mit 3800 Ampere nennt als Einsatzzweck das Anbringen von Zugösen und Ausbeulzubehör, gibt in den Produktdetails 220 Volt und „550 watts" an und hatte am 19. Oktober 2026 keine Bewertung. Ein Hinweis auf Implantate oder eine EMV-Klasse fehlte. Mit 24,8 Kilogramm wiegt es fast so viel wie das Gerät von Telwin.

Bei der Instandsetzung von Karosserien hat das Ausbeulen einen eigenen Wert. Ein Merkblatt der DeKoLaKa, eines Gremiums, in dem unter anderem der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik, der GDV und DEKRA vertreten sind, nennt als Vorteil der Instandsetzung „den Erhalt von Originaldichtnähten, Verklebungen und Schweißnähten".

Was Fahrzeughersteller bei der Reparatur vorgeben

Ob an einer Karosserie überhaupt punktgeschweißt werden darf, entscheidet nicht das Gerät. Es entscheidet die Reparaturanleitung des Fahrzeugherstellers, und die kann sehr eng sein.

Ein öffentlich einsehbares Beispiel ist Tesla. In den Karosserie-Reparaturverfahren für das Model Y ist Widerstandspunktschweißen nur als Ersatz für Werkspunkte vorgesehen, „sofern zutreffend und im Tesla Handbuch für Unfallreparaturen angegeben". Eine eigene Seite listet die zugelassenen Widerstandspunktschweißzangen.

Auf dieser Liste stehen Werkstattsysteme von Herstellern wie GYS, Car-O-Liner, TECNA, Spanesi und Wieländer + Schill, jeweils mit Mindestversion der Software und vorgeschriebenen Elektrodenkappen. Ein 230-Volt-Gerät für den Heimgebrauch steht nicht darauf.

Bemerkenswert ist, was die Liste nicht enthält: eine Stromstärke oder eine Elektrodenkraft. Freigegeben wird nicht ein Kennwert, sondern ein bestimmtes System mit bestimmter Software. Wer mit einem anderen Gerät dieselben Zahlen erreicht, erfüllt die Vorgabe trotzdem nicht.

Für die Instandsetzung von Fahrzeugen allgemein gibt es eine Reihe von DVS-Merkblättern, darunter eines zum MIG-Löten als fachgerechter Karosserieinstandsetzung und eines zum Instandsetzungsschweißen an Pkw. Sie richten sich an Werkstätten, und ihre Inhalte sind nicht frei einsehbar.

Dazu kommt der Werkstoff. Das DeKoLaKa-Merkblatt weist darauf hin, dass die Eigenschaften hochfester Stähle „bei Wärmeeinwirkung (Schweißen) signifikant beeinträchtigt werden" können. Für die Klassifizierung von Widerstandspunktschweißmaschinen in der Karosseriereparatur hat der DVS eine eigene Checkliste herausgegeben, das Merkblatt 2521-3.

Die TRGS 528 beschreibt, wie selten die handgeführte Zange selbst in der Fertigung ist. Im Karosserierohbau arbeiten Roboter; die Zange von Hand komme „üblicherweise noch als Notstrategie bei Anlagenstörung oder als Nacharbeit" vor.

Für ältere Fahrzeuge ohne hochfeste Stähle mag die Lage anders sein. Ein allgemeiner Satz dazu ist nicht belegbar; für jedes Fahrzeug gilt seine eigene Anleitung, und die liegt beim Hersteller oder in der Fachwerkstatt, nicht im Karton des Schweißgeräts.

Der Akku-Punktschweißer für Nickelband

Das dritte Gerät hat mit Karosserieblech nichts zu tun. Akku-Punktschweißer verbinden Batteriezellen über dünne Bänder aus Nickel oder vernickeltem Stahl zu Paketen. Die Hersteller nennen als Zweck die Reparatur von Akkupacks und den Eigenbau.

Drei Akku-Punktschweißer bei Amazon (Produktseiten, abgerufen am 19.10.2026)
AngabeAWithZ UF20BAWithZ UK1SEESII SE-302
EnergiequelleKondensator, Netzanschluss nötigeingebauter Akkueingebauter Akku
Leistung oder Strom laut Seite10,5 kWbis 1380 Abis 3360 W
Material laut SeiteKupfer, Reinnickel, vernickelt, Eisenblech; ohne DickeNickelband verschiedener Dicke; ohne ZahlReinnickel bis 0,15 mm, verzinkt bis 0,2 mm
Bewertungen4,5 von 5 bei 794,4 von 5 bei 1604,6 von 5 bei 11
Implantathinweis, EMV-Klassenicht genanntnicht genanntnicht genannt

Die Größenordnung erklärt die Trennung. Ein Akkugerät bringt bis gut tausend Ampere auf Bänder von einem bis zwei Zehntelmillimetern. Eine Zange für Stahlblech arbeitet mit mehreren tausend Ampere und dem Druck eines Hebels auf zwei Bleche von je 1,5 Millimetern.

Ein Hersteller schreibt trotzdem „car repairs" unter die Einsatzgebiete, im selben Satz mit der Wartung von Batterien und ohne jede Angabe zu Blechen. Wer das als Freigabe für Karosserieblech liest, liest mehr hinein, als dasteht.

Die Titel der übrigen Akku-Treffer derselben Suche nennen Bandstärken von 0,1 bis 0,3 oder 0,4 Millimetern. Ein Blech im Karosseriesinn beschreibt keiner von ihnen.

Auch die Leistungsangaben sind mit Vorsicht zu lesen. Für das UK1 stehen auf derselben Seite 1380 Ampere, „11500W peak power" und im Datenfeld 9000 Watt.

Die Bauformen unterscheiden sich in der Energiequelle. Das UF20B speichert die Energie für den Impuls in einem Kondensator und muss dafür am Netz hängen; es wiegt 1,85 Kilogramm. Das UK1 und das SE-302 haben einen eingebauten Akku und wiegen 760 und 460 Gramm. Eingestellt wird bei allen dreien über 99 oder 100 Stufen.

Eine Norm oder eine Konformitätserklärung zeigen die drei Produktseiten nicht. Für Widerstandsschweißgeräte, die über Batterien versorgt werden, gibt es mit DIN EN IEC 62135-2 eine eigene EMV-Norm; ob die Geräte nach ihr geprüft wurden, lässt sich den Seiten nicht entnehmen.

Was beim Akkupack am Punktschweißer hängt

Unter den Suchvorschlägen steht „akku punktschweissen oder löten". Eine Herstellerangabe einer Zelle, die das Löten ausschließt, war nicht aufzufinden; eine Aussage von Behörde, Verbraucherzentrale oder Feuerwehrverband zum Eigenbau von Akkupacks ebenfalls nicht.

Der Deutsche Feuerwehrverband rät in einem Hinweis vom Dezember 2024, Akkus „immer gemäß den Herstellerangaben" zu lagern; vom Eigenbau ist darin keine Rede.

Eine Aussage zum Schweißen gibt es. Die Unfallkasse Hessen nennt unter den Ursachen, warum Lithium-Ionen-Akkus brennen, die Herstellung und Konfektionierung. Das Anbringen eines Kontakts „mittels thermischem Verfahren (z. B. Laser- oder Widerstandsschweißen)" könne bei einem zu hohen Wärmeeintrag die Zellstruktur beschädigen und einen Brand auslösen.

Der Punktschweißer begrenzt den Wärmeeintrag über Stufe und Impulsdauer. Ob eine Einstellung für eine bestimmte Zelle und ein bestimmtes Band passt, sagt das Gerät nicht.

Hinzu kommt das Recht. Die EU-Batterieverordnung zählt Zellen, Module und Batteriesätze zu den Batterien. Wer eine bereits in Verkehr gebrachte Batterie so verändert, dass ihre Konformität beeinträchtigt sein kann, gilt nach Artikel 44 als Hersteller mit dessen Pflichten. Was dieselbe Verordnung beim Zellentausch an einem Pedelec-Akku verlangt, beschreibt der Ratgeber zu den Akku-Regeln für E-Bikes.

Die Verordnung kennt neben dem Inverkehrbringen auch die Inbetriebnahme, definiert als „die erstmalige Nutzung einer Batterie, die nicht zuvor in Verkehr gebracht wurde". Wie das für einen Pack gilt, den jemand nur für sich selbst baut und nie weitergibt, lässt sich aus dem Text nicht eindeutig ablesen. Beim Verkauf oder bei der Weitergabe eines umgebauten Akkus stellt sich die Frage jedenfalls.

Magnetfeld und Herzschrittmacher

Hohe Ströme erzeugen starke Magnetfelder, und beim Widerstandsschweißen liegen die Kabel und die Zange nah am Körper. Die DGUV Information 203-043 zur Beeinflussung von Implantaten durch elektromagnetische Felder stuft die Beeinflussung von Herzschrittmachern beim Widerstandsschweißen als „möglich" ein. Dasselbe gilt in ihrer Tabelle für das Kondensatorschweißen, das Prinzip vieler Akku-Punktschweißer.

Beim Lichtbogenhandschweißen nennt dieselbe Tabelle die Beeinflussung „nicht wahrscheinlich", je nach Abstand und Kabelführung aber möglich.

Im Betrieb regelt das die Arbeitsschutzverordnung zu elektromagnetischen Feldern, kurz EMFV. Sie gilt wie die übrigen Arbeitsschutzverordnungen „zum Schutz der Beschäftigten bei der Arbeit". Beschäftigte „mit aktiven medizinischen Implantaten, insbesondere Herzschrittmachern", zählt sie zu den besonders schutzbedürftigen. Für den privaten Gebrauch enthält sie keine Regel.

Die Hersteller der Zangen schreiben die Grenze in ihre Anleitungen. PARKSIDE: „Nicht zusammen mit medizinischen Implantaten verwenden." Telwin fordert, Trägern von Herzschrittmachern den Zutritt zum Einsatzbereich zu untersagen. Für den Bediener selbst nennt die Anleitung der Modular 230 eine Reihe von Regeln: Kabel nie um den Körper wickeln, beide Kabel auf derselben Körperseite führen und nicht neben, auf oder an die Maschine gelehnt punkten, mit einem Mindestabstand von 50 Zentimetern.

Die ältere DGUV-Information zu Widerstandsschweißeinrichtungen stammt von 2006 und bezieht sich noch auf eine Unfallverhütungsvorschrift, die nicht mehr gilt. Ihre physikalischen Angaben sind trotzdem aufschlussreich. Sie empfiehlt, Kopf und Rücken mindestens 15 Zentimeter von stromführenden Kabeln fernzuhalten, und sieht in ihrer Musterbetriebsanweisung das Verbotszeichen für Personen mit Herzschrittmacher vor.

Dieselbe Schrift erklärt, warum Ringe und Uhren eine Rolle spielen. An Händen und Fingern dürfen die zulässigen Werte nach ihr um den Faktor 20 überschritten werden, aber nur, wenn dort keine metallischen Implantate oder Gegenstände wie Ringe und Uhren getragen werden. Für Herzschrittmacher nennt sie als Hilfswert eine magnetische Flussdichte von 65 Mikrotesla bei 50 Hertz.

Telwin ergänzt in der Anleitung der Modular 230, Kopf und Rumpf möglichst weit vom Schweißstromkreis entfernt zu halten und keine ferromagnetischen Gegenstände in seiner Nähe liegen zu lassen.

Bei den drei geöffneten Akku-Punktschweißern stand zu alldem nichts.

Zink, Kleber und Elektroden

Ohne Gas und Draht entsteht beim Punktschweißen weniger Rauch als beim Lichtbogen. Frei davon ist es nicht, und die Ursache liegt meist im Blech.

Die TRGS 528 verlangt, beim Schweißen verzinkter Werkstoffe Zinkoxidrauch zu berücksichtigen. Karosseriebleche sind nach derselben Regel seit den achtziger Jahren vermehrt verzinkt. Für das Punktschweißkleben, bei dem Klebstoff zwischen den Blechen liegt, nennt sie Pyrolyseprodukte beim Abbrand des Klebstoffs, ebenso beim Überschweißen verklebter Stellen. Bei einer Reparatur an einer verklebten Karosserie entsteht also Rauch, mit dem ein Heimwerker beim Wort Punktschweißen nicht rechnet.

In der Tabelle der TRGS, die Schweißverfahren nach ihrer Rauchemission einordnet, fehlt das Widerstandsschweißen. Eine Zahl, auf die sich eine Absaugung auslegen ließe, gibt die Regel damit nicht vor.

Für die Elektroden gibt sie eine Vorgabe: Beim Widerstandsschweißen sollen nur berylliumfreie Elektroden eingesetzt werden. Im Karosserierohbau nennt sie Elektroden aus einer Kupfer-Chrom-Zirkon-Legierung. Wer Ersatzelektroden nachkauft, prüft die Werkstoffangabe.

EMV-Klasse A und die Norm hinter dem Gerät

Lichtbogenschweißgeräte werden nach der Normenreihe IEC 60974 gebaut. Für Widerstandsschweißeinrichtungen gibt es eine eigene Reihe: DIN EN 62135-1 für die Sicherheit, Ausgabe April 2016, und DIN EN IEC 62135-2 für die elektromagnetische Verträglichkeit, Ausgabe Dezember 2022. Der zweite Teil erfasst auch Geräte, die über Batterien versorgt werden, und hat Anforderungen an magnetische Felder neu aufgenommen. Der erste Teil enthält nach der Beschreibung bei DIN Media ausschließlich Anforderungen an die elektrische Sicherheit; die elektromagnetische Verträglichkeit ist dort ausgeklammert und dem zweiten Teil überlassen.

PARKSIDE und Telwin nennen in ihren Konformitätserklärungen die Reihe 62135. Die Konformitätserklärung des SIP Weldmate nennt dagegen die Lichtbogennormen EN 60974-1 und 60974-10. Welche Norm ein Gerät zugrunde legt, steht in seiner Erklärung, und es lohnt sich, sie zu lesen.

Bei der EMV-Klasse zeigt sich ein Widerspruch, der Heimwerker direkt betrifft. PARKSIDE verkauft die PPSZ 700 A1 über Lidl, die Anleitung bestimmt sie für den privaten und ausdrücklich nicht für den gewerblichen Gebrauch.

Dieselbe Anleitung stuft das Gerät nach EN 62135-2 in die EMV-Klasse A ein. Geräte dieser Klasse eignen sich nach dem Text für alle Bereiche „außer dem Wohnbereich" und außer Bereichen, die an ein Netz angeschlossen sind, das auch Wohngebäude versorgt. Der Warnhinweis schließt an: Klasse-A-Geräte seien „für den Betrieb in einer industriellen Umgebung vorgesehen".

Für Störungen, die beim Arbeiten entstehen, sei der Anwender verantwortlich. Als Beispiele dessen, was er dabei berücksichtigen soll, nennt die Anleitung Computer, Rundfunkgeräte und Personen mit Herzschrittmachern oder Hörgeräten.

Um Störungen zu verringern, empfiehlt PARKSIDE einen Netzfilter und regelmäßige Wartung. Berücksichtigen soll der Anwender unter anderem Fernseh- und Radiogeräte in der Nähe und, als letzten Punkt der Liste, die Tageszeit der Arbeiten.

Telwin formuliert es für seine Zange und seinen Spotter offener: Es sei nicht sichergestellt, dass das Gerät im häuslichen Umfeld den Basisgrenzwerten genüge. Beide Telwin-Geräte sind nach der Anleitung Geräte der Klasse A und für den gewerblichen Bereich bestimmt.

Aufgabe, Gerät, Grenze

Am Ende läuft die Auswahl auf eine Zuordnung hinaus, und die Grenze jedes Geräts steht in seiner eigenen Anleitung.

Welche Gerätegruppe zu welcher Aufgabe gehört (Grenzen laut Herstellerdokument)
AufgabeGerätegruppeGrenze laut Hersteller
Zwei Stahlbleche an einem zugänglichen FlanschPunktschweißzange1,5 + 1,5 bis 2 + 2 mm, Takt 3 bis 4 Punkte je Minute oder 1,5 % ED
Delle ziehen, Ösen oder Stifte aufschweißenSpotternur Karosseriereparatur, kohlenstoffarmer Stahl
Bleche nur von einer Seite erreichbarSpotter, einseitiges Punkten1 + 1 mm, nicht an tragenden Teilen
Nickelband an BatteriezellenAkku-PunktschweißerBand bis 0,15 mm Reinnickel (SEESII), Zellen nach eigener Verantwortung
Tragende Teile am Fahrzeugnach Reparaturanleitung des Fahrzeugherstellersbei Tesla nur freigegebene Werkstattsysteme

In den Reparaturverfahren von Tesla stehen neben dem Widerstandspunkt auch das Schutzgasschweißen und die Lochschweißnaht. Welches Drahtvorschubgerät mit welchem Netzstrom auskommt, zeigt der Vergleich der Schutzgasgeräte.

Wer ein Gerät aus dem Onlinehandel ohne Herstellerdokument kauft, kann diese Grenzen nicht nachlesen. Eine Seite, die Leistung, Blechstärke, Absicherung und EMV-Klasse nennt, ist deshalb mehr wert als eine mit hohen Wattzahlen.

Für alle drei Gruppen gilt dasselbe: Die Anleitung des Geräts sagt, was es kann. Ob es an dieser Stelle darf, sagt die Anleitung des Werkstücks.

Häufige Fragen

Welches Punktschweißgerät für Karosseriebleche?
Für zwei Bleche an einem zugänglichen Flansch eine Punktschweißzange; die Hersteller geben 1,5 + 1,5 bis 2 + 2 mm an. Ob an einer Stelle punktgeschweißt werden darf, steht in der Reparaturanleitung des Fahrzeugherstellers.
Kann ein Akku-Punktschweißer Karosserieblech schweißen?
Nach den Herstellerangaben nicht. Die geöffneten Geräte nennen Nickelband bis 0,15 mm Reinnickel oder machen keine Dickenangabe; Karosseriebleche liegen bei 0,6 bis 2 mm und brauchen den Druck einer Zange.
Darf man mit dem Spotter einseitig punkten?
Telwin erlaubt es beim Car Spotter 5500 bis 1 + 1 mm und schreibt dazu, diese Art des Punktschweißens sei auf tragenden Karosserieteilen nicht zulässig.
Warum löst beim Punktschweißgerät die Sicherung aus?
Im Moment des Punkts zieht das Gerät ein Vielfaches seiner mittleren Leistung. Telwin nennt für einen Spotter 11 kW maximale Aufnahme, rechnerisch knapp 48 A an 230 V; für eine Zange schreibt Telwin eine Absicherung mit 25 A vor.
Ist Punktschweißen mit Herzschrittmacher gefährlich?
Die DGUV Information 203-043 stuft eine Beeinflussung beim Widerstands- und beim Kondensatorschweißen als möglich ein. PARKSIDE schreibt, das Gerät nicht zusammen mit medizinischen Implantaten zu verwenden.
Darf ein Punktschweißgerät im Wohnhaus betrieben werden?
Die PARKSIDE-Zange ist für den Privatgebrauch bestimmt, aber nach EN 62135-2 EMV-Klasse A, also für Bereiche außer dem Wohnbereich vorgesehen. Für Störungen ist laut Anleitung der Anwender verantwortlich.

Änderungen an dieser Seite

Zuletzt redaktionell geprüft am .

  1. Ersterstellung als Erweiterung des Clusters Schweißgeräte. Leitbefund: Unter „Punktschweißgerät" verkauft der Handel Punktschweißzange, Karosserie-Spotter und Akku-Punktschweißer; bei Amazon waren am 19.10.2026 13 von 16 nicht gesponserten Treffern Akku-Punktschweißer. Belegt an PARKSIDE PPSZ 700 A1 (privat bestimmt, EMV-Klasse A „außer dem Wohnbereich"), Telwin Digital Modular 230 und Car Spotter 5500 (einseitig 1 + 1 mm, nicht an tragenden Teilen), drei Amazon-Akkugeräten ohne Implantathinweis, DGUV 203-043, EMFV, TRGS 528 und den Reparaturvorgaben von Tesla.

Verwendete Quellen

  1. [1]Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch elektromagnetische Felder (EMFV) · abgerufen 2026-10-19
  2. [2]DGUV Information 203-043: Beeinflussung von Implantaten durch elektromagnetische Felder · abgerufen 2026-10-19
  3. [3]BAuA: TRGS 528 Schweißtechnische Arbeiten · abgerufen 2026-10-19
  4. [4]DIN Media: DIN EN 62135-1 Widerstandsschweißeinrichtungen – Sicherheitsanforderungen · abgerufen 2026-10-19
  5. [5]PARKSIDE Punktschweißzange PPSZ 700 A1: Bedienungsanleitung · abgerufen 2026-10-19
  6. [6]Telwin Digital Car Spotter 5500: Betriebsanleitung · abgerufen 2026-10-19
  7. [7]Tesla Model Y: Zugelassene Widerstandspunktschweißzangen · abgerufen 2026-10-19
  8. [8]Unfallkasse Hessen: Lithium-Ionen-Akkus richtig lagern · abgerufen 2026-10-19